Piraten wollen Schlussstrich unter Genderdebatte

Zwei ganz besonders schlaue Piraten haben folgende Konsequenz aus der Genderdebatte gezogen: Das Thema ist unangenehm, also machen wir einen Antrag, bei dem von allen Piraten ein klares Bekenntnis verlangt wird.

Titel: Positionierung der weiblichen Piraten zur Gender-Debatte
Antrag

Der Bundesparteitag möge beschliessen, dass er zwei getrennte, geschlechtsspezifische Abstimmungen unter den anwesenden weiblichen Piraten durchzuführen wünscht. Die erste Abstimmung soll zum Ziel haben, demokratisch für weitergehende Anträge festzustellen, ob sich die weiblichen Piraten selbst mehrheitlich innerparteilich ungleich behandelt fühlen und ob eine Gender-Debatte deshalb verhältnismäßig ist. Ebenso möge der Bundesparteitag in einer weiteren Abstimmung unter den weiblichen Piraten feststellen, ob diese mehrheitlich im parteiinternen Sprachgebrauch auf die Bezeichnung „Piratinnen“ wertlegen oder ob weiterhin Piraten geschlechtsneutral bezeichnet werden sollen.

Begründung

Da in der Vergangenheit einige weibliche Piraten behauptet haben, dass sie sich u.a. durch die geschlechtsneutrale Bezeichnung „Pirat“ innerparteilich benachteiligt fühlten, dienen diese Abstimmungen dazu, die Gender-Debatten abschließend demokratisch zu entscheiden und eine Aussage darüber zu treffen, wie die weiblichen Piraten selbst mit dieser Frage zukünftig umgehen möchten. Dieses Thema kann nur von den weiblichen Piraten selber beantwortet werden, unabhängig davon, wie der Bundesparteitag dann ggf. damit weiterverfahren möchte. Unter Umständen entfällt hier jedoch bereits jede weitere künftige Diskussion.

Das ist also eine Schlussstrichdebatte: „die Gender-Debatten abschließend demokratisch zu entscheiden“. Wieder einmal versuchen Piraten, die Demokratie nicht verstanden haben, diese zu missbrauchen um Dinge zu verdrehen. Piraten würden auch eine Abstimmung darüber machen, ob die Erde eine Scheibe ist und wenn dies demokratisch bejaht würde, würden sie dies auch für richtig befinden. Denn Piraten denken das Demokratie=Mehrheiten ist. Es ist bitter, dass unser Schulsystem es nicht schafft den Geist der Demokratie zu vermitteln.

Es war auch keine gute Demokratie, wenn mehrheitlich das Gefängnis auf Guantanamo oder der Krieg gegen den Irak in den USA beschlossen wurde. Oder hier in Deutschland die Einführung der Vorratsdatenspeicherung. Piraten müssten aber, wenn man ihrer Denke folgt alles gut finden, was demokratisch legimiert ist. Tun sie aber nicht. Und an manchen Punkten zu recht. Doch so weit denken, dass sie die rein demokratische Legitimation eines Beschlusses als nicht ausreichend betrachten, denken sie nicht. Die glauben sie könnten demokratisch entscheiden, ob ihre Satzung diskriminierend ist. Dabei gehen sie sogar so weit, dass sie es auf das „Fühlen“ reduzieren. Das heisst Diskriminierung betrachten die Piraten nicht sachlich nach bestimmten Kriterien, sondern sie glauben, dass dies eine reine Bauchentscheidung eines oder einer jeden Einzelnen sei. Halt so nach Tageslaune: Man wacht morgens auf, steigt in den Bus und fühlt sich plötzlich diskriminiert – aber am nachmittag wo das Wetter schöner wird, fühlt man sich dann weniger diskriminiert und die Welt ist wieder in Ordnung!?

