Die Accounts, die nie wieder gelöscht werden?

Insbesondere bei großen Online-Firmen wie Amazon und Google scheint es der Fall, dass Accounts und somit Nutzerdaten aus Prinzip NIE gelöscht werden. ich bin ehemaliger Amazon-Kunde und auch Google Analytics-Nutzer (bis ich gesehen habe, was die damit machen können und sie eine Konkurrenzfirma von mir aufgekauft hatten).

Bei Amazon ist es so, dass ich trotz mehrfacher Abmeldung immer noch irgendwo einen Newsletter bekomme, den ich aber nicht abbestellen kann, weil ich dort gar keinen sichtbaren Account mehr habe.

Bei Google Analystics ist es so: Ich habe es 2005 anemeldet und dann 2006 irgendwann löschen lassen. Antwort damals von Analytics:

Hello Thilo,

Thank you for your email. We’re sorry to hear that you would like to cancel your account. Aside from Google’s acquisition of a competitor, if you’d like to let us know why Google Analytics didn’t work for you, please reply directly to this message. Please include any details about how we can improve the Google Analytics program.

We have just cancelled your account. Now, you need only remove the Analytics tracking code from your pages. This will prevent your data from being collected by our servers.

Sincerely,

Scott
Analytics Support

Ich habe aber weiterhin Mails von Google Analytics erhalten  und gestern erneut die Löschung beantragt (ohne in Erinnerung gehabt zu haben, dass ich dies tatsöchlich 2006 schon beantragt habe). Die Antwort heute:

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Ich habe Ihr Google-Konto überprüft und gesehen, dass Sie im November 2005 Analytics als Service zu Ihrem Google-Konto hinzugefügt haben.

Sie können es löschen, indem Sie sich unter
http://www.google.com/analytics einloggen und es auf der Seite „Konto- und Datenfreigabeeinstellungen bearbeiten“ löschen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter
http://www.google.de/support/analytics/bin/answer.py?answer=55489&hl=de_DE&udm_id=cr.

Weitere Informationen zu Ihren verwendeten Google-Diensten finden Sie, indem Sie sich unter http://www.google.com/accounts anmelden.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Jonas Steinbrecher
Google AdWords-Team

Davon abgesehen, dass ich eine Antwort innerhalb von einem Tag ja sehr schnell und gut finde, werde ich den verdacht nicht los, dass ich hier mächtig verarscht wurde.

Ich denke, dass die Unternehmen, ebenso wie der Staat eine lebenslängliche ID haben wollen – und sie wollen eigentlich auch keine Daten mehr löschen. Sie wollen keine Accounts mehr löschen. Am Ende des Ganzen steht, dass es zwei Wirklichkeiten gibt: Das eine ist das, was der Kunde sieht (kein Zugang mehr möglich, also wohl Account tatsächlich gelöscht) – und auf der anderen Seite auf den Servern leben die Daten allesamt fröhlich weiter!

Was können wir tun, um da eine Veränderung zu erreichen? Vielleicht ein standartisiertes Verfahren für die Datenspeicherung bei großen Unternehmen – eine Software die sicherstellt, dass Daten nicht kopiert werden und bei bestimmten Aktionen tatsächlich restlos entfernt werden. Das müsste Software sein, die ggf. bei Manipulationen und Fehlern automatisierte Meldung macht beim Unternehmens-Datenschutbeauftragten und ggf. auch bei den Behörden.

Jedenfalls ist mein Vertrauen darin, dass meine Daten tatsächlich gelöscht wurden, wenn es mir bestätigt wird inzwischen bei Null – und daher denke ich daran, dass man zumindest in Teilbereichen eine technische Lösung braucht. Wir brauchen Transparenz – auch der User braucht standartisierte Verfahren zur Datenlöschung, die es z.B. auch nicht unbedingt erfordern, dass er firmeninterne Kommunikationsverfahren benutzt für Datenschutz-Anfragen. Stattdessen lieber ein staatliches Kommunikationssystem, das den Datenverkehr regelkonform protokolliert und auf der anderen Seite eine Software vorfindet, die bestimmte Aktionen so durchführt, wie es das gesetzt vorschreibt und der Kunde wünscht.

Es kann nicht sein, dass ich als Kunde einem Großkonzern hinterherlaufen  und auf die Finger schauen muss. Ich kann das gar nicht. Und unsere Datenschutzbehörden haben mittlerweile auch keine Handlungsmöglichkeit mehr.

Solch ein Verfahren könnte eine Grundlage sein, den Datenmissbrauch wieder in den Griff zu bekommen. Das hindert niemanden daran, sich per Papier Daten abzuschreiben, aber das ist auch nicht das Kernproblem. Ich denke dabei vor allem an Firmen mit hunderttausenden oder millionen Kunden.

PS: Leider verwendet WordPress.com auch Google Analytics und ich würds auch gerne abschalten. Aber auf der anderen Seite gibts nix besseres als WordPress-Hoster. Vielleicht eine Petition an wordpress.com das optional zu machen?

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