#Aleppo

Wenn man sich die Nachrichten ansieht zu dem Bürgerkrieg in Syrien, dann fällt es schwer daraus irgend eine Logik zu erkennen.

Die Aktivitäten von Assad und der syrischen Armee werden als Genozid beschrieben. So als wenn es Ziel der syrischen Regierung wäre bestimmte Volksgruppen auszulöschen. Und das Ende der Kämpfe in Aleppo wird als Katastrophe dargestellt.

Allerdings scheint es mir doch eher so zu sein, dass Bürgerkrieg bedeutet, dass mehrere Parteien gegeneinander Krieg führen. Im Irak bejubeln die Medien die Bekämpfung von IS-Terroristen durch die offizielle irakische Armee. Auch da sterben Menschen. Aber wenn syrische Truppen das Gleiche tun, so ist das falsch.

Es mag sein, dass man das nicht vergleichen kann. Vielleicht ist der Irak demokratischer als Syrien. Und was ist mit Ergebnissen von militärischer Gewalt in Afghanistan oder Pakistan, Drohnenkriege, usw. ?

In der Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Medien geht es meist gar nicht um Ursachen und Ziele in dem Bürgerkrieg in Syrien.

Aber sollten die syrischen Truppen Aleppo ganz besetzen. Ist es dann wirklich so, dass sie 120.000 Geiseln haben (die sie offenbar alle umbringen wollen)? Oder bedeutet ein Sieg in Aleppo, dass die syrische Armee in der Stadt keinen Krieg mehr führen  muss, keine Bomben mehr werfen usw.?

Ist es nicht eher so, dass Tote in Bürgerkriegen dadurch entstehen, dass Konflikte militärisch und mit Waffengewalt ausgetragen werden? D.h. fehlt der bewaffnete Konflikt, gibt es auch keine Kämpfe mehr? Davon abgesehen gibt es auch sicher Morde an politischen Gegnern. Aber dennoch glaube ich nicht, dass irgend eine Regierung in der Welt aus Lust und Laune die eigene Bevölkerung umbringt. Es mag sein, dass Rebelnne und Regierung in ihrem Handeln rücksichtlos sind und dabei auch ein mal ganze Volksgruppen als Feinde ins Visier geraten. Aber die Darstellung im Westen scheint mir doch sehr einseitig.

Ich erwarte eigentlich, dass sich die Lage in Aleppo dadurch verbessert, wenn nur noch eine Fraktion dort die Macht hat. Und dabei wäre es das egal, wer dort die Vormacht hat. Die Erwartungshaltung z.B. im ARD-Brennpunkt ist aber die, dass jetzt der Massenmord von Assad persönlich erst richtig los geht. Ich hoffe, dass meine Einschätzung tatsächlich dem entsprechen wird, was tatsächlich passiert.

Kein Zweifel: Weder Assad noch Erdogan, noch Putin sind Demokraten – und die Wahl der Mittel war furchtbar. Aber das ist am Ende des Tages, am Ende eines Konfliktes eher zweitrangig. Ist es wirklich besser, wenn politische Meinungen mit Waffen ausgetragen werden, wenn dadurch viel mehr Unschuldige getötet werden? Aus Sicht der EU oder Steinmeiers ging es eine zeitlang primär darum, dass Assad um jeden Preis weg muss. Dad wurde nicht erreicht. Stattdessen hat man massiv einen Bürgerkrieg befördert. Ebenso wie Russland und der Iran. Das ist dich die wahre Tragik. Viel besser sind wir damit nicht als die weniger demokratischen Regime!

#Aleppo

#Burkaverbot

Wir diskutieren ernsthaft ein Burkaverbot im Zusammenhang mit „Innerer Sicherheit“? Sowohl die Absicht, als auch die Fragestellung sollte sich meines Erachtens von selbst verbieten. Insbesondere auch als „Reaktion“ auf islamistische Anschläge. Denn es besteht überhaupt kein direkter Zusammenhang.

Es besteht die Gefahr, dass solch ein Verbot Thesen der Islamisten stützt, die behaupten, dass die Politik des Westens mit dem Islam unvereinbar wäre. Und es passt zu denen im Westen, die immer noch behaupten, dass der Islam nicht zu Europa gehören würde.Es wird dann von der tollen, friedlichen Tradition der christlich-jüdischen Kultur gefaselt. Also die Tradition, die den Holocaust beinhaltet oder auch früher schon die Bekehrung von Andersgläubigen mit dem Schwert.“Wir“ also stellen das friedliche Vorbild dar. Der progressive Westen gegen den rückwärtsgewandten Islam?

