Bildung in Deutschland

Ich weiss nicht, was ihr für Erfahrung mit dem deutschen Bildungssystem habt. Aber diese Meldung auf telepolis kommt für mich kaum überraschend.

Was ich immer wieder erlebt habe und weiterhin von Schüler- und Studentinnen höre ist:

  • Lehrer- und Professorinnen versuchen oft schon am Anfang möglichst viele neue Schüler/Studentinnen loszuwerden nach dem Motto „Du bist hier falsch“ oder „das ist alles total schwierig, gib lieber gleich auf“.
  • Auch während der Schul- und Studienzeit gibt es viele Sollbruchstellen um Schüler/Studenten rauszuwerfen.

Das problematische dabei ist:

  1. Ausbildungswege, die Menschen wählen, werden zerstört. Das bedeutet für diese Menschen, dass sie Jahre verschwendet haben oder sich plötzlich umorientieren müssen. Nicht etwa, weil sie keine Chance haben, sondern weil man sie losgeworden ist.
  2. Für den Staat ist das auch IRRE TEUER. Ich bin der Meinung das ein abgebrochenes Studium viel teurer ist, als ein Student der weiterstudiert. ich vermute die gegenwärtige Politik rechnet nur mit den Ausgaben, die noch kommen – und nicht so sehr mit den Ausgaben, die getätigt wurden. Fakt ist: Ein Student, der abbricht bedeutet  IMMER einen Totalverlust für den Staat. Ein Student der länger braucht bedeutet immer einen qualifizierteren Menschen.

Insofern ist ein Schüler oder Student auf seinem Weg immer ein WIN/WIN – mal abgesehen von dem Bild des ewigen Studenten, den ich für die große Ausnahme halte.  Ich denke es wäre Zeit, dass man sich mehr Gedanken darüber macht, wie man Menschen in ihrem Bildungsweg und ihrer Entscheidung stärken kann, anstatt sie zu entmutigen und ihnen ein Weiterstudium zu verbieten aus formalen Gründen.

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4 Gedanken zu “Bildung in Deutschland

  1. trotzkist schreibt:

    Das was du da gehört hast, hast du nicht ganz verstanden, fürchte ich: Die Professoren versuchen jedem ein Studium schmackhaft zu machen, weil sie selbst natürlich viel davon halten, sie versuchen aber, ihre völlig überlaufenen Seminare zu retten, indem sie möglichst innerhalb der ersten 1-2 Termine einige Leute dazu bewegen, sich ein anderes zu suchen, weil sonst lehren überhaupt nicht lustig ist – ein Seminarraum mit maximal 90 Sitzplätzen und 120 anwesenden Studenten funktioniert eben nicht (nichtmal ein Seminar mit 80 Leuten).

    Aus der OECD-Studie lese ich eher etwas anderes:
    http://trotzkist.wordpress.com/2009/09/08/die-abgehangten/

      1. trotzkist schreibt:

        Schon, aber es ist ein Sachzwang für die Professoren, weil es einfach kein Geld für mehr Professoren gibt.

        Wenn der Prof also überhaupt Unterricht machen will, muss er den Studenten etwas „Angst“ machen – so bleiben die Interessierten da und der Kurs wird kleiner.
        Und ich habe noch keinen Studenten erlebt, der sein Studium geschmissen hätte, weil ein Prof zu abschreckend gewirkt hätte; wohl aber, weil die Kurse so überfüllt sind, und das ist nicht die Schuld der Professoren, sondern der Kultusminister.

      2. … oder weil Prüfungen im dritten Anlauf nicht geschafft werden. Ich denke ja auch nur: Die Idee des Aussiebens und der Eliten durchzieht das ganze Bildungssystem.

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