Deutschlandfunk propagiert staatliche geförderten Missbrauch an Frauen

Wie Isi in Ihrem Blog ja schon aufgespiest hat, (zweiter Beitrag) gab es im Deutschlandradio Kultur einen durch und durch schlechten Beitrag. Und ich muss nicht auf alle Punkte eingehen. Nur auf zwei Punkte. Zum einen:

„Und es lohnt sich auch nicht – mal ganz aufs Materielle geschaut -, neue Partner zu suchen.Damit arbeitet die staatliche Umsorgung der Alleinerziehenden mit an der Verhinderung von Kindheit in ach so schrecklich konventionellen Zwei-Eltern-Familien.“

Was der Autor hier propagiert ist, dass Frauen vom Staat genötigt werden sollen sich von einem Mann aus finanziellen Gründen abhängig zu machen – also einen Mann zu suchen um finanziell ausesorgt zu sein, die Partnerwahl also auf das Finanzielle zu beziehen. So ganz nebenbei wiederholt der Autor auch ganz oft, dass der „VATER“ Staat eine Ersatz-„PAPA“ sei. So liegt dann der einzige Auswege für Frauen so oder so der Mann – entweder dadurch dass sie sich halt (endlich) irgendeinem besserverdienenden an den Hals werfen, oder dem Quasi-Mann Staat dankbar sein müssen. Denn offenbar haben alleinerziehende Frauen im Gegensatz zu allen anderen Menschen kein Recht auf eine Grundversorgung und ein menschenwürdiges Leben, solange sie nicht gefügig und dankbar sind?

Der zweite Punkt, den ich herausgreifen möchte ist, dass hier, wie der Autor Paul-Herrmann Gruber selber zugibt, um eine wachsende Gruppe in unserer Gesellschaft geht, die sich unter anderem auch dadurch definieren, dass sie nicht nur Kinder geboren haben, sondern auch die Erziehungslast alleine tragen.

Auf der anderen Seite hört man immer wieder das Gejammer, dass niemand Kinder kriegen mag. Aber wenn man sich den Hass anhört, der hier ungefiltert durch den öffentlich-rechtlichen Äther gesendet wurde von einem sogenannten Wissenschaftler – und man diese Vorurteile immer wieder liest – so verwundert es nicht, wenn viele Männer und Frauen als allerletztes ans Kinderkriegen denken. Sie können es damit aus Sicht mancher Denker aber immer nur falsch machen. Denn in den seltensten Fällen ist ein Kind von Anfang an Alleinerziehend, sondern wir in die vom Autor zu hochgeschätzte konventionelle Beziehung geboren. Die Zweierbeziehung, die von der Kirche als letzte Bastion definiert wurde. Dabei ist die problematik ja viel breiter. Ein Kind stellt für jede Beziehung eine Belastungsprobe dar. Und was dann passiert ist häufig, dass die Umwelt nicht bereit oder in der Lage ist, die Lasten der jungen Eltern zu erleichtern. Und dann auch oft, dass Männer sich oft ganz oder zum Teil entweder innerhalb der Beziehung oder ausserhalb der Verantwortung entziehen. Ich klammere hier mal ganz bewusst die Männer aus, die gerne auch Alleinerziehend sein wollen nach einer gescheiterten Beziehung. Und auch die Männer, die da auch in der Beziehung „ihren Mann stehen“ in dieser Frage.

Man spricht hier auch von Finanzieller Gewalt (mehr dazu auf www.finanzielle.gewalt.de).

Jeder Mensch hat Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben. Und der Staat hat die Verantwortung dafür übernommen, die Verhältnisse dementsprechend zu gestalten. Wer an den Grundrechten sägt, öffnet dem Missbrauch Tür und Tor und fördert die Häusliche Gewalt. Das solche Audiobeiträge ungefiltert im Öffentlich-Rechtlichen Radio gesendet werden ist eigentlich ein Skandal für sich.

Der Autor hat versucht alles Übel auf die Alleinerziehenden zu schieben, ohne sich dabei erkennbar mit der Problematik zu befassen. Ich denke nämlich auch, dass das hier gar keine Geschlechterfrage ist. Unsere Gesetze nämlich belohnen Doppelverdiener, während Alleinerziehende mit Hartz IV gar kein Kindergeld erhalten (weil es defakto als Einkommen gerechnet wird) – so ergibt sich für viele Alleinerziehende auch das Problem, dass gerade im Bereich des unteren Lohnniveaus die Berufsttätigkeit zwar kaum Einkommen verspricht, aber dafür erhebliche Lasten auf die Erziehung bedeutet. Erziehung die fehlt aber bedeutet immer auch geringere Bildung der Heranwachsenden. Besserverdienende können sich das einfach als Bildungsleistung in Form von Nachilfestunden erkaufen. Diese Möglichkeit besteht kaum im unteren Einkommensniveau (mit oder ohen Hartz IV).

Unser Problem ist einfach, dass es nachwievor eine effefektive Einkommens-Umverteilung von unten nach oben gibt. Und das unsere entsolidarisierte Gesellschaft kaum Möglichkeiten bietet Defizite aufzufangen, die durch fehlende Betreuung entsteht. Das z.B. zeigt sich gerade in Deutschland dadurch, dass Kinder aus Familien mit geringem Einkommen wie in kaum einem anderen Land schlechtere Bildungschancen haben und somit das geringe Einkommen vererbt wird.

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Deutschlandfunk propagiert staatliche geförderten Missbrauch an Frauen

Ein Gedanke zu “Deutschlandfunk propagiert staatliche geförderten Missbrauch an Frauen

  1. Unser Problem ist einfach, dass es nachwievor eine effefektive Einkommens-Umverteilung von unten nach oben gibt.

    Genau das ist der Knackpunkt in unserer Gesellschaft, der von der Politik kräftig gefördert wird. Die Umverteilung soll nicht gerecht(er), sondern noch stärker propagiert und durchgesetzt werden. Ich empfehle hierzu die Texte auf der Website von Christoph Butterwegge http://www.uni-koeln.de/ew-fak/seminar/sowi/politik/butterwegge/texte.htm der diese Mechanismen sehr gut aufgedeckt hat und auch viele Lösungsvorschläge anbietet.

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