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Archive for Januar 2010

‘Nothing Like This’ J Dilla

Eine interessantes Video von J Dilla. Leider so früh gestorben.

Und noch ein Lied “Lightworks” als Remix mit Talib Kweli und Q-Tip:

Die Radikalität der Mitte

Januar 27, 2010 2 Kommentare

Isi hat da mal wieder ein interessantes Fundstück vom Pressesprecher der Piraten gefunden, der wie so oft Links und Rechts gleichsetzt. In einem Kommentar zu einer Pressemeldung der Piraten. Ich denke ja manchmal auch es wäre möglich das die Piraten eine Woche ohne Peinlichkeiten überstehen. Aber nein – Fetttöpfchen-Jäger wäre eine gute Bezeichnung.

Ich wollte schon länger einen Blogartikel mit dem o.g. Titel schreiben. Aber irgendwie war die Zeit nicht reif. Es gibt auch die Theorie des “Extremismus der Mitte” – aber ich bin kein Wissenschaftler und kann die dort beschrieben Theorien nicht überprüfen, finde die Indizien aber bemerkenswert. Ich möchte zunächst einmal die Begriffe Radikalismus und Extremismus kritisieren. Man muss dazu wissen, dass die heutige Verwendung der Begrifflichkeiten zum einen von der Extremismustheorie von herrührt, zum anderen aus Definitionen der verschiedenen Verfassungsschutzorgane. Wer Zeit und Lust hat sollte vielleicht mal einen ausführlicheren Artikel im NPD-BLOG.info dazu lesen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Kritik an den Begriffen der ist, dass eine Zusammenführung verschiedener Strömungen auf wenige Schlagworte zwar den Diskurs vereinfacht, aber weder den historischen Wurzeln noch der Realität der Bewegungen näher kommt. Zugespitzt könnte man es auch so formulieren, dass wer Rechts- und Linksextremismus in einen Topf wirft im Endeffekt den Holocaust verharmlost. Und das der Extremismus eher hilfreich ist für den Staat  Schubladen zu finden – aber aus wissenschatlicher Sicht eher problematisch ist.

Problematisch ist auch die Polarität der Betrachtungsweise. Ich bin darauf bereits in einem früheren Artikel in der Readers Edition eingegangen. Leider setzen sich zu wenige Leute mit den historischen Wurzeln der Begriffe näher auseinander. Auch versagt hier die Schule offenbar komplett. Wer nach Jahren des Geschichtsunterrichts nicht Rechts von Links unterscheiden kann, dem fehlt etwas.

Was insbesondere fehlt ist die Differenzierung der Theorien und der Staatsformen. Oder das Schüler wie Erwachsene  Anarchie nicht “buchstabieren” können. Es gilt aufzudröseln was denn woher kommt und was wohin führt. Vorurteile führen da nicht sehr weit. Ich will hier nur kurz auf die Geschichte eingehen – und zwar auch in Bezug auf Kritiker der Gegendemonstration in Dresden. Die Meinungsfreiheit für Nazis einfordern:

Betrachten wir die Machtergreifung Hitlers, so können wir uns ja fragen: Wie sind sie an die Macht gekommen? Wenn wir den selbsternannten Verteidigern der Meinungsfreiheit vertrauen, dann lag es wohl daran, dass man Hitler zu hart behandelt hat – und man hätte insgesamt noch mehr rechte Propaganda als Meinungsfreiheit tolerieren sollen? Ist es wirklich so? War es nicht vielmehr so, dass eine allemeine antsemitische und radikale Stimmung herrschte – und war es nicht Göbels, der sich über die Wehrlosigkeit der Demokratie lächerlich machte? Hat es nicht eher an dem Widerstand gefehlt auf breiter Front, der Antisemitismus und Faschismus hätte im Keim ersticken können? Der Nationalsozialismus wurde hoffähig aufgrund einer m.E. falsch verstandenen Toleranz – und natürlich auch aufgrund klammheimlicher oder unverhohlener Sympathie mit der neuen Bewegung damals.

