Piraten und ihre Frauen

Das ist schon wieder ein ganz eigener Film. Eigentlich hatte ich nicht mit großartigen Reaktionen gerechnet zu meinem Artikel „Piratenpartei und Frauen an der Spitze„. Ich habe da eigentlich eherlich gesagt so auf geratewohl Vermutungen ausgesprochen aufgrund von Auffälligkeiten.

So sieht der Vorstand der schleswig-holsteinischen Piraten aus:

Landesvorstand Piratenpartei SH (Lizenz: CC-BY-SA-2.0)
  • Die Frauenquote liegt hier wie man vermuten kann bei 0%.
  • Grundsätzlich kann sowas ja vorkommen.
  • Wenn nur eine Frau dabei wäre, wären es ja immerhin schon 14 %

Landesliste der Piraten SH

Auf der Landesliste zur Landtagswahl der Piraten zähle ich 22 Kandidaten, eine davon ist eine Frau, die schon in meinem vielfach kritisierten Artikel genannte Anika Tanck:

Foto Anicatha
Anika Tanck/Anicatha (Lizenz: CC-BY-SA-2.0)

Nicht, dass ich hier demonstrieren müsste, das mein Taschenrechner funktioniert, aber noch ein paar Daten:

  • Frauenquote: 4,5 %
  • Allerdings ist die eine Frau auch die Spitzenkandidatin
  • Ein Zufall?

Mein oberflächlicher Eindruck von Anika durch einen Besuch des Stammtisches in Kiel und Lesen ihres Blogs ist, dass sie eher still ist und auch nicht unbedingt die Qualität zu einer Spitzenkandidatin hat. Meine Vermutung ist gewesen, dass sie nur deswegen auf Platz 1 gewählt wurde um auch mehr Frauen und andere Wählerschichten anzusprechen. Das ist natürlich alles nur eine oberflächliche Analyse. Ich kenne auch Frau Merkel, Herrn Westerwelle oder andere Politiker nicht näher – aber man bildet sich ein Urteil aus dem, was man liest und wahrnimmt. Das tut jede Wählerin auch an der Wahlurne, oder?

Das was Piraten gar nicht gerne hören wollen ist, dass sie hier eventuell genau die Quotenfrau gewählt haben, die sie angeblich nicht haben wollen. Denn auf ihren Listen oder im Vorstand gibt es keine Quoten. Und daher rührt sicher auch der über die Maßen geringe Anteil von 0-5% bei Posten in der Partei. Man sagt ja immer die Piraten hätten so ungefähr 10% Frauen. Niemand weiss das genau. Es ist auch nicht so wichtig. Meine These ist aber, dass hier eine Frau auf den Spitzenplatz gewählt wurde, um als Gallionsfigur zu dienen – und nicht etwa, weil man in der Piratenpartei Frauen im gleichen Maße wie Männern Einfluss zugestehen möchte. Und auch nicht, weil Frau Anika Tanck besonders kompetent wäre. Ich kenne auch eine handvoll Piraten-Männer in Schleswig-Holstein die ich(ja auch wenn sie Männer sind) zumindest für doppelt so kompetent haltem würde wie Frau Tank.

Also noch mal zusammenfassend mein Vorwurf an die Piraten: Ihr wählt manchmal Frauen an Spitzenpositionen weil ihr meint das macht was her und weil ihr meint so zu demonstrieren wie sehr ihr für Gleichberechtigung seid. Damit benutzt ihr die Frauen aber nur als Stimmenfang.

Ich würde mich ehrlich freuen, wenn ihr euch eine ehrliche Frauenförderung auf die Fahnen schreiben würdet und diese Spitzenpositionen Ausdruck dessen wären – ja auch wenns manchmal nur ein Symbol wäre. Fakt ist aber, dass diese Wahlen wie ein Fremdkörper wirken der quer oder entgegensetz zu allem steht, was ihr sonst sagt. Ihr meint nur weil eine Mehrheit es entscheidet wäre es unkritisierbar. Da möchte ich widersprechen! Ich behalte mir sehr wohl vor Beschlüsse von mitglieder zu kritisieren – auch wenn viele meinen sich da in der Masse der Mehrheit verstecken zu können.

