Ad Seipenbusch

Zu den Aussagen von Herrn Seipenbusch in „Wer will Piraten-Partei wählen? (Flensburg online).“

  1. Wir mussten erfahren, dass man Wahlen auf Landtagsebene nicht mit Urheberrechten oder Internetsperren gewinnen kann
  2. Wir können nicht alle Themen behandeln

Wie passt das zusammen? Also zum einen verweist er darauf, dass das Themenspektrum zu klein war – und dann darauf, dass sie das Themenspektrum (noch) nicht ausweiten wollen.

Also was denn nun? Eins von beidem kann nur richtig sein. Und es geht bei der „PP“ wohl kaum darum die Wahl zu gewinnen.

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Ad Seipenbusch

5 Gedanken zu “Ad Seipenbusch

  1. Deine Logik ist fehlerhaft… 🙂

    Nicht alle Themen behandeln zu können, heißt ja nicht, dass man nicht mehr Themen als bisher behandeln kann. Wir werden sicherlich nicht alle Themen behandeln können, aber wir können das Programm schritt für schritt verbreitern.

    „Eins von beidem kann nur richtig sein.“ — klingt mir irgendwie nach US-amerikanischem Politikverständnis…

    Und ich kenne keine „PP“. Was soll das sein?

    1. PP. Deine Heisse Luft-Partei.

      Aber ne mal ganz ernsthaft: Was war jetzt Grund für das Wahlergebnis in NRW? Das ihr zu wenige oder zu viele Themen behandelt habt? Also soviel ich weiss hat man ja in NRW mehr Themen behandelt als jemals zuvor. Und hat damit am Ende ein schlechteres Ergebnis erzielt. Insofern bezeifle ich bereits den ersten Teil der Wahlanalyse.

      Wenn ich ne Vermutung anstellen sollte so würde ich vermuten, dass der erste Hype der PP verflogen ist. Wir haben nicht mehr 2007. Die VDS ist erst mal weg. Zensursperre wird vorerst nicht angewandt. Die anderen Themen sind komplexer. Dazu kommt, dass die PP für Linke als zunehmend nicht wählbar erscheint aus bekannten Gründen wie antiemanziaptorische Ansätze und fehlende Kaptitalismuskritik und Trend zu Krawatte und der Versuch eine bessere FDP zu werden.

      Die PP hat sich schneller gewandelt als die GRÜNEN gebraucht haben. Zudem ist die PP voll mit Leuten wie Dir, die von Demokratie und Bürgerrechten nur ne oberflächliche Ahnung haben. Da wurde auf dem Parteitag tatsächlich ein Widerspruch zwischen Transparenz und Datenschutz eröffnet und sich für die Transparenz entschieden: Liquid Democracy (LD). 80% der Anwesenden. Das ist erschreckend. Und dabei verwechseln viele LD mit Basisdemokratie. Nur das Basisdemokratie z.B. sehr wenig von einem Delegationsprinzip hält. Insbesondere ist bislang nicht geklärt wie man denn z.B. ohne Computer weiterhin am Meinungsbildungsprozess teilnimmt.

      Die Piraten legen bestimmte Maßstäbe an Demokratie an und bevorzugen technische Lösungen. Dabei verlieren sie aber total aus dem Auge, was das in der Praxis für Folgen hat. Wie lange laufen die LD-Versuche jetzt? Ich sehe im Piratenwiki erste Berichte zum Stand in Berlin im März diesen Jahres. Dort steht das es erst eit Anfang des Jahres 2010 getestet wird. Das sind keine Zeiträume wo man überhaupt über einen Einsatz budnesweit hätte nachdenken dürfen. Aber Fakt ist, dass es bereits eingeführt ist. Ich kann bei so viel Eile keine Sorgfalt erkennen.

  2. Du hast die Diskussion um Transparenz und Datenschutz völlig falsch verstanden. Es ging vor allem um die Sorgen einzelner, die sich da rund um LiquidFeedback Gedanken gemacht haben. Unser Ansatz ist es ja (allgemein akzeptiert) dass wir in der Politik um Transparenz bemüht sind, und Politik wieder res publica sein muss. Die Datenschutzfrage wurde aufgeworfen, weil einige wenige besorgt waren, „was wenn ein Zukünftiger Chef dann meine politische Meinung googelt?“ … Das widerspricht aber der gefühlten Mehrheitsmeinung innerhalb der Piraten, die sich ja gerade eine öffentliche, nicht-anonyme, offene Behandlung politischer Themen wünscht.

