web’n’walk Stick Fusion II Linux Debian (Huawei E1750)

Ich kann berichten, dass der USB-Stick  „web’n’walk Stick Fusion II“ auf Linux (genauer Debian 6.0.) einwandfrei läuft. In der Anleitung steht sogar, wie man Treiber auf Linux installieren soll (auf dem USB-Stick vorhanden). Allerdings lief es bei mir auch gleich mit dem NetworkManager auch ohne weitere Treiberinstallation. Allerdings bislang nur GPRS und kein UMTS/3G. Da UMTS mit Linux aber immer noch eine unsichere Sache ist, ist es ja erfreulich, wenn ein Hersteller die Unterstützung direkt angibt, wie hier  die Telekom. Der Stick ist ein Huawei E1750. Bei weiteren Erfahrungen aktualisiere ich diesen Post.

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web’n’walk Stick Fusion II Linux Debian (Huawei E1750)

Apple-Fans und Mission Control

Da schaue ich mir gerade die Keynote von Apple WWDC an:

und so ab Minute 15 wird über das neue „Mission Control“ berichtet und wie toll es ist, dass man da Applikationsfenster von einer Arbeitsfläche auf die andere ziehen kann.

Dazu fällt mir nur ein: Das mache ich bei GNOME seit 10 Jahren via den Arbeitsflächenumschalter – aber die Apple-Crowd der 5200 Apple-Fans ist total aus dem Häuschen. Das ist so ein typisches Beispiel.

Arbeitsflächen als solches gibt es unter Linux seit Ewigkeiten. Der Unterschied zwischen Unix/Linux und MacOS ist oftmals, dass man bei Unix nicht über Features redet. Ich arbeite seit 1997 mit Linux – und damals waren Workspaces schon lange Standard. CTWM, das 1992 als Erweiterung für TWM veröffentlicht wurde, hatte das Feature auch bereits mit Version 1.0. MacOS X hat Workspaces aber erst seit Leopard 10.5 (2006).

Soviel zur Technologieführerschaft. Workspaces waren einer der Gründe, warum ich 1997 meinen Mac gegen einen Unixoiden eintauschte. Ich sage nicht, dass Apple nicht auch innovativ ist hier und da. Aber wie bei diesem Feature ging es mir in der Vergangenheit oft. Nicht zuletzt die Unix-Basis von MacOS. Früher hat Apple und seine Jünger es als besonders progressiv verkauft, dass man eben gerade KEIN Terminal braucht. Das sowas wie Unix total out of date sei. Dann kam MacOS mit einer Unixbasis und Terminal. Und plötzlich war gerade DAS ein Argument FÜR den Mac. Auch Terminals waren ein Grund für mich, weg vom Mac zu gehen. Hat mal jemand versucht UUCP mit dem Mac zu machen? Die ganze sehr mausbetonte Arbeitsweise am Mac ist sehr zeitaufwendig. Jedenfalls entsprach sie weder damals noch heute meinen Anforderungen.

Eine andere Sache waren die Chips. Die Motorola PowerPC-Chips der neuen  Macs waren nicht unbedingt billig. Als ein entscheidender Unterschied der Macs galt lange, dass Macs Motorola benutzen würden und nicht die technologisch unterlegenen Intel-Chips. 2005 allerdings, wechselte Apple ebenfalls zu Intel.

Aus meiner Sicht vollzog Apple dann also eine Reihe von Schritten, teilweise 7-8 Jahre nach meinem Wechsel zu Linux, die mich bewogen hatten auf Linux zu wechseln (billige PCs, standardisierte Architektur, Unixbasis, Workspaces,…). Nur eins blieb bis heute: Nachwievor ist MacOS X keine Freie Software (nur zu geringen Teilen). Apples Politik ist oft stärker auf einen Customer-Lockin  ausgerichtet, als die von Microsoft. Es geht da oftmals nicht um Fakten, sondern um einen Religionsersatz – oder wie es die Marketingleute sagen: „Mit Emotionen aufgeladene Produkte“.

Daher macht es oft gar keinen Sinn mit Mac-Usern zu reden. Die  behaupten meist:

  • Beim Mac ginge es drum, dass die Dinge „einfach nur funktionieren„. Vordergründiger Pragmatismus (Mein Kommentar: Ich habe selber Mac genutzt und auch Suppot dafür gemacht. Oft machen Macs den meisten Ärger/Arbeit, wenn auch nicht bei Viren. Mac-User haben eine besondere Gabe alles, was nicht funktioniert hinzunehmen, wo sich so mancher Linux-User bis zum Umfallen aufregen würde. Fazit: So allgemein stimmt das nicht!)

