Piraten stürzen in NRW ab

Die Träume von 5% für die Piraten sind auf absehbare Zeit ausgeträumt. Auch die Hälfte mit 2,5% wurde als Hürde wurde gerissen. Ebenso eine weitere Marke:  Die 1,7% der letzten Bundestagswahl in NRW. Lediglich 1,54% sollen es sein.

Die Luft ist also raus. Viele Bürger haben kapiert, dass die Piraten nicht ihre Interessen vertritt. Weniger Bürger als noch zur Bundestagswahl haben ihnen ihre Stimme anvertraut. Viele haben wie ich mit der Aktion „Sag Nein zu Piraten“ auch Aufklärung betrieben was die wahren Hintergründe der Partei sind.

Für Linke war auch klar erkennbar, dass die Piratenpartei eher auf dem Sprung ist zur dritten liberalen Partei im Spektrum zu werden und keine progressive Alternative. Dazu noch ein erhebliches Maß an Demokratiedefizit, antiemanzipatorisch und mit zum Teil rechtsradikalen Tendenzen.

Viele der Piraten, die sich z.B. auf Twitter tummeln unterlagen dem Fehlglauben, dass die relative Stärke der Piraten eben dort und allgemein im Internet sich auch an der Wahlurne niederschlagen wird.

Doch die Wähler sind diverser und kritischer als ein Großteil der Piraten-Fanboys. Man hat z.B. nachhaltig engagierte Frauen verprellt, die in der Piratenpartei mittlerweile eher eine Männerpartei sehen. Die wenigen Frauen, die bei den Piraten aktiv sind, sind eher die Ausnahme von der Regel. Und eine Partei, die nur die Hälfte der Wähler anspricht, kann niemals eine entscheidende Kraft werden.

Der Heisse-Luft-Partei ist die Luft ausgegangen. Und das unter besten Bedingungen – ein Bundesland mit vielen Großstädten, wie die PP besonders stark war mit schwachen Volksparteien und geringer Wahlbeteiligung, die normalerweise Kleinparteien wie die Piraten stärken. So einfach werden die nächsten Wahlen nicht mehr. Vor allem die Tatsache, dass die PP noch unter das Bundestagswahlergebnis fiel lässt vermuten, dass die Kurve nun eher nach unten zeigt. Auch  bei den Mitgliedern ist das bald zu erwarten, werden die Zahlen einmal bereinigt von Mitgliedern, die keine Beiträge zahlten.

Das Ergebnis bestätigt die Kritiker der Piratenpartei insofern, dass deutlich wird, dass ihre Stoßrichtung in der Bevölkerung auch zunehmend auf Ablehnung stößt, anstatt mehr Zustimmung zu bekommen. Die Piraten haben sich dafür entschieden ihrer Kernpolitik den Rücken zu kehren und nicht zu der Bürgerrechtspartei zu werden, wie es am Anfang den Anschein hat. Stattdessen stellt sie eher ein bedenkliches Sammelsurium auf kruden Theorien und Spinnern dar. Gut, dass die Bürger in NRW das erkannt haben!

Auswahl Artikel zum Wahlausgang und Abschneiden der Piraten:

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Piraten stürzen in NRW ab

12 Gedanken zu “Piraten stürzen in NRW ab

  1. ecki & re schreibt:

    Naja, ich denk eher dass ne Menge auch heller Köpfe und Köpfinnnen dort rumspringen. UND die Parteigebundenheit (auch zu ihrer neuen „Band“) im Verhältnis zur Inhaltsfrage nicht mehr so ne große Rolle spielen wird. Dat heeßt: viele helle Köpfchen, ham klugerwerise taktisch gewählt. Und wat woll mer mehr. Als sachorientiertes denken.

    Und apropos: für mich ist die Piraten-Band vorallem ein echt faszinierender Einblick wie Politik (Meinungsbildung, Meinungsdiskussion, Meinungsdurchsetzung & schließlich handlundsUmsetzung bald ÜBERALL laufen können. Ich sag nur Wiki, PiratenPad, PiratenKrea.

    So dat wr mein Senf.
    Gute Nacht. (Und nicht vergessen es war echt ne gute Nacht)
    Learning to love. Loving to learn.