Eure Fundamentalkritik an der Frauenquote ist doch, dass dann Frauen egwählt würden, die nur gewählt würden, weil sie eine Frau sind? Aber Genau das macht IHR  jetzt!  Eine Mindestquote für Frauen wäre Ausdruck des Willens Macht teilen zu wollen. Nur eine Spitzenkandidatin zu wählen bei einer Wahl mit relativ geringen Erfolgschancen betrachte ich eher als Wählertäuschung!

Als Ausweg schlage ich vor, dass ihr euch eine geringe Frauenquote gebt – sowas wie 1/10 der Posten. Oder z.B. eine Frau für den Vorstand. für den Anfang. Da ihr eh wenig Frauen habt, wäre eine 50% Quote Unsinn und das kann man von euch auch nicht erwarten. Was ich von euch erwarte ist kein Etikettenschwindel, sondern eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema Gerechtigkeit und Gleichstellung. Und um dem einen Argument das jetzt kommen würde gleich vorzubeugen: Ja selbst dann wenn Anika und alle Frauen bei euch sagen sie wollen gar nicht gleichgestellt sein bin ich der Überzeugung, dass das das Richtige ist. Und ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ihr in wenigen Jahren so weit seid, sofern euch nicht die Männerbewegung endgültig vereinnahmt.

Das alles schreibe ich jetzt auch auf die Gefahr hin missverstanden zu werden oder unterstellt zu bekommen ich wäre sexistisch. Das ist meine Sicht als Mann. und wenn Frauen oder Feministinnen das anders sehen, so sollen sie mich gerne dafür kritisieren. Das ist meine ureigenste Position, die ich hiermit auch zur Disposition stelle. Das die meisten oder alle Piraten mir hier widersprechen, damit rechne ich eh‘. Dazu sind unsere Denkweisen viel zu verschieden.

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Piraten und ihre Frauen

20 Gedanken zu “Piraten und ihre Frauen

  1. Isi schreibt:

    Ich teile deine Analye, möchte sie aber um einen vermuteten Hintergrund erweitern: Vielleicht ist Anika wirklich für diese Piraten-Männer übermäßig kompetent, obwohl sie vergleichsweise farblos und politisch planlos wirkt. Vielleicht reicht es wirklich, um bei den Piraten als Frau kompetent zu wirken, sich gegen Feminismus zu positionieren, eine Webseite gestalten zu können und ein bisschen Backoffice zu betreiben. Vielleicht sind deren Erwartungen an Frauen derart gering, dass Anika sie mit einer antifemisnistischen Positiion schon wählbar überboten hat. Ich kann mir das durchaus vorstellen, das Frauenbild des Durchschnittspiraten beschränkt weibliche Kompetenz in aller Regel darauf, sich allein die Schuhe zuzubinden, Frauen für unfallloses Einparken zu hofieren, sie zu wählen, wenn sie „auch mal“ den Mund halten kann und zu schätzen, dass sie weiß, wann und wozu sie reden darf. Für einen gemeinen Piraten reicht es zur Ermittlung der Kompetenz mit Sicherhheit eine Frau zu sein, sich zeitnah im Mumble einzufinden und zuzuhören oder den Stammtischen als Ornament zu dienen. Der gemeine Pirat verfügt über ein androzentrisch-sexitisches Basisverständnis, dass Frauen nicht als gleichwertig betrachtet. Aber vielleicht ist Anika auch sehr glücklich, endlich dafür anerkannt zu werden, irgendetwas zu können und es macht sie stolz. Vergleichsmöglichkeiten gibt es kaum, jedenfalls nicht bei den Piraten. Anika ist ein Exot.

    Man (und erst recht ich nicht) kommt also nicht sehr weit, Anikas Kompetenz als Politikerin in Frage zu stellen, wenn eben diese bei Frauen für die Piraten darin besteht, keine Feministin zu sein, wird zur Kritik führen. Ich bin froh, dass du es weißt.
    Was Anika politisch drauf hat, werden wir sehen. Im Moment jedenfalls läßt sie sich nur von irgendwelchen abgehangenen Schlüpferstürmern vor „Bashing“ beschützen, das ansonsten jeder andere Pirat als kerl locker aussitzen müßte, ohne auf eine Horde Verteidiger zu bauen.

