FDP macht einen großen Fehler

Guido Westerwelle Nun wollen Sie die ganze Misere dem Guido anlasten. Ich finds ja ziemlich unwürdig, was da gerade passiert (siehe tagesschau.de). Gut was solls, es ist ja nur die FDP. Jahrelang sind sie dem Guido gefolgt, haben immer alles mitgetragen. Und nun wollen sie ihn als Ballast aus dem fliegenden Ballon werfen?

Das Problem der FDP ist aber nicht Westerwelle, sondern ihre Programmatik. Nicht erst seit dem Ausgang der letzten Bundestagswahlen. Aber gerade da wurde es deutlich: Sie stellten sich wieder als Partei der Besserverdienen dar, mit der einseitigen Steuererleichterung für Hoteliers. Wen wollen sie denn ernsthaft als Ersatz benennen? Lindner? Der Typ, der nach einem Tag schon seinen Vorstoß in der Atompolitik kleinlaut zurücknehmen musste? Rösler? Seriously?

Ok Leutheusser-Schnarrenberger wäre eine echte Alternative. Aber auch eine komplett andere FDP. Die Frau erscheint ja oft wie ein Fremdkörper aus einer anderen Zeit dieser Partei. Na das wird lustig, wenn sie sich jetzt so einen Burschi als Ersatz für den Westerwelle wählen. Die Personaldecke muss ja echt ziemlich dünn sein. Großes Kino.

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FDP macht einen großen Fehler

Atomkraft: Die Brücke ist brüchig

Brücken sind dafür da, den sicheren Verkehr zu gewährleisten. Die Union hat den Begriff der ‚Brückentechnologie‘ so überstrapaziert, dass man auf ihre Metapher eingehen muss und prüfen, was für eine Brücke Atomkraft ist?

Ich assoziiere dazu die Brücke von San Luis Rey:

Der Häretiker dabei ist Bruder Juniper, die Brücke ist die Atomkraft und die Bundesregierung wird gespielt von Robert de Niro als Erzbischof von Peru. Nur mit dem Unterschied, dass man über die Schwächen der Atomkraft-Brücke seit Jahrzehnten gut bescheid weiß.

Und darauf muss man immer hinweisen: Atomkraftkritiker haben seit jeher auf genau die Schwachstellen hingewiesen, die nun zum Desaster geführt haben. Es liegen keine neuen Erkenntnisse vor, außer dass einige Politiker sich geweigert haben sich vorzustellen, dass bestimmte Ereignisse sich verketten. Das ein AKW ohne Kühlung nicht mehr zu retten ist mit Bordmitteln war bekannt und wurde stillschweigend als „Restrisiko“ akzeptiert. Es treten nicht alleine dadurch neue Fakten auf, dass ein Risiko zum Ereignis wird. In Deutschland werden zwar Mütter mit Kinder-Anhänger angehalten, wenn ihr Kind keinen Held trägt, aber Atomkraftwerke, die Risiken für zigmillionen Einwohner tragen, dürfen ohne weiteres betrieben werden. Und das trotz eines klar definierten Risikos. Restrisiko ist eben nicht gleich dem Restmüll für die Schwarze Tonne und auch nicht einfach nur wie Frau Merkel gestern in ihrer Regierungserklärung sagte : „Doch Japan lehre uns, dass Risiken, die für absolut unwahrscheinlich gehalten wurden, doch nicht unwahrscheinlich wahren, sondern Wirklichkeit wurden.

ABSOLUT UNWAHRSCHEINLICH?

Das ist doch gleichbedeutend mit „vollkommen unmöglich“, oder? Bei der Atomkraft ging es den Gegnern immer drum darauf hinzuweisen, dass Menschen Fehler machen. Im Fall von Japan wurde nun zugegeben, dass das AKW selbst nicht gegen Tsunamis ausgelegt war. Man verließ sich auf die Tsunami-Abwehr der Küste und baute einfach nach amerikanischen Bauplänen.

Man muß eben immer damit rechnen, dass bestimmte Überlegungen vergessen wurden. Diese Bauplan-Fehler sind sogar so groß, dass niemand sich vorstellen kann, dass man sowas vergisst. Und niemand konnte sich vorstellen, dass Vattenfall eine Leiterin für ein Kernkraftwerk vorschlägt, die einen Eignungstest nicht bestand.

Es ist rational davon auszugehen, dass Menschen Fehler machen und das unsere besten Schutzmaßnahmen versagen. Was man dann eben tun muss, ist abzuwägen welche Folgen das Versagen verschiedener Sicherheitsmaßnahmen hätte. Im Falle von Atomkraftwerken sind die Folgen zum Teil unkalkulierbar groß. Die Schäden können in die Mehrere hundert Milliarden Euro gehen. Die Kosten trägt dann die Gesellschaft durch Menschenleben und anderes.