So ist das aber nicht. Diskriminierung ist ein wissenschaftlich erforschtes Problem. Sicher geht es dabei mitunter auch um das persönliche Befinden. Aber es wurde eben auch über das, was uns als Einzelne bewusst ist hinaus erforscht und festgestellt, dass vieles an Diskriminierung unmittelbare Effekte hat, ohne das es den Beteiligten bewusst ist, dass sie es auslösen oder davon betroffen sind. Im konkreten Fall bedeutet das, dass die diskriminierende Wirkung der Satzung der Piraten durch Ausklammerung der weiblichen Namensgebung „Piratin“ eine Frage ist, die mit oder ohne Mehrheitsbeschluss ein Faktor ist (oder eben nicht). Man kann sowas nicht mehrheitlich entscheiden, sondern höchstens wissenschaftlich. Es gibt dazu bereits vergleichbare Studien zu anderen Fällen männlicher oder weiblicher Bezeichungen und ihrer Auswirkungen auf die Menschen, die sie lesen und damit umgehen. Wissenschaft hat an dieser Stelle aber die Piraten nie interessiert. Und komischerweise halten sie sich aber für furchtbar kompetent auf dem Gebiet, wo sie doch sonst gerne zu Themen schweigen. Nein, jeder männliche Pirat, weiss einfach aus dem Bauch heraus, wie sich Frau fühlt. Notfalls fragt er halt seine Freundin – und die bestätigt ihm dann das, was er bereits denkt. Denn die Piraten sind ja ganz modern – und so viele Piraten-Frauen verstecken lieber ihren weiblichen Part, weil sie sich sonst bedroht fühlen würden von den Männern. Sie wollen als gleich anerkannt sein. Also müssen sie sich wie Männer geben. Daher Pirat. Denn nur wer Mann ist ist gleich. Wobei Männer natürlich gleicher sind als Frauen. Wäre ja auch blöd wenns umgekehrt wäre (für die Männer). Deswegen war auch niemals „Piratin“ als geschlechtsneutraler Begriff denkbar. Denn wenn das weiblich ist, ist es ja nicht mehr neutral denn nur Männer sind neutral?

Die Piraten produzieren abstruse Ideen an laufenden Band. Leider sind sie dabei nicht harmlos, denn diesen Anträgen legt allzu oft ein bedenkliches Gedankengut zugrunde.

Vgl. auch: Sag Nein zu Piraten!

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Piraten wollen Schlussstrich unter Genderdebatte

42 Gedanken zu “Piraten wollen Schlussstrich unter Genderdebatte

  1. BS, immer noch weiblich, nicht Parteimitglied schreibt:

    Sorry, aber das ist pathologisch. Erwartest Du immer noch vernünftige Antworten und Diskussionen bei Deiner Hetze und Polemik? Hut ab vor allen, die darauf noch sachlich antworten können. Selten soviel dummes Zeug und Quatsch unter dem Deckmäntelchen einer „sachlichen Analyse“ gelesen.

    1. Es geht inzwischen nicht mehr darum sich mit Einzelheiten der Kritik aufzuhalten. Das Bild der PP hat sich derart verdichtet, dass der Spielraum für andere, gutmeinende Interpretationen aufgebraucht ist. Wir wissen jetzt, wer und wie ihr seid. Die Chancen einen anderen Weg einzuschlagen wurden vertan – die Einzelkritik ignoriert. Nun sind wir bei der Zwischenbilanz und die sieht vernichtend aus.

    2. Warum regst du dich denn so auf, wenn du kein Parteimitglied bist? Das verstehe ich nun gar nicht.
      Und nur so am Rande: Deine Wortwahl „pathologisch“, „dummes Zeug und Quatsch“ und „Hetze und Polemik“ zeugt nicht gerade von weitereichender Information über die Hintergründe der Debatten, sondern eher von … Diversion. Auf die eigentlich im Artikel angesprochenen Problematiken gehst du nicht ein. Schade.

  2. Zunächst mal: es ist egal, ob eine Mehrheit entscheidet, dass weibliche Piraten sich nicht benachteiligt fühlen. Denn es ist ja stets eine Minderheit – selbst wenn alle weiblichen Piraten sich benachteiligt fühlen würden, so wären sie doch mit geschätzten 10% in der Minderheit. Und es wäre leicht für die Mehrheit, zu beschließen, dass keine Benachteiligung besteht. Aber niemals kann per Abstimmung entschieden werden, ob ein Gefühl der sexistischen Benachteiligung vorhanden ist oder nicht. Davon abgesehen:

    Sicherlich wird der Parteitag in Bingen eine Entscheidung auch in der Genderdebatte bringen. Vielleicht wird diese aber ganz anders aussehen, als viele das erwarten … 🙂

    Wir Piratinnen sind jedenfalls keineswegs „mundtot“ (gemacht) worden. Auch wenn es (fast )nichts mehr gibt, was von der Mailingliste geleakt werden kann …

  3. Tja es ist mal wieder so weit! Keiner hat das Teil wirklich gelesen.

    Mal davon abgesehen das ALLE weibl. Piraten, die ich pers. gefragt habe gesagt haben das einer der Gründe Parteimitglied zu werden darin lag das eben nicht diese besch… Unterscheidung von Mann und Frau gemacht wird, war die Meinung das die Verwendung nur eines Begriff auch Gleichberechtigung bedeutet.