Ich habe erst gestern wieder vom Alltagsrassimus erfahren in meinem Viertel. Rassimus ist ein Gift. An jeder Ecke in Deutschland hört man es und spürt man es – leider! Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn man Rassimus nicht klar entgegentritt er wieder ausbricht – wie schon oft in der nahen Vergangenheit. Vergessen wir nicht die hunderten Toten der letzten Jahrzehnte, über die kaum gesprochen wird. In der gleichen Zeit gab es seitens des sogenannten Linksextremismus keine Toten. Die letzten Toten der Kategorie gingen auf das Konto der RAF. Heute beschränkt sich der Linksextremismus in Deutschland darauf Sachschaden anzurichten – und sich in den Konflikt mit Rechtsextremen und dem Gewaltmonopol der Polizei zu begeben. Das sind fundamental verschiedene Bewegungen. Und wer das gleichsetzt, spuckt auf die Mordopfer rechter Gewalt.

Aber diese Sichtweise ist Ergebnis einer jahrelangen Gehirnwäsche seitens der Politik und der Medien, die immer und immer wieder diese Gleichsetzung vollzogen haben. Und nur selten wird widersprochen.

Mit albernen Comics werden seitens der Verfassungsschützer relativ harmlose Protestbewegungen zu Staatsfeinden. Dabei fragt man sich, ob denn die Comics nun FÜR Kinder gemacht wurden, oder VON Kindern. Denn die groben Vereinfachungen die dort vorgenommen werden lassen deutlich werden, dass niemand der an solchen Werken mitwirkt ein Interesse daran hat die Dinge so darzustellen wie sie sind.

Wenn Linke z.B. davon ausgehen, dass der Kapitalismus Verhältnissen schafft, die den Menschen schaden, so ist das eine fundamentale Erkenntnis, die im Kern jede demokratische Partei auch anerkennt – auch wenn sie nicht Kapitalismus sagt. Bismarcks Einführung der Sozialversicherung war bereits ein Eingeständnis dazu, dass es zu sozialen Verwerfungen kommt. Es sollte auch nicht wundern, dass es eine Allianz aus den Mächtigen gibt. In der DDR nannte man das Seilschaften. Wer das Geld hat kann sich Macht kaufen – neue Malls am Stadtrand – das gemütliche Sekttrinken von Wirtschaftsführern mit Stadtoberen, ganz nahe am Ohr der Entscheider. Werden Volksvertreter auch vom Volk gewählt, so vertreten sie doch nicht immer primär deren Interessen, sondern immer wieder eher die Interessen der Einflußreichen, der Reichen. Dagegen wird dort gespart, wo eine Gruppe keine Lobby hat. Das sind doch mittlerweile schon Binsenweisheiten und keine radikalen Theorien.

Die Radikalitätsfrage beginnt wohl dort, wo Bewegungen wie die Linke, Autonome, Kommunisten oder Anarchisten die sogenannten Systemfrage stellen. Und das bedeutet nichts weiter als die Frage ob denn die Symptome die man beobachtet nicht das System als solches zur Ursache haben und ob es nicht eines fundamental anderen Ansatzes bedarf um sie zu beseitigen. Nicht zuletzt deswegen weil viele Reformen immer wieder scheitern – und wir beobachten können, dass sich Bildungschancen für bestimmte Schichten verringern statt zu verbessern – also wir in vielen Teilen der Gesellschaft keine Fortschritte sondern sogar Rückschritte machen. Nicht zuletzt die vielen Krisen wie die des letzten Jahres. Oder auch die Frage, ob die Demokratie wie sie heute aufgebaut wird – mit gewählten Vertretern die für uns entscheiden wirklich ausreichend demokratisch ist – können wir genug mitbestimmen? Tempo 100 auf Autobahnen, Atomkraft, … – es gibt viele Themen bei denen die Mehrheit der Deutschen Umfragen zu folge eine relativ klare Meinung haben – aber die Wahlen ändern nichts daran. Oder wir betrachten die Geschichte der Petitionen des Deutschen Bundestages. Es gab einige, die eine Menge Unterschriften erhielten – doch keine einzige führte zur Änderung der Politik.