Dabei wird in Bundesländern wie Schleswig-Holstein sogar ein Gottesbezug in der Landesverfassung diskutiert. „Gottesstaat“ lässt grüßen. So unterschiedlich sind die Gesellschaften nicht. Und Bekleidungsverbote erscheinen doch eher lächerlich.

 

#Burkaverbot

Krise des #Sudan / #Südsudan ist primär der Westen schuld

Im Kosovo hatte man es praktiziert, dann im Sudan weitergemacht. Und dann kam noch die Ukraine dazu. Obgleich man in Deutschland die Einigkeit als friedlichen Erfolg feiert und nun heult, dass mit dem Ausstieg Großbritanniens das Aus für die Einigkeit der EU droht, sieht man doch überall sonst in der Welt das Prinzip „Teile und Herrsche“ als Das Erfolgsprinzip für Frieden. Weil angeblich ja verschiedene Religionen oder Rassen nie zusammenleben können.

Auch im Jugoslawienkrieg hat man nur zu gerne einer Aufspaltung zugestimmt. Das unabhängige Jugoslawien war sowieso vielen Nationalisten (besonders den Serben) ein Dorn im Auge. Die Briten denken auch, dass sie durch Abspaltung Britannien wieder groß machen können.Aber vielleicht bleibt am Ende doch nur ein Hutzel-England über und das wars dann mit der Bedeutung.

War denn der 30-jährige Krieg mit unzähligen Staaten ein Vorbild, dem Staaten nacheifern müssen. Herrschaft gibt es immer, egal wer gerade dominiert. Auch in Palästina: Ob nun die Israelis oder die Palästinenser. Die Abspaltung von Staaten ist selten der Anfang eines nachhaltigen Friedens. Man bleibt schließlich Nachbarn und man hat dann die wahren Ursachen nicht beseitigt. Es ist nicht immer leicht mit unterschiedlichsten Gruppen zusammenzuleben, aber da tendiere ich zum merkeln: Was soll man denn sonst machen? Manchmal bleibt nichts anderes als eine Spaltung als Weg. Aber der beste Weg ist das nie.

Der Westen hat den Sudan gespalten und suggeriert, dass das gleichbedeutend mit einer friedlichen Entwicklung sein würde.Warum? Man hat wohl eher dafür gesorgt, das wir bald mehr Geflüchtete aus dem Sudan willkommen heißen dürfen. Wenn sie es denn übers Mittelmeer schaffen.

 

 

Krise des #Sudan / #Südsudan ist primär der Westen schuld

Kommentar Zu #NSUFilm #HeuteIstNichtAlleTage und Reaktionen

Die ARD zeigte den ersten Film zum NSU-Komplex. Im Netz gab es teilweise Kritik, dass der Film romantisch wäre oder zu wenig Antworten oder Kritik liefern würde. Oder das die Sicht der Opfer nicht durchkam.

Aus meiner Sicht ist das Brutalste an Fakten zu Verbrechen nicht unbedingt das Unmenschliche und Fremde und Böse, sondern immer eher die Erkenntnis, dass da auch Menschen unterwegs sind/waren, die nicht in jeder Sekunde böse sind, sondern wo  Schatten ist, ist auch wenigstens ein bisschen Licht. Was das bedeutet ist nämlich auch, dass jeder etwas mit Tätern gemein hat. Also eben diese Anteile mit Hass und Dummheit und Verblendung. Die Mischung entscheidet dann darüber, wie sich der Charakter entwickelt und wie sich Erziehung und Erfahrungen niederschlagen.

Der Film hat u.a. auch ein wenig Atmosphäre der Jugend und Erfahrungswelten der NSU zu zeigen. Im Vorfeld gab es die Kritik, dass der Film zu früh kommen würde. Also noch bevor die NSU vollständig aufgeklärt und der Prozess abgeschlossen ist.

Allerdings können wir heute schon sagen, dass der Prozess wahrscheinlich keine letztendliche Wahrheit bringen wird. Der Film arbeitet auch mit viel Fiktion. Damit werden Lücken geschlossen. Denn es gibt Vieles von dem man nichts weiß.

