Kriminalisierung von Medizin und Verharmlosung von Genitalverstümmelung

Unter dem Deckmäntelchen einer normalen Umfrage (und noch eine) versucht man in der Piratenpartei, genauer in der Männer AG:

  1. Medizin zu krimiminalisieren. Es wird versucht hier ein Verbot in das Parteiprogramm zu drücken (nämlich Verbot von viele Formen der Beschneidung bei Männern), das in vielfacher Hinsicht Sinn machen kann.
  2. Zugleich legt die Fragestellung nahe, dass der Eingriff in irgendeiner weise vergleichbar wäre mit der Genitaverstümmelung von Mädchen und Frauen.

Aus meiner Sicht ist dies nicht zuläßig, weil man da wirklich Äpfel mit Birnen vergleicht. Zudem ist es im höchsten Maße problematisch. Diese Umfragen stellen eine Provokation dar, sowohl für die Ärzte, die nach bestem Wissen und Gewissen handeln, als auch für Frauen, die Opfer einer Genitalverstümmelung geworden sind. Von den Männerrechtlern wird dieses Thema gerne ins Feld geführt, da es sich prima eignet um eine angebliche Benachteiligung darzustellen. Nur dass man hier die Beschneidung bei Mädchen aus medizinischen Fakten heraus nicht auf eine Stufe stellen kann und darf. Ziel ist es Straftaten zu verharmlosen, in dem man relativ harmlose Eingriffe mit massiven Eingriffen auf eine Stufe stellt. Solch eine Umfrage sollte Grund genug einen User zu sperren, der so etwas online stellt. Bei den Piraten hingegen wird man auf die Art Moderator eines Forums. Verkehrte Welten.

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Kriminalisierung von Medizin und Verharmlosung von Genitalverstümmelung

18 Gedanken zu “Kriminalisierung von Medizin und Verharmlosung von Genitalverstümmelung

  1. Isi schreibt:

    Tja, sollte man meinen, dass das irgendjemanden aufregt, aber wenn die Globalen Moderatoren es genau so sehen, wirste eher noch für Kritik (=Anmaßung) bestraft, als dass wenigstens diese einsehen, dass dort etwas sehr Fragwürdiges passiert. Die kommen da eben alle aus einem Nest: Männer sind gleicher als andere. Vernunft sucht man da sehr lange, Kastrationsnagst ist der Kitt des Forums.

    Es ist ein sehr deutliches Zeichen, dass die Massen der vermeintlich vernünftigen Piraten dort nicht entsetzt aufschreien, sondern daraus nur ein weitere Belanglosigkeit werden lassen. So sind sie wohl….

  2. legolas schreibt:

    So wie ich das sehe wird keine Gleichstellung dieser Dinge versucht anzustreben sondern einfach ins Bewusstsein zu rücken das eine solche sinnfreie beschneidung auch nicht rechtlich gedeckt werden sollte. Die Gleichstellung saugst du dir selber aus den Fingern wie ich das interpretiere. Und wenn man die zurzeitige Praxis begutachtet ist eigentlich dies Verharmlosung und nicht was du ansprichst. ( Wenn ich mich richtig erinnere z.B. in dem Sinne umgehbar ganz einfach wenn es in einem anderen Land gemacht wird. Umgehung eines Gesetzes… . Da sollte angesetzt werden das auch so etwas verfolgt wird… . Aber das solltest du eher dort bei diesen Leuten noch nicht erwarten… da müsste man ja ggf mit der „feindesag“ dort zusammenarbeiten… )

    1. Nun, die Beschneidung ist allgemein anerkannt als sinnvoll – wird aber von einigen bestritten. Aus meiner Sicht ein klassicher Fall einer Frage, die der Arzt entscheiden sollte – und bitte keine Tretminen. Es gibt viele Fragen, die man medizinisch verschieden betrachten kann. Aber es geht hier eben nicht um medizinische Wahrheit, sondern um Propaganda. Gleichstellung deshalb, weil Beschneidung bei Frauen und Männern in einem Atemzug genannt wird. Das trägt jedenfalls nicht zur Versachlichung bei. Im Gegenteil. Ein Aufregen für die Männerrechtler ist es doch nur, weils eben um ein männliches Geschlechtsteil geht – nicht etwas, weil sie sich um die Gedunsheit Sorgen machen würden.

      1. Christian schreibt:

        Die Unsinnigkeit der Beschneidung wird von den meisten Medizinern bestätigt, ganz zu schweigen von den barbarischen Varianten und Exzessen, die außerhalb Europas vorgenommen werden.
        Was den Vorwurf der „Gleichsetzung“ anbelangt, so sei die Frage gestellt: Wenn Raub verboten und Diebstahl legal wäre, wäre es eine Gleichsetzung, auch ein Verbot von Diebstahl zu fordern, nur weil Diebstahl nicht ganz so böse wie Raub ist?