    Mir pers. ist es egal ob sich die weibl. Piraten nun Piratinnen nennen. Dann aber richtig:

    Piraten
    Piratinnen
    Piratucken
    Piratunten
    Piratösen
    Piratessen
    und nicht zuletzt die Piratrolle

    @Piratenweib: Und warum hast du Unterschrieben das du PIRAT bist? Oder hast du die Satzung nicht vorher gelesen?

    1. Die Unterscheidung zwischen Frau und Mann wird natürlich auch unter Pirat/innen gemacht. Pirat/innen sind Teil unserer Gesellschaft und als solche sind sie in unserer Gesellschaft sozialisiert und keineswegs frei von gesellschaftlichen Internalisierungen.

      Deine Aufzählung merkwürdiger Benennungen zeigt mir, dass du sehr wohl weißt, das Sprache wichtig ist, und dass mit Sprache vieles erreicht werden kann. Du versuchst eine andere Meinung ins Lächerliche zu ziehen, in dem du sie sprachlich abwertest und eben ins Lächerliche hinabziehst. Eine nette rhetorische Technik, die aber leicht durchschaubar ist.

      Und wo habe ich denn unterschrieben, dass ich PIRAT bin? Ich habe hier https://piratenpartei-bayern.de/mitgliedsantrag einen Mitgliedsantrag ausgefüllt. Dort steht keineswegs etwas von PIRAT. Mal ganz davon abgesehen, dass die Satzung die Bezeichnung nur für den Text der Satzung festlegt. Die Satzung habe ich weder mit erarbeitet, noch habe ich sie unterschrieben.

      Ich habe noch nicht einmal behauptet, dass ich unbedingt Piratin genannt werden möchte.
      Aber solange hier und anderswo die große Welle wegen und gegen die weibliche Bezeichnung gemacht wird, solange weiß ich, dass etwas ganz gewaltig im Argen liegt. Hier ist niemand post-gender, sondern viele sind evtl. eher so „leck mich am Arsch“ eingestellt. Der Wille, über evtl. Diskriminierungen innerhalb der Partei nachzudenken, ist schlichtweg nicht vorhanden. Und DAS prangere ich an. Und das ist auch mit Mehrheitsentscheidungen nicht zu beseitigen.

  4. Karbrüggen schreibt:

    Hmmm…
    Wo ist denn das Problem, wenn weibliche Piraten darüber abstimmen, ob sie Piratinnen oder auch Piraten sind? Ich finde das gut! Dann wissen wir endlich wie die Mehrheit denkt. Ich hätte auch nichts dagegen wenn auch alle männlichen Piraten Piratinnen heißen würden. Es gibt meiner Meinung nach nämlich wichtigeres in diesem Land als die Form, wie ich angesprochen werde.

    Du darfst mich also männliche Piratin nennen oder auch Pirat 😉

      1. Karbrüggen schreibt:

        P.S.: Wie ich sagte: ES IST MIR EGAL wie ich angesprochen werde. Warum sollte ich was unterstützen das mir egal ist? Aus diesem Grund unterstütze ich den anderen Antrag auch nicht 🙂

      2. Den Antrag finde ich gut. Wäre ich Mitglied der Piratenpartei, hätte ich ihn unterstützt.

        Bin allerdings eher grün, weil da mehr von den Themen schon etabliert sind, die mir wichtig sind. Da funktioniert dieses Sprachspiel auch schon richtig: Eine Grüne, zwei Grüne, ein Grüner.

  5. Michael schreibt:

    Findest du es richtig von einzelnen, die einen zugegeben dämlichen Antrag stellen, auf die ganze Partei zu schließen?

    Wenn bei den Piraten tatsächlich Demokratie=Mehrheiten gälte, wie du behauptest, wäre ich schon lange weg. Zum Glück ist das nicht der Fall.