Ich bewege mich zwischen Wut und Lachen, wenn ich die CDU höre. Wenn Frau Merkel sagt, man könne ruhig Atomkraftwerke abschalten, weil man ja Strom exportieren würde. Wütend macht es mich, weil die CDU seit Jahren behauptet, ohne Atom würden in Deutschland die Lichter ausgehen und das wir damit zurück zur Steinzeit kämen. Aus einmal geht es ganz schnell. Und damit haben sie zugegeben, dass sie schon immer wussten, dass ein sofortiges Abschalten einiger oder alle AKWs gar kein Problem darstellen würde. Gerade in Deutschland nicht! Und dann fordert Merkel dazu auf, endlich mit der Wahrheit zu operieren. Ausgerechnet Frau Merkel!

Die Wähler haben für die anstehenden Wahlen verdient, dass die Bundes- und Landesregierungen sich klar positionieren. Eine Politik, die sich alles offenhält in den nächsten drei Monaten kann man nicht akzeptieren!

Atomkraft: Die Brücke ist brüchig

Die Meßlatte für eine neue Energiepolitik

Der Umgang mit der Krise. Was müssen wir von den Bundes- und Landesregierungen erwarten. Ein paar Vorschläge:

  1. Eine bundeseinheitliche Infonummer für besorgte BürgerInnen, die Fragen zu der Katastrophe haben. Alle reden von D115. Wo bleibt aber die Information wenn man sie benötigt?
  2. Klare Angabe der Restlaufzeiten für Atomkraftwerke, keine Übertragung von Restlaufzeiten.
  3. Klares Ausstiuegskonzept aus der Atomkraft ohne diese als Brückentechnologie zu benutzen. Deutschland hat da viel bessere Bedingungen als andere Ländern, da der Ausbau hier viel geringer ist!
  4. Die drei Monate Bedenkzeit sind nicht akzeptabel. Für die Reaktoren in Bundesländern mit Wahlen muss vor der Wahl klar gesagt werden, wie die Parteien gedenken dazu verbindlich zu handeln, bzw. sollten Landesregierungen Reaktoren endgültig vor den Wahlen herunterfahren und nicht nur zeitweise.
  5. Die Bundesregierung muss ihr Energiekonzept überarbeiten

Es ist der Bevölkerung nicht zumutbar jetzt 3 Monate stillzuhalten und auch nicht für die Opposition in der Zeit keine Kritik zu üben. Die Zukunft der Atomenergie muss jetzt entschieden werden, unabhängig vom Zustand einzelner Kraftwerke!

Die Meßlatte für eine neue Energiepolitik

Keine neuen Erkenntnisse zur Gefährlichkeit von Atomkraft

Gestern hatte ich das ganze ja satirisch beleuchtet. Aber um noch mal etwas auf den Punkt zu bringen, was ich wichtig finde:

Es gibt keine wirklich neuen Erkenntnisse zur Gefährlichkeit der Atomkraft oder auch der deutschen Kernkraftwerke. Das was da passiert ist, ist seit Jahrzehnten Teil der Kritik von vielen Atomkraftgegner.

Daher ist es auch nicht nötig die Sicherheit der deutschen AKWs zu untersuchen. Nirgendwo sind die Fakten so klar. Man weiss eigentlich alles über die Risiken und die möglichen Schutzmaßnahmen. Der Unterschied liegt in der Bewertung der Risiken bzw. der Wahrscheinlichkeit.

Die CDU geht davon aus, dass Fälle, bei denen es zu einem GAU kommt so unwahrscheinlich sind, dass wir sie vernachlässigen können.

Wenn ich Angela Merkel wäre, in ihrer derzeitigen innenpolitischen Page, würde ich die Atomkraft jetzt beerdigen. Ernsthaft! Lauter Landtagswahlen in 2011, dann die Sache mit Guttenberg. Am besten jetzt mit etwas Populärem punkten.

Sie würde damit deutlich machen, dass sie:

  1. nicht von der Atomlobby gekauft ist
  2. Das sie handeln kann
  3. Das sie die Sorgen der Bevölkerung ernst  nimmt

So eine Kehrtwende würde zwar für die CDU sehr schmerzhaft sein, da man ja immer anders geredet hat. Aber man könnte ja weiterhin auf die angeblich neuen Erkenntnisse verweisen. Die Häme der Opposition müssten sie noch einige Zeit ertragen. Aber mal ganz nüchtern betrachtet wird man mit Atomkraft in den nächsten 30 Jahren in Deutschland  keinen Blumentopf gewinnen.

