Piraten: Nazis versalzen Suppe

Seit vielen Jahren kritisierten Kritiker wie ich und andere die Piratenpartei wegen eben der Probleme, die ihr jetzt in Wahlkampfzeiten auf den Fuß fallen: Mangelnde Abgrenzung gegen Rechts (bzw. Toleranz gegenüber rechtsradikalen Positionen und Antifeminismus).

Ich betrachte mir das Schauspiel und denke mir nur so: Das hättet ihr euch alles ersparen können, wenn ihr auf eure KritikerInnen gehört hättet. Aber stattdessen hat man nach innen die Reihen geschlossen und die KritikerInnen zum Problem erklärt, statt Kritik ernst zu nehmen.

Adriaan Brouwer Der bittere Trank (Quelle: Wikipedia)

Damit hat sich nun die Problematik verfestigt – und ist auf der Vorstandsebene genau so etabliert wie in der Basis. Damit ist die Piratenpartei im wesentlichen zu einer rechtsradikalen Partei geworden. Denn eine Partei, die rechtsradikale Meinungen als vollwertig ansieht und zulässt muss zwangsläufig diese Meinungen auch nach außen hin repräsentieren. Wie innen so außen!

Die Idee, dass man ein Konglomerat an vielfältigen Meinungen in einen großen Parteientopf wirft und dabei nicht zwischendurch abschmeckt,muss sich nicht wundern, wenn die Suppe hinterher versalzen ist!

Advertisements
Piraten: Nazis versalzen Suppe

Magdeburg: Nazis auf die Pelle rücken! Deutsche Zustände angreifen!

Sachsen-Anhalt als Hochburg rechter Gewalt

In Spiegel-Online vom 05.08.2011 wird Sachsen-Anhalt als Hochburg des Rechtsextremismus beschrieben. Im neuesten Verfassungsschutzbericht heißt es, dass Sachsen-Anhalt bei „politisch rechts motivierten Gewalttaten mit extremistischem Hintergrund“ bezogen auf die Einwohnerzahl an erster Stelle liegt. Seit die rechtsextreme NPD bei den Landtagswahlen im März an der Fünfprozenthürde scheiterte, dominieren militante Neonazi-Kameradschaften die Szene. „Sie sind jetzt der aktivistische Kern“, sagt der Magdeburger David Begrich von Miteinander e.V., dem Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit. Im Bericht des Landesverfassungsschutzes Sachsen-Anhalt heißt es, dass den Kameradschaften „ein vom historischen Nationalsozialismus geprägtes Weltbild eigen“ sei. „Wenn es ein Beispiel dafür gibt, wie Rechtspopulisten in die Mitte der Gesellschaft drängen, dann ist es Lutz Battke“, sagte Rüdiger Erben, Staatssekretär im Magdeburger Innenministerium im Februar. Jahrelang trainierte Battke in dem kleinen Ort Laucha an der Unstrut den Fußballnachwuchs des Vereins BSC 99. Viele Eltern hatten offenbar kein Problem damit, dass Battke den Jugendlichen seine rechtsextremen Überzeugungen vorlebte. Bei der Wahl zum Bürgermeister erhielt er als Kandidat der NPD 24,2 Prozent der Stimmen. Der BSC 99 hat Battke inzwischen suspendiert. Einer seiner Jugendfußballer hatte im April 2010 einen 17-jährigen Israeli zusammengeschlagen und als „Judensau“ beschimpft. Rechte Politik liefert Feindbilder und bietet die vermeintliche Legitimation zur Gewalt gegen Migranten und linksalternative Jugendliche und zeigt darin sein besonders hässliches Gesicht.

Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg ist zudem die unsicherste Stadt in den ostdeutschen Bundesländern. Der Magdeburger Stadtteil Reform ist bekannt für rassistisch motivierte Gewalt und Überfälle von Neonazis auf Linke und Migranten. Das Kinder- und Jugendhaus (KJH) „Banane“ im Quittenweg wird von einer Gruppe als ihr Club bezeichnet, die sich „Reformer Jungs“ nennen. Die Reformer Clique dominiert ihr Viertel und den ansässigen Jugendclub „Banane“. Das KJH „Banane“ ist eine kommunale Einrichtung und wird vom Jugendamt Magdeburg finanziert. Eine Anfrage beim Jugendamt Magdeburg zur politischen Ausrichtung der Besucher der „Banane“ ergab, dass es im Stadtgebiet ca. 40 „Reformer Jungs“ im Alter von 11-28 Jahren geben soll. Eine Organisierung der „Reformer Jungs“ ist den Mitarbeitern der „Banane“ nicht bekannt, zudem wären die Jungs und jungen Männer „nicht politisch interessiert“.

