Zu Fefe und Netzneutralität

Wenngleich ich da mal ausnahmsweise in der Kritik an der Pro Netzneutralität-Initiative Fefe zustimme:

… so finde ich es doch  falsch zu schreiben:

Netzneutralität sichert, dass ICH mich im Internet frei äußern kann und die Leute das auch lesen können

da verwechselt jemand Meinungsfreiheit und Netzneutralität.

Zum einen sind Zugangsbeschränkungen alltäglich. Angefangen davon, dass sich nicht jeder leisten kann eine Zeitung zu abonnieren, bis hin zu kostenpflichtigen Inhalten im Internet. Die gab es immer und die wird es auch immer geben.

Ich würde das Problem eher so beschreiben, dass bei fehlender Netzneutralität die Netzlandschaft dergestalt verändert wird, dass die Ungleichheiten im Abruf, die sich bisher eher auf Schranken des direkten Zugriffs (Passwortschutz) beziehen, in die Struktur des Internets selbst eingewoben werden. Also in der Form eines transparenten Proxies. Wobei hier Transparenz gleichzeitig bedeutet, dass es eine Intransparenz auf anderer Eben darstellt.

Es gibt so viele User, die irgendwo an einem Billig-DSL-Provider hängen und nicht merken, dass ihr Internet nur 5% der versprochenen Leistung entspricht. Da wird man  viele Leute downgraden können ohne dass sie es merken.

Zu behaupten uns gehöre das Netz ist schon etwas naiv, wenn man sich anschaut, wie und wer das Internet aufgebaut hat. „Sollte uns gehören“ oder „sollte allen gehören“ als Appell oder Forderung wäre da schon eher angebracht. Denn das Internet ist durchkommerzialisiert bis in den hintersten Winkel.

Trotzdem ist es richtig, dass man nicht jeden Mist unterschreibt von Leuten, die meinen das was sie denken in eine Proklamation verfassen zu müssen. Bereits die 10 Netzthesen der Piraten waren grottenschlecht.

Hört endlich auf zu proklamieren!

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Zu Fefe und Netzneutralität

4 Gedanken zu “Zu Fefe und Netzneutralität

  1. schreibt:

    Natürlich bedeutet Netzneutralität Meinungsfreiheit.
    Wenn nach Inhalt oder Herkunft der Verkehr gedrosselt oder gesperrt wird – was ist das anderes als eine Einschränkung der Meinungsfreiheit? Dieser Zustand bedeutet schlicht eine Diskriminierung bestimmter Inhalte und damit deren schlechte Verfügbarkeit oder Nichtverfügbarkeit.
    Ich finde, Fefe hat da absolut recht.

    1. Es gibt nur die Diskriminierung von Menschen, aber nicht von Inhalten. Auch ist nicht jeder Inhalt gleich, so wie Menschen gleich sind. Jede Politik dient bestimmten Zwecken. Inhalte waren sind und werden immer nicht gleich behandelt. Z.B. kosten viele Inhalte Geld und sind nicht frei verfügbar. Das sind simple kapitalistische Prinzipien. Ich bin auch gegen eine breite Umorganisierung des Internets, weil ich auch befürchte, dass das Kollateralschäden haben wird. Aber die Meinungsfreiheit ist damit in keinster Weise betroffen. Meinungsfreiheit ist dann bedroht, wenn Meinungen nicht mehr geäußert werden dürfen. Das nicht jede Meinung es in die breite Öffentlichkeit schafft ist aber ganz normal. Muss man nur die Tagesschau anschauen und sich wundern, was es alles rein schafft und was alles nicht.

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