    1. Findest du es richtig von einzelnen, die einen zugegeben dämlichen Antrag stellen, auf die ganze Partei zu schließen?

      Es sind ja nicht die Ersten. Und es passt zu einer Argumentation in Reaktion zu Lenas Initiative. Im Wesentlichen war deren Argumentation eben: „die anderen Frauen bei den Piraten sehen das aber ganz anders“. Ich schreibe diesen Artikel ja auch in einer Reihe von Artikeln, mit denen ich bestimmte Thesen untermauere. Da ist dieser Antrag nur ein weiteres Beispiel.

  6. Nymph schreibt:

    Es ist erbärmlich, dass hier von wenigen Mitgliedern/Mitgliederinnen auf alle Mitglieder/Mitgliederinnen geschlossen wird. Pirat/Piratin kann jeder/jede werden, Anträge einbringen kann auch jeder/jede. Von einem Antrag von vielen auf die gesamte Partei zu schließen, ehe überhaupt darüber entschieden wurde, deutet auf einen fehlenden Realitätsabgleich hin.

    1. Es gibt keine Mitgliederinnen. Das Wort ist neutral. Du versuchst den gleichen sprachlichen Trick wie schon vor dir „Baron Thoran“. Schade.

      Nun, natürlich kann jede/r Mitglied werden und jede/r Anträge stellen. Aber die öffentliche Darstellung der Partei bzw. deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zieht natürlich ganz bestimmte Menschen an. Wenn ich keine Positionierung „rechts/links“ vornehme, sondern behaupte, ich wäre „vorne“ und dann auch noch „post-gender“, darf ich mich nicht wundern, wenn sich Extremisten aller Richtungen bei mir wohl fühlen – ebenso natürlich die Misogynisten und Maskulinisten. Was erwartest du denn? Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus – sagt schon ein altes Sprichwort. Das heute übrigens immer noch Gültigkeit hat.

      1. Karbrüggen schreibt:

        Wir sprache nicht von denen gemacht, die sie sprechen? Ich hab noch nie irgendwo von Piratinnen gelesen, in keiner Geschichte, nur von weiblichen Piraten. Also, da wir nun anscheinend auch Piratinnen haben, also ein neu erfundenes Wort, gibt es auch MITGLIEDERINNEN!!! Denn wir sprechen diese sprache und bestimmen was passiert und was nicht. Wenn es Piratinnen gibt, MUSS es auch Mitgliederinnen geben, oder wo steht, dass dieses Wort Geschlechtsneutral ist? Steht das wo? Ich weisz es nicht. Allerdings steht sehr wohl irgendwo das Pirat ein Geschlechtsneutraler Begriff ist =) Wo?

      2. Wenn Dumheit weh tun würde…. Ich kanns nicht mehr lesen/hören. Wieso solls denn „weibliche Piraten“ geben? Es gibt doch nur Piraten? Normalwerweise höngt man da im deutschen ein „in“ an. Die Piraten definieren nun aber: ist nicht. Und dann Geschlecht ala „girl friend“ ? Muss man jetzt also immer vor „pirat“ angeben welchen Geschlechts er/sie ist? Also die ganze angebliche Neutralität nur dafür, dass man das Geschlecht betonen muss? Super. Warum einfach wenns kompliziert geht?

  7. BRIBRI schreibt:

    http://uncensoredarabwomanblues.blogspot.com/2010/04/evil-men-and-hell-on-earth.html

    Ich habe die Diskussion oben nicht gelesen, möchte aber darauf hinweisen,daß Ihr meines Erachtens eine sehr ausschließliche Diskussion führt.
    Was gedenken die wackeren Piraten zu tun , wenn Immigranten mit Gewalt von Seiten der Familie konfrontiert werden ? Hilft da der Hinweis “ WIR sind postgender “ ?
    There is noch such thing like „postgender „.
    Ihr dreht da eine Diskussion , die sehr exklusiv ist.

  8. tralafitti schreibt:

    Nymph :
    Es ist erbärmlich, dass hier von wenigen Mitgliedern/Mitgliederinnen auf alle Mitglieder/Mitgliederinnen geschlossen wird.