Uns wird immer gesagt wir müssten uns ständig auf mögliche Terrorangriffe vorbereiten. Mir kann niemand vermitteln, warum wir dabei AKWs ausnehmen sollten!? Japan kann ja für Terroristen als Blaupause dienen wie man wirkungsvoll wesentliche Teile eines AKWs so zerstören kann, dass ein GAU nur sehr schwer verhinderbar ist. Jeden Tag an dem AKWs weiterlaufen erhöht das Risiko. Mit Japan wurde allen Terroristen weltweit signalisiert, wie einfach es ist. Wurde jetzt eigentlich das Sicherheitspersonal in AKWs verstärkt? So wie vor Wochen in Bahnhöfen….

Keine neuen Erkenntnisse zur Gefährlichkeit von Atomkraft

Atomkraft in Deutschland ist nachwievor sicher

Es gibt aufgrund der Katastrophe in Japan keine neuen Erkenntnisse. Die AKWs sind so sicher oder unsicher wie zuvor. Deutsche AKWs sind einfach sicher, weil wir Frau Merkel haben. Da traut sich kein AKW ungefragt zu explodieren. Und jetzt hat sie ja schon gesagt, dass sie noch mal nachdenken wird. Die Antworten hat sie übrigens bereits in ihrer Schublade. Ich kanns euch verraten. Es gibt weltweit keine sichereren Kerkkraftwerke als die Deutschen, es gibt nichts, was man ändern müsste. Alles ganz toll!

Freut ihr euch auch so stark wie ich? uns kann einfach nichts passieren. Klar, die Russen haben geschlampt – und die Japaner hätten halt AKWs nicht in Erdbebengebiete bauen sollen. Die Briten und Amerikaner haben auch Fehler gemacht. Ach ja die Franzosen auch. Aber bei uns gibt es keine Fehler. Auch nicht bei der Entsorgung. Das Vorzeige-Endlager Asse zeigt doch wie es gehen kann: Reinkippen und gut ist! Immer diese Skeptiker.

Außerdem hat Radioaktivität eine Halbwertszeit. Das heisst, dass Radioaktivität auch nur halb so schlimm ist. Am besten wir machen einfach weiter wie bisher. In Deutschland gab es ja noch keinen GAU. Womit wir bei dem Beweis wären: Atomkraft in Deutschland ist sicher! Schafft zwei, drei viele Tschernobyls! Jeder GAU im Ausland beweist nur die Überlegenheit deutscher Atomtechnologie: Strahle deutsche Atomtechnologie, Strahle!

Atomkraft? Nein Danke
Atomkraft in Deutschland ist nachwievor sicher

Akira Kurosawas Visionen – Fuji in Red

Als ich von den Atomkraftwerken in Japan hörte, musste ich sofort an Akira Kurosowas Meisterwerk „Akira Kurosawas Träume“ mit der Episode „Mount Fuji in Red“ denken, die wie keine andere die Dummheit der Atomwissenschaftler und die möglichen Folgen sehr bildhaft einfängt.

Hier erst mal die Beschreibung der Episode:

Fujiyama in Rot

Der Fuji bricht aus. Ein Einzelner kämpft sich gegen den Strom einer Menschenmenge in Tokio, dazu heulen Sirenen. Allerdings sei auch das Kernkraftwerk explodiert, richtet man ihm aus, wohlgeordnet ein Reaktor nach dem anderen. Sogar der Himmel ist rot wie Lava. Einzelne Flüchtlinge am Strand sinnieren, wie klein Japan doch sei, man müsse wohl ins Meer gehen wie die Lemminge. Verstreutes Gepäck und Abfälle künden davon, wie viele Menschen schon am Boden des Ozeans angekommen sein müssen. Vor der Brandung des Meeres diskutieren die Flüchtlinge über Radioaktivität, Leukämie, Mutationen und einzelne Isotope. Ein Wissenschaftler ertränkt sich.

Und hier die Episode:

Ich drücke euch Japanern die Daumen, dass diese Vision NICHT wahr wird!

Akira Kurosawas Visionen – Fuji in Red

Atomstrom ist total sicher. Auch in Japan

Wenn man den Bericht in der TAZ liest über das Atomkraftwerk liest und die Gefahr eines Supergaus, dann möchte man als jemand der sich mit dem Thema beschäftigt hat sagen: Ja, so kanns passieren. Man weiß das. Immer wieder sagt man uns. Oh, damit haben wir nicht gerechnet. Tschernobyl, The Mile Island, Windscale/Sellafield, uvm. (Liste).

Ich hoffe, dass es in Japan noch einmal so gut geht. Aber es sollte uns eine Warnung sein, nicht auf Atomkraft zu setzen!

Atomstrom ist total sicher. Auch in Japan