Bei Linux ist es z.B. so, dass man bei vielen Geräten, insbesonderen Druckern weder Treiber installieren noch konfigurieren muss. Nichts tun zu müssen ist ja wohl immer einfacher als ETWAS tun zu müssen. Nun kommt das große ABER:

Viele Hersteller arbeiten am Linux-Markt vorbei und machen somit eine Unterstützung per Plug&Play unmöglich und liefern dazu nicht einmal Treiber für Linux.

Der professionelle Grafikdesigner greift eben eher mehrheitlich zu Windows oder Mac. Daher sind die dafür mitgelieferten Treiber oftmals höherwertig (mehr Optionen für einen Drucker z.B.). Dazu kommt, dass die Treiberinstallation unter Linux oft einiges an Know-How verlangt.

Die Wahrheit ist also nicht eindeutig: Wer gut unterstützte Hardware kauft mit einem Linuxsystem, der hat praktisch keine Arbeit. Je spezifischer die Hardware und je höher die Ansprüche, desto mehr Arbeit wird er/sie aber unter Linux haben. Wobei das nicht an Linux als solches liegt, sondern an der Produktpolitik der Hersteller.

Unter dem Strich: Alle Betriebssysteme haben ihre Stärken und Schwächen. Dazu kommt aber auch die Ebene der Softwarefreiheit. Hier muss man starke Abstriche beim Mac und Windows machen. Und vieles, was  beim Mac als brandneu verkauft wird, ist in Wirklichkeit ein alter Hut.

Apple-Fans und Mission Control

Wieder mal Apple fail

Angeblich sind die Macs ja immer unschlagbar einfach. Ich kann nur folgendes erzählen – und das ist eine Erfahrung die ich wiederholt gemacht habe. Der aktuelle Fall ist ein kleiner Mac Laptop als Besucher in einem WEP-Netzwerk:

  1. Erste Verbindung ging soweit ganz ok. Netzwerk wurde angezeigt und nach Eingabe des Schlüssels stand die Verbindung. (so weit so gut!)
  2. Der Versuch auf dem Netzwerkdrucker (IPP/CUPS) zu drucken scheiterte. Der Netzwerkdrucker wurde nicht auf dem Mac angezeigt. Auch die Eingabe von Hand führte zu keinem Ergebnis. Er sagte zwar der Drucker wäre betriebsbereit, aber jeder Druckversuch scheiterte. Am entfernten Drucker kam auch nie etwas an.
  3. Dann einen Tag später nach einem Neustart vergisst Laptop Wireless-Verbindung und auch nach Stunden der Versuche scheint es nicht einfach möglich zu sein, die Verbindung erneut zu konfigurieren.

So weit also zum angeblich einfachen Funktionieren der Macs. Ich hatte vor ein paar Jahren im Haus auch einen Nachbarn, der als einziger einen Mac hatte – und keiner hatte so viele Probleme wie er. Das lustige ist – diese Mac-User können noch so viele Probleme haben als einzige. Schuld ist irgendwie immer alles andere – oder „das ist eben so“. Da sind Windows-User oft eher technikkritisch. Sagen oft sie würden gerne was anderes nutzen, z.B. Linux oder Mac. Von Mac rate ich natürlich auch oft ab.

Sicher hat Linux auch seine Schwächen. Aber ich finde so ein teures Betriebssystem mit dem Ruf das einfachste zu sein, sollte nicht an so vielen Punkten versagen, wie es das Mac OS derzeit oft tut. Wenn Mac OS einfacher ist, warum fällt es mir dann mit Windows und Linux leichter?

Wieder mal Apple fail

Der Software Freedom Day 2010

Freie Software verbreiten. Das ist das Ziel derjenigen, die sich jedes Jahr am Software Freedom Day beteiligen. Letztes Jahr waren dies 800 Teams weltweit. Indien, Afrika, Europa, China, USA,… Viele Kontinente und Ländern. alle verbindet die gemeinsame Überzeugung, dass man etwas bewegen muss und kann, um einen anderen Umgang mit Software zu erreichen.

Es geht darum, sich und andere aus dem Gefängnis der großen Softwarefirmen zu befreien. In der Industrie wird das Verfahren „Customer Lock In“ genannt und auch als wirksame Methode angesehen, um aus Kunden langfristig Geld herauszupressen.

Viele Softwarefirmen tragen zwar den Begriff der „Kundenorientierung“ in ihren Werbebrochüren spazieren, aber setzen dies nicht konsequent um. Am Ende wollen SIE entscheiden, was der Kunde bekommt und wann und wie oft er kaufen muss. Eine äußerst ungleiche Abhängigkeit.

