Sperrung: Ja, Löschung: Nein – Kafkaesk!

User Arvid hat die dauerhafte Sperrung meines Users beantragt, was am nächsten Montag besprochen und entschieden werden soll:

Ich stelle den Antrag, den User Vinci dauerhaft zu sperren. Der User ist bereits mehrfach verwarnt undgesperrt worden und beabsichtigt offebar nicht, sich an die Forumsregeln zu halten, sonder verbreitet weiter Unterstellunge und Verleumdungen. Arvid Doerwald 04:54, 2. Jan. 2010 (CET)

Beabsichtigt offenbar nicht sich an die Forumsregeln zu halten„. Was für ein verschwommener Vorwurf soll das denn sein? Thoughtcrime? Nun ja, wie der geneigte Leser weiss, habe ich ja bereits meine Löschung beantragt. Allerdings wird mir die verweigert. Diese Antwort erhielt ich dazu vor einigen Tagen vo Forums-Team:

Da sie sich nicht mehr im Forum löschen lassen können müssen sie sich schriftlich an:

Piratenpartei Deutschland
Bundesgeschäftsstelle
Pflugstraße 9a
10115 Berlin (Mitte)

wenden.

Sehr lustig. Die so netzafinen Piraten, die sich auf dem Weg der netzbasierten Liquid Democracy befinden sind nicht in der Lage einen User zu löschen, den sie sperren. Gebt mir mal Admin-Rechte, ich mach‘ das für euch! 😉 … Blöder gehts wirklich nicht mehr…. Ich soll jetzt einen Brief schreiben, Briefmarke drauf und so, einwerfen – dann kommt der bei der Piratenpartei an, wird aufgerissen, gelesen – und erst DANN sind die dazu in der Lage auf meine Forderung einzugehen. Weil: „Email geht gar nicht?“. ROFL… Welche Regel ist das denn? Die: „Wenn wir beschlossen haben Dich zu sperren, dann kannst Du nicht vorher einfach deinen User löschen“-Regel? Ich kann da nur noch den Kopf schütteln. Das ist Schilda live. Schilda 2.0 ! 😉

Bin mal gespannt, was da noch alles kommt. Vielleicht werde ich ja nicht für immer gesperrt – und dann kann ich mich selber auch im Forum löschen. Diese Verhaltensweisen schreien doch gerade danach, dass sich Leute weitere Accounts besorgen. Wäre es nicht schlauer auf gleicher Augenhöhe zu diskutieren – und vielleicht mal damit anzufangen, die Vorwürfe dem Beschuldigten zu nennen und zu begründen. Irgendwie gehts mir auch ein wenig wie Josef K. in Der Process.

Was ich am bedenklichsten finde, ist die Willkür die hier herscht: Kein klarer Bezug auf eine Regel, die gebrochen wurde, keine Benachrichtigung des Users und ergo keine Möglichkeit gegen so etwas wie eine Sperrung zu argumentieren. Dies trägt viele totalitäre Züge. Die Leute erkennen einfahc nicht, dass es für Demokraten wichtig ist jedem Menschen/User Rechte einzuräumen. Es geht nicht nur darum Regeln aufzustellen und dann auf deren Basis willkürlich Strafen zu verteilen. Gerade als Partei, die angeblich pro  Bürgerrechte ist, sollte das selbstverständlich sein. Aber offenbar ist hier eher die gegenteilige Sichtweise verbreitet.

On Kommentaren wurde kritisiert, dass ich das Verhalten mancher Admins zu sehr verallgemeinere auf die Gesamtpartei. Dazu folgendes: Der Vorstand und die Piraten DULDEN diese Zustände. Solange sie dies tun muss ich davon ausgehen, dass sie mit den Aktionen übereinstimmen. Wenn sich da was tut, bin ich froh.

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Sperrung: Ja, Löschung: Nein – Kafkaesk!

