Ecosia + WWF = Ganz schlechte Idee

Ich habe mich ja immer schon gewundert, wie das funktionieren soll:

„Alle Server von Ecosia werden mit Ökostrom betrieben“

Ecosia unterstützt ein Regenwalsprojekt des WWF und ihre Server laufen auf Ökostrom. Mit Klicks Regenwald retten klinkt irgendwie ebenso plausibel wie mit Klicks Geld zu verdienen.

In den letzten Wochen hat man ja aber auch mehr über die Machenschaften des WWF erfahren. Insofern sollte jeder Cent an den WWF eher als Bedrohung der Umwelt, als als Umweltschützer. Hier mal ein Zitat der Kritik zu Ecosia in der Wikipedia:

Kritiker bemängelten früher die Wirksamkeit von Ecosia.[16] Die tatsächliche Wirkung eines durchschnittlichen Klicks von einer 0,13-Eurocent-Spende an den Nationalpark entsprach nicht ihrer Erwartung, welche Ecosias Werbung „mit jeder Suchabfrage etwa zwei Quadratmeter Regenwald retten“ auslöste. Des Weiteren wurde von Kritikern die Behauptung bemängelt, alle User hätten 232.825.214 m² Regenwald gerettet (Stand 4. Dezember 2010, 14:30 Uhr)[8], einer höchst theoretischen Zahl, die sich aus o. g. Annahmen (erwirtschafteter Betrag pro Suche, „Wert“ eines Quadratmeters Regenwaldes, etc.) ergibt und als solche nicht nachvollziehbar war; im Gegensatz zu den Spendengeldern, für die Ecosia Quittungen angibt.[17] Diese theoretische Zahl wurde auch im Browser-Plugin von Ecosia angezeigt.

Auf Grund dieser Kritik entschied sich Ecosia Anfang 2011 dazu, den Schutz nicht mehr in m² anzugeben, sondern in tatsächlich gespendeten Euro für das Regenwaldprojekt des WWF.

Ein zweiter Kritikpunkt betrifft die verbrauchte Energie respektive CO2-Belastung durch die Suchvorgänge. Während Ecosias Suchmaske klimakompensiert ist, ist es die verwendete Suchtechnik von Microsoft und Yahoo nicht. Diese Firmen bemühten sich im Gegensatz zum Konkurrenten Google nicht, den Energieverbrauch mit erneuerbaren Energie zu decken.[18] Laut Ecosia ist diese Kritik irrelevant, da die Fläche des geretteten Regenwalds die Emissionen der Suchmaschine bei weitem überkompensierten. Zudem gleicht Ecosia mit Hilfe von Spenden an PURE den entstandenen CO2-Ausstoß aus. [1]

Als Netizen habe ich mich schon immer gefragt, wie an mit MEHR Servern Energie sparen will, als mit weniger. Denn natürlich betreibt Ecosia zusätzliche Proxies, die user, die dirket Yahoo oder Bing nutzen nicht nutzen. Also kostet eine Abfrage bei Ecosia definitiv mehr Strom/CO-2.

Davon abgesehen ist Google weltweit führend in der Energieeffizienz ihrer Suchmaschine. Man kann ja viel gegen Google vorbringen. Aber die wissen genau wieso sie Energie sparen. Das ist für die bares Geld. Und sie sind darin besser als ihre Konkurrenten.

Daher denke ich einfach mal, dass man durch die Nutzung von Google mit Sicherheit CO2 spart. Auf der anderen Seite nutze ich SSL ausgiebig. Damit erhöhe ich wiederum den Energieverbrauch, weil es rechenintensiver aber auch sicherer ist.

Unter dem Strich: Vergesst Ecosia. damit spart ihr weder Energie nicht helft ihr der Umwelt. ihr schadet mehr als, dass ihr nützt!

Ecosia + WWF = Ganz schlechte Idee

E10-Debakel steht für Konzeptionslosigkeit der Regierung und gestiegenes Umweltbewußtsein in der Bevölkerung

Ich bin da anderer Meinung als die TAZ, die gestern schrieb:

Dennoch hat der Boykott des Agrosprits, den die Umweltverbände aus Furcht vor Monokulturen auf den Äckern ablehnen, nichts mit einem gestiegenen Umweltbewusstsein der Autofahrer zu tun. Wenn E10 risikolos und günstig ist, werden sie diesen Sprit tanken.

In den Tagesthemen vom 6. März sagte ein Mann das Gegenteil, nämlich das er es nicht einsieht, dass Ackerfläche für Benzin verbraucht wird. Ich glaube nicht, dass das ein Zufall war.