Ist es nicht in Ordnung dann das bisherige System aus Marktwirtschaft und repräsentativer Demokratie zu hinterfragen? Sicher hat das System seinen Wert, weil es finktioniert und weil wir derzeit noch nicht in einem totalitären Staat leben – auch wenn es Tendenzen dazu gibt. D.h. man sollte als Ersatz schon etwas haben, dass besser, gerechter, demokratischer ist. Aber können wir das erreichen, wenn wir die Mittel von vorne herein auf oberflächliche Symptombekämpfung beschränken? Demokratie war vielleicht früher radikal im Vergleich zu Monarchie. Die Demokratie STELLTE damals die Systemfrage – sie stellte Könige und die herrschenden Verhältnisse in frage. Fürchten müssen diese Fragen nur diejenigen, die von dem bisherigen System profitierten. Fragen wird ja noch erlaubt sein? Aber DAS ist Linksextremismus heute oft. Oft sind es junge Leute, die Fragen stellen und dem was in den Mainstream-Medien läuft nicht glauben. Und die sich Antidemokraten und Menschenfeinden wie der NPD in den Weg stellen wollen, die die gesellschaftliche Atmosphäre vergiften. Gerade auch in Dresden. Dort wird das Gedenken an die Toten benutzt um die geschichtliche Wirklichkeit umzudrehen.

Die Angst vor Autonomen scheint sich m.E. mehr auf das äußere Erscheinungsbild zu beziehen: Schwarz gekleidet, manchmal Steine werfend. Ich kann das verstehen, wenn manchen das Angst macht – aber es ist nicht das Wesentliche und hat doch auch oftmals etwas mit einer direkten Eskalation in einer Situation zu tun. Autonome erkennen das Gewaltmonopol des Staates meist nicht an. Daraus ergeben sich folgerichtig Konflikte, ebenso wie durch die Tatsache, dass Autonomen nicht akzeptieren, dass Nazis in Städten auf Menschenjagd gehen. Letzteres wird oft von der Polizei geduldet oder zumindest nicht ausreichend verhindert. Im Wesentlichen sehen wir hier die zwei Konfliktpunkte. Davon abgesehen sind Antifaschisten und Autonome nicht gleichzusetzen. Jeder gute Bürger sollte sich auch als Antifaschist verstehen – denn der Faschismus ist der Feind der Demokratie. Und so organisieren sich in örtlichen Gruppen gegen den Faschismus denn auch Bürger aus allen möglichen Schichten und Organisationen. Diese nun alle in einen Topf zu werfen ist extrem dumm und gefährlich! Wir können nicht auf der einen Seite erwarten, dass Menschen als Einzelne in Situationen einschreiten wo Gewalt in der öffentlichkeit auftaucht, z.B gegen Andersfarbige oder Andersdenkende aber auf der anderen Seite Menschen, die sich in größeren Gruppen organisieren dann als Spinner und Gewaltbereite denunzieren.

Wer so argumentiert spielt den Feinden der Demokratie und der Menschenrechte direkt in die Hände. Leider erlebt man es immer wieder, dass die Mitte lieber mit den Rechten kuschelt anstatt sich auf breiter Front mit denen zu solidarisieren, die ebenfalls für Menschenrechte eintreten. Und das dann mit dubiosen Verweisen auf die Geschichte. In der Geschichte findet man viele Beispiele. Wie die Kirchen sich den Nazis angedient haben oder auch die Hexenverfolgung – kaum eine Partei oder Bewegung die nicht irgendwo auch Blut an den Händen hätte. Das soll man ruhig alles berücksichtigen. Aber was mich persönlich nur interessiert ist wer heute auf meiner Seite steht und wer sich klar gegen den Faschismus stellt. Wer das nicht tut und sich in falsch verstandener Toleranz zum Faschismusfreund macht nach dem Motto “Faschismus ist doch auch nur eine Meinung”, der hat Geschichte nicht verstanden. Es gilt nicht am Beispiel von Faschisten zu demonstrieren wie weit die persönliche Toleranz geht. Toleranz ist solange gut, wie sie nicht vergisst wo es gefährlich wird. Wer dem Feind der Demokratie Waffen mit einem Lächeln in die Hand drückt ist eifnach nur dämlich.