6 Gedanken zu “Sperrung: Ja, Löschung: Nein – Kafkaesk!

  1. Isi schreibt:

    Tja, lieber vinci, mit dieser repressiven Praxis wird man JEDEN los. Und genau das sollte JEDEM User in diesem Forum bewußt werden (sowie auch jedem Piraten). Die Schreibberechtigung jener, die da heute noch schreiben, hängt einzig und allein vom Wohlwollen des G-Mod Arvid ab. Wer sich mit ihm überwirft (und es ist nicht leicht, es nicht zu tun), ist weg vom Piraten-Fenster. Die vorgeführte Perfidie vor einem Sperrantrag ein paar unsinnige Sanktionen zu setzen, um diese dann als Beweis für die Uneinsichtigkeit der Betroffenen im Antrag auf Dauersperre (wieder für jeden lesbar) anzuführen, ist eine überwindbare Verzögerung und macht das Vorgehen dort keinesfalls erträglich.

    (Potenzielle) Wähler der Piratenpartei, (schweigende und schreibende) Leser im Piratenforum, Piraten und Nichtpiraten, Basisdemokraten und Anarchos, Linke wie Rechte, sollten sich aber anläßlich dieser Frechheit Gedanken machen, ob diese Praxis wirklich das ist, was sie meinen, wenn sie Piratenprinzipien meinen.

    Ich für meinen Teil nenne das Dargestellte (virtuellen) Totalitarismus (und nicht liquid democracy, liquid feedback oder Basisdemokratie oder was auch immer jemand da zusammenspinnen will) und halte es für ein Prinzip der Aushöhlung und Missachtung elementarer demokratischer Prinzipien. Das ist keine Prinzipienlosigkeit, das ist Antidemokratie und es geht – so wie du es korrekt beschreibst- in einem demokratischen Rechtsstaat nach bundesdeutschem Vorbild eben überhaupt nicht und ist für die Orgamnisationsstruktur einer Partei inakzeptabel. Da können die Piraten 100mal das Mantra von der vermeintlich intelligenteren Demokratie (oder „basisdemokratischeren Partei“) herunterbeten, denn Tatsache ist: Diese Piratenpolitik (und ´ne andere kenne ich bisher nicht und sollte es sie geben, kann sie sich kaum durchsetzen) ist zentraler, autoritärer, institutionalisierter Totalitarismus und die Piraten vertreten und verbreiten ihn und versuchen mit demokratischen Mitteln (durch die Gründung einer Partei), dieses längst überholte Prinzip als „Fortschritt“ neu zu etablieren.

    Dagegen muß (mind.) jeder Anarchist aufstehen, seine (schwarze) Fahne aus dem Schrank holen, und Piraten zur Rede stellen (wo man sie trifft) und Piratenschnickschnack behandeln wie Thor-Steinar-Klamotten: Sofort Recyceln!

    😉

  2. Hansi schreibt:

    Da der Absender einer Email sehr einfach gefälscht werden kann und gerichtlich Null Relevanz hat, muss man wie bei jedem anderen Unternehmen auch, die Löschung seiner Daten schriftlich beantragen.

    1. Nö, musste ich nicht bei vielen Unternehmen die mir Werbung zuschickten reichte eine Mail. So einfach ist das fälschen von Mails nicht. Die interne Email-Adresse ist zudem nur mir und einigen Admins bekannt. Und wenn das Löschen eines Users so hohe Hürden hat, warum dann nicht deren Eintragung? Da kann sich dann ja JEDER anmelden – auch unter falschem Namen – und dann in meinem Namen was schreiben. In einem Forum geht es nur sekundär um meine Identität, sondern um die Existenz einer virtuellen Identität. Die muss gar nicht einen direkten Bezug zu mir als Mensch haben.

  3. […] Die Geschichte um die Sperrung meines Useraccounts geht weiter: Tag 5 der Sperrung. Noch immer keine Begründung erhalten (ich warte immer noch!). Zunächst einmal eine Erläuterung wie ich Forenuser sehe: Ein Forumsuser ist eine virtuelle Identität, die nicht identisch mit einer Person ist.  Zudem gewährt es mir die Möglichkeit anonym zu bleiben. Die Piratenpartei sieht das offenbar anders. User „Hansi“ aus der Forumsadminstration kommentierte in meinem Blog: […]

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