Geschichte meiner Haltung zu den Piraten (ein Offener Brief)

Da im Wiki der Piratenpartei auf meine angebliche Haltung zu den Piraten hingewiesen wird, möchte ich die hier noch einmal klar äußern – und zwar  aus einem historischen Blickwinkel. Gleichzeitig ist dies also sozusagen eine Art offener Brief an die Admins/Moderatoren des Piratenforums

  1. Als AK Vorrat Aktiver und langjähriger Netizen gehöre ich sicher zur klassischen Klientel der Piratenpartei. Viele ihrer Positionen vertrete ich (Jahrgang 71) schon seit vielen Jahren, lange bevor es die Piraten gab.
  2. Ich habe den Stammtisch in Kiel mehrmals besucht und diverse direkte Dialoge mit Piraten vor Ort gehabt. Mein persönlicher Eindruck derjenigen auf die ich traf war eher positiv.
  3. Bis Mitte des Jahres hatte ich auch ernsthaft erwogen Mitglied zu werden. Habe davor aber die Piraten genauer unter die Lupe genommen, weil ich ungern in etwas eintrete nur um kurze Zeiit später wieder auszutreten.
  4. Ich habe sogar den damaligen Bundesvorsitzenden Hillbrecht öffentlich verteidigt, als er parteiintern im Kreufeuer stand.
  5. Ein weiterer damals eher positiver Artikel.
  6. Meinen erster kritischer Artikel über die Piratenpartei habe ich am 8. Juli 2009 verfasst mit dem Titel „Und des gibt sie doch: Piratinnen!„. Hintergrund war die antifeministische und m.E. sogar frauenfeindliche Haltung, die ich bei vielen Piraten und auch in der Satzung vorgefunden haben. Dort findet man auch folgendes Zitat von mir bezüglich Kritik und Piraten „Übrigens: Mit solchen Angriffen tut man der Piratenpartei einen Gefallen, denn man stärkt den innerparteilichen Kritikern den Rücken: Das dort endlich mal Vernunft einkehre. Ich unterstütze alle Forderungen der Piratenpartei,aber was in der Partei verzapft wird ist unter aller Sau. Die Piratenpartei muss vor allem im Moment an ihrer Glaubhaftigkeit arbeiten um verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen. Dazu müssen viele dort ganz ganz schnell erwachsen werden!
  7. Bereits einen Tag später verfasste ich einen Artikel zur Affäre Bodo Thiessen, der mit der Bitte schließt „Auf das die Selbstreinigungskräfte bei euch funktionieren, hoffentlich!
  8. Ich habe dann die Überzeugungen in der Piratenpartei weiter analysiert und dann einen Monat später in einem weiteren Artikel meine Erkenntnisse zusammengefasst. Dort machte ich dann auch zum ersten mal Erfahrungen mit dem Piraten-Forum.
  9. Im Wesentlichen kann man sagen, dass ich dann die PP weiter bei den Themen Feminismus und Rechtsradikalismus kritisch beobachtet und darüber öffentlich reflektiert habe. Positive Entwicklungen wie die Gründung der Frauen AG habe ich auch als solche gutgeheissen.
  10. Am 22. Oktober 2009 erfolgte eine Ermahnung weil ich folgendes schrieb: „Stattdessen bezieht man sich seitens der Männer AG der dubiosen, oft sexistisch und rassistischen Männerbewegung.“ – Dazu Arvid: „ich habe Dir eine Verwarnung erteilt, da Du unsachlich und polemisch, z. T. beleidigend geschrieben hast.“ – Dazu an dieser Stelle noch mal meine Entgegnung: In der WIkipedia wird zur Männerbewegung Hans-Joachim Lenz zitiert, der in einem Artikel „Männer und die Geschichte der „Bewegung der Männer“ schreibt: „… als Sammelbecken einer unkritischen Aufwertung alter Männerherrlichkeit bis hin zum sexistischen „roll back“ an.“  Und die Wikipedia gilt ja eigentlich als neutral. Wie kann meine Aussage also eine Beleidigung sein, wenn sie in ähnlicher Form als Faktum in der Wiklipedia anerkannt ist. Das Wörtchen „oft“ bedeutet übrigens, dass nicht jeder Männerrechtler sich angesprochen fühlen musste. Das es diese Tendenzen gibt ist klar. Diese Verwarnung erfolgte also auch bereits zu Unrecht auf Basis einer Überempfindlichkeit von Arvid (meine Interpretation), der m.E. gezielt Anlässe gesucht hat mich zu verwarnen, um irgendwann eine Dauersperre aussprechen zu können.

