Der Medien Dresden-Dilemma

Nun wurde der Marsch der Nazis verhindert. Aber nicht nur Gebete oder Händchenhalten (Menschenketten) an Orten an denen gar keine Nazis waren, sondern konkret vor Ort im Widerstand von eher linken Gruppen und Sympathisanten. Die Tagesschau schafft es nicht es realistisch darzustellen.

Man hatte sich in Dresden entschlossen den Weg der Provokation einzuschlagen in dem man die Route der Nazis durch den  eher linksalternativen Stadtteil Neustadt leitete. Nun hätte man zugeben müssen, das weder Polizei noch die bürgerliche Mitte die Nazis aufhalten wollten und konnten, sondern dass dies nur durch die Bewegung gelang die vorher so stark kriminalisiert wurde. Die jetzige Berichterstattung hat fast demagogische Qualitäten. Von Journalismus überhaupt keine Spur.

Das Dresden-Dilemma bezeichne ich als das: Man will sich gerne als Politik und Gesellschaft die Verhinderung des Nazi-Aufmarsches auf die Fahnen schreiben, aber man kann nicht die Wahrheit sagen. Denn das hieße ja, dass man sich geirrt hätte. Wie toll wäre das mal, wenn die Tagesschau zur Blockade aufrufen würde. Dann kämen vielleicht auch mal 100.000 Gegendemonstranten?

Na egal, hat ja auch so geklappt. Nur das wir leider immer wieder erleben, dass sobald Nazis auflaufen eine Schönfärberei besonderen Ausmaßes zu hören und zu sehen ist.  Genau wie 2005 hier in Kiel.

Advertisements
Der Medien Dresden-Dilemma

6 Gedanken zu “Der Medien Dresden-Dilemma

  1. Dresden: Die Menschenkette macht’s. Oder?…

    Erstmals wurde heute in Dresden der größte europäische Faschistenaufmarsch von vielfältigem antifaschistischen Widerstand verhindert. No Way, dazu zählt für mich auch der Protest aus bürgerlicher Ecke. Die Frage, wie wirkungsvoll unterschiedliche Prote…

  2. -cl schreibt:

    ..das ist eben die Crux des Journalisten: einmischen geht nicht, also leider auch kein Aufruf zu irgendwas – über den von irgendjemandem könnte Jounaliste bestenfalls berichten, und das hat die alte Tante Tagesschau brav getan…

    1. Nicht einmischen? Haha, und was ist das für eine Insszenierung die da gemacht wurde? Das war ja Propagandafernsehen pur. Ich höre und lese so viel von Aufrufen von Journalisten. Vergessen wir mal die journalistischen Ideale. Die gibts nur auf dem Papier. Die Frage ist ob die Wahreit berichtet wird doer für wen.

  3. Isi schreibt:

    Dresden war cool. Schön wäre, wenn im nächsten Jahr auch der alljährliche Naziaufmarsch in Magdeburg ähnlich in den Fokus der Aufmerksamkeit gelangt. Hier durften und konnten die Nasen nämlich durchmarschieren. Und absolut genial wäre, wenn die radikale linke Szene (kein Fußbreit den Faschisten!) sich auf mehr als demonstrative Antifaschismus auf offener Streaße auf rechte Provokation einigen kann, also zu einer mächtigen Demonstration linker Ideale bei steter Präsenz wird. Linke Politik beinhaltet mehr, als sich auf Anforderung Nazis entgegen zu stellen. Linke Politik bedeutet, künftig keine Nazidemos mehr kritisch begleiten zu müssen.

    (Dann bräuchten die Linken nämlich auch keine Angst auf dem Heimweg haben oder um Ansehen und Reputation fürchten, weil sie aktiven Antifaschismus betreiben. Das müssen Sie ja nur, weil Nazis demokratische Rechte zugestanden wird, was ja an sich schon ein widersinniges Anliegen ist. Man ermächtigt auch in einer Demokratie nicht seinen Henker. Die Verteidigung der Demokratie kann also nur ein allumfassender Kampf gegen Rechts heißen; sprich: Etwas mehr als Verteidigung der Innenstädte vor rechtem Geschichtsrevisionismus!)

    Totalitarismus muß überall und zu jeder Zeit angegangen werden und er fängt da an, wo man demokratische und undemokratische Ideen gleichstellt.
    😉

  4. Siebenschläfer schreibt:

    Naja ich sehe den sog. Geschichtsrevisionismus jetzt nicht als die Bedrohung der Menschheit oder Demokratie an…wir leben heute und das Einzige was mir aus der Richtung Sorgen macht, dass Nazis wieder an die Macht kommen könnten…diese Bedrohung ist real, aber dennoch unwahrscheinlich. Man sieht ja das die NPD, DVU und die REPS zusammen nichtmal auf 5 % kommen…GUT SO..vom Landtag in Sachsen? mal abgesehen…aber Landtag hat nicht viel zu melden

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s