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Reflexionen zu Opfern und dem Dresdner Gedenken

Dresden hat mehrere Facetten. Ich möchte hier zunächst einmal auf diejenigen eingehen, die den Bombenangriff auf Dresden selbst miterlebt haben: Ich denke, dass man deren persönliches Erleben, deren Traumata, eventuell über Jahrzehnte Flashbacks u.ä. als ihr persönliches Leiden anerkennen muss. Das ist unpolitisch. Hier geht es nicht um Deutung und Schuldzuweisung. Und einem Kind kann man auch nicht vorwerfen, Täter gewesen zu sein. Diese Menschen haben unser Mitgefühl verdient.

Was aber in Dresden passiert ist nicht eine Gruppentherapie, es werden oftmals sogar alte Wunden aufgerissen – insbesondere dann, wenn man den Verursachern der Leiden des Dritten Reiches, in dessem Zuge auch Dresden bombardiert wurde, so viel Platz einräumt. Und dann z.B. auch noch als Aufmarschplatz einen Platz zuweist, an dem früher Juden abtransportiert wurden.

Was war der Bombenkrieg?

Man kann den Bombenkrieg nicht nur aus dem Rückblick betrachten? Würden wir heute akzeptieren, wenn in irgendeinem Land 2010 ein derartiger Luftkrieg geführt würde? Wahrscheinlich nicht. Aber bislang gab es auch keine vergleichbare Situation. Und man vergisst so leicht, dass es damals um alles oder nichts ging. Es gab eine Zeit, an der man in Großbritannien davon ausging, dass man den Luftkrieg verlieren würde. Der Krieg eskalierte immer weiter – und die Bombenangriffe der Aliierten wurden im späteren Verlauf ausgeweitet – denn ein Friedenssschluss war nich in Sicht. Die Strategie war nicht zuletzt, die deutschen Jäger in der Heimat zu binden und zu beschäftigen. Ich denke auch, dass eine konkrete Kritik an einzelnen Luftangriffen erlaubt ist. Wer Krieg und Militär per se ablehnt (also eine Pazifistin), hat es da sowieso einfacher – denn aus seiner Sicht ist jede Kriegshandlung zu verurteilen.

Dresdner Gedenken

Das problematische am Dresdner Gedenken, mit dem ich mich aber auch nur oberflächlich befasst habe, scheitn die unzureichende geschichtliche Eindordnung zu sein – und vielleicht auch überhaupt die Absicht ein Gedenken zu inszenieren. Die Frage ist, was man damit bezwecken will? Wenn es darum geht eine Gedenkminute für die vielen Bombenopfer abzuhalten – von mir aus – sei es ihnen gegönnt. Aber was hier ja passiert ist, dass dieses Ereignis “emototional aufgeladen” wird, wie die Marketingexperten sagen. Es wird an einem Opfermythos gebastelt – der Bombenangriff und somit der Bombenkrieg als solcher wird zum Unrecht als solches umdefiniert. Es wird eben zu einem Angriff und die Ursachen des Bombenkrieges negiert. Mit eben diesen Mythen hat man unzähliche Nazis angezogen, die genau auf diese Geschichtsklitterung abfahren. Denn wenn die Aliierten Unrecht begangen haben, dann war das Unrecht der Nazizeit weniger Unrecht. Man holt Jugendliche dort ab, wo sie die Bürgerliche Mitte stehen lässt: “Du glaubst, das die Bomardierung Dresdens Unrecht war? Ok – und jezt erzähle ich Dir, dass Hitler gar nicht so schlimm war!

Was Dresden und die Politik dort macht ist eine explizite Förderung rechtsextremen Gedankengutes. Was glaubt ihr, warum die so gerne in eurer zugegeben schönen Stadt demonstrieren wollen zu den gleichen Themen und dem gleichen Grundtenor wie eure Opferinszenierungen? Eben weil es im Kern identische Vorstellungen sind. Obwohl ich manchmal so den Gedanken hatte, wie lustig es wäre wenn der Naziumob mal ohne Polizei auf die Händchenhalter getroffen wären, die die “Linksextremen” auf dem anderen Ufer so verdammt haben. Was hättet ihr dann gemacht? Mit Kerzen geworfen? Oder einfach schön beiseite gehen und euch dem Willen der Nazis ein weiteres mal unterwerfen?

Fazit?

Es gibt keinen gerechten Krieg – aber das bedeutet nicht, dass man jedes Kriegsopfer für eine Mythisierung missbrauchen darf!

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