Das Kinder- und Jugendhaus „Banane“ und die „Reformer Jungs“

Bei Überfällen auf Linke und Migranten tragen „Reformer Jungs“ provokant den Namen der Clique auf T-Shirts und Jacken. Hausbesuche bei linksalternativen Jugendlichen in Reform gehören zu den Tätigkeitsfeldern der „Reformer Jungs“. Auch sonst sind sie immer für eine „gelungene“ Aktion zu haben. So sind Mitglieder der „Reformer Jungs“ zusammen mit den rechten FCM-Fans, die sich selbst als Sportgruppe bezeichnen und „Adrenalin“ nennen, verantwortlich für den Übergriff auf eine Gruppe Linker am 12.09.10 an der Reformer Endhaltestelle. Auch ein weiterer Übergriff an diesem Tag auf eine andere Gruppe Linker scheint ihr Werk gewesen zu sein. Im Frühjahr 2011 wurde eine Antifademo angegriffen und aus dem Stadtviertel gejagt. Das ist allerdings nicht alles, denn auch der „Funpark“ in Reform wird von „Reformer Jungs“ als ihr Revier markiert.

Der „Funpark“ in Magdeburg erlangt 2007 bundesweite Bekanntheit durch den Mord an Rick Langenstein. Der bereits vorbestrafte Reformer Bastian O. schlug den 21- jährigen Kunststudenten nach einem Funparkbesuch tot. Als Grund gab der bekennende Faschist O. an, Rick hätte ihn als Nazi beschimpft und eine Zigarette verweigert. Bekennende Nazis der „Reformer Jungs“ und „Adrenaliner“ sind im Funpark wie auch in Reform regelmäßig anzutreffen.

Reform als Spielwiese der Magdeburger Naziszene

Im „Döner Royal“ am Reformer Marktplatz sind in zwei Jahren siebenmal die Scheiben zu Bruch gegangen. Der Dönerimbiss an der Endhaltestelle der Straßenbahn ist nach einem Brandanschlag komplett zerstört. Auf Grund der Schmiereien an beiden Objekten sind rassistische Motive wahrscheinlich. Schülerinnen des Geschwister-Scholl-Gymnasium in der Apollostraße werden auf dem Nachhauseweg rassistisch und sexistisch beleidigt und misshandelt. Auch der Verein Child abuse fight ist im Quittenweg in Reform ansässig. Der Verein schreibt sich den ‚Kampf gegen Kinderschänder‘ auf die Fahnen. Die politische Forderung des Vereins ist eindeutig: Todesstrafe für ‚Kinderschänder‘. Die Forderung zur Wiedereinführung der Todesstrafe für Sexualstraftaten und Missbrauchsvergehen an Kindern bietet beste Anschlussfähigkeit für neonazistische Ideologie, findet sie sich doch ebenso im NPD-Parteiprogramm und auf etlichen Transparenten bei Naziaufmärschen. Child Abuse Fight ist keine reine neonazistische Initiative, überschneidet sich aber sowohl inhaltlich als auch personell mit der Magdeburger Naziszene.

