Assange-Festnahme inszeniert?

Ich dachte gerade:

Assange wird ausgerechnet in Großbritannien verhaftet, dass sich besonders schwer tut mit Auslieferungen. Dann wird er verhaftet, weil er auf die Polizeiwache geht, um den Haftbefehl einzusehen(?).

Ich glaube Assange/Wikileaks wollte ein Exempel statuieren, was den Europäischen Haftbefehl betrifft, den man ja durchaus kritische betrachten kann.

Vieles von dem, was Wikileaks tut erscheint als Provokation – ausgerechnet US-Dokumente veröffentlichen – jetzt die Angriffe auf Mastercard und Visa. Natürlich muss Wikileaks mittlerweile als echte Bedrohung für Staaten wahrgenommen werden – und es wird sicher nicht an einer Gegenreaktion mangeln. Im Moment scheint mit diese noch sehr konstruiert – nach dem Motto „Catch Me If You Can„. Da sehe ich schon in 10 Jahren oder früher einen Film über die Geschichte von Wikileaks und Assange.

Allerdings hat Assange m.E. die Karten die er hat überreizt. Zudem hat sich gezeigt, dass die Veröffentlichungen bereits dazu geführt haben, dass Quellen offengelegt wurden, anstatt sie zu schützen. Mit Whistleblowing hat das wenig zu tun. Whistleblowing ist das Gegenteil von dem was Wikileaks macht. WB bedeutet, dass Quellen geschützt werden, die Hinweise auf Rechtsbrüche geben. Wikileaks dagegen veröffentlicht Material von Quellen ungefiltert und gibt damit eine Vielzahl an Daten preis, auch unbenommen von Implikationen für die Betroffenen. Datenschutz Fehlanzeige. Und die Piratenpartei, die sich angeblich so stark macht für Datenschutz versagt erneut in dem sie einfach diese Daten übernimmt.

Wikileaks ist schon spannend. Mal Einblick nehmen zu können in geheimgehalten Dokumente – so wie bei den Mautverträgen.Doch Wikileaks geht nicht verantwortlich um mit den entstandenen Daten. Das einzige was man sagen kann ist, dass man froh wäre, wenn viele der Daten gar nicht entstanden wären. Ich habe keine Lust, dass Datensätze, die sich auf mich beziehen, veröffentlicht werden. Doch das Konzept von Wikileaks sieht genau so etwas vor: raus damit, scheißegal. Zudem entzieht sich Wikileaks vorgeblich jeglicher Jurisdiktion – das heisst ich habe gar keine Möglichkeit einer Freigabe zu widersprechen. Wikileaks entscheidet über meine Privatsphäre. Doch wer steht dahinter? Wo ist die demokratische Kontrolle? Wer garantiert mir, dass Wikileaks ihre Daten  nicht auch verkauft? Oder auch ihre Dienstleistungen des Datenklaus.

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