    So läuft das halt, ist bei CDU oder SPD auch nicht anders. Die Piraten sind eine Partei wie alle anderen auch, Welpenschutz oder ähnliches gibt es nicht.
    Schließlich lassen es sich die Piraten auch nicht nehmen andere Parteien für Anträge/Aussagen mit denen sie nicht übereinstimmen zu kritisieren.
    Dieses rumheulen ist einfach nur peinlich. Ich wähle bestimmt keine Partei deren Mitglieder sich ständig beschweren, dass alle so schrecklich gemein zu ihnen sind. Politik ist kein Ringelpitz mit anfassen, da braucht man halt einen Arsch in der Hose.

    1. Und wozu braucht man in der Politik einen „Arsch in der Hose“? Zum Festkleben am Sessel? Ringelpietz ist Politik nicht, da hast du Recht – auch Piraten/m sollten begreifen, dass „ich mag jetzt nichts davon hören und mich auch nicht damit beschäftigen“ keine akzeptable politische Arbeit ist. Und hör doch bitte auf, hier rumzuheulen … 😉

    2. SD schreibt:

      „Die Piraten sind eine Partei wie alle anderen auch“

      Das stimmt nicht so ganz.
      Wir sind sehr basisdemokratisch und sehr transparent. Das führt zu viel tieferen Einblicken, erschwert aber auch das Einsortieren der Einblicke. So ist das halt mit der Transparenz. Keine PR-Abteilung oder journalistische Aufbereitung sortiert einem die Informationen vor. Man muss wohl oder übel selber überlegen, was das bedeutet, das man da nun vor sich hat. Und ein Antragsentwurf mit (aktuell) 6 Unterstützern und 29 Gegnern bedeutet jetzt nicht so wahnsinnig viel.

      1. Transparent sind wir in großen Teilen, aber wie kommst du darauf wir wären basisdemokratisch? Steht das in der Satzung? Muss ich wohl übersehen haben …. Ich würde mich freuen, wenn auf dem BuPT in Bingen die Basisdemokratie in die Satzung aufgenommen werden würde.

        Und: Keine PR-Abteilung sortiert etwas vor, aber wenn eine Meldung ohne PR-Abteilung rausgeht, wird die große Welle gemacht? Hä?

      2. SD schreibt:

        Die enormen Beteiligungsmöglichkeiten auf allen Ebenen und in so ziemlich allen Belangen würde ich schon als basisdemokratisch bezeichnen. Ich wüsste nicht was eine Erwähnung in der Satzung daran ändern würde.

        Und was die Meldungen angeht, die „rausgehen“, kommt das jawohl stark drauf an, was mit rausgehen gemeint ist. Nahezu alles was irgendwer irgendwo äußert ist öffentlich und geht damit gewissermaßen raus. Das meiste davon ist allerdings nicht offiziell im Namen der Piratenpartei von dazu befugten Personen. Wenn nun Meldungen fälschlicherweise den Eindruck erwecken, sie wären genau das (auch wenn das vielleicht nichtmal unbedingt beabsichtigt war), wird natürlich die Welle gemacht. Es macht nunmal einen Unterschied, ob jemand für sich bzw. eine eigene Initiative, oder offiziell für die Partei spricht.

    3. SD schreibt:

      Basisdemokratisch genug, dass jeder einen solchen Antrag stellen kann und transparent genug, dass die Anträge jeder lesen kann. Darum geht’s in diesem Zusammenhang und das ist nun wirklich nicht gelogen (offensichtlich…).

  9. Dennis schreibt:

    Augenscheinlich ist es in der Tat so, dass die Kritiker den Antrag nicht vollständig gelesen haben, denn der ist eigentlich was die Thematik an sich angeht wertneutral zur Gender-Debatte.

    Die Kritik vorallem von Seiten der Piratinnen zeigt aber nun, dass es Ihnen auf eine demokratische Entscheidung der Partei nicht ankommt, in der die Mitglieder darüber befindet, ob sie sich mit der Thematik überhaupt beschäftigen möchten oder nicht. Denn so lange dies nicht der Fall ist hat Jens Seipenbusch mit der Aussage definitiv recht, dass es in der Piratenpartei keine Genderdebatte gibt. Denn das was es gibt, ist die Meinung von einzelnen Piraten und Freibeutern über dieses Thema. Das hat aber nichts mit der Piratenpartei zu tun, auch wenn das noch so viele TAZ-Artikel behaupten. Ein Parteithema wird dies jedenfalls noch lange nicht, wenn das nur Einzelpersonen diskutieren und dann behaupten für wesentliche Teile der Partei zu sprechen ohne dafür jemals demokratisch legitimiert worden zu sein. Da können sich einzelne Piratinnen diskriminiert fühlen oder auch nicht. Das ist zunächst ihre persönliche Sache und nicht die der Partei, um es mal deutlich zu sagen. Die Legitimation für die Partei zu sprechen fehlt Lena Simon und den Piratinnen völlig und kann nur durch eine entsprechende Abstimmung demokratisch festgestellt werden – sofern die Piratenpartei dies denn auch möchte.