Weil am 21. Dezember auf der Telko der AG Forum auf die schweigende Gruppe der User verwiesen wird, die sich zurückziehen – die meisten angeblich: Es gibt eben jene und solche. Ich gehöre zu der Gruppe, die nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und eine Sache denen überlassen, die sie missbrauchen, wie es derzeit massiv bei der PP passiert. Was mich bisher angetrieben hat war eigentlich die Enttäuschung über die Entwicklung der PP. Das sie eben leider nicht zu der Grund- und Menschenrechtepartei geworden ist, wie ich gehofft hatte. Das sie sich nachwievor nicht zu Frauenrechten bekennt und stattdessen vielerorts (auch auf der Telko) blöde Frauensprüche an der Tagesordnung sind. Und sie merkens nicht mal. Oder die andere Baustelle: Die Rechtsradikalität, die immer wieder aufflammt. Das es da Leute gibt, die für den nächsten Bundesparteitag beantragen das Bekenntnis gegen Faschismus und für Soziale Gerechtigkeit herauszzustreichen, weil es es ja selbstverständnlich wäre. Ok, beantragt ist noch nicht beschlossen – aber so ein Antrag ist auch inzwischen nur bei der PP denkbar – und das wisst ihr Piraten auch. Wieso sind es immer die Piraten die da Schlagzeilen machen? Auf der besagten Sitzung am 21. Dezember wo es darum ging, das folgender Artikel zu einer Beschwerde über den User tux- kam: „Man könnte das HIV-Risiko auch noch mehr senken, wenn man die Geschlechtsorgane aller Frauen komplett amputiert.„. Normalerweise würde man sagen: Extrem sexistischer verbaler Angriff auf alle Frauen. ich wie auch einige andere User waren und sind der Meinung, das so etwas weit über alle Grenzen einer akzeptablen Diskussion hinaus geht und zwar in Richtung Sexuelle Belästigung (Beleidigung nach §185): „Als sexuelle Belästigung gelten unter anderem sexistische und geschlechtsbezogene entwürdigende bzw. beschämende Bemerkungen […] „. Aber hier wurde eingeworfen, das Piratenweib angeblich provoziert hätte. Ich nehme mal an mit dem folgendem Beitrag. Die kritisierte dabei, dass Ugandas Verbot von Genitalverstümmelung bei Frauen vom User tux- als „schlechtes Beispiel“ bezeichnet wurde. Solche Aussagen sind Ohrfeigen für alle Kampagnen, die sich seit Jahren gegen diese grausame Sachen einsetzen (u.a. auch Amnesty International). Dies mit der Beschneidung von Jungen gleichzusetzen ist eine Unverschämtheit. Diese Argumentationskette dann in einer Forumsmoderation gutzuheissen und so einen User nicht sofort zu sperren skandalös. Das Zeichen was man setzt ist, das Sexismus zur ganz normalen Diskussionskultur gehört. Und: Ich kann seitens Piratenweib keinerlei Provokation erkennen abseits einer deutlichen Kritik einer Äußerung die quasi eine Straftat darstellt (aber in dere AG Männer gehört sowas offenbar zum guten Ton). Dies erscheint um so absurder als man in meinem Fall eben zu solchen Maßnahmen gegriffen hat, ohne mir ein konkretes Vergehen vorwerfen zu können, denn sonst hätte ich ja zur Sperrung schon eine Mail erhalten. Ein Indiz dafür ist, dass der Inhalt des Artikels, der angeblich Ursache war nicht verändert wurde. In diesem begründe ich, warum ich in dem Thread nicht mehr antworten werde, wo ich meine Kritik veröffentlicht habe und das ich die an mir verübte Zensur verurteile.

