Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund bleibt bei seiner Kritik an der D115

Unter den Schlagzeilen

  • Niedersachsens Städte- und Gemeindebund ist gegen kommunale Callcenter – und:
  •  Bürger zahlen doppelt

wiederholt der niedersächische Städte- und Gemeindebund seine Kritik (die ich voll teile):

„Es ist schon erstaunlich, dass in Zeiten, in denen der Rotstift in vielen Rathäusern regiert, sich der Bund und einige Bundesverbände darüber Gedanken machen, wie neue Geldgräber geschaffen werden können. Weder die Bürgerinnen und Bürger noch die Städte und Gemeinden in Flächenstaaten wie Niedersachsen brauchen den Behördenruf D115 auf regionaler Ebene. In allen Fragen, die unsere Bürger haben, werden sie bei den Städten und Gemeinden besser und günstiger bedient“, erklärte der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB), Rainer Timmermann, heute in Hannover.D115 kann als Zentralruf für große Einheiten wie Berlin, Hamburg, München und beim Bund funktionieren. „Der Behördenruf D115 ist jedoch ein Projekt, bei dem die Bürger doppelt zahlen. Zunächst zahlen sie über die Steuergelder Aufbau und Betrieb der Callcenter und dann noch zusätzlich über die Telefonrechnung. Auch das Land Niedersachsen hat sich bisher nicht angeschlossen, da die Finanzierung völlig ungeklärt ist. Wir brauchen vor Ort jeden Euro für dringende Aufgaben wie Kindertagesstätten und Schulen, da ist keine Reserve für überflüssige Projekte wie D115“, ergänzte Timmermann.
Advertisements
Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund bleibt bei seiner Kritik an der D115

D115

D115. Die bundeseinheitliche Behördenrufnummer. Sie soll alles richten. Geworben wird mit dem Leitsatz „Wir lieben Fragen!“ In meinem kommunalen Blog KielKontrovers habe ich bereits einige Artikel zu dem Thema D115 geschrieben.

Ich will daher hier nur einige grundsätzliche Fragen aufwerfen:

  • In Hamburg scheint es relativ erfolgreich zu sein. Woran liegt es? Vielleicht an der Hamburger Struktur mit den Bezirksämtern und sehr unterschiedlichen Zuständigkeiten?
  • Ist es überhaupt eine gute Idee, das Ganze von unten nach oben aufzubauen? Warum nicht zuerst die Bundesämter und Länder?
  • Soll damit eine Verwaltungsreform vorbereitet werden? „Um eine kritische Masse an Anrufen zu erhalten, sehe das D115-Konzept die Konzentration auf Kreisebene bereits vor. Damit verbunden sei eine (Teil-)Übernahme der Telefonservicefunktion für die kreisangehörigen Kommunen durch die Kreisverwaltung. Im Endeffekt erlebten die Städte und Gemeinden mit D115 die Vorstufe einer Verwaltungsreform und verlören durch die Hochdelegation ihrer Servicekompetenz die Nähe zu ihren Bürgern. Auch die kommunale Selbstverwaltung mit eigener Identität finde für die Städte und Gemeinden in einem Segment weniger stattsagt Thorsten Bullerdiek, Pressesprecher und Beigeordneter für IT-Fragen beim Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund (NSGB)

Bisher gibt es dazu wenig fundierte Kritik in den Medien. Allerdings scheint das KompetenzNetzwerkD115 zur Zeit jedenfalls relativ neutral zu informieren. vielleicht hat ja jemand mehr Zeit und Muße dazu mehr zu recherchieren?

D115