RE/ Neue Theorien

Da es mir ja nicht möglich ist, meine Meinung auf Readers Edition frei und offen zu sagen, ich haber auch nicht auf eine Reaktion auf neue Behauptungen verzichten will hier meine Reaktion aus den nächsten „Öldorado-Artikel“ in meinem Ritinardo-Blog.

Ein Dr.Peter Heller schreibt:

Der Zukunftsforscher untersucht daher auch nicht die Zukunft, sondern das Jetzt. ….  Die Fortschreibung von Trends in die Zukunft ergibt ein Szenario. Man kann sich beispielsweise überlegen, welche Trends unser heutiges Mobilitätssystem geprägt haben und prägen, wie stabil diese sind und wie bedeutend – und daraus letztlich ein Szenario entwickeln, wie Mobilität in 20, 30 oder mehr Jahren aussehen könnte. Darauf inszeniert er mehrere Trends:

  1. Basistrend: Wir werden mehr Energie umsetzen. Indem wir unsere vorhandenen Energieträger besser und intensiver nutzen. Und neue Energieträger finden und entwickeln. Das ist ein stabiler Trend über Jahrzehntausende hinweg – und keine kulturelle Revolution, keine technische Entwicklung, keine Katastrophe gleich welcher Art hat diesen Trend beeinflussen können. Dies ist ein Attraktor, um den herum ein Zukunftsforscher ein Standard-Szenario aufbauen kann.

Was der Autor hier nicht beachtet sind zwei Einflussfaktoren:

  1. Niemals zuvor in der Geschichte stand die Menschheit vor dem Punkt an dem sie bereit war einen radikalen Einschnitt in die Energieproduktion zu wagen. die ganzen Menschheitsgeschichte hinweg galt mehr Energieverbrauch entweder als unbedenklich oder als wünschenswert. Selbst die Zeit des steigenden Umweltbewusstseins in Europa in den 80er-Jahren hat eher zu besseren Filtern geführt.
  2. Ein Wachstum der Energieproduktion in Schwellenländern in dem Sinne entsprechende des heutigen Lebensstandards in Europa z.B. ist ein no-Go. Nicht nur beim CO² würde das zu einer Explosion der Umweltverschmutzung führen. Dies ist keine realistische Option

Es gibt keine linearen Trends. Zukunftsforscher haben meist erst dann recht, wenn sie die Entwicklungen der Vergangenheit erklären. Viele der Entwicklungen der Vergangenheit wurden falsch eingeschätzt. Zudem können Szenarien und Einschätzungen die Entwicklung massiv verändern. In Deutschland hat z.B. die Kriegswirtschaft im 1. und 2. Weltkrieg die Kohle- und Stahlindustrie massiv gefördert. Andererseits haben wir beobachten können wie  die Industrieländer beim FCKW für einen Stopp der Freisetzung gesorgt haben. D.h. bestimmte Erkenntnisse über die Folgen eines Handelns kann Einfluss auf das weitere Handeln haben. Daher sind Szenarien immer auch teil der Zukunft. Es wurden autogerechte Städte geschaffen. Szenarien, die unsere Städte prägen und auch das Auto als Fortbewegungsmittel gefördert haben. Oder die Atomindustrie, die von der Politik ins Leben gerufen wurde, weil man das Atom als Heilsbringer der Zukunft sah. Alle Szenarien beeinflussen die Zukunft und somit muss jedes Szenario auch immer sich selbst reflektieren – oder anderes formuliert sollte es eher darum gehen Szenarien zu entwickeln, die einen realistischen Weg in eine Zukunft weisen, wie sie wünschenswert ist. Wenn wir nur Trends verlängern schreiben wir nur die gescheiterten Politiken der Vergangenheit fort.

Insbesondere gilt, dass wir Entwicklungen, die zu Problemen führen nicht auch noch fördern sollten. Wir könnten z.B. durchaus folgern, das der Autoverkehr weiter ansteigt in den nächsten 10 Jahren. Man könnte daraus folgern, das man dem Bedarf entsprechende den Ausbau von Straßen vorantreiben müsste. Die Reaktion auf dieses Szenario würde den Autos wiederum mehr Raum verschaffen für ihre Entwicklung. Eine selbsterfüllende Prophezeiung würde dazu führen, das die Reaktion auf ein Szenario eben dieses Szenario erfüllen würde. Würde man dagegen definieren, dass man den Autoverkehr reduzieren will – und Schritte dahingehend einleiten, so würde sich der Autoverkehr entsprechend der Wirksamkeit dieser Maßnahmen entwickeln. Insbesondere dann, wenn die Maßnahmen konsequent erfolgