„Heimat“ – Die Konstruktion eines Gefühls

Am 9.6.11 lief auf Deutschlandradio Kultur im Radiofeuilleton  eine Diskussion (mit Höreranfragen) zum Heimatbegriff: „Gemischte Gefühle – Was und wo ist Heimat?

Mit allen möglichen Verdrehung versuchte man dort den Heimatbegriff weiterzuspinnen.

Zu Gast waren Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Ethnologe, und Verena Schmitt-Roschmann, Journalistin und Autorin.

Ob von dem Panel oder den Hörern – es war eine gruselige Sendung.

Zunächst muss man ja mal konstatieren, dass es nur in Deutschland den Heimat-Begriff in dem populären Sinne gibt. Da wurde von Identitäten gesprochen. Widersprüche die aufzeigten, wie entfremdet so mancher in seinem eigenen Land oder Stadt sind, wurden einfach so übergangen, damit an der Mär weitergestrickt werden konnte, dass Heimatgefühl nichts weiteres ist, als ein weiteres (natürliches) Gefühl, wie Wut oder Freude.

Anstatt den Begriff zu zerlegen und klarzumachen, dass jeder Mensch gerne Orte hat, an denen er sich sicher und irgendwie zuhause führt hat man einen  verklärenden und unwissenschaftlichen Blick gewagt. Eine Autorin, die mit dem Begriff Geld verdient und ein verwirrter Kulturwissenschaftler. Dazu noch einige wehmütige AnruferInnen. Und schon ist der Mythos perfekt.

Wer genauer hinschaut weiß doch aber: Heimat gibt es nicht. Es gibt genug Menschen, die mehr als nur eine „Heimat“ haben. Oder die sich eben nicht an irgendeine Heimatidentität gebunden fühlen.

Ich gehe aus der Tür und kenne mich aus. ich weiß wo ich was einkaufen kann. Die Umgebung ist mir vertraut. Das gibt ein sicheres Gefühl. Aber hat das wirklich eine Bedeutung? Meines Erachtens nur dann, wenn es ums Ausgrenzen geht: Wenn es darum geht wer hier hergehört oder wer nicht. Dazu gehört dann auch die Vorstellung das Moscheen nicht hier her gehören würden.

„Heimat“ ist und bleibt ein stark konstruiertes Gefühl. Es ist mit Ideologie aufgeladen und es kann töten. Das Deutschlandradio ist damit extrem fahrlässig umgegangen.

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