Piratenpartei im Wandel

Nun hat sich in der Piratenpartei eine Frauen AG gegründet. Das könnte ein positives Signal sein, wäre nicht eine allgemeinere Gleichberechtigungs-AG daran gescheitert, dass einige Männer meinen eine AG gegen Männerdiskriminierung aufrecht erhalten zu müssen.

  • Artikel zur Arbeitsweise der AG Frauen.
  • Die Männer AG scheint im wesentlichen darauf gerichtet zu sein Antiemanzipatorische Politik voranbringen zu wollen. Ein etwas kindisches „Wenn es eine AG Frauen gibt, muss es auch eine AG Männer geben“. Zudemm mussten die Foren da offenbar wegen Entgleisung bereits geschlossen werden.
  • Interessant finde ich, obwohl in meinem Blog immer wieder ein Hauptargument war, dass es nur Menschen gäbe, in dem Forum der Piraten jemand jetzt schreibtJede Benennung der AG ohne „Männer…“ – etwa mit verbrannten Umschreibungen wie „Gleichstellung“ würde nichts Anderes als die bekannte einseitige Frauenförderpolitik aller anderen Parteien befürchten lassen.“
    Was machen wir daraus? Alle Menschen sind gleich, aber manche sind GLEICHER? Ein gemeinsames Forum wurde abgelehnt, weil manche Frauen offenbar nicht als gleichwertig genug akzeptieren, um mit ihnen auf gleicher Augenhöhe im selben Forum zu diskutieren.
  • Ich möchte an dieser Stelle einiges an Kritik an der PP zurücknehmen. Wenngleich die AG Männer meines Erachtens überflüssig ist, so finde ich es dennoch gut, dass sich die Piraten nun dem Thema grundsätzlich stellen. Bedauerlich, dass man sich aber für zwei AGs entschieden hat.
  • Das rechte Protagonisten des Schlages Arne Hoffmann, der Frauen für grundsätzlich dümmer als Männer höt, sich zu den Mitgliedern der Piraten Männer AG zählen, lässt auch tief blicken und aufhorchen.

Zu Männer-Rechten: Natürlich haben Männer die gleichen Rechte wie Frauen. Es geht nicht so sehr um das Recht, als um die grundsätzliche Situation. Es gibt viele Ungleichheiten und Benachteiligungen in unserer Gesellschaft. Dazu zählt sicher auch, dass so mancher Mann schief angesehen wird, wenn er Erziehungszeiten nimmt. Nein, das hat er nicht verdient. Und es ist ganz offenbar auch so, dass Jungen in der Schule inzwische benachteiligt sind. Ich bin der Erste der dafür ist, geeignete Maßnahmen zu ergreifen um da etwas zu unternehmen. Dennoch sind diese Einzelfälle mitnichten vergleichbar mit der wesentlichen Ungleichbehandlung von Frauen, die sich zeigt in:

  • Niederigeren Löhnen
  • Höherer Altersarmut
  • Höhere Opferzahlen körperlicher Gewalt
  • Alltäglicher Sexismus in Medien, auf der Straße, im Beruf,….
  • Geringerer Einfluss von Frauen in Spitzenpositionen der Wirtschaft, Politik

Vieles, vieles. Demgegenüber gibt es bei Männern nur einige Benachteiligungen, die dann aber auch wiederum etwas mit Rollenbilder zutun haben. Meines Erachtens ist es auch ein großer Fehler, dass vor allem viele Männer denken beim Feminismus ginge es um einen Machtkampf zwischen Männern und Frauen. Das ist wiederum eine sehr männliche Sichtweise – hier wird dann oft die tägliche Unterdrückung von Frauen auf die Frauen proijiziert, die sich wehren und ihnen wird unterstellt, sie wollten die Männer unterwerfen.

Liebe Geschlechtsgenossen: Wie wenig Selbstbewusstsein habt ihr eigentlich, wenn ihr es nicht ertragt mit Frauen auf gleicher Augenhöhe zu kommunizieren? Und nur weil ihr kein Selbstbewusstsein habt, müsst ihr helfen, Frauen zu unterdrücken? Weak… Ich kann nur dazu raten keine Angst zu haben, Rollenbilder in Frage zu stellen und für die Gleichstellung aller Menschen einzutreten. Nur mit annähernd gleichen Chancen können wir davon träumen, fundamentale Grundrechte zu erfüllen. Wir dürfen eine Benachteiligung aufgrund von Merkmalen, die uns in die Wiege gelegt sind nicht dulden. Jedenfalls nicht über ein gewisses Maß hinaus. Da wir alle ja verschieden sind, können wir nicht alle alles gleichermaßen erreichen. Aber wir sollten versuchen Hindernisse und Schranken abzubauen, um jedem und jeder eine freie Entfaltung zu ermöglichen. Daran müssen wir arbeiten. Und ich hoffe, dass sich die Bewegung in der Piratenpartei fortsetzt, die diese findamentalen Rechte anerkennt. Und ich hoffe, das die Hardcore-Frauenhasserfraktion, die es da noch gibt – und die offenbar gerne die Piratenpartei als Männerpartei isntrumentalisieren wollte marginalisiert werden kann. Ich würde mich darüber freuen, wenn die Piraten es schaffen in diesem Themengebiet den Status der Pubertät zu überwinden und zu einer eigenen, reifen Überzeugung zu gelangen. Deren Haltung wird eine andere sein, als die der GRÜNEN, ganz klar – und das kann auch gut sein, wenn es gelingt. Letztlich haben die anderen Parteien mit ihrer Politik auch nicht die Diskriminierung überwunden – und in vielen Parteien, die formal eine Quote haben hat sich doch gleichzeitig ein Macho-Stil etabliert. Insofern beobachte ich weiter mit Spannung, wie sich das Thema in der PP weiter entwickeln wird.