Mehrheitlich mag es Skepsis sein. Gesunde Skepsis. Aber auch Umweltbewußtsein braucht Skepsis. Wieviel Prozent in ihrer Skepsis auch den Umweltgedanken berücksichtigen wissen wir nicht genau. Aber auch einige Stimmen aus Darmstadt lassen vermuten, dass die Leute nicht an seine ökologische Sinnhaftgkeit glauben.

Es wird eine Mischung sein aus Desinformiertheit, grundsätzlicher Skepsis und dem Wissen über die Bedenklichkeit von Biosprit als eben gerade NICHT-Bio-Lösung.

Update: Eine Umfrage auf tageeschau.de scheint meine Theorie zu bestätigen: Dort nennen derzeit die meisten die Ökologie als Grund E10 nicht zu tanken. Noch vor der Angst um den eigenen Motor!

E10-Debakel steht für Konzeptionslosigkeit der Regierung und gestiegenes Umweltbewußtsein in der Bevölkerung

Mit Atomenergie den Klimawandel stoppen?

Die Behauptung die immer wieder im Raum steht ist, dass man mit Kernenergie den Klimawandel stoppen könne.

In einer nach eigenen Angaben der IAEA optimistischen Schätzung kann das Wachstum der Stromerzeugung bei der Kernenergie pro Jahr bei 2,5% bis 2030 (auf 447 Gigawatt) liegen.

2006 waren 435 Kernreaktoren im Einsatz und 29 im Bau. Einige werden in den nächsten Jahren auch abgeschaltet. Daher wird es selbst bei massivem Neubauprojekten kein extremes Wachstum der Anzahl der Reaktoren geben. Der Anteil an der Stromproduktion liegt derzeit bei ca. 15-16 % (seit 1986 nicht gestiegen). Nach meiner Rechnung müsste die weltweite Stromproduktion bei 2467 GW liegen. Wenn wir annehmen, das die optimistischste Schätzung beim Zubau der Kernkraftwerke zutrifft, würde das also bis 2030 den Anteil der Kernenergie auf 18 % erhöhen, aber nur unter der Voraussetzung, dass nur der Kernenergie-Anteil steigt, aber die Gesamtproduktion stagniert.

Kernkraftwerke mit Gummibärchen

Diese einfache Rechnung, die auf Zahlen von Atomkraft-Befürwortern basiert, belegen zumindest, dass der Ansatz mit Atomkraft den Klimawandel zu stoppen vollkommen abwegig ist. Das also gilt selbst dann, wenn Kernkraftwerke mit Gummibärchen statt mit Uran betrieben würden und es keine Entsorgungsproblematik gäbe.

Zu Bedenken ist dabei aber auch, dass es einerseits nicht nur um Stromproduktion geht – und nicht nur um CO2 – und dass somit der mögliche Anteil der Kernenergie zur Reduktion der Klimaerwärmung bei unter 1 % liegen dürfte (siehe auch Grafiken zu Quellen im Wikipedia-Artikel zu Greenhouse Gases).

Alle diese Fakten lassen die wesentlichen Kritikpunkte an der Kernenergie in Deutschland aussen vor. Klar wird dadurch aber, dass die Klimawirkung eines massiven Ausbaus der Kernenergie bei nahezu gleich null ist. Insbesondere wenn hier Investitionen getätigt werden, die nicht für einen Umbau der Wirtschaft genutzt werden. Die interessantere Frage wäre vielleicht, was man mit 1 Millionen Dollar am besten für den Klimaschutz anstellen kann?

(Erstmals erschienen 2008 in der Readers Edition, nach wie vor aktuell )

Mit Atomenergie den Klimawandel stoppen?

Klimaskeptikern in die Hände gespielt

Die Geschichten um das Verbergen von Informationen durch die CRU oder auch um das Abschmelzen des Himalaya-Gletschers hinterfragen nicht die Grundprinzipien de wissenschaftlichen Handelns, sondern machen deutlich wie wichtig sie sind. Es wird auch deutlich wie wichtig Transparenz ist. Leute die das nicht verstehen haben Klimaskeptikern in die Hände gespielt anstatt sie auf offenem Spielfeld zu besiegen. Solche Wissenschaftler wie Jones riskieren dabei die Glaubwürdigkeit der Wissenschaften insgesamt. s.a. (diesen Artikel). ich bin sehr dafür das alles lüeckenlos aufzuklären und in Zukunft möglichst alle Daten vollständig zu veröffentlichen – auch die Rohdaten.

Klimaskeptikern in die Hände gespielt

Readers Edition nachwievor im Nimmerland

Jeden Tag das selbe aus dem Hause Readers Edition (RE), wie der neueste Artikel von Mike Krüger: Der Januar 2010 – kälter als im langjährigen Mittel. In der RE ist Mittlerweile ja „Kimawandel“ schon zum Oberthema, jenseits von Umweltschutz, geadelt worden. Das zeigt auch sehr gut, dass es nicht in einem Zusammenhang steht, sondern sozusagen relativlos für sich selbst, jenseits von Wahrheit und Wirklichkeit.