    Da mir vorgeworfen wurde, nichts von Demokratie zu verstehen, möchte ich den Autor des Artikels doch mal an dieser Stelle eindringlich bitten, zu beschreiben, was denn eine demokratische Legitimationskette ist. Ich bin sehr gespannt auf seine (ausweichende?) Antwort dazu. 😀 Vielleicht erzählt er uns ja auch dieses Mal wieder ausschweifende Darstellungen von Guantanamo bis zum Irak-Krieg, die in dem Thema eigentlich wenig zu suchen haben. Ich bin jedenfalls gespannt, ob er uns dazu eine ausführliche Erklärung bietet, um ansatzweise beurteilen zu können, wie es denn um sein Demokratieverständnis gestellt ist. Vielleicht ist das dann auch mal ein interessanter Aspekt für die Piratinnen in diesem Kontext. 😉

    Wenn man eine Abstimmung macht, wäre es nmM jedenfalls wegen der speziellen Betroffenheit der weiblichen Piraten wohl fair, wenn sie darüber zunächst selber auf dem Bundesparteitag eine Meinung finden und darstellen können und nicht die Gesamtheit der Partei darüber befinden muss, wie das die Frauen in der Partei nun sehen sollen. Eben das ist nicht Teil dieses Antrages, obwohl das hier vorgeworfen wird, dass wir die Debatte nur abwürgen wollten. Nein, wir wollen eine demokratische Meinung und Entscheidung, wie damit nun innerparteilich mit dem Thema umgegangen werden soll. Das ist alles. Und ich persönlich finde es eine Chance auf Augenhöhe für die Piratinnen, wenn sie nun auch erstmal die weiblichen Piraten in der Partei von ihrer Position überzeugen würden, dass eine Beschäftigung der Partei mit dem Thema überhaupt nötig sei bzw. wie sich die Frauen nun offiziell nun angesprochen fühlen oder nicht. (Selbstverständlich kann sich gerne privat so bezeichnen wie er will. Das ist ja davon nicht tangiert.)

    Dass man andere überzeugen muss, ist eben auch eine Notwendigkeit in einer demokratischen Partei. Dies müssen aber alle, die aus einer privaten Meinung einer Gruppe oder Einzelner eben auch ein Parteithema machen möchten. Insofern können die Piratinnen hier auch nicht für sich beanspruchen, dass sie hier gleicher als andere sein wollen. Das ist dann undemokratisch!

    Deshalb finde ich es sehr interessant, dass die Piratinnen sich dieser Abstimmung nicht stellen wollen und davonlaufen, womöglich aus Angst das sie diese Abstimmung verlieren könnten. Das unser Demokratieverständnis hier bedenklich sei, finde ich daher schon irgendwo sehr lustig. Immerhin gehen wir ja damit auch auf die Piratinnen zu und geben Ihnen eine echte Chance einer demokratischen Meinungsfindung der Partei zu IHREM Thema. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

    Sich dieser Abstimmung aber entziehen zu wollen, enttäuscht mich sehr, denn es zeigt, dass die Piratinnen vielleicht leider zu feige sind, sich den demokratischen Spielregeln zu stellen und selbst ein Defizit im Demokratieverständnis haben könnten. Damit schaden sie aber der gesamten Gender-Thema, denn man ist eben auch erst Gleicher unter Gleichen, wenn man auch die gleichen Pflichten einzuhalten bereit ist. Das hört man natürlich nur ungern, aber die Anerkennung dessen ist die Grundbedingung, wenn sie denn tatsöchlich ernst genommen werden wollen. Das versuchen wir aber eben mit diesem Antrag, denn wie ich bereits am Anfang festgestellt habe, ist der Antrag inhaltlich wertneutral.