Es ist zum einen gut, wenn die NSU auch filmisch aufgearbeitet wird, bei all dem Risiko etwas falsch darzustellen, So sehr wie der Staat bei Vertuschungen mitgeholfen hat – und es sieht nach allem anderen aus, als nach einer Vielzahl unglücklicher Entscheidungen – werden wir wohl nie erfahren, was tatsächlich passiert ist.

Filme bieten immer eine Angriffsfläche und sie sind niemals die Wahrheit selbst. Kritik an einem Film kann berechtigt sein, wenn wirklich fundamentale Fehler darin enthalten sind oder er einfach nur schlecht gemacht ist.

Schauspielerisch fand ich den Film am Mittwoch sehr gelungen. Und als Theorie und Inszenierung bietet er die Möglichkeit sich daran zu reiben. Vielleicht war Vieles oder das Meiste auch ganz anders. Aber dann kann man das gerade auch anhand des Films in Zukunft herausarbeiten. Immer nur von Ereignissen zu lesen ist sehr abstrakt und macht Taten wenig greifbar.

Meine Kritik wäre eher: Wenn es drei Filme  gibt mit jeweils der Perspektiven Täter, Opfer, Ermittler, dann fehlt definitiv die Perspektive der Täter im späteren Verlauf.

Der Tag an dem zwei der drei vom NSU-Trio zu Tode kommen scheint für mich der entscheidende Tag, der auch ein Licht auf die Behörden liefert. Was ist da tatsächlich passiert. Es gab da viele Seltsamkeiten rund um das Auffinden des Wohnwagens und den angeblichen Selbstmorden der beiden Uwes. Dort eine Fiktion zu entwickeln über das, was wirklich passiert ist, wäre sehr spannend.

Das ist eben das was Fiktion kann: Wo Fakten zerstört wurden oder es eine Mauer des Schweigens gehen etwas in den Raum zu werfen, das als Theorie konkret hinterfragt werden kann. Und wenn es bildhaft ist, wird es eindringlicher und konkreter.

Vielleicht gibt es doch noch einiges an Überraschungen beim Prozess und vielleicht genug Stoff dafür auch ein Gesamtbild dessen zu liefern, was wahrscheinlich passiert ist.

 

Kommentar Zu #NSUFilm #HeuteIstNichtAlleTage und Reaktionen

Plädoyer für ein konstruktives Streiten

In vielen Zusammenhängen gelten Streit und offene Konflikte als unfein. Harmonie und uneingeschränkte Solidarität dagegen als MUSS.

Ich möchte, insbesondere in linksradikalen Zusammenhängen, dafür plädieren mehr zu streiten. Streit muss nicht immer so enden, dass Menschen hinterher nicht miteinander reden. Im Gegenteil. Ohne Streit kann es meines Erachtens keine echte Annäherung geben.

Streit hat einen schlechten Ruf. Gerne wird jede Position als legitim so stehen gelassen wie sie geäußert wird. Das ist äußerst höflich, führt uns aber oft nicht weiter. „Ich-Botschaften“ senden ist IN. Daraus ergibt sich eine Kultur des Vermeidens Ungereimtheiten und Meinungsverschiedenheiten auszutragen. Über alles wird die wohlige Decke des gegenseitigen Verstehens ausgebreitet. Aber hinterher hat es auch jeder leichter bei seiner Position zu bleiben.

Wichtig bleibt dabei, dass man stets versucht, den gegenüber inhaltlich zu verstehen. Es kann dabei aber auch helfen ihm oder ihr etwas zu unterstellen oder zumindest eine Frage zu stellen, die als solche aufgefasst werden kann.

Es scheint gerade in Deutschland in der politischen Diskussion oft nur zwei Zustände zu geben:

  1. Man diskutiert konstruktiv miteinander im gegenseitigen Respekt – und erklärt beiderseits auf der gleichen Seite zu sein
  2. Ab einem bestimmten Punkt brechen Missverständnisse durch und der Gegenüber wird zum politischen Gegner.

Unmöglich scheint dabei der konstruktive Streit, bei dem man ggf. stunden- tage oder wochenlang Argumente austauscht und aufeinander eingeht. Und das wichtigste: Bereit ist, die Position des Anderen zu übernehmen.

