Anti-Gentrifizierung – einfach nur peinlich

In einem Video, dass hier beschrieben wird und verlinkt ist: Offending the Clientele – Neukölln kontrovers, auf das ich durch einen Artikel im Tagesspiegel stieß wird ordentlich gegen alles gehetzt, was in Berlin bzw. Neukölln das Vorurteil der Antigentrifizierer trifft.

Ich schwanke zwischen „Lächerlich“ und „ganz schön fremdenfeindlich“. Nein Auslöser meiner Suche war tatsächlich ein Tagesthemen-Beitrag von heute zu den „Berlin Doesnt Love U“-Aufklebern.

Entsteht da ein neuer Fremdenhass? Das man in Berlin oft keine Schwaben mag (ausgedrückt via Graffiti, usw) ist ja schon länger bekannt. Aber wenn solche Videos verbreitet werden, dann finde ichs nicht mehr lustig. Also :

  1. Mal vorweg: Berlin interessiert mich persönlich relativ wenig
  2. Nach Berlin ziehen, ne schicke Eckkneipe aufmachen und sich dann beschweren, wenn es andere auch nach Berlin ziehen ist wenig einleuchtend.
  3. Ob sowas irgendwas bringt oist zu bezweifeln
  4. Wo differenzieren sich DIESE Art Antigentrifzierer vom gemeinen Nazi? Wann schlagen die ersten mal tatsächlich zu gegen Touristen, Studenten,…

Aus meiner Sichts ist das eigentliche Problem, dass diese ganze Gentrfizierungs-Debatte zwar in der Lage ist sich an Symptomen abzuarbeiten – und ich denke auch, dass es wichtig ist zu verstehen, welche Prozesse am Werk sind. Das ganze Ding basiert ja offenbar auf den postoperaistischen Theorien Negris. Wissenschaftlich vielleicht interessant. Aber wo ist ein praktikabler Handlungsansatz? Dieses ganze Gehasse gegen Besserverdienende oder Menschen aus Spanien (really?) sieht mir mehr nach einem Rechtsruck aus, als dass es in irgendeiner Form das System als solches infrage stellt.

Es gibt ja das böse Wort der Verkürzten Kapitalismuskritik. Nicht immer verdient, aber bei dieser Gentrifizierungsdebatte denke ich, ist es langsam doch schon angebracht. Wer glaubt mit Hass auf Touristen und Krieg gegen Kaffeesorten die Welt auf den Kopf stellen zu können – und das ganze mit lustigen Videos oder Flashmobs, der ist falsch gewickelt. Und der reproduziert in seiner Kritik nur alte Denkmuster – und nähert sich dem dumpfen, deutschen Fremdenhasser auf Augenhöhe. Und was änderts? Gar nichts!

Wo sind die Handlungsansätze? Wo sind die Erfolge? Das halte ichs doch eher mit Adornos „Es gibt nichts Richtiges im Falschen“.  Patentrezepte gibts wohl nicht – aber die Antworten, die da oft auf dem Tisch geknallt werden, sind mir doch zu einfach – und irgendwie auch schon gefährlich. Wo soll sich das hin entwickeln?

Anti-Gentrifizierung – einfach nur peinlich

2 Gedanken zu “Anti-Gentrifizierung – einfach nur peinlich

    1. tlow schreibt:

      Wenn Du die nicht siehst und meinst ich wäre unkritisch gegenüber den Anti-Gentrifizierern kann ich Dir auch nicht helfen.

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