Zu dem Artikel selbst muss man nicht viel sagen. Da wird mal wieder anhand irgendwelche Datenfitzelchen, die irgendwie der eigenen Verschwörungstheorie zu entsprechen scheinen, versucht ein Beweis gegen die Klimaerwärmung als solches zu führen. Es ist schon bitter, das ein so hoffnungsvolles Projekt zu nichts weiter mehr taugt als zum Vollbad für Klimaskeptiker und Rechtsradikale.

Readers Edition nachwievor im Nimmerland

Klimagipfelreaktionen

Es ist also das passiert, was man vorher schon wusste. Eine selbsternannte „Spitzengruppe“ hat einen Kompromiss ausgehandelt und erwartet das der rest der Welt folgt. Dabei durften die Länder, die am stärksten vom Klimawandel betroffen wären nicht einmal am Tisch sitzen.

Kopenhagen war nicht das Problem – Kyoto war eine Katastrophe – insbesondere die Einführung des Klimahandels.

Das Scheitern ist keine Katastrophe, es war von Anfang an gewollt. Eine Frau Merkel wusste das auch schon Monate vorher. Man kann sich hinterher hinstellen und behaupten es hätte geklappt wenn alle dem Kompromiss zugestimmt hätten. Fein – aber dass das nicht passiert wäre war klar und hatten viele Beobachter auch schon Monate vorher prognostiziert. Und ich finde ehrlich gesagt keine Einigung ehrlicher als etwas halbgares. Letztlich entbindet keine Lösung keinen Staat vor der Selbstverantwortung  und der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.

Klimagipfelreaktionen

Klimaskeptiker wittern Morgenluft

Gerald Trautfetter schreibt nicht nur über „Intuition – Die Weisheit der Gefühle“ – nein, so mit links ist er nebenbei auch noch Klimaexperte. Eigentlich ist er aber „Diplom-Journalist“ und selbernannter Politik- und Kommunikationsexperte. Was ihn zum universellen Alleswisser befähigt wird allerdings aus seiner Biographie nicht deutlich.

Im Spiegel online schreibt er unter „Das Schwächeln der Sonne“ unter anderem:

Ins Stocken geraten ist der Klimawandel ausgerechnet im Vorfeld jenes Weltgipfels in der dänischen Hauptstadt, auf dem Tausende Politiker, Beamte, Wissenschaftler, Wirtschaftsbosse und Umweltaktivisten über eine Verringerung der Treibhausgase verhandeln wollen.

Da hats uns „Das Klima“ abger gezeigt? Wenige Wochen vor dem Klimagipfel stoppt der Klimawandel einfach. Warum? Vielleicht um Herrn Trautfetter einen Gefallen zu tun? Das Abweichen von prognostizierten Klimasteigerungen ist in keinster Weise aktuell, wie er es darstellt, sondern wird zum einen seit vielen Jahren beobachtet – es gab auch Jahre in denen die Temperatur stärker anstieg als prognostiziert. Die Klimamodelle können eben immer nur ungefähr erklären was passiert und taugen in erster Linie einen Langzeittrend. Die Prognosesituation und die wesentlichen wissenschaftlichen Daten haben sich auch nicht unmittelbar vor dem Gipfel geändert. Das einzige, was sich geändert hat ist die Notwendigkeit von Journalisten „irgend etwas besonderes“ vor dem Klimagipfel zu produzieren. So hätte man einen Artikel mit gleichem Tenor auch schon vor fünf Jahren schreiben können – hat es auch damals schon gegeben.

Ziel von Trautfetters Angriff ist Stefan Rahmstorf, für den er auch Aussagen von  Wissenschaftskollegen wie Latif heranzieht. Dabei argumentieren im wesentlichen gleichartig. Falsch ist in erster Linie der Versuch aus einem kleinen Knick bei der Erwärmung einen Langzeittrend abzuleiten. Und bei der Ursacheforschung zeigt der Artikel denn auch, dass es dafür eben keinen Konsens gibt, ganz im Gegensatz zu den Ursachen der Klimaerwärmung

In der KlimaLounge kontert Rahmstorf :

Der Spiegel-Artikel konstruiert hier leider einen Scheinwiderspruch, weil er dann im Weiteren nicht mehr von den letzten zehn Jahren, sondern von „den letzten Jahren“ und dann expliziter von „den vergangenen fünf Jahren“ spricht, in denen der Trend in der Tat negativ ist.

Bleibt zu wünschen, das irgendwann auch Spiegel-Journalisten lernen sich an der Wahrheit zu orientieren.

 

Klimaskeptiker wittern Morgenluft