Die Psychologie der Ich-Botschaften schätzt das Individuum so über alles, dass es gar nicht den Wert erkennt gemeinsame Positionen erarbeitet oder erstritten zu haben. Es sieht nur die negativen Folgen schlechter Stimmung durch Missverständnisse.

Ich erlebe es leider immer wieder, dass bei geäußerter Kritik die Schotten dicht gemacht werden. Für mich bedeutet dieses kommunikative Verhalten dann allerdings auch etwas – nämlich das der Gegenüber leider nicht zu einem reifen Dialog fähig ist. M.E. kommt niemand da um diesen Lernprozess drumherum.

Wichtiger Aspekt ist dabei auch der Humor – oder auch der Spaß am Konflikt. Oder auch die Neugier auf den Gegenüber und dessen Position. Einer auf Kompromiss gebürstet Kommunikation fehlt häufig die Neugier und das Verstehen-Wollen des Gegenübers.  Dabei drückt sich gerade im Unterschied der Respekt für einen Gegenüber aus – mehr noch als darin ihn in seiner Andersartigkeit nicht zulassen zu wollen und stattdessen ihn in einen Kompromiss und damit Negation seiner eigenen Positionen zu zwingen.

Viele Diskussionen enden im Nichts, in Sackgassen. Alle gehen zufrieden nach Hause und niemand hat etwas dazu gelernt. Oder man hat einen Haufen von Leuten oder Gruppen, die sich nicht wirklich nah sind. Aber man meidet die Konfrontation, weil die die Gefahr birgt, dass man sich nicht einig sein könnte. Das innere Konflikte aufbrechen könnte. Am Ende stehen dann weichgewaschene Positionen bei dem sogar akzeptiert wird, dass Gruppen teilhaben, die das Gegenteil von dem wollen, was man selber für richtig hält. Wenn man dann aber bereit ist das Gegenteil dessen mitzutragen, was einem am Herzen liegt, stellt sich verstärkt die Frage, warum man meint auf der gleichen Seite zu stehen.

Ich glaube diese Frage, ob man wirklich am gleichen Strang zieht, wird viel zu selten gestellt. Und deswegen sind viele Aktivitäten so bedeutungslos und unattraktiv. Die klare Alternative fehlt. Aber der Kompromiss ersetzt keine Position.

Plädoyer für ein konstruktives Streiten

Und wer beobachtet Friedrich, Schröder & Uhl

Es ist erbärmlich anzusehen, wie die rechtsradikalsten Spitzenpolitiker sich vor die Kameras stellen und sich als Moralapostel und Entscheider dastehen sowohl für die Verfolgung von Rechtsradikalismus als auch für die „Beobachtung“ der Linkspartei.

Wer beoachtet denn die Politiker, die seit Jahren an den Menschenrechten herummachen – die dann irgendwelchen Gruppen oder Einzelpersonen ein gespaltenes Verhältnis zur FDGO (Freiheitlich Demokratischen Grundordnung) vorwerfen.

Was glauben die eigentlich, wer sie sind? Sie hatten doch was die NSU angeht die Steigbügel gehalten und sich stattdessen auf harmlosen Linksradikale gestürzt und Initiativen zur Bekämpfung des Rechtsradikalismus das Leben schwer gemacht (bis heute!). Die Denke hat abgewirtschaftet. Und das Aufdecken der Beobachtung der Bundestagsabgeordneten ist dabei nur die Spitze des Eisbergs!

Der Verfassungsschutz bekämpft und verletzt Menschenrechte am laufenden Band und bezahlt gewaltbereite Rechtsradikale. Und die CDU schaut zu und applaudiert – und tut jetzt so, als wenn das alles ganz normal wäre und sie so weitermachen könnten wie bisher. Business as usual?

 

Und wer beobachtet Friedrich, Schröder & Uhl

Creating an ordered list with sed for HTML

I am no sed (streaming editor) crack – and  use it only a few times a year. But as I liked to reform an ordered list from text to HTML I had the wish to use it again. The ordered list was formatted in this way:

1.

2.

3.