    Und die Gender-Frage… Was war denn das, was da am meisten Kritisiert wurde? Dass eine quasi-offizielle Mailingliste der Piraten geschlossen und nur für Frauen zugänglich ist. Das, wo wir genau so eine Politik zu bekämpfen gedenken. Und die hinterzimmer-Mailingliste lehne ich immer noch ab, obwohl ich Wähler und Unterstützer von Leena bin, und bedaure, dass sie am 2. Tag in der Früh verschlafen hat… Anderenfalls würde sie jetzt mit ziemlicher Sicherheit im Vorstand sitzen, soviel Respetbekundungen und Zuspruch die sie bei aller Kritik erhalten hat.

    Übrigens, zum letzten Absatz: Zumindest in Bayern und Berlin hat LiquidFeedback bei seinem Testbetrieb bis jetzt eine große Akzeptanz gefunden… Findest du das Tool so schlecht?

    1. Weisst Du was ich bei euch aber das Gefühl habe? Ihr nehmt Worte wie „Transparenz“ in den Mund, aber ihr habt das gar nicht so recht durchdrungen. In der Masse. Ich habe die Datenschutzfrage schon genau so verstanden. Die Frage ist, wie man abwägt. LD funktiniert glaube ich nur, wenn es eine totale Transparenz gibt, ABER das bedeutet, jeder der darauf Zugriff hat die Geschichte Deiner politische Meinung inklusive Beziehungsgeflecht der letzten Jahre anschauen kann. Das ist so ziemlich der Super-GAU was Datenschutz betrifft. Wozu dann noch gegen VDS sein? Oder gegen ACTA? Es ist, um Entscheidungen zu treffen, nicht nötig diee profile bilden zu können. nur für LD. 80% waren trotzdem für LD. Wissen die was Datenschutz bedeutet? Ich glaube nein.

      Gender-Frage: jeder kann eine Mailingliste einrichten.die Männer um Arvid hatten schon Monate zuvor eine geschlossene Website – und keiner hat was gesagt Zitat „http://www.ag-maenner.de – die Seite befindet sich noch im Aufbau und ist bis jetzt nur Mitgliedern der AG zugänglich „. Die Site einer offizielle AG ist sogar außerhalb des Zugriffs der Partei. Es war nie Thema! Das zeigt einfach, dass es nicht um hinterzimmer ja oder nein gibt. ich bin sicher es gibt eine Vielzahl geschlossener Listen bei den Piraten. Die werden aber nicht thematisiert. Meine These ist, dass die Piratinnen-Liste z.B. nur thematisiert wird, weil Frauen es wagen die gleichen Rechte zu nehmen wie Männer. Da meinen einige für Frauen definieren zu dürfen. Plötzlich sit so ein verhalten untragbar.

      LD: Es geht mir nicht ums Tool. ich finds ja ganz lustig als Idee eines erweiterten Forums. Aber ich denke das hat nichts in einem demokratischen Prozess zutun – und irgendwelche Tools die plötzlich der Weisheit letzter Schluss sein sollen, klingt für mich wie nach Wunderpille. Und wenn da so viele Piraten Hurrah schreien, sorry, dann fehlt mir da auch der kritische Geist.

  3. „Das ist so ziemlich der Super-GAU was Datenschutz betrifft.“

    Nicht in politischen Fragen. Es ist die Intransparenz, die Korruption in der Politik so enorm fördert. Stell dir vor, man könnte die Geflächte der Politiker verfolgen. Ihr Abstimmungsverhalten, ihr Meinungsbildungsverhalten, offen und transparent.

    Meine politische Arbeit lebe ich offen, und das ist auch gut so (um mal ein Zitat zu leihen) … Ich lösche ja auch nicht willkürlich meine Blogeinträge, wenn ich meine Meinung ändere oder mir das meinungstechnisch „unbequem“ wird. Wenn ich etwas dran ändere (ausg. kleine Rechtschreibfehler), dann dokumentiere ich das drunter. Machst du ja sicher genauso. Warum sollte man es also nicht in der Politik machen, die doch die Ur-Öffentlichste Sache sein sollte, da ihre Konsequenzen schließlich uns alle betreffen?

    Und ich bin gegen jede art geschlossene politische Mailingliste. Ich kritisiere stets beides, das „Oh wir armen Frauen müssen unter uns bleiben“ genauso wie das „Oh wir armen Männer müssen unter uns bleiben“ getue. Mit Vergabe der schreibrechte kann ich leben, das kann manchmal sinnvoll sein, aber Vergabe von Leserechten, dunkle Hinterzimmer, das ist dermaßen unpiratisch was die beiden gender-gruppen da betreiben…

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