    Der Notwendigkeit, dass sie sich auch dem Urteil und Meinung der Mitglieder stellen müssen, wenn sie denn nun glaubwürdig sein wollen, können sich die Piratinnen nämlich nicht entziehen. Aber da sie es versuchen, scheint es mit der Glaubwürdigkeit leider nicht weit her zu sein – was ich persönlich sehr bedauere.

    PS: Diese Antwort stellt meine eigene persönliche Sichtweise dazu dar.

    1. Ich kann gerne noch mal mehr zur Demokratie aus meiner Sicht schreiben. Aber nicht flux als Kommentar. Ich habe durchaus Bewegung zur Kenntnis genommen, dass ihr Frauen ein eigenes Votum zugestehen wolltet. Das halte ich für einen inhaltlichen Fortschritt, da es die Einsicht beinhaltet, dass ein Gesamtvotum bei Männerüberschuss immer einseitig sein würde. Dennoch ist die wesentliche Kritik, die man hier vorbringen muss, dass die Fragestellung sich nicht für eine demokratische Abstimmung eignet. Was ist denn, wenn sich 49% der Frauen diskriminiert fühlen? Stellt man dann fest, dass es keine Diskriminierung gibt, weil 51% anderer Meinung waren? Die aufgeworfene Frage kann nur anhand der Realität überprüft werden. Es gibt auch bestimmte Kriterien anhand derer man Diskriminierung erkennen kann, wie z.B. ob es eine geschlechtergerechte Sprache gibt, Die wird von vielen Piraten abgelehnt. Es ist aber wissenschaftlich bewiesen, dass Sprache Einfluss auf unserer Wahrnehmung und unser Verhalten hat. Da ist im Grunde kein Raum für Interpretation oder Meinungsbildung. Du kannst genau so gut Menschen an einer Straße fragen, ob sie sich durch Lärm beeinträchtigt fühlen. Aber es ist unerheblich – denn Lärm beeinträchtigt sie – ob sie es wahrnehmen oder nicht. Auch da könntest Du per Abstimmung zum Ergebnis kommen, dass es keinen beeinträchtigenden Lärm gibt. Oder hättest Du vor 200 Jahren Frauen gefragt, ob sie das Wahlrecht wollen, hättest Du vielleicht auch keine Mehrheit dafür bekommen. Daraus zu schließen, dass Frauen kein Wahlrecht bekommen müssen wäre aber falsch gewesen. Verstehst Du die Argumentation?

  10. datenritter schreibt:

    Vinci, ich kenne weitaus schlimmere Anträge und Statements aus allen möglichen Gruppierungen, gegen die Du komischerweise nicht vorgehst. Vielelciht weil sie nicht 2% bei einr Wahl bekommen haben, „wie die NSDAP zuerst auch!!elf!!“

    Da Du von Dir selbst behauptest, „Anarchist“ zu sein und den „Parlamentarismus abzulehnen“, stelle ich erstmal Dein eigenes Demokratieverständnis in Frage.

    Wenn man Dich fragt, warum Du gegen die Piraten hetzt, dann behauptest Du, von ihnen ginge eine Gefahr aus. Ich sehe die größere Gefahr in der Art, wie Du versuchst, Bildzeitungsmentalität durch aus dem Zusammenhang gerissenes noch zu unterbieten. Unsere Demokratie braucht aufgeklärte, kritisch denkende Menschen, keine Hetzer, die verdrehen und behaupten, um andere in die Irre zu leiten.

    Jetzt zum eigentlichen „Inhalt“:
    Dass sich da bei der PP etwas „verdichtet“ ist eine rcht freie Behauptung, und wenn sie wirklich Deiner Wahrnehmung entspricht (und Du nicht für diese Agitation bezahlt wirst) dann ist das ein massiver Fall von kognitiver Dissonanz.

    Letzteres ist leicht zu belegen: Dass bei den Piraten eine Debatte stattfindet, unterschlägst Du, in dem Du einen Antrag von über hundert rauspickst, mit dem zwei Fehlgeleitete versuchen, sie zu „beenden“. (Übrigens danke für den Hinweis, ich hab mich gleich mal als Ablehner eingetragen.) Zum Zeitpunkt Deines Postings waren bereits fünf mal so viele Ablehner unter dem Antrag eingetragen, wie Zustimmer. Zwar kann man daran nicht unbedingt ablesen, wie die Entscheidung auf dem Parteitag aussehen wird, aber es belegt, dass Du solche Informationen nur verwertest, wenn sie Deine „Meinung“ bestätigen könnten.