To reformat I saved the data to a file named „old“ and then opened a terminal. With a little old knowledge and some try and error I first tried with a dry run how sed would reformat:

sed s/^[0-9].\./\<li\>/g raw

And the result was:

<li>

<li>

<li>

For starters it is important that you should not write sed output to the input file, but rather to a new file:

sed s/^[0-9].\./\<li\>/g raw  > new

I wont go into detail into what all those so-called regular expressions mean. And you can read a lot about how sed works n the internet. My point was only to give one practical example of a powerful but small tool. If one uses sed in shell scripts it is even more powerful. You can for instance use something like a command line :

for i in *.txt; do sed s/^[0-9].\./\/g $i  > $i.new; done

to go through all files ending with „.txt“ in a specific directory and fill the variable „$i“. And then each file which has been worked on gets a second one which is reformatted and ends with „.txt.new“. You then can copy or move these files to the old locations if you are satisfied with the results with another for loop.

I got never to the point to perfect my regular expression skills. I am still mostly play around with it. Which is really easy with sed. But be aware, that regular expressions differ in many programs

Creating an ordered list with sed for HTML

„Heimat“ – Die Konstruktion eines Gefühls

Am 9.6.11 lief auf Deutschlandradio Kultur im Radiofeuilleton  eine Diskussion (mit Höreranfragen) zum Heimatbegriff: „Gemischte Gefühle – Was und wo ist Heimat?

Mit allen möglichen Verdrehung versuchte man dort den Heimatbegriff weiterzuspinnen.

Zu Gast waren Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Ethnologe, und Verena Schmitt-Roschmann, Journalistin und Autorin.

Ob von dem Panel oder den Hörern – es war eine gruselige Sendung.

Zunächst muss man ja mal konstatieren, dass es nur in Deutschland den Heimat-Begriff in dem populären Sinne gibt. Da wurde von Identitäten gesprochen. Widersprüche die aufzeigten, wie entfremdet so mancher in seinem eigenen Land oder Stadt sind, wurden einfach so übergangen, damit an der Mär weitergestrickt werden konnte, dass Heimatgefühl nichts weiteres ist, als ein weiteres (natürliches) Gefühl, wie Wut oder Freude.

Anstatt den Begriff zu zerlegen und klarzumachen, dass jeder Mensch gerne Orte hat, an denen er sich sicher und irgendwie zuhause führt hat man einen  verklärenden und unwissenschaftlichen Blick gewagt. Eine Autorin, die mit dem Begriff Geld verdient und ein verwirrter Kulturwissenschaftler. Dazu noch einige wehmütige AnruferInnen. Und schon ist der Mythos perfekt.

Wer genauer hinschaut weiß doch aber: Heimat gibt es nicht. Es gibt genug Menschen, die mehr als nur eine „Heimat“ haben. Oder die sich eben nicht an irgendeine Heimatidentität gebunden fühlen.

Ich gehe aus der Tür und kenne mich aus. ich weiß wo ich was einkaufen kann. Die Umgebung ist mir vertraut. Das gibt ein sicheres Gefühl. Aber hat das wirklich eine Bedeutung? Meines Erachtens nur dann, wenn es ums Ausgrenzen geht: Wenn es darum geht wer hier hergehört oder wer nicht. Dazu gehört dann auch die Vorstellung das Moscheen nicht hier her gehören würden.

„Heimat“ ist und bleibt ein stark konstruiertes Gefühl. Es ist mit Ideologie aufgeladen und es kann töten. Das Deutschlandradio ist damit extrem fahrlässig umgegangen.

„Heimat“ – Die Konstruktion eines Gefühls

Apple-Fans und Mission Control

Da schaue ich mir gerade die Keynote von Apple WWDC an:

und so ab Minute 15 wird über das neue „Mission Control“ berichtet und wie toll es ist, dass man da Applikationsfenster von einer Arbeitsfläche auf die andere ziehen kann.

Dazu fällt mir nur ein: Das mache ich bei GNOME seit 10 Jahren via den Arbeitsflächenumschalter – aber die Apple-Crowd der 5200 Apple-Fans ist total aus dem Häuschen. Das ist so ein typisches Beispiel.

Arbeitsflächen als solches gibt es unter Linux seit Ewigkeiten. Der Unterschied zwischen Unix/Linux und MacOS ist oftmals, dass man bei Unix nicht über Features redet. Ich arbeite seit 1997 mit Linux – und damals waren Workspaces schon lange Standard. CTWM, das 1992 als Erweiterung für TWM veröffentlicht wurde, hatte das Feature auch bereits mit Version 1.0. MacOS X hat Workspaces aber erst seit Leopard 10.5 (2006).