    Ich wünsche Anika alles Gute, sie möge mit ihren Aufgaben wachsen. So lange sie keine frauenfeindliche Politk macht, antifeministische Parolen schwingt und sich als Gallionsfigur mißbrauchen läßt, ist sie nur das, was sie sein will: Ein Pirat. An der politischen Ausrichtung der Piratenpartei ändern aber auch 10.000 Anikas nichts.

    1. Imion schreibt:

      Weist du Isi, die wenigsten Männer denken über Frauen das, was du über Männer denkst. Aber schön das du ein Ventil für deinen Hass gefunden hast, das erspart der Krankenkasse die Kosten für den Psychiater.

      1. @Imion: Was Du nicht begreifst ist, das Isi gar nix gegen Männer hat. Und das mit den Beleidigungen lass hier mal lieber….

      2. Isi schreibt:

        Whow, von einem Geläster über das Frauenbild eines gemeinen Durchschnittspiraten auf (m)ein vermeintlich strafbewehrtes Männerbild zu schließen (wobei mich nur mein Geschelcht vor der Verhaftung schützt) ist ja mal wirklich…*äh…abgefahren.

        Unterlassen Sie bitte meine Psychitarisierung: Ich habe nichts gegen Männer, ich habe was gegen Typen wie sie und zwar reichlich Argumente. Sich an ihrer Stelle nun hinter anderen, normalen Männern zu verstecken, ist einfach nur feige. Nehmen Sie meine Attacken ruhig persönlich: Ich meine nicht ihr Geschlecht, ich meine ihre Person, ihre Argumente, ihr Auftreten und ihre Art zu denken. Sie sind ein Sexist, darum greife ich sie an. Ihr Geschlecht, interessiert mich dabei nicht die Bohne!

  2. Flexi schreibt:

    Ich schilder das mal aus meiner Sicht.
    Wir haben in unserem Kreisverband auch eine Frau im Vorstand.
    Und die wurde einstimmig gewaehlt, u.a. weil sie die einzige Bewerberin fuer das Amt war!
    Selbst wenn es mehrere Kandidaten gegeben haette, haette ich sie gewaehlt, weil die wenigen Frauen, die sich fuer aktive Politik entscheiden, sich dann auch wirklich reinknien.
    Davon abgesehen ist die Wahl geheim, jeder waehlt den Bewerber, den er persoenlich fuer am geeignetsten haelt.
    So funktioniert naemlich Demokratie, jede Quote waere nur Augenwischerei.

  3. RichardT schreibt:

    @ vinci:

    Sorry, aber wenn hier jemand beleidigt dann ist das wohl Isi mit einem Männer bild das in umgekehrtem Fall zur sofortigen Verhaftung des Mannes führen würde.
    Liberal und tolerant ist ja ok, aber wie von Isi mit Vorurteilen gearbeitet wird sprengt wirklich jeden Rahmen.

    1. Von was sprichst Du bitte? Isi sieht Maskulisten sehr kritisch. Das tue ich auch. Das hat aber rein gar nichts mit einem allgemeinen Männerbild zutun. Maskulisten muss man kritisch sehen, weil sie antifeministisch sind und sich damit gegen Grundrechte von Frauen wenden. Nenne mir nur eine einzige Textstelle an der Isi eine allgemeine männerfeindliche Einstellung zeigt. Ich habe sowas bisher nie gelesen.

      1. Imion schreibt:

        Psst, Vinci hier das Zitat von IST, bleibt aber unter uns:

        „Ich kann mir das durchaus vorstellen, das Frauenbild des Durchschnittspiraten beschränkt weibliche Kompetenz in aller Regel darauf, sich allein die Schuhe zuzubinden, Frauen für unfallloses Einparken zu hofieren, sie zu wählen, wenn sie “auch mal” den Mund halten kann und zu schätzen, dass sie weiß, wann und wozu sie reden darf.“

    2. Ach, sieh mal an. RichardT hat Vinci entdeckt! *lol* Hast du dich nicht mehr auf meinen Blog getraut, weil ich deine Kommentare so fies kommentiere? Suchst du dir jetzt eine andere Spielwiese?