    Deine Glaubwürdigkeit ist dadurch IMO auf dem Nullpunkt angelangt.

    1. Demokratie und Parlamentarismus haben nicht viel miteinander zu tun. 😉

      Die Ablehner unter dem Antrag haben aus den unterschiedlichsten Gründen abgelehnt. Das darf bei der Diskussion nicht vergessen werden. Zum Beispiel dieser wunderbare Kommentar:
      Dagegen, weil die Gendermädels sich sonst andere Themen suchen, von denen sie noch weniger verstehen! oder dieser Gendern ist überflüssiger Mist und imho positive Disskriminierung
      Oh bitte. Ich frage mich wirklich, wer hier mit „Befindlichkeiten“ argumentiert. Die Piratinnen sind´s jedenfalls nicht.

  11. Privacy schreibt:

    Ich werde den Antrag ganz sicher nicht untersützen. Ich möchte inhaltlich arbeiten und habe keinerlei Bedarf an Befindlichkeitsdebatten.

    Pirat

    1. Die meiste Ablehnung erfährt der Antrag glaube ich genau aus dieser Richtung: Das Frauen keine eigenständige Sichtweise zugestanden wird. Sondern die Frage der geschlechtegerechten Sprache wird als „Befindlichkeit“ betrachtet. Insofern wird der Antrag aus diametral entgegengesetzten Sichtweisen heraus abgelehnt.

  12. @Karbrüggen: Sry, aber für deine Uninformiertheit kann ich nix. Warum sollet ich das Gründungsprotokoll für meinen Parteibeitritt lesen – da steht nicht mal drin, wieviele Personen anwesend waren. Da nützen dann auch die Abstimmungsergebnisse nix, wenn die Grundgesamtheit nicht angegeben ist.
    Für mich gelten Satzung und Parteiprogramm. Und tue doch bitte nicht so, als wären diese beiden ewiggültige Gesetze! Satzung und Programm können jederzeit (!) geändert werden, wenn eine Mitglieder-Mehrheit das will.
    Darum geht´s übrigens auf dem BuPT, falls du das noch nicht verstanden hast. Es werden Satzungsänderungen beschlossen, sowei Parteiprogrammpunkte. Für ein lockeres Sit-in würden wohl kaum 1000 Leute nach Bingen reisen.

    1. Karbrüggen schreibt:

      Meine liebe, ich bin seit 2006 Piratenmitglied. Dekst Du, das ist mein erster Parteitag? Verstehßt Du nicht, dass man nicht immer zu allem ’ne Meinung haben muss? Dafür gibt es nämlich diese sog. Enthaltungen

  13. @Karbrüggen:
    P.S.: Wie ich sagte: ES IST MIR EGAL wie ich angesprochen werde. Warum sollte ich was unterstützen das mir egal ist? Aus diesem Grund unterstütze ich den anderen Antrag auch nicht 🙂
    Schon mal was von Solidarität gehört? Nein? Ach so, verstehe!

    1. Karbrüggen schreibt:

      Was hat das mit Solidarität zu tun, wenn ich NICHT dafür bin? Wenn mir sachen egal sind, dann ist das so. Dann könnte ich ja jeden Antrag solidarisch unterstützen, oder? Warum gerade Deinen, wenn es mir doch einfach völlig egal ist wie ich angesprochen werde. Soll ich auch solidarisch Mitglied in anderen Partein sein? Was erzählst Du da?

  14. Karbrüggen schreibt:

    Mal ’ne Frage an Dich Vinci. Wie nennt man Piraten, dessen geschlecht nicht eindeutig feststellbar ist? Ich rede hier vom Hermaphroditismus.

  15. thopre schreibt:

    Piratenweib :
    Zunächst mal: es ist egal, ob eine Mehrheit entscheidet, dass weibliche Piraten sich nicht benachteiligt fühlen. Denn es ist ja stets eine Minderheit – selbst wenn alle weiblichen Piraten sich benachteiligt fühlen würden, so wären sie doch mit geschätzten 10% in der Minderheit.

    Prozentrechung mangelhaft? Wenn nach dem Gefühl der Frauen in der Piratenpartei gefragt wird, ist dieses Ergebnis natürlich nur auf die Frauen in der PP anwendbar. Also genau das, was ja ursprünglich beabsichtigt war.

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