Natürlich müssen wir auch aufpassen, dass im Zuge eines Demokratieschutzes nicht auch das Gegenteil passiert – das Meinungsäußerungen zu einem Problem werden – hier eine Aussage in einem Blog, da ein Schnippsel aus einem Forum – und dann nich bei eingeschaltetem Handy zufällig am falschen Tisch gesessen. Für DIESE Freiheit trete ich ein – das man Menschen nicht ausspitzelt und verdächtigt und aus einer handvoll Indizien zu Staatsfeinden macht. Denn auch das ist bedenklich: Tendenzen zum totalitären Staat – oder Gesinnungstests, Gedankenverbrechen – das alles können wir nicht wollen. Aber wer sich klar und deutlich gegen Menschen- und Freiheitrechte ausspricht und für Bewegungen eintritt, die mit dem Faustrecht für die Durchsetzung ihrer Agenda sorgen, den darf man als Demokratiefeind bezeichnen. Und es muss legitim sein sich ohen Verdächtigungen, Zensur, etc. möglich sein, sich solchen Leuten gemeinsam in den Weg zu stellen und eine Gegenposition zu vertreten.

Leider wird hier immer wieder ein massives Defizit deutlich in unserer Gesellschaft: Es wird weggeschaut und nicht genau hingeschaut wer da für was demonstriert. Nichts sehen, nichts hören und nichts sagen – das wird unsere Demokratie nicht schützen!

Hier noch einmal der Link zur Demo: www.dresden-nazifrei.com.

Wie sicher mit dem Browser umgehen?

Januar 27, 2010 2 Kommentare

Da ich immer wieder feststelle, dass es da große Unterschiede gibt, wie Leute mit dem Firefox Browser umgehen.

  1. Sehr wenige Erweiterungen installieren. Jede Erweiterung verringert die Sicherheit des Firefox. Ja auch die Erweiterungen, die die Sicherheit erhöhen sollen. Je mehr Code, desto mehr mögliche Fehler.
  2. Firefox in den Privaten-Modus versetzen (löscht alle Cookies nach dem verlassen, Schaltet Autovervollständigung ab, speichert keine Passwörter, etc.) . Das verhindert das Anlegen unzähliger Daten und man kann weniger Nachvollziehen wo man war oder wer man ist.
  3. Kein Blocken von Javascript mit NoScript. Zum einen ist Javascript nicht mehr so gefährlich wie noch vor Jahren, zum anderen zeigt der NoScript-Adblock-Fall auch, was bei solchen Erweiterungen manchmal noch so läuft.
  4. Safe-SSL-Erweiterung. Zeichnet einen Rahmen um Seiten, die SSL-gesichert sind. Das ist in meinen Augen sehr sinnvoll, da man während des Browsens sowas schnell vergisst. Ich finds sogar viel, viel wichtiger als die Warnungen bei nicht ganz korrekten SSL-Zertifikaten, weil. Ja klar kann man Verbindungen abfangen und sowas fälschen – mein Hauptproblem sind aber die 99,99% unverschlüsselter Seiten über die ich in Klartext Passworte übertrage. Eigentlich sollte der Browser das anzeigen. Aber das Schloss-Symbol ist dazu zu unauffällig.
  5. Counterpixel-Erweiterung – zeigt an wenn Daten auf einer Website zu Datensammeldiensten wie Google Ads übertragen werden.
  6. Adblock Plus-Erweiterung – blockt alles an Werbung und verhindert ungewollte Popups. Kann man überhaupt anders surfen?