Die „Reformer Jungs“ setzen sich aus „nicht politisch interessierten“ Jungs und jungen Männern, organisierten Nazis und FCM-Hooligans /“Adrenalin“ zusammen und pflegen sehr gute Kontakte zur organisierten Nazi- und rechten Hooliganszene. Ca. 15 „Reformer Jungs“ der auf 40 Mann geschätzten Gruppe besuchen unregelmäßig das KJH „Banane“. Weitere Treffpunkte sind der Park am Reformer Marktplatz und der Parkplatz am „Netto“. Für Aktionen bieten die „Reformer Jungs“ Unterstützung auch in andere nahe gelegene Stadtteile an, wie zBsp. Sudenburg, Ottersleben, Buckau und Salbke und greifen ebenfalls auf Kameraden der dortigen Szene zurück. Auch die Nazisprüherei am Libertären Zentrum in Salbke sind diesem Personenkreis zuzuordnen. Die „Reformer Jungs“ sind formal keine Organisation, aber sie sind sich einig, wenn es heißt, „Linke zu klatschen“. Um fündig zu werden, fahren sie mit Autos durch Reform, machen Kiez-Spaziergänge und verteilen Propaganda in Massen. Sie ziehen klebend in Gruppen durch Reform und sprühen rechte Propaganda wie z.B. „Rudolf Hess, das war Mord“, malen Hakenkreuze und beteiligen sich an Überfällen auf Linke und Antifaschisten.

Deutsche Zustände angreifen – Männerbünde auflösen!

In diesem Klima aus Sexismus, Rassismus und Gewaltverherrlichung gibt es genug Entfaltungsmöglichkeiten für gewaltbereite Cliquen und ihre Exzesse. Reform steht mittlerweile im Ruf eine NoGo-Area für Linke und Migranten zu sein. Ein sozialer Brennpunkt ist das destruktive Umfeld für frustrierte junge Männer, um sich in Gewalt und „Männlichkeit“ zu flüchten. Immer wieder werden auch unpolitische junge Männer angesprochen, welche durch regelmäßige Gewaltexzesse in Magdeburger Kneipen auffallen. Sie werden aufgefordert, sich an „Aktionen“ zu beteiligen und ihre „Kräfte zu messen“. Die Verknüpfung von idealisierter Männlichkeit und Gewaltpotential, und die bewusste Ausgrenzung von Mädchen und Frauen bilden den Rahmen für die Politisierung der Reformer Jungendlichen. Klar ist, die Aktivitäten im Bereich der „Nachwuchsförderung“ ist erfolgreich. So werden Überfälle auf Linke auch als „Mutprobe“ für die Neumitglieder angesehen, als „Training“, bei dem sie sich beweisen müssen, um akzeptiert zu werden und um das Gewaltpotential weiter auszubauen. Mit aggressiven Gruppenerlebnissen wird auch der Schulterschluss mit regionalen Hooligangruppen vorangetrieben.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die besondere Bedeutung des Magdeburger Stadtteils Reform für die Magdeburger Neonaziszene und die Ignoranz der Sozialarbeiter in der KJH „Banane“ gegen die Politiken und sonstigen Aktivitäten der „Reformer Jungs“ in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken und rufen zur Demo am 22.10.2011 in Magdeburg mit Themenschwerpunkt „Nazis auf die Pelle rücken!“ auf.

Quelle: http://aarmd.blogsport.de/

Magdeburg: Nazis auf die Pelle rücken! Deutsche Zustände angreifen!

Limbach-Oberfrohna nazifreundlich?

Limbach-Oberfrohna hat, dass ist nun bundesweit bekannt geworden, nicht nur ein Naziproblem, sondern auch ein Problem der öffentlichen Stadtverwatlung und der Polizei, die die Übergriffe von Nazis dulden und stattdessen die Opfer angreifen:

  • Jungle World vom 7. Juli: Drohungen, Schlägereien, Brandanschläge – linke Jugendliche im sächsischen Limbach-Oberfrohna haben es mit einer überaus gewalttätigen Naziszene zu tun. Nach einem Naziangriff auf Linke ermittelt die Polizei nun ausgerechnet gegen einige von ihnen.

Hier ein Beitrag von Panorama vom 10. Februar 2011:

Und der MDR am 15. Februar:

Zeit, dass hier gehandelt wird!

Mehr dazu hier!

Limbach-Oberfrohna nazifreundlich?

