Die Wikileaks-Debatte – völlig abgehoben

Die Veröffentlichungen von Wikileaks sorgen für Wind im Blätterwald und sonstigen Medien.

In Anne Wills Talkshow gab es wieder eine dieser überflüssigen Diskussionen:

Was mich besonders nervt, sind die Protagonisten der Verkündigung einer neuen Zeitenwende. Sicher werden immer mehr Daten preisgegeben je einfacher es ist Daten zu kopieren und je mehr Daten digital verfügbar sein werden.

Eine neue Welt wird es aber nicht geben. Es in der Web 2.0 einen zunehmenden Trend, die Veröffentlichung von Daten als selbstverständlich und unvermeidbar zu bezeichnen.

In Wirklichkeit muss man eine Abwägung treffen und auch für bestimmte Rechte eintreten. Niebel hat recht, wenn er meint, dass es egal ist, welche Daten veröffentlicht werden bezüglich auf Datenschutz und Datensparsamkeit.

Das Beispiel Wikileaks macht deutlich, dass nur die Daten die nicht gespeichert sind, wirklich sicher sind. Das ist die eigentliche Lehre. Was nicht sein kann ist, dass man jetzt zuerst die moralische Komponente diskutiert und dabei die Datenschutzproblematik ausklammert oder wie Lobo unterschiedlich bewertet je nach Inhalt. Denn bewerten tun die Relevanz und Schädlichkeit sicher Unternehmen, Regierungen oder Nichtregierungs-Organisationen sehr verschieden. Der Schutz von Daten im allgemeinen  ist wesentlich für den Erhalt einer Demokratie. Denn auch der Schutz an Informationen schützt nicht nur die Pressefreiheit, sondern auch unsere Privatsphäre und somit unsere ureigensten Rechte.

Man kann da nicht wirklich zwischen gutem und bösem Informationsleck unterscheiden. Wichtig ist, dass überall Datensparsamkeit und Datensicherheit praktiziert wird. Auch wenn das bedeutet, dass Journalisten nicht mehr so einfach an Originaldokumente herankommen. Das Pferd von hinten aufzuzäumen und von dem Effekt einer Veröffentlichung auszugehen und daraufhin das Datenleck zu bewerten wäre fatal und würde folgerichtig dazu führen müssen, dass man bewusst Datenlecks herstellt.

Der andere Aspekt ist die Informationsfreiheit. Natürlich sollten auch mehr von den Daten, die gesammelt werden, veröffentlicht werden. Das muss aber auch in sorgfältiger Abwägung der Verfahren und der möglichen Folgen passieren. Die Protagonisten des total freien Internets und total freien Informationsflusses ignorieren dabei welche Kollateralschäden durch das unbegrenzte Veröffentlichen angerichtet werden würde.

s.a. Kaffeeringe USA reden schlecht über die Welt.

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Die Wikileaks-Debatte – völlig abgehoben

2 Gedanken zu “Die Wikileaks-Debatte – völlig abgehoben

  1. WikiLeaks-Veröffentlichungen. Wo bleibt der Skandal?…

    Nach der Veröffentlichung der ersten 220 von insgesamt 251.000 Datensätze stellt sich die Frage wo bleibt der Skandal? Warum die vielen Last-Minute-Telefonate und langen Gesichter im Weißen Haus? Dass Diplomaten nicht das gleiche denken wie sagen war s…

  2. Sehr geehrter Herr Pfennig,

    unter Bezug auf (m)eine Grundveröffentlichung

    KONTAKTSCHULD: Eine FeindKritik http://duckhome.de/tb/archives/8592-KONTAKTSCHULD.html

    http://www.forced-labour.de/archives/1462

    http://www.forced-labour.de/wp-content/uploads/2010/11/richard-albrecht-kontaktschuld-fl-version.pdf

    vor einigen Wochen mit der dort erneut begründeten Forderung GEHEIMDIENSTE ABSCHAFFEN: GEHEIMDIENSTE SIND UNGEHEUER – ERSTENS SCHMIERIG, ZWEITENS TEUER möchte ich den Fall Wikileak zum Anlaß nehmen, darauf nochmal hinzuweisen und zu ergänzen: Es kann weder Alternativen zur Publizität noch „alternative“ Geheimdienste geben,

    mit freundlichem Gruß

    (Dr. Richard Albrecht)

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