Wäre Tor , JonDo oder ein ähnlicher Dienst schneller und zuverlässiger würde ich es vielleicht auch dauerhaft anhaben.

NoScript mochte ich nie besonders, da man sich dann mit jeder Website individuell beschäftigen muss – was will und was muss man freischalten – dann testen ob es reicht – ggf. nächste Website wieder das gleiche. Das mag ja dafür taugen wenn man nur eine handvoll Webseiten ansurft – aber bei meinem Webseitenkonsum würde mich das wahnsinnig machen.

Ich sehe das Hauptproblem beim Surfen in dem Anfallen von Daten an und nicht in der Übernahme meines Browsers durch “bösartige” Javascripts. Insbesondere wiel ich ja auch Firefox unter Linux nutzen. Beim Internet Explorer auf Windows biete sich da viel mehr Möglichkeiten auch totale Kontrolle des Computers zu erlangen.

Meiner Beobachtung nach haben die meisten Leute aber gerade DAVOR auch unter Linux MEHR Angst. Vielleicht weil sie Firefox unter Windows kennengelernt haben und dann die Mechanismen übertragen. Wie man aber heute immer noch NoScript benutzen kann ist mir nach dem was alles vorgefallen ist total unverständlich. Mit Sicherheit hat das nichts mehr zu tun.

Bisher keine Reaktion zu Löschung meines Kontos

Januar 26, 2010 1 Kommentar

Ich hatte ja die Löschung meines Kontos im Piratenforum beantragt. Das wurde mir verweigert. Ich habe daraufhin vor 10 Tagen den Berliner Datenschutzbeauftragten informiert über den Verstoß gegen Datenschutzrichtlinien (Datenspeicherung über den nötigen Zeitraum hinaus) und auch den Bundesvorstand gebeten sich für die Löschung einzusetzen. Bisher habe ich aber von beiden Seiten noch keine Reaktion erhalten.
Dafür habe ich eine Passage in den Nutzungsregeln gefunden, die ich bisher übersehen hatte und mich stutzig macht:

In den Nutzungsregeln findet man unter “Pflichten den Nutzers” auch diesen Punkt:

  • Du gestattest dem Betreiber, dein Benutzerkonto, Beiträge und Funktionen jederzeit zu löschen oder zu sperren.

Das bedeutet, dass die Foren-Administratoren mein Konto JEDERZEIT hätten löschen können, wenn sie gewollt hätten – ohne mich zu fragen. Die Verweigerung mein Konto zu löschen ist also eine reine Schikane, die sich die Administratoren ausgedacht haben und die ausdrücklich gegen meinen Willen erfolgt.

Die Piraten verstoßen hier massiv gegen wesentliche Regeln des Datenschutzes. Denn eines der obersten Prinzipien ist, dass Daten nur so lange gespeichert werden dürfen, wie dies für die Nutzung oder das Geschäftsverhältnis nötig ist. Eine Sperre, die den Erhalt der Daten für immer vorsieht geht weit über alles hinaus was man sonst kennt. Dies zeigt wieder einmal, dass die lieben Piraten nicht einmal die Grundlagen von dem verstehen was sie oft vertreten. Wie wollen die sich gegen Vorratsdatenspeicherung  oder Datenhandel wenden, wenn sie selber ja viel schlimmer rumwurschteln?

Zudem ist der Mitschnitt der Telefonkonferenz vom 11.01 nach zwei Wochen immer noch nicht veröffentlicht. Ich weiss also bis heute nicht, was da genau geredet wurde zu meinem Fall und wie die Abstimmung verlief. Man hat mir gesagt dies würde natürlich veröffentlicht – aber eigentlich sollte das letzte Woche der Fall sein.