Soviel zur Technologieführerschaft. Workspaces waren einer der Gründe, warum ich 1997 meinen Mac gegen einen Unixoiden eintauschte. Ich sage nicht, dass Apple nicht auch innovativ ist hier und da. Aber wie bei diesem Feature ging es mir in der Vergangenheit oft. Nicht zuletzt die Unix-Basis von MacOS. Früher hat Apple und seine Jünger es als besonders progressiv verkauft, dass man eben gerade KEIN Terminal braucht. Das sowas wie Unix total out of date sei. Dann kam MacOS mit einer Unixbasis und Terminal. Und plötzlich war gerade DAS ein Argument FÜR den Mac. Auch Terminals waren ein Grund für mich, weg vom Mac zu gehen. Hat mal jemand versucht UUCP mit dem Mac zu machen? Die ganze sehr mausbetonte Arbeitsweise am Mac ist sehr zeitaufwendig. Jedenfalls entsprach sie weder damals noch heute meinen Anforderungen.

Eine andere Sache waren die Chips. Die Motorola PowerPC-Chips der neuen  Macs waren nicht unbedingt billig. Als ein entscheidender Unterschied der Macs galt lange, dass Macs Motorola benutzen würden und nicht die technologisch unterlegenen Intel-Chips. 2005 allerdings, wechselte Apple ebenfalls zu Intel.

Aus meiner Sicht vollzog Apple dann also eine Reihe von Schritten, teilweise 7-8 Jahre nach meinem Wechsel zu Linux, die mich bewogen hatten auf Linux zu wechseln (billige PCs, standardisierte Architektur, Unixbasis, Workspaces,…). Nur eins blieb bis heute: Nachwievor ist MacOS X keine Freie Software (nur zu geringen Teilen). Apples Politik ist oft stärker auf einen Customer-Lockin  ausgerichtet, als die von Microsoft. Es geht da oftmals nicht um Fakten, sondern um einen Religionsersatz – oder wie es die Marketingleute sagen: „Mit Emotionen aufgeladene Produkte“.

Daher macht es oft gar keinen Sinn mit Mac-Usern zu reden. Die  behaupten meist:

  • Beim Mac ginge es drum, dass die Dinge „einfach nur funktionieren„. Vordergründiger Pragmatismus (Mein Kommentar: Ich habe selber Mac genutzt und auch Suppot dafür gemacht. Oft machen Macs den meisten Ärger/Arbeit, wenn auch nicht bei Viren. Mac-User haben eine besondere Gabe alles, was nicht funktioniert hinzunehmen, wo sich so mancher Linux-User bis zum Umfallen aufregen würde. Fazit: So allgemein stimmt das nicht!)

Bei Linux ist es z.B. so, dass man bei vielen Geräten, insbesonderen Druckern weder Treiber installieren noch konfigurieren muss. Nichts tun zu müssen ist ja wohl immer einfacher als ETWAS tun zu müssen. Nun kommt das große ABER:

Viele Hersteller arbeiten am Linux-Markt vorbei und machen somit eine Unterstützung per Plug&Play unmöglich und liefern dazu nicht einmal Treiber für Linux.

Der professionelle Grafikdesigner greift eben eher mehrheitlich zu Windows oder Mac. Daher sind die dafür mitgelieferten Treiber oftmals höherwertig (mehr Optionen für einen Drucker z.B.). Dazu kommt, dass die Treiberinstallation unter Linux oft einiges an Know-How verlangt.

Die Wahrheit ist also nicht eindeutig: Wer gut unterstützte Hardware kauft mit einem Linuxsystem, der hat praktisch keine Arbeit. Je spezifischer die Hardware und je höher die Ansprüche, desto mehr Arbeit wird er/sie aber unter Linux haben. Wobei das nicht an Linux als solches liegt, sondern an der Produktpolitik der Hersteller.

Unter dem Strich: Alle Betriebssysteme haben ihre Stärken und Schwächen. Dazu kommt aber auch die Ebene der Softwarefreiheit. Hier muss man starke Abstriche beim Mac und Windows machen. Und vieles, was  beim Mac als brandneu verkauft wird, ist in Wirklichkeit ein alter Hut.

Apple-Fans und Mission Control