Nicht mein Verständnis von Demokratie und Meinungsfreiheit

76 Jahre nach dem Krieg dürfen Nazis durch deutsche Städte laufen und ihre Propaganda verkünden, die nicht selten sogar gegen Gesetze verstößt. Selten gibt es Aufnahmen von Übergriffen von Nazis. In Dresden gibt es nun eins:

Dazu der Kommentar des Uploaders „19.02.2011 Während die Polizei mit Wasserwerfern gegen Antifa-Demonstranten vorging, attackierten gegen frühen Nachmittag gewaltbereite Neo-Nazis ein Wohngebäude in Dresden-Löbtau. Die „Praxis“ wurde bereits letztes Jahr zum Opfer rechter Gewalt. Die Polizei sah am heutigen Tag hier nur zu. Nichts wurde unternommen. Seitens der Nazis fielen Schlachtrufe wie „Wir kriegen euch alle.“ Alle Anwohner waren fassungslos, da die Täter absolut ungehindert agieren konnten. Man beachte die Hilflosigkeit der Polizei, die hier nicht im Stande war einzugreifen und sich sogar abwendete, um den Verkehr zu lenken.
Bitte verbreitet dieses Video und berichtet darüber!
So etwas soll sich hier nicht wiederholen!“

Von wegen: „darf sich nicht wiederholen“: Sowas passiert was täglich in Deutschland. Das interessiert die Polizei halt nicht. Deren Sympathien legen zumeist bei den Nazis. Die Quote an rechtsradikalem Gedankengut ist bei der Polizei auch recht hoch.

Theoretisch wäre ich auch der Meinung, dass es Aufgabe der Polizei ist auch wenn sie in der Minderheit ist, einzugreifen. Es zumindest zu versuchen. Zudem war neben den beiden Wagen die Stadt voll mit Polizei, sodass man davon ausgehen darf, dass die Polizei entschieden hat, das Entglasen zuzulassen. Und da das Zentrum bereits letztes Jahr angegriffen wurde, konnte man das für dieses Jahr vermuten. Einen besonderen Schutz kann man nicht beobachten. Im Gegenteil. Mit der Gefahr weiterer Folgen, wie den Tod von jemandem, der sich da drin aufgehalten hätte billigend in Kauf zu nehmen.

Und jetzt noch mal zur Meinungsfreiheit und demonstrierender Nazihorden. Da möchte ich zwei Beispiele nennen, wo Meinungsfreiheit in unserer Demokratie sofort unterbrochen wurde:

  1. Fall „Aufkleber gefährdet Demokratie„: Ein kleiner Aufkleber in Sprechblasenform mit der Aufschrift „Tschüss Vattenfall“ landete im Sommer 2007 unter den Augen von Zivilpolizei in Hamburg Altona auf einem Wahlplakat.  Obwohl die angeblich Geschädigte SPD keine Anzeige erstattet und sich der Vorsitzende des Kreisverbandes Altona der SPD sogar explizit dahingehend äußert, dass er gegen eine Verurteilung wegen einer solchen Tat sei, argumentiert die Staatsanwaltschaft mit dem „Schutz der Demokratie“. Diese sei durch die Veränderung eines Wahlplakates gefährdet. Sie wurde zu 15 Tagessätzen verurteilt.
  2. Meine eigene Erfahrung: Beim Flyern vor einem Unternehmen mit einem Flyer der einige Wahrheiten zu dem Unternehmen beinhaltete wurde diese Aktion von der Polizei aufgrund einer spontanen Anzeige des Unternehmens wegen Verleumdung unterbrochen und uns untersagt diesen Flyer weiter zu verteilen. Nach 6 Monaten immer noch nichts Neues dazu. Die Wahrheiten im Flyer sind einfach und klar. Die Meinungsfreiheit und unsere Demonstratonsfreiheit jedoch schnell beschnitten.

Und im Gegensatz dazu Nazis, die marodierend und gröhlend durch deutsche Städte ziehen dürfen und NUR Unwahrheiten verbreiten. Verleumdung ist da eher der Grundtenor. In unserer Demokratie siehts dann aber so aus, dass alle, die das nicht gut finden von den Nazis UND der Polizei angegriffen werden. Der Staat mit Polizeiknüppeln, Hunden und Wasserwerfern.