Positiv zu vermerken ist, dass Miriam sich dafür entschuldigt hat mir den Vergleich mit dem Dritten Reich reininterpretiert zu haben. Ich finde das sehr wichtig, dass man auch im Streit noch Fehler eingestehen kann. Ich will deshalb darauf gar nicht so rumreiten. Allerdings bin ich der Meinung, dass da insgesamt viele Punkte falsch reininterpretiert wurden und nicht nur dieser eine.

Was das Forum angeht, so steckt da die Karre ganz schön im Dreck. das haben sie sich selber zuzuschreiben

Piratenpartei und Frauen an der Spitze

Januar 25, 2010 14 Kommentare

Kann es sein, dass langsam das die fehlende Frauenquote bei den Piraten langsam dazu führt, dass Männer an der Spitze benachteiligt werden!? Wie das – nun sowohl in Schleswig-Holstein als auch in NRW wurde eine Frau Spitzenkandidatin – und das, obgleich Frauen ansonsten stark unterrepräsentiert sind!

So erscheinen dann die Spitzenkandidatinnen aus meiner Sicht eher als Feigenblätter vor dem Hintergrund einer sonstigen Männerdominanz. Ähnliches fällt mir zu Rechtsradikalismus und Antifa-Demos auf: Obwohl man sowohl aus dem PP-Vorstand als auch von der Basis ständig rechtsradikale Thesen hört gibt es doch immer wieder Versuche sich an antifaschistischen Demos zu beteiligen.

In beiden Bereichen scheint es mir so zu sein, das sowohl die Parteispitzen als auch die Basis erkannt haben, dass es da ein PR-Problem gibt. Aber anstatt sowohl durch inhaltliche Entscheidungen und Debatten eine andere Richtung einzuschlagen beschränkt man sich auf eine Symbolpolitik – sprich:

  • Wenn die eine Frau an die Spitze wählen können die ja nicht frauenfeindlich sein – oder…
  • Wenn die mit zu antifaschistischen Demos aufrufen können die ja nicht rechtsradikal sein.

Aber. Die können das! Wie kaum eine andere Partei sind hier die Basismitglieder aus pragmatischen Gründen bereit gegen ihre eigenen Überzeugungen für etwas zu stimmen, was sie für ihre “Bewegung” und der öffentlichen Wahrnehmung als wichtig ansehen.

Der Witz ist jetzt, dass Frauen wie Anika Tanck oder  Birgit Rydlewski dadurch zu eben dem werden, was die Piratenpartei oft als Gefahr einer Quote ansieht, nämlich dass Frauen als Quotenfrauen erscheinen. Hier geht es wohlgemerkt nur um den äußeren Eindruck.

Aber mal so rein statistisch betrachtet: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass in zwei Landesverbänden ausgerechnet jeweils eine Frau eine Spitzenposition (Landesliste und Vorsitz) bekommt, wo doch sonst die Frauen in starker Minderzahl sind und ansonsten die Quote weit von 50% entfernt ist? Piraten meinen ja gerne, dass sie nur nach Qualifikation entscheiden. Das ist mir zumindest bei Anika aus Flensburg jedenfalls nicht besonders aufgefallen.

Meine Interpretation ist, dass die Piraten hier auf direktem Wege eine Quote einführen die besonders gut sichtbar ist. Weder sind viele Piraten ansonsten der Meinung dass Frauen gleiche Chancen bekommen sollten, noch sprechen sie sich sonst für eine Quote aus. Ich sehe hier die gewählten Frauen viel mehr als Opfer als in Parteien in denen Landes-Listen nun einfach mal paritätisch besetzt werden.

Genau so wenig beweist eine Kanzlerin Merkel, dass sich die CDU ernsthaft um mehr Gleichberechtigung bemüht. Das ist nur Kulisse. Und die Piraten beweisen gerade mit ihrem Wahlverhalten, dass sie etwas vertuschen wollen. Nicht besonders glaubwürdig – und insbesondere weniger gerecht als eine Frauenquote. Ihr benutzt Frauen um von euren Problemen abzulenken!

Die Sache mit der Sprache…

Januar 25, 2010 2 Kommentare

Aus aktuellem Anlaß möchte ich noch mal auf die Sprache Bezug nehmen – und der Frage wie neutral sie ist, bzw. inwieweit andere  Sprachregelungen nötig sind.

Das allerwichtigste ist zu erkennen, dass unsere Grammatik wie sie gewachsen ist aus dem Zusammenhang der Geschichte zu betrachten ist. Das heißt: Natürlich ist Sprache und Grammatik nicht neutral, sondern ein Spiegel der Gesellschaft und der Entwicklungen.

Viele denken, dass alles was historisch ist, sich irgendwie aus sich selbst rechtfertigt, weil es eben so ist, wie es ist. Dazu muss man sich auch mal anschauen, was alles so angeblich Tradition ist.

  • Was mir neu war und ich erst neulich via ARTE lernen durfte ist, dass die “traditionelle” Tracht der Aymara-Frauen in Bolivien insgesamt sehr spät entstand und ihnen von den Spaniern aufgezwungen wurde.
  • Wenig traditionell sind auch die vielen Traditionsvereine in Deutschland. Die Trachten in Deutschland stammen zu 100% aus der Zeit der Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert. S.a. Heimatbewegung – Tradition ist ein Konstrukt und war immer auch politisch determiniert.
  • Die Deutsche Sprache als solches ist auch ein Konstrukt. Z.B. bemühten sich Dichter wie Goethe und Schiller sehr darum Begriffe zu finden, die viele üblichen lateinischen Begriffe ersetzten wie z.B. “Diarium” -> “Tagebuch”. Das was vielen von uns heute als die traditionelle deutsche Sprache kennen ist zum großen Teil von einigen wenige ausgedacht – und dann immer wieder weiter standardisiert worden – unter den Maßgaben derjenigen, die die Macht hatten.

Unter dem Strich will ich damit sagen, dass es keine Grammatik oder Sprache gibt, die natürlich wäre – es gibt keine positive Geschichte auf die wir uns beziehen und die Sprache von heute als etwas Gegebenes annehmen könnten.

So wie die Gesellschaft und die Menschen früher ihr Sprache und ihre Kultur definiert haben – oder es bestimmt haben, so müssen auch wir heute dies tun – unter der Berücksichtigung unserer heutigen Maßstäbe. Regeln und Verhältnisse die gewachsen sind müssen hinterfragbar sein, denn auch die Bedingungen unter denen unsere Kultur gewachsen ist, waren oft mehr als fragwürdig. Und es gibt keinen logischen Grund, warum man ausgerechnet heute sich jeglicher Kritik oder dem Streben nach Änderung unserer Kultur enthalten sollte, da dies in anderen Zeiten von Diktaturen und Monarchien nicht der Fall war und eben unsere Kultur geprägt hat.

Q-Tip hats noch drauf

Januar 21, 2010 1 Kommentar

So viel Musiker vom Ende der 90er sind inzwischen abgesackt, aber Q-Tip offensichtlich nicht:

(mal ein wenig Abwechslung zwischendurch)

Und zum Vergleich aus den 90ern:

 

Beleidigungen von den Gleicheren

Januar 21, 2010 12 Kommentare

Es ist schon faszinierend, was denn bei den Piraten völlig unmoderiert durchgeht:

Was Isi angeht, diese schlecht blondierte und nach einem Lebenssinn suchende Feindin der Piraten, als Maßstab oder gar Beleg anzuführen, reduziert die Glaubwürdigkeit eines Jeden der es tut, entscheidend.

Dies nur als weiteres Zeugnis wie unehrlich die Behauptung ist, dass Beleidigungen dort grundsätzlich nicht möglich sind. Wenns gegen Frauen geht, wie bei Arvid, gehts immer. Unfassbar.

Klimaforscher Latif lag daneben

Januar 21, 2010 5 Kommentare

Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen hat die Forschergruppe eine Wette verloren, die sie allerdings nie angenommen hatte. Die Geschichte wird im SPIEGEL ONLINE erzählt.

Mehr Hintergrund findet man 2008 in dem Blog von Herrn Rahmstorf. Und dann stellte Rahmstorf vor einigen Tagen fest, dass die Erwärmung doch fortgeschritten ist.

Ich frage mich da manchmal wie tief die Anerkennung und das Verständnis für Wissenschaft gesunken ist, wenn Wissenschaftler auf solche Werkzeuge zurückgreifen müssen, um gehört zu werden?

Die rechtsgerichtete Readers Edition hat sein einigen Jahren schon erkannt, dass mna mit einem Top-Thema “Klimawandel” eine Menge Spinner an sich binden und bedienen kann. Fakt ist nach wiev or, dass es keine ernstzunehmende Alternativtheorie zur menschgemachten Erderwärmung und dem Allgemeintrend gibt. Aber in kaum einem anderen Themengebiet sind so viele Hobbyforscher und Spinner unterwegs, die dennoch vom Gegenteil überzeugt sind. Sie sammeln hier und da ein paar Fitzelchen wie z.B. das Herr Schellnhuber es für Zeitverschwendung hält über Fakten mit Klimaspinnern zu streiten.

Denn es ist müßig mit solchen Leuten zu streiten. ich habs auch mal versucht – was 99% der Wissenschaftler sagen und auch 99% aller Forschungsinstitute interessiert die nicht. Sie beziehen sich auf eine Hand voll Wissenschaftler die das Gegenteil behaupten (und die sich untereinander auch oft wegen abweichender Theorien widersprechen) und legen das als Beweis für die Nicht-Existenz einer menschgemachten Klimaerwärmung aus.

Klar ist, das jede Theorie klein anfängt, wie auch die Theorie der menschgemachten Klimaerwärmung. Die Aufgabe die dann zu erfüllen ist seitens der Theoretiker ist diese eine These zu untermauern und von anderen Wissenschaftlern überprüfen zu lassen. Daran scheitern aber regelmäßig die Klimaskeptiker. Das wären eigentlich kein Problem, denn wissenschaftlicher Dissenz ist normal. Leider ist dies ein großes, öffentliches Thema und sowohl suchen die Skeptiker das Licht der Öffentlichkeit als auch umgekehrt bekommen die Skeptiker oft mehr Aufmerksamkeit wegen ihrer abweichenden Meinung (wie auf n-tv) als die Wissenschaftler, die die “langweilige”, anerkannte These vertreten. Und ein weiteres Problem ist, dass wenn das Klima sich weiter erwärmt dieses erhebliche Konsequenzen haben wird – und man daher nicht wie bei wissenschaftlichen Nischenthemen, die nur Experten interessieren einfach zusehen kann wie unbewiesene Behauptungen als DIE Wahrheit verkauft werden.

Leider zeigt sich, dass weltweit die Anzahl an Spinnern und Leuten, die sich von der Wissenschaft und dem Geist der Aufklärung ständig anwächst. Liegt es am Fernsehen? Am Konsumgeist, der die Irrationalität fördert? So nehmen auch andere krude Thesen zu wie die der Kreationisten.

Piratenforum, Zensur und kein Ende

Januar 20, 2010 3 Kommentare

Das ist ja ein tolles Beispiel:

die ***Edit Miriam – unsachlicher Begriff entfernt** sollte man im Kontext lesen. Sie kamen im letzten Absatz meines ellenlangen Postings vor, in dem ich herausgearbeitet habe, was ich unter ***Edit Miriam – unsachlicher Begriff entfernt** verstehe. Gepaart mit einer Frage, was Eltern dazu bringt, zum ***Edit Miriam – unsachlicher Begriff entfernt** gegenüber ihren eigenen Kindern zu werden.

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