Das Gegenmittel zu dieser Abhängigkeit ist Freie Software. Die definiert einige Freiheiten, die das Bearbeiten und die Weitergabe unter Freien Lizenzen festlegt. Damit wird die Freiheit der Software geschützt.

SFI – die Organisatoren

Software Freedom International koordiniert die weltweiten Veranstaltungen. Dabei entscheidet jede Gruppe vor Ort, was sie tut und das SFI stellt nur die Ressourcen bereit, wie ein Wiki, CDs, …. Das SFI ist dabei auf viele Kontinente verteilt und jedes Jahr im Wechsel begriffen. Dieses Jahr bin ich auch dabei.

Mitmachen

Jede kann mitmachen. Einfach mal den StartGuide durchlesen, dann registrieren und eine Wiki-Seite anlegen. Wer sich mit seinem Team bis zum 1. August anmeldet, hat noch Chance auf kostenlose Ubuntu-CDs.

Was passiert? Einfach das Thema Freie Software zur Sprache bringen. Es gibt keine Messlatte für eine tolle Veranstaltung. Ihr macht die Erfahrungen und ihr könnt bestimmen, was passiert und was nicht. Ihr müsst euch lediglich an unseren Verhaltenskodex halten!

Ich würde mich freuen, wenn dieses Jahr aus dem deutschpsprachigen Raum mehr Teams am Start wären!

Der Software Freedom Day 2010

Wie sicher mit dem Browser umgehen?

Da ich immer wieder feststelle, dass es da große Unterschiede gibt, wie Leute mit dem Firefox Browser umgehen.

  1. Sehr wenige Erweiterungen installieren. Jede Erweiterung verringert die Sicherheit des Firefox. Ja auch die Erweiterungen, die die Sicherheit erhöhen sollen. Je mehr Code, desto mehr mögliche Fehler.
  2. Firefox in den Privaten-Modus versetzen (löscht alle Cookies nach dem verlassen, Schaltet Autovervollständigung ab, speichert keine Passwörter, etc.) . Das verhindert das Anlegen unzähliger Daten und man kann weniger Nachvollziehen wo man war oder wer man ist.
  3. Kein Blocken von Javascript mit NoScript. Zum einen ist Javascript nicht mehr so gefährlich wie noch vor Jahren, zum anderen zeigt der NoScript-Adblock-Fall auch, was bei solchen Erweiterungen manchmal noch so läuft.
  4. Safe-SSL-Erweiterung. Zeichnet einen Rahmen um Seiten, die SSL-gesichert sind. Das ist in meinen Augen sehr sinnvoll, da man während des Browsens sowas schnell vergisst. Ich finds sogar viel, viel wichtiger als die Warnungen bei nicht ganz korrekten SSL-Zertifikaten, weil. Ja klar kann man Verbindungen abfangen und sowas fälschen – mein Hauptproblem sind aber die 99,99% unverschlüsselter Seiten über die ich in Klartext Passworte übertrage. Eigentlich sollte der Browser das anzeigen. Aber das Schloss-Symbol ist dazu zu unauffällig.
  5. Counterpixel-Erweiterung – zeigt an wenn Daten auf einer Website zu Datensammeldiensten wie Google Ads übertragen werden.
  6. Adblock Plus-Erweiterung – blockt alles an Werbung und verhindert ungewollte Popups. Kann man überhaupt anders surfen?

Wäre Tor , JonDo oder ein ähnlicher Dienst schneller und zuverlässiger würde ich es vielleicht auch dauerhaft anhaben.

NoScript mochte ich nie besonders, da man sich dann mit jeder Website individuell beschäftigen muss – was will und was muss man freischalten – dann testen ob es reicht – ggf. nächste Website wieder das gleiche. Das mag ja dafür taugen wenn man nur eine handvoll Webseiten ansurft – aber bei meinem Webseitenkonsum würde mich das wahnsinnig machen.

Ich sehe das Hauptproblem beim Surfen in dem Anfallen von Daten an und nicht in der Übernahme meines Browsers durch „bösartige“ Javascripts. Insbesondere wiel ich ja auch Firefox unter Linux nutzen. Beim Internet Explorer auf Windows biete sich da viel mehr Möglichkeiten auch totale Kontrolle des Computers zu erlangen.

Meiner Beobachtung nach haben die meisten Leute aber gerade DAVOR auch unter Linux MEHR Angst. Vielleicht weil sie Firefox unter Windows kennengelernt haben und dann die Mechanismen übertragen. Wie man aber heute immer noch NoScript benutzen kann ist mir nach dem was alles vorgefallen ist total unverständlich. Mit Sicherheit hat das nichts mehr zu tun.

Wie sicher mit dem Browser umgehen?