      2. Soso von den meisten Medizinern also? Dann gib doch bitte eine Quelle für diese Behauptung an. Ich habe im übrigen nichts dagegen wenn die Medizin zu neuen Erkenntnissen kommt. Ich bin aber der Meinung dies sollte nicht Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte sein, sondern das sollte man Medizinern und Ärzten überlassen.
        Dein Vergleich hinkt. Du vergleichst Äpfel und Birnen! Und Du beweist damit nur, dass Du keine Ahnung von Anatomie und den tatsächlichen Umständen hast. Wenn ein Arzt keine Beschneidung vornehmen mag, dann ok – aber was nicht sein darf ist, dass ihm das per Gesetz verboten wird. Die Behandlungsfreiheit ist ein hohes Gut!

  3. Isi schreibt:

    Bemerkenswert ist auch, das dort vorgestellte Verfahren zur Abstimmung:

    Die einzige Vorgabe zur Erlangung einer Mehrheit scheint eine terminliche Begrenzung zu sein. Die elementare Grundlage jeder Beschlußfassung, die Vorgabe und Prüfung der Beschlußfähigkeit, wird komplett ignoriert. Es wird nicht erwähnt, wie viele Stimmen abgegeben werden müssen, damit das Ergebnis rechtmäßig ist. Die Möglichkeit zur Enthaltung ist auch nicht gegeben. Derzeit haben in der einen Abstimmung 11 User (nicht zwingend Piraten!) ihre Stimme gegeben, davon 2 für Arvids Vorschlag und 9 für den anderen Vorschlag und ich wette, dass diese 9 (!) Stimmen eine „Mehrheit“ sein sollen, die dann die Aufnahme eines Vorschlages ins Wiki legitimieren soll. (Technisch wäre es denkbar, sich 10 Fakeaccounts anzulegen und das Ergebnis ratzfatz zu kippen. ;))

    Begriffslogisch ergibt sich eine Mehrheit eben nicht nur aus dem Verhältnis zu irgendeiner Minderheit, sondern stellt die Mehrheit aus einer begrenzten Masse dar, sprich der gesamten Anzahl der näher bezeichneten Abstimmberechtigten. Wenn man aber von 100 möglichen Stimmen nur 10 Maskulisten abstimmen läßt (durch örtliche oder sonstige Beschränkungen andere die Teilnahme andere aktiv oder passiv verhindert), wird natürlich die „Mehrheit“ in diesem Zusammenhang eine typisch maskulistische Entscheidung begrüßen. 9 sind nur gegeüber zwei mehr, aber noch lange keine Mehrheit, wenn weit mehr hätten abstimmen können. Die Masse der Stimmberechtigten ist in einem demokratischen Abstimmungsverfahren nicht variabel. Eine Abstimmung, zu der nur ein Teil einer nicht näher bestimmten Masse abgestimmt hat, ist a) nicht demokratisch und b) nicht rechtmäßig.

    Mit diesem System hätte es auch die SED auf 100 % der Stimmen gebracht, in dem man nur die Stimmen der treuen SED-Mitglieder eingeholt hätte und mit dieser Methode bekommt auch die CDU jedes Gesetz durch, sie läßt eben im Bundestag nur die CDU-Stimmen zählen und so manipulieren die Forums-Piraten ihre Abstimmungsergebnisse: Sie lassen obigen Stuss eben in der AG Männer entscheiden und du hast als User lediglich die Wahl zwischen saubescheuert und bescheuert und das bis 12 Uhr mittags.

    Aber dass so etwas dort passiert, ist eben ein Piratending. Diese Art der Manipulation findest du an jeder Ecke. Eine solche Abstimmung hätte ich als Ausdruck eines demokratsichen Bewußtseins sofort gecancelt. Dass sie aber dort stehen bleibt, als normal akzepziert wird und das Ergebnis Folgen zeitigt, ist nur bei den Piraten denkbar.

  4. Sorry, aber hier wird so getan, als handle es sich bei der Beschneidung des männlichen Genitals nur um die unter europäischen Zuständen durchgeführte Zirkumzension. Das ist aber nicht der Fall! Da gibt es vollständige Entfernen der Haut am penis, Abschneiden der Eichel, Zerquetschen eines Hodens. Hinzu kommt, daß unter den unhygienischen Zuständen der dritten Welt eine Entfernung der Vorheaut, sagen wir mal mit einer Schere, nicht selten zum Tode führt. Die sogenannten „medizinischen Argumente“ sind keine, sondern sind schlicht der nur in Westafrika mittels statistischer Methoden gefundener Zusammenhang zwischen verringerter Ansteckung mit AIDS und Vorhautentfernung. Die Kausalität ist mit Korrelation aber nicht begründet und einen kausalen medizinischen Zusammenhang hat man, jenseits journalistischer Behauptungen, noch immer nicht dargelegt.

    1. Sicher spielt Hygiene in der Medizin eine Rolle. Und jeder körperliche Eingriff auch. Deiner Argumentation folgend dürften sich dann Menschen in Afrika nicht mehr piercen, wie sie es aus Tradition machen. Ich wende mich im übrigens vor allem dagegen Zirkumzission per Gesetz zu regeln oder unter Strafe zu stellen. Hier hängen sich Männerrechtler an einen Diskurs an, der sich ursprünglich um Frauen drehte. Und der einzige Sinn dessen ist es das Thema Genitalverstümmelung bei Frauen abzuwerten.
      Ob Zirmuzission hilft oder nicht sollen Ärzte unter sich klären und es sollte nicht benutzt werden um in Deutschland einen Geschlechterkampf zu führen. Die Absicht ist nur allzu durchsichtig

  5. Imion schreibt:

    Dann ist es also nach deiner Meinung erlaubt, dass den Frauen im rahmen einer Beschneidung „nur“ schamlippen gekürzt werden? Denn erstens: Das wird hierzulande in der Schönheitschirurgie auch getan und zweitens ist das direkt vergleichbar mit dem abschneiden der Vorhaut bei Männern.

    Ich bitte um erklärung.

    1. Es geht in diesem Artikel um den Versuch der Gleichsetzung beider Eingriffe und die Kriminalisierung von Medizin. Das sind zwei verschiedene Themen und ich werde nicht dazu beitragen das Ganze zu verharmlosen in dem ich mich hier auf weitere Vergleiche einlasse. Wer das in einen Topf wirft versucht beide Themen zu instrumentalisieren für ganz andere Zwecke.

      1. Imion schreibt:

        Es geht um die Kriminalisierung der Beschneidung an unter 18 Jährigen. Wer volljährig ist, kann sich dann gerne noch Beschneiden lassen, wenn er MÖCHTE.

        Aber bitte sag doch mal, wie zu dem stehst, was ich geschrieben haben, denn so sieht die Situation für Jungs momentan aus.

      2. Imion schreibt:

        Wieso? Jungs müssen sich gefallen lassen, dass sie beschnitten werden, die haben kein mitspracherecht und zwar weltweit, auch in den Industrienationen und es wird noch nicht einmal Juristisch verfolgt.

        Aber erklär bitte mal, wie du hierzu stehst: Dann ist es also nach deiner Meinung erlaubt, dass den Frauen im rahmen einer Beschneidung “nur” schamlippen gekürzt werden? Denn erstens: Das wird hierzulande in der Schönheitschirurgie auch getan und zweitens ist das direkt vergleichbar mit dem abschneiden der Vorhaut bei Männern.

      3. Was Frauen in Westeuropa betrifft sollen sie es machen, wenn sie es selber wollen. Es gibt ja auch die diversesten Piercings und andere Selbstverstümmellungen. Aber das ist mit meinen bisherigen Aussagen schon abgedeckt: Ich will weder den Ärzten noch den Frauen reinreden. Und ich halte es für gefährlich dies zu tun, ähnlich wie bei der Abtreibungsfrage. Ich will keine neue Inquisition.

      4. Imion schreibt:

        Warum werden eigentlich meine Kommentare permanent rausgenommen? Hab ich dich jetzt schon argumentativ so in die Ecke gedrängt?

      5. Das habe ich Dir per Mail erklärt – Du wiederholst hier immer wieder eine Frage, die ich jetzt schon mehrfach beantwortet habe und langsam wirds mir zu blöd. Du willst da mit aller Macht eine Verbindung herstellen, die nicht besteht und das ist der Kernpunkt meines Postings. Und wenn Du mir die gleiche Frage 50 mal stellst werde ich da immer noch nicht drauf eingehen. Die große Frage für mich ist eher, warum Männerrechtler und Du unbedingt darauf bestehen, dass da alles in einen Topf geworfen wird? ich denke es geht darum sich an eine erfolgreiche Kampagne anzuhängen und diese zu beschädigen – auf die eine oder andere Weise davon zu profitieren. Das hilft vielleich manchem Männerrechtler Aufmerksamkeit zu bekommen aber ansonsten niemandem.

  6. Tilo schreibt:

    Entschuldigt bitte, aber diese Debatte entbehrt jeder Logik. Natürlich ist es schlimm, wenn Jungen ungefragt beschnitten werden. Das aber mit der Genitalverstümmelung von Mädchen zu vergleichen ist nicht nur blanker Unsinn, es ist frauenverachtend.
    Warum? Durch die Verstümmelung der Frau wird auch das Sexualempfinden der Frau zerstört. Sie kann keinen Orgasmus mehr bekommen, da die Klitoris das Lustzentrum der Frau ist. Ich bin Arzt und betreue, auch in Afrika, betroffene Mädchen und Frauen. Diese Frauen besitzen kein Lustempfinden, was kulturell auch erwünscht ist. Durch die Klitoralverstümmelung eines Mädchens schließt man sexuelles Interesse der Mädchen/Frauen an Männern ausserhalb der Ehe aus, Sex wird von Frauen nur noch unter Schmerzen in der Ehe ausgeführt.
    Bei allem Respekt, aber das kann man NICHT mit der Beschneidung eines Jungen vergleichen.

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