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Piratenpartei im Wandel

5 Gedanken zu “Piratenpartei im Wandel

  1. Klappspatenholzgriff schreibt:

    Das Thema Geschlechter in der PP.
    Ist ja nun anscheinend eines das die Leute bewegt und interessiert. Ich möchte da eigentlich nicht so viel zu sagen weil ich denke das die Piraten da auf einem guten weg sind. Anmerken möchte ich jedoch die meiner Meinung nach steigende benachteiligung der Männer/Jungs, und da geht es mir nicht um gleiche Löhne, gleiche Position innerhalb einer Firma, sondern um die Anfänge.
    Da gibt es zum beispiel den Girlsday in der Schule.
    Da ich zwei geschwister habe (männlein und weiblein) kann ich da gut den vergleich sehen. Die Mädchen haben die Möglichkeit einen Tag in Männerberufe reinzuschnuppern. Was machen die Jungs an dem Tag? Genau, Unterricht. Warum nicht die möglichkeit in „Frauenberufe“ reinzuschauen?
    Die Erziehung findet in der Regel durch Frauen statt. Das fängt Zuhause an, wo die Frauen die in der „Gleichberechtigungszeit“ aufgewachsen sind, die Jungs zu (etwas polemisch ausgedrückt)Weicheiern erziehen. Also Jungs die gerne und selbstverständlich den Gleichberechtigungsgedanken haben. Ist nix falsch dran, aber werden Mädels auch so erzogen? Denke nicht, da geht es nämlich um Ellenbogen gegen Jungs entwickeln!
    Im Kindergarten gehts weiter, es sind Erzieherinnen (Männliche erzieher müssen im übrigen ein Psychologisches Zeugniss vorlegen um im Kindergarten zu arbeiten, Frauen nicht, soviel zur Gleichberechtigung) Die Erziehung der Rücksicht gegenüber Frauen nimmt da dann weiter seinen lauf,
    im Prinzip gut so, wenn es andersherrum auch so wäre. Ab der Grundschule gehts es dann los das die Lehrerinnen (das auffallend wenige Männer als Lehrer arbeiten ist ja jedem bewusst denke ich)
    dadurch das Jungs etwas schwieriger sind, recht schnell in den Mädels die Lieblingschüler finden. Und anstatt alle Schüler individuell zu fördern,
    wird schnell gesagt, die Mädels sind schlau, die Jungs schwer erziehbar, haben ADS sind Legastheniker oder was weiss ich.
    Ab der Weiterführenden Schule kommen dann die Gleichstellungsbeauftragten dazu, auffälliger weise ist es immer DIE Gleichstellungsbeauftragete für die belange der Frauen.
    Wo ist DER Gleichstellungsbeauftragte? Nicht nötig? Ich sage NOCH NICHT, aber das wird nicht mehr lange Dauern. Das verhältniss der Studienanfänger hat sich jetzt schon signifikant in richtung des Weiblichen Geschlechts verschoben. Na ich sehe schwarz für die Zukunft wo die Männer die unterdrückten sind, weil sie es nicht anders gelernt haben.

    1. Klappspaltenholzgriff ist ja mal ein cooler Username. Das mit Frauen als Lehrer hat sich irgendwann geändert. Zu meiner Schulzeit waren noch Männer in der Überzahl. Ich denke es liegt vermutlich daran, dass der Lehrerberuf inzwischen weniger prestigeträchtig ist. Oder was sind die Ursachen? Generell steht der Beruf ja jedem Mann offen – und von einer offenen Diskriminierung ist mir da nix bekannt. Einzige was mir einfällt ist, dass viele Männer denken Erziehung wäre Frauensache. Insofern zeigt sich hier ,dass die Diskriminierung und Stigmatisierung von Frauen eben auch dazu führt, dass Jungen diskriminiert werden. Es gibt bei Diskriminierung nur scheinbar Gewinner. Ich finde es immer lustig wie die neue Männerbewegung zwar Zustände beklagt, aber bei der Ursachenforschung doch sehr schweigsam ist. Denn oft sind es wie in diesem Falle wohl die Männer selbst, die indirekt ihre eigenen Geschlechtsgenossen diskriminieren.

      Niemand der konsequent für Gleichstellung ist, kann sich verweigern hier zu handeln. Aber wo sind die Vorschläge? Ich fände z.B. an den Schulen eine Mindestquote von Männern prinzipiell nicht schlecht. Ich fürchte nur, dass das gegenwärtige Problem ist, dass es zu wenige Bewerber gibt, nicht das Schulen da Hindernisse aufbauen. D.h. hier besteht eben gerade KEINE Diskriminierung von interessierten Männern – im Gegensatz zu manch anderen Berufen.

      Vielleicht ist ein Problem der Jungen auch, dass die Eltern ihnen Rollenbilder in die Schule mitgeben, die dort wiederum zu Problemen führen. Das wiederum führt zu Verwirrungen. Die Jungs wissen dann nicht, wie sie sein dürfen. Das liegt dann nicht unbedingt an der Schule, sondern auch an der Erziehung der Eltern. Solange ein Junge als Weichei gilt, wenn er sich nicht mit Ellenbogen durchkämpft, wird sich da wohl nur wenig ändern. Was wir brauchen ist eine offene und ehrliche Auseinandersetzung und keine Instrumentalisierung der Jungen durch Männern mit Minderwertigkeitskomplexen.

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