Piraten unter Beschuss

Zu der aktuellen Diskussion um die Piraten und das Interview in der Jungen Freiheit noch eine Ergänzung:

  • Ich denke es ist schlau bei jeder Zeitung zu überlegen, ob man ihr ein Interview gibt. Z.B. ist die BILD-Zeitung auch nicht gerade ausgewogen.
  • Was die JF will ist rechtskonservative Thesen in der Gesellschaft zu etablieren und dabei stets auf der legalen Seite des rechten Handes als Brückekopf für rechte Thesen zu dienen: D.h. ihre Position ist explizit NICHT rechtsextremistisch.
  • Der Beschuss der derzeit erfolgt schiesst über das Ziel hinaus. Zwar wird deutlich das die Piraten trotz mehrfacher Warnschüsse nicht kapiert haben, dass das Thema Rechtsradikalismus wichtig ist und eine Abgrenzung und Sensibilität notwendig. Dennoch denke ich, dass Artikel wie dieser ziemlich daneben sind. nein ich bin kein Pirat, finde diese Assoziation mit Piraten=Nazis aber überhaupt nicht witzig. Auch was die taz teilweise schreibt ist ja wohl nicht mehr wahr. Wo doch die taz selbst eine inzwischen eher rechte Postille ist, in der der Afghanistan-Krieg hochgelobt wird.

Für mich sind eine Vielzahl an Informationen und Gesprächen grund genug, die Piraten nicht zu wählen. Der aktuelle Fall ist dabei nur ein sehr kleines Tröpfchen der das Bild vervollständigt. Mich wundert der Fall überhaupt nicht. Denn was da deutlich wird ist, dass die Piraten unheimlich naiv sind in vielen politischen Feldern. Es gibt schlimmeres. Mir sind ausgekochte Politprofis durchaus unsympathischer.

Ich will damit sagen, dass man die Kirche im Dorf lassen sollte. Kritik ist richtig und wichtig – aber wer sich jetzt aufregt, der hat sich nie mit der Denke der Piraten beschäftigt. Die denken an sowas nicht. Die Glauben Rassimus, Sexismus, etc. wären alles Begriffe von vorgestern. Und sie haben auch eine irgendwie bezaubernd naive Vorstellung, dass wenn wir uns alle an den Händen fassen und ganz feste an den Rechtsstaat und an das Funktionieren der Demokratie glauben, sich alle Versprechung selbiger erfüllen könnten. ich bin da zu sehr Realist um zu wissen, dass Politik so nicht funktioniert. Was die Piraten unberechenbar macht ist die Frage, wie sie reagieren, wenn sie merken das viele ihrer Methoden und Glaubensbekenntnisse nicht so funktonieren, wie sie denken?

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Piraten unter Beschuss

2 Gedanken zu “Piraten unter Beschuss

  1. trotzkist schreibt:

    Seit wann ist die JF explizit nicht rechtsextremistisch, nur weil nicht ausreichend Anhaltpunkte gibt, sie weiterhin vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen?

    1. Es geht nicht um den Verfassungsschutz, sondern um ihre strategische Ausrichtung. ihr Ziel ist es in der Legalität zu bleiben. Wären sie rechtsextremistisch, würden sie alles schreiben um aufzufallen. Ihnen geht es aber im wesentlichen darum rechte Thesen hof- und gesellschaftsfähig zu machen. Also der Wolf im Schafspelz.

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