    1. ecki & re schreibt:

      es ziel muss eh sein, das parteiendenke in direktaktivität übergeht. wir sehn gerade in (relativ) langsamer Zeitlupe, wie die epoche der Vertreterpolitik in direktokratie übergleitet. allen alles gute die daran mitbasteln.
      Gute Nacht.
      Learning to play. Playing to learn

  2. Isi schreibt:

    Lieber Thilo,

    ich gratuliere dir (und mir) zum erfolgreichsten Antiwahlkampf seit der Geburtsstunde anarachistischer Parlamentarismuskritik! Andere, erfolgreichere Versuche, auf eine parlamentarische Gefahr hinzuweisen, sind mir bisher nicht bekannt. Auch wenn 1,54 % für die Piraten in NRW noch viel zu viel sind, so muß man doch erwähnen dürfen, dass die Kampagne #SagNeinZuPiraten! nicht viel besser hätte laufen können. Es konnte so nachhaltig bewiesen werden, dass eben doch nicht nur Piraten, wie sei selbst gern behaupten, politisch aktiv sind, sondern andere auch, sogar außerparlamentarisch, und sich darum die Piraten völlig zu Unrecht als die letzten Freiheitskämpfer verkleiden und deren „Kampf gegen den Überwachungsstaat“ nur von ihnen als beachtlich verstanden wird, aber sonst auf wenig Gegenliebe trifft.

    Ich kann mit diesem Wahlergebnis gut leben und sehe alle meine Progonosen bestätigt: Immer mehr Leute lehnen Stellvertreterpolitik ab (immerhin schon 40,7 % Nichtwähler, die stärkste Fraktion!) und vom Teil jener, die sich noch politisch entmündigen lassen, sagen 98,46 % Nein zu Piraten!

    Geht doch!

    1. Übrigens, Isi,

      ich schmeisse bei mir übrigens keine (sachlichen, ernst gemeinten) Blog-Kommentare raus nur weil mir die Meinung nicht passt… Deaktiviere doch einfach die Kommentar-Funktion, das sparst du dir die Mühe 🙂

  3. Faszinierend!

    Du freust dich nicht über das schlechte Abschneiden von CDU, oder pro NRW, oder NPD, nein, worüber freut man sich? Über das schwache Abschneiden der Piraten.

    Im gegensatz zu euch waren wir nicht so fair wieder völlig subjektiv vor uns hin zu bashen als der FAU mit ihren 300 Mitgliedern der Status als Gewerkschaft aberkannt wurde…

    Macht lieber mal Sacharbeit anstatt dem dauernden Piraten-Bashing, dann wird man euch vielleicht auch mal wieder als Gewerkschaft anerkennen.

      1. Wir haben weder gewonnen noch verloren, aber wir haben definitiv bei der Wahl unsere Ziele komplett verfehlt… 119.581 Stimmen sind nicht viel, aber auch nicht wenig, wenn wir ehrlich sind.

        …und: Dank uns ist die braune Suppe nicht Platz 1 der „Sonstigen“ 😉

      2. T Pfennig :
        Ziele verfehlt = verloren! Es geht bei Wahlen nicht darum dabei gewesen zu sein!

        Oh doch. Mir ist doch egal ob wir irgendwann in Parlamenten landen oder ob wir irgendwann überflüssig werden weil die anderen Parteien unsere Ideen umsetzen (und nicht nur in form von leeren Phrasen, die man dann nach der Wahl ganz schnell dem Koalitionsabkommen opfert)…

        Was schlägst du vor? Erst garnicht versuchen? Die CDU einfach machen lassen? Die Hände in den Schoß legen, der Wahlbeteiligung beim Sinken zusehen und hoffen das irgendwann alles schon von selbst gut wird? 😉

        Wie gesagt. Ich verstehe immer noch nicht warum du gegen 1.5%-Piraten basht, während eine 34%-CDU bei dir geradezu Schonzeit genießt 😉

      3. Was soll an zur CDU schon sagen? In vielerlei Hinsicht ist die CDU toleranter als die PP, aber auch konservativer. CDU bashen kann jeder – das machen fast alle linken Medien und sogar die FAZ. Welchen Sinn hätte das da in die gleiche Kerbe zu hauen? In meinem Blog schreibe ich zumeist über Themen die untergehen oder was mich bewegt. Ich halte die PP in ihrer Ideologie für gefährlich. Deswegen muss man euch verhindern. Eure Theorien sind teilweise hichgefährlich und überwiegend antiemanzipatorisch und somit gegen das gerichtet, was ich vertrete. Die PP will keine Bürgerechtspartei sein und hat in ihrer Geschichte bereits viele Ex-Nazis und Verschwörungstheoretiker als Mitglieder angezogen. Das jemand wie Arne Hoffmann bei euch im Wiki und Forum geduldet wird und nicht achtkantig rausfliegt ist schon Zeichen genug. Ihr wählt diesen Weg der Annäherung an rechtsradikale Thesen und müsst dann auch damit leben, wenn man euch mit denen in einen Topf steckt. Ihr habt jeden Tag die Wahl.

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