Kopflose Atompolitik der Bundesregierung unter Merkel

Ach, jetzt auch noch gleich zwei Kommissionen? Um was noch gleich festzustellen? Der Bundesregierung liegen ja alle Fakten seit unzähligen Jahren vor. Die Frage ist in wie weit die Schwarzgelbe Regierung eine Neubewertung vornimmt oder nicht.

Die angeblich so neutralen sind gar nicht neutral, wie die Financial Times es auch beschreibt:

Besetzt ist es mit 16 Atomexperten. Darunter sind zwar auch einige Atomkritiker, etwa vom Öko-Institut. Hauptsächlich finden sich dort aber Ingenieure aus Atomkonzernen und dem TÜV, der mit der Überprüfung von Kernkraftwerken im Auftrag der Bundesländer viel Geld verdient.

Das Ergebnis steht also schon fest. Es geht um Geld, um viel Geld. Auch im gestrigen Kommentar von Marcus Bornheim vom Bayerischen Rundfunks in den Tagesthemen wurde auf die anderen, die Ethikkommission, eingegangen.

Auch er sieht, dass Frau Merkel derzeit vor allem auf Zeit spielt. Damit aber spielt sie gegen die Interessen der Bevölkerung. Show-Politik fürs Volk. Vielleicht noch einen Heiner Geißler um eine „Atomvermittlung Plus“ herzuzaubern?

Frau Merkel hat vielleicht einigen Wind aus der Kritik der Atomkraftgegner genommen, ihre Bedenken hat sie damit nicht zerstreut.

Inzwischen hat man Cäsium im Trinkwasser von Tokio gefunden. Meiner Erachtens müsste Tokio ab sofort evakuiert werden. Ja ich weiss, das geht nicht.  Ich spreche auch nicht davon von heute auf morgen 36 Millionen Menschen zu evakuieren, aber Japan braucht jetzt einen Plan dafür, wo diese Menschen in den kommenden Jahren leben sollen. Tokio wird wohl zunehmend verseucht werden und für Menschen quasi unbewohnbar. DAS ist die atomare Wirklichkeit. Kommissionen, Sicherheitsüberprüfungen. Die finden raus, was sie herausfinden wollen. Auch diesen Sonntag sind Wahlen – und für die Wähler wieder eine Chance zumindest der CDU eine Absage zu erteilen und anders als in Sachsen-Anhalt ein deutlicheres Zeichen zu setzen, wie es NICHT geht.

Ich bin an sich kein großer Wahl-Fan. Und die CDU und die FDP haben an einem Punkt recht: Auch Rotgrün hatte damals die Altmeiler nicht abgeschaltet. Das Atomausstiegsgesetz bedeutete auch garantierte Restlaufzeiten. Der alte Atomkompromiss wäre den Wählern von heute nicht mehr zu verkaufen. Die Wollen überwiegend einen schnelleren Ausstieg.

Jetzt, wo sich der Nebel lichtet um Merkels angebliche Atomwende wird deutlich, dass die Bundesregierung alles andere als bereit ist für einen schnellen Automausstieg. Sie tut derzeit alles um diesen zu verhindern. Das wichtigste scheint dabei der Bevölkerung das Gefühl zu geben, sie werde mit ihren Sorgen ernst genommen und alles werde noch einmal überprüft.  Aber wie ich und viele andere schon von Anfang des Moratoriums an schrieben: Es gibt keine neuen Erkenntnisse: In Fukushima ist ein Szenario eingetreten, dass immer realistisch war. Das bezieht sich vor allem auf die Folgen. Der Weg hin zu einem GAU kann unterschiedlich sein. Es geht bei der Atomkraft mehr um die möglichen Folgen bei einem Störfall, als darum wie gut man weiß wie es zu Störfällen kommt. Die sind und waren nie ausgeschlossen. Das beweisen u.a. Tschernobyl, Harrisburg jetzt Fukushima. Dabei hat Japan vielleicht noch Glück gehabt, dass es scheinbar nur ein Atomkraftwerk so hart erwischt hat. Nicht auszudenken, was wäre, wenn es 20 Atomkraftwerke wären die gleichzeitig diese Probleme machen würden.

Ernüchtern ist auch wie in Tschernobyl, mit welchen Mitteln am Ende auf diese Krisen reagiert wird. Da müssen die die Arbeiter ihre Schutzanzüge selber mit Klebeband dichtkleben. Von den Arbeitern wird verlangt, dass sie quasi ihr Leben opfern zum Wohle aller. Das ist die Realität. Und dabei gilt es zu beachten, dass es keine ungefährliche Strahlendosis gibt. Ja selbst die natürliche, radioaktive Strahlung ist gefährlich.

Am nächsten Sonntag könnten einige Grundlagen gelegt werden für das Aus der Atomenergie in Deutschland. Natürlich muss  das mit  dem Druck von der Straße auch sichergestellt werden.

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