    1. Isi schreibt:

      Imion,

      nein, wir kennen uns nicht persönlich und ich möchte auch, dass das so bleibt. Ihr Unvermögen aber, zu differenzieren, so wie sie es mit jedem neuen Beitrag unter Beweis stellen, besorgt das, was ich zu kritisieren habe. Ich weiß, dass sich ihr Unwesen hier nur zufällig gegen mich richtet, denn mit dieser Art bekommen Sie fast überall Schwierigkeiten, aber ihr Vortrag, der Inhalt und das Ziel, sprechen Bände: Sie haben mich ohne Not ins Gespräch gebracht, Sie haben mir Therapiebedarf unterstellt und Sie haben ihre logischen Kurzschlüsse beleidigend vor die Füße geschmissen und das alles in einem fremden Blog, obwohl Sie doch wissen, wo meiner ist.

      Und Sie wollen mir nun erzählen, so wie Sie sind alle Männer, damit ihr Agrument, ich würde Männer hassen, wieder paßt?

      Das ist sicher ein Versehen. Nicht ihr Geschlecht macht sie zu dem, was sie sind, sondern ihr Charakter und ihr intellektuelles Leistungsvermögen.

      1. Imion schreibt:

        Zum einen interessiert mich ihr blog nicht, mir hat schon gelangt, was sie alles im Forum der Piraten so losgelassen haben. Nicht umsonst hat man sie dort gesperrt. Zum anderen unterstellen sie in ihrem ersten Beitrag, dass alle Männer bei den Piraten Frauen als minderwertig ansehen würden, und das ist eine infame unterstellung. Desweiteren richtet sich ihre „Kritik“ ausschlieslich an die Piratenmänner, obwohl die Kandidatin auch von Frauen gewählt worden ist. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Der dritte Punkt, ist die allgemeine Stimmung die hier herrscht, sehr deutlich im Artikel nachzulesen: „Ich kenne auch eine handvoll Piraten-Männer in Schleswig-Holstein die ich(ja auch wenn sie Männer sind) zumindest fü rdoppelt so kompetent haltem würde wie Frau Tank.“ Wieder mal eine Männerabwertung.

        Ich wüsste nicht, wo ich gesagt habe, dass alle Männer so sind wie ich.

        Beim letzten Punkt haben sie nur bedingt recht. Im gegensatz zum allgemeinen Fem. Mainstream, erkenne ich an, das es so was wie Biologie, und damit Hormone und triebe gibt. Aber bei diesem punkt könnte ich genausogut mit der Inquisition darüber diskutieren, dass die Welt keine Scheibe ist.

      2. Wenn ich manche Männer bei den SH-Piraten doppelt so kompetent wie Frau Tanck halte, werte ich damit Männer im allgemeinen ab? Aha… (kratzkratz)

      3. Isi schreibt:

        Aber selbstverständlich hast du das! Es ist nämlich nicht nur eine Minderheit der SH-Piraten doppelt so kompetent wie Anika! Imion hat einen schlimmen Verdacht bestätigt. Anzunehmen ist nämlich entweder, dass sogar eine Mehrheit an SH-Piraten (doppelt) so kompetent wie Anika ist oder eine Minderheit (mind.) dreifach so kompetent oder – und mir wird schon flau, wenn ich nur daran denke – vielleicht a+b) sogar eine Mehrheit der männlichen SH-Piraten mindestens dreimal so kompetent ist wie die schüchterne Blondine auf Listenplatz 1. (Oder sich zumindest dafür hält.)

        😉

      4. Imion schreibt:

        So,Isi, extra für dich nochmal, damit du es auch lesen Kannst: Es ging um den Zusatz: “Auch wenn sie Männer sind”. Das ist abwertend.

  4. Goofos schreibt:

    Na sowas Ritinardo, da sind wir mal fast gleicher Meinung. Bis auf das, dass Frauenförderung und eine echte Frauenquote von Nöten wäre.

  5. Frauen bei den Piraten…

    Ritinardo hat es in seinem Blog auf den Punkt gebracht, er schreibt: „Ihr wählt manchmal Frauen an Spitzenpositionen weil ihr meint das macht was her und weil ihr meint so zu demonstrieren wie sehr ihr für Gleichberechtigung seid. Damit benutzt ihr……

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