Das ist nicht mein Verständnis von Demokratie und Meinungsfreiheit. Weil Meinungsfreiheit bei uns ganz schnell, mit einem Fingerschnippen aufhört. Weil die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit auch ganz schnell so eingeschränkt ist, dass man als Bürger die Wahrheit nicht mehr sagen DARF. Also geht mir weg damit, dass es zur Demokratie und Meinungsfreiheit gehört das zuzulassen, was in Dresden gestern wieder geschehen durfte. Wer das sagt hat Demokratie m.E. nicht verstanden. Es ist eben nicht egal, was man an Meinung verbreitet. Wenn die die Propaganda gegen Menschenleben und Demokratie als solches wendet, dann stellt sie eien Bedrohung für alle dar. Das es schon Demonstrationszüge in Deutschland gab, bei denen Holocaustopfer, die sich demonstrierenden Nazihorden in den Weg stellen wollten von der Polizei weggeschoben und/oder angezeigt wurden, ist bezeichnend für das Demokratieverständnis und den Zustand  unserer Demokratie heute.

Mit Schuld daran ist diese ganze Extremismusdebatte, die so eine Menge gehirngewaschener Bundesbürger erzeugt: Recht ist das gleiche wie Links, bla bla. Dafür gibt es nachwievor keine Belege – aber DAS ist die Mainstreammeinung. M.E. ist die Extremismusdebatte auch demokratiefeindlich und wird dazu benutzt Menschen fundamentale Grundrechte zu entziehen. Sie dient lediglich der Verharmlosung Rechter Gewalt.

 

Nicht mein Verständnis von Demokratie und Meinungsfreiheit

Pforzheim: Nazis aus Kneipe „Pflaumenbaum“ stechen jungen Türken nieder

 

In der Kneipe "Pflaumenbaum" fand die Polizei das Messer

Mitten in der Pforzheimer Nordstadt wurde jetzt ein türkischstämmiger junger Mann (18) von Rechtsradikalen mit Messerstichen schwer verletzt. Der Tatort auf dem Pfälzerplatz liegt nur wenige Meter vom „Pflaumenbaum“ entfernt, wo die Polizei später ein Messer sicherstellte, das jetzt nach DNA-Spuren untersucht wird. Die Beamten wurden bei der Durchsuchung von einem Neonazi mit Bier überschüttet.

 

Sogar der Pforzheimer Oberstaatsanwalt Christoph Reichert bestätigt jetzt, dass in der Kneipe „Pflaumenbaum“ des Pforzheimer Großgastronomen Frank Daudert Rechte verkehren. Schon im Mai letzten Jahres hatten die Berichterstatter über die Vorgänge in und um die „total unmögliche Kneipe“ (Eigenwerbung) an der Hohenzollernstraße berichtet. Damals war der Döner-Imbiss von Murat Aktas von etwa 50 jungen Neonazis überfallen worden. Die mit Eisenstangen bewaffneten Schläger schrien „Scheiss-Moslem“ und drohten den Inhaber und seine Gäste anzuzünden. Kunden des gegenüberliegenden REWE-Supermarktes hätten nur gegafft, so Zeugen. Sie berichteten, dass sich die Nazis im „Pflaumenbaum“ versteckt hätten, als die Polizei auftauchte. Nach einem Artikel und einer Reportage für den deutsch-türkischen TV-Sender „Hayat“ machte der Überfall in der deutschen und internationalen Presse Furore. Daraufhin zeigte der Wirt Frank Daudert Berichterstatter wegen Beleidigung an, allerdings bisher ohne Erfolg. Was aus den Ermittlungen gegen die Nazi-Schläger geworden ist, darüber schweigen sich Polizei und Justiz bis heute aus.

„Wie weit soll es in Pforzheim noch kommen, bevor die Behörden konsequent gegen den Wirt und seine Nazi-Gäste vorgehen?“, fragen sich viele Bürger, vor allem auch Menschen mit Migrationshintergrund. Die Empörung über die jetzige Tat schlägt große Wellen. Wieder einmal wird Pforzheim als „Nazi-Stadt“ in den Medien bekannt. Ausgerechnet kurz vor dem alljährlichen Fackelmarsch von Rechtsextremisten auf dem Pforzheimer Wartberg am 23. Februar, dem Gedenktag an die Bombenzerstörung zu Ende des Hitler-Regimes. Nicht nur hinter vorgehaltener Hand hört man nun Forderungen nach einer Bürgerwehr, die eingreifen solle „wenn die Polizei weiter nichts gegen die Nazis tut“. Jede andere Gaststätte wäre schon lange geschlossen worden, hört man Doch Daudert wurde zwar schon mehrmals verwarnt, musste dann einen Sicherheitsdienst einstellen – aber dies hat die jetzige brutale Tat nicht verhindert. Der Großgastronom, der eng mit dem Bier-Multi „Brauhaus“ zusammenarbeitet, betreibt den Biergarten im städtischen Enzauenpark, das Bierzelt auf der Mess‘, ist Sprecher der Oechslefest-Wirte und prominentes Mitglied des City-Marketing.

Bereits vor etwa zwei Jahren wurde ein farbiger Junge von der Nazi-Bande „Heidnischer Sturm“ durch die Nordstadt gejagt, bis ein beherzter Autofahrer das veränstigte Opfer rettete. Der Anführer der Banditen, Jonathan Stumpf, ein bekannter gewalttätiger Rechtsextremist, wurde später von dem Richter Hermann Meyer (CDU) zu Bewährung „begnadigt“.
Auch junge Besucher eines antifaschistischen Konzertes in einem Jugendzentrum wurden von Neonazis verprügelt, ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in der Nähe des Pforzheimer Theaters.

Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert
Pforzheim: Nazis aus Kneipe „Pflaumenbaum“ stechen jungen Türken nieder

Naziaufmarsch in Magdeburg: Die Politik hat versagt

Es sollte ein Zeichen für Demokratie werden. 6000 Menschen hätten sich an Aktionen rund um die „Meile der Demokratie“ beteiligt.

In Wirlichkeit ist dies aber ein Armutszeugnis für Landes- und Lokalpolitiker. Anders als in Dresden hat man den Bürgern den Rücken gekehrt, die sich das einzig richtige tun wollten: Sich den Nazis in den Weg stellen. Denn was die 6000 Magdeburger gemacht haben ist folgendes: Sie haben den Nazis die Straße überlassen. Und so sah diese Vergnügungsmeile (Update: 2010) aus:

Da behauptet der Oberbürgermeister doch ganz dreist, man könne einen erfolgreichen Durchmarsch nicht verhindern. Wieso schickt ihr dann Polizei auf die Straßen, die genau das beweisen wollen, dass in Magdeburg das gleiche möglich sein könnte wie in Dresden:

  • Ein breites Bündnis gegen Nazis in dem auch Blockierer Platz haben!?

Ein Großteil der Magdeburger verschließt seine Augen vor der Realität, vergnügt sich auf einer Meile, zählt die Zuschauer als Demonstranten und meint damit „irgendein“ Zeichen gesetzt zu haben. Das habt ihr vielleicht auch: Das es euch egal ist, wenn ihr die Stadt den Nazis überlasst, die sich doch nur über eure komische Meile totlachen und sich freuen, dass nur 300 Demonstrantinnen versucht haben sie zu stoppen. Mit 6300 wäre das vermutlich kein Problem. Dann dürfte der OB auch sagen, dass sie es verhindert haben – was angeblich unmöglich war. Unmöglich offenbar nur in Städten wie Magdeburg, wo echte Demokraten kriminalisiert werden, während falsche Demokraten sich selbst feiern.

Typisch für die Magdeburger Sichtweise wohl diese Videos und die Kommentare der Filmer:

Oder er hier:

Und sowas kommt dann dabei heraus:

Und wenn die Nazis euren Landtag besetzen wollen, räumt ihr den dann auch? Wäre ja logisch. Dann könnt ihr ja wieder auf eurer Demokratiemeile spielen gehen.

Nix gerlent aus der Geschichte…. Nehmt euch mal ein Beispiel an anderen Städten! Nächstes Jahr! Kritik an dieser Stelle aber auch an der bundesweiten Antifa, die zwar zu Dresden mobilisiert wie nix gutes, aber Magdeburg fast gänzlich unerwähnt lässt. Dazu möchte ich mich selbst von Twittern zitieren:

Korrektur: Füßte->Füße

Naziaufmarsch in Magdeburg: Die Politik hat versagt

„Die wolln‘ doch nur spielen…“

An die Bürger, die sich der Mitte so nah fühlen und immer meinen die Nazis seien ja so harmlos oder Nazis und Antifas wären das gleiche hier eine von unzähligen Geschichten, von täglich eine passiert – und die NIE in die Medien kommen. Man findet sie an einigen Orten wie Indymedia:

Im Berliner Bezirk Neukölln wurde ich heute, den 14. Mai 2010, gegen 0 Uhr 25 von zwei Neonazis angegriffen. Die Neonazis verwendeten dabei einen metallischen Gegenstand, vermutlich ein Messer. Nach kurzer Flucht traf ich auf Passanten, die mich vor weiteren Angriffen schützten. Dieser Angriff ist jedoch kein Einzelfall. So wurden in den vergangenen Monaten in Nord-Neukölln und Kreuzberg bei linken Projekten Scheiben eingeworfen, rechte Graffitis gesprüht und auch antifaschistische Einzelpersonen bedroht.

Gegen 0 Uhr 25 ging ich heute die Boddinstrasse entlang. Es war dunkel, die Strasse aber partiell gut ausgeleuchtet. In Höhe der Volkshochschule Boddinstrasse sah ich zwei dunkel gekleidete Personen (schwarze Kapuzenjacken), die sich relativ langsam vom Haupteingang der Volkshochschule wegbewegten. Ich holte die beiden gehend schnell ein und sah, wie der eine (männlich, etwa 180 cm gross, stämmige Statur) ein Aufkleber an einen beleuchteten Pfeiler klebte. Ich lief etwa ein bis zwei Meter neben ihn, und sah mir den Aufkleber genauer an, ohne von meinen normalen Weg abzuweichen. Darauf befand sich die Abbildung eines durchgestrichenden Polizisten. Die zweite Person (männlich, ca. 190 bis 195 cm gross, schlank, dunkel blonde Haare) lief in diesem Augenblick auf der anderen Seite ca. ein bis zwei Meter neben mir, bewegte sich vor mir aber zu der anderen Person und kratzte einen anderen dort schon klebenden Aufkleber ab. Kleben und kratzen geschah mit den blosen Händen. Beim überholen der grösseren Person schaute ich ihm direkt ins Gesicht.

Als ich die beiden relativ langsam überholt hatte, ich dachte mir bei dem „Polizei-Aufkleber“ nichts böses, sprach mich die hinter mir stehende kleinere Person mit den Worten „Bialke, du Fotze!“ an, worauf ich begann die Strasse zu überqueren und dabei anfing schneller zu gehen. Der kleinere Neonazi meinte zu den grösseren anschliessend: „Soll ich ihn abstechend?“, wobei ich mich durch diese Äusserung kurz umdrehte und den kleineren Neonazi sich gebeugt seine Kapuze ausetzten sah. Dabei hatte er Handschuhe an. Aus seiner Tasche holte der Neonazi zudem einen metallischen Gegenstand, den ich aber nicht erkannte, weil alles im schnellen gehen geschah. Ich vermutete in diesem Moment ein Messer, konnte darüber aber nicht nachdenken, denn der Neonazi fing an hinter mir herzurennen.

Ich trug eine Sporttasche bei mir, konnte aber trotzdem ziemlich schnell wegrennen. Zwei Blocks weiter traf ich dann zum Glück auf einige Passanten, die ich um Hilfe bat. Die Passanten begleiteten mich anschliessend in meine naheglegene Wohnung, die schon in der Nacht vom 8. zum 9 März 2010 von Neonazis aufgesucht wurde. Damals – siehe: http://de.indymedia.org/2010/03/275410.shtml – wurde meine Hauswand und meine Wohnungstür mit schwarzer Farbe und rechten Parolen besprüht.

Obwohl ich in der Vergangenheit eine Zusammenarbeit mit der Polizei aus nicht ablehnte und negativ kritisierte, rief ich die Polizei. Ich vermutete die Neonazis noch in der Nähe meiner Wohnung. Ich hätte mich in diesem Moment lieber an einen antifaschistischen Selbstschutz gewendet, aber der war nicht da. Die Polizei war etwa 5 Minuten später vor Ort und entdeckte weitere Aufkleber von einer Gruppe „Nationale Aktivisten Neukölln“ in der Gegend.

Wenn Ihr Bilder von Neonazis aus Berlin habt, dann schickt diese bzw. den Link zu diesen Bildern mir bitte. Zumindest eine der beiden Personen kann ich identifizieren.

Quelle: Indymedia

„Die wolln‘ doch nur spielen…“