Meine Intention war und ist, Veränderungen bei der Piratenpartei hervorzurufen – im Moment diese:

  • Das die PP die Grundrechts-Partei mögen werden, die sie versprach zu werden
  • Das Frauenrechte und Feminismus nicht nur historisch anerkannt werden als Meilensteine für die Entwicklung der Bürgerrechte, sondern auch heute anerkannt werden – und nicht zur Verhandlungsmasse für Männerrechtler degradiert werden.
  • Das die PP sich von rechtsradikalen Tendenzen ihrer Mitglieder distanziert und sich klar gegen den Faschismus positioniert und sich nicht auf Debatten mit Revisionisten einlässt.
  • Das die Partei, insbesondere im Forum als virtuellen Kommunikationsmedium, ihre Demokratiedefizite aufarbeitet und den Pfad der Willkür verlässt und klare transparente Regeln schafft, die jeder nachlesen kann und insbesondere die Rechte der User stärkt.
  • Ich will nichts mehr von Liquid Democracy hören, solange noch so viel Leichen bei euch im Keller liegen. Kehrt vor eurer eigene Tür bevor ihr euch zu demokratischen Lehrmeistern aufschwingt!
  • Kritik soll als konstruktiv begriffen werden. An Kritik kann man reifen. Wer sich der Kritik verschließt, wird zum Dogmatisten. Oder auch: Wahre Demokratie kommt von innen. Das Forum sollte an sich leuchtendes Beispiel sein dafür, das die PP es besser machen kann. Solange ihr hier versagt, könnt ihr nicht glaubhaft für eine andere Demokratie eintreten! Kritikerinnen sollten nicht in der Form schlecht behandelt werden, wie es bisher passierte- dagegen dürft ihr Unterwanderungsversuche von Rechtsradikalen, Pädophilen und Frauenhassern durchaus einmal eine kräftige Absage erteilen anstatt euch so um sie zu bemühen wie es auf der Telko am 21.12. zu vernehmen war.

Wie hätte dieser Fall anders verlaufen können? Nun schon einmal darin, dass man deutliche Kritik von mir nicht als Beleidigung wertet und mich gar nicht erst verwarnt. Ich denke dazu auch, dass offenbar die Mods zu viel Zeit haben, wenn sdie Schwelle derart niedrig ist? Und dann kann man Missverständnisse auch entweder in einer Diskussion oder per Mail klären. Wie ich in einem vorangegangene Artiklel ja schon schrieb, macht Zensur nämlich blind!

Und weiter. Mein Vorschlag ist, dass ihr wie von mir in meinem letzten Artikel ja gewünscht meinen User löscht und ihr seid mich los. Das war das, was ich wollte – und Arvids übereifrige und übertriebene Reaktion hat das verhindert. Ich gehöre zu der Fraktion die ihr erfolgreich wegmobbt – und die sich eben nicht vertrauensvoll an Arvid oder Miriam wenden, sondern an andere Moderatoren. Leute die z.B. für Frauen- und Menschenrechte und gegen Zensur sind. Ihr habt ein verdammtes Problem wenn ihr weiterhin so agiert, wie ihr reagiert. Niemand kann mir Beleidigung nachweisen oder unterstellen. Den Nachweis seid ihr bei jeder der Verwarnungen, auch auf Nachfrage, schuldig geblieben. Die schlimmste Beleidigung kommt vielleicht noch: Nämlich an dem Punkt wo Leute wie ich euch endgültig den Rücken kehren. Leute, die eigentlich eurer Wähler sein könnten, wenn ihr so handeln würdet, wie ihr an manchen Stellen geredet habt. Wenn ihr es aber nicht schafft Kritik zu ertragen, dann habt ihr es auch nicht verdient gewöhlt zu werden und dann werdet ihr auch bei Wahlen eure Probleme bekommen. Und schließen möchte ich mit dem Wunsch, dass euer Forum zu dem Gegenteil werden soll, als das was es derzeit ist und zu dem IHR es mit gemacht habt in dem ihr Stimmen der Vernunft unterdrückt und vertrieben und andere, negative Kräfte ermutigt habt.

Gruß,

Vinci/Ritinardo

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Geschichte meiner Haltung zu den Piraten (ein Offener Brief)

4 Gedanken zu “Geschichte meiner Haltung zu den Piraten (ein Offener Brief)

  1. Isi schreibt:

    Du, ich befürchte, man müßte die ganze Forenleitung absetzen, um da irgendeine positive Änderung zu erreichen. Die jenigen, die man sich im Mitschnitt der Telko vom 21.12.2009 anhören durfte, haben vor allem ein Wahrnehmungsproblem. Demokratie können die durchaus lernen, aber das ändert nichts daran, dass die Menschen drumrum nicht so sind wie sie sein müßten, damit deren Demokratie nicht repressiv ist. Eine Demokratie gegen Angriffe zu verteidigen, ist legitim, illegal ist dies nur wegen deren eigenartige Definition, was ein unzulässiger Angriff ist. Von niemandem darf (auch in einer Demokratie nicht) verlangt werden, sich eine Idee kaputt latschen zu lassen, fraglich ist eben nur, ob Kritik an dieser Idee zerstörerisch ist oder hilfreich und konstruktiv. Das Abwerten jeder Kritik als Trolling, Störung des Betriebsablaufes und Spam durch eben jene Mods, jene, die es eben in diesen Konfernzen besorgen, ist das zentrale Problem in diesem Forum. Die meisten Menschen sind eben einfach nicht so blöd und böse, damit deren Sanktionen angebracht wären. Darum wäre m.E. auch jeder mit einem halbwegs stabilen Nervenkostüm, Selbstachtung und Mut zur Objektivität ein besserer Mod als Arvid, Miriam, VeVi, detlef-naumann und NetAndroid. Bisher läßt deren sehr individuelle und subjektive Einflußnahme das gesamte Forum zu einem virtuellen Scheiterhaufen werden. Der Anspruch, man könne in einem Forum (und außerhalb) das nicht tun, was du (und ich) getan haben (nämlich Kritik üben), ohne dafür sanktioniert im Forum (und gern auch draußen) zu werden, ergibt sich vor allem aus deren verschrobener Wahrnehmung von dem was ihnen gegenüber angebracht ist und was nicht und diese Wahrnehmung besorgt dann wiederum das Demokratiedefizit.

    Ich bin zBsp. dafür gesperrt worden, weil ich angeblich Männer hasse und Männer pauschal verunglimpft und beleidigt hätte und ein anderes mal, weil ich eine Straftat unterstellt hätte, ich bat NetAndroid, die Verleumdung zu unterlassen, ich würde Nazisprech etablieren, weil ich Arvid einen GröMod nannte). Das alles hat recht wenig mit Demokratie zu tun, sondern auscchließlich mit deren spezieller Blödheit und beispielloser Arroganz. Dass diese Mods nun meinen, ihre Sanktionen nicht mal ordentlich begründen zu müssen, ist dabei ein spezielles Piratenproblem, denn die behaupten ja, der Rechtsstaat wäre bereits abgeschafft. Jeder andere, der weiß, dass es diesen gibt, hätte ja wenigstens ein paar Bedenken, seine Befugnisse zu überschreiten.

    Kennst du Watzlawicks Anleitung zum Unglücklichsein, speziell die Geschichte mit dem Hammer:

    Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er ihn nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen ihn. Und was? Er hat ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von ihm ein Werkzeug borgen wollte, er gäbe es ihm sofort. Und warum sein Nachbar nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen ausschlagen? Leute wie der Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet der Nachbar sich noch ein, er sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s ihm aber wirklich. Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er “Guten Morgen” sagen kann, schreit ihn unser Mann an: “Sie können ihren Hammer behalten, Sie Rüpel!”

    Und so einer moderiert dich und sprich Sanktionen aus. Na, herzlichen Dank….

  2. legolas schreibt:

    Ich bin für die abschaffung jeglicher Rechte. Der Mensch ist ein Tier und wird es immer bleiben. alles darüber ist falsche überheblichkeit unserer spezies. Und die lustigen unterteilungen in frauenrechte und menschenrechte. was soll das? der weibliche homo sapiens ist immer noch ein homo sapiens. frauenrechte zur hervorhebung das man besser sei? ist das der sinn von menschenrechten? ich wäre für tierrechte lieber…

    1. Und natürlich auch für Elbenrechte, stimmt´s, Legolas?
      Frauenrechte brauchen wir, weil „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ für Frauen nunmal nicht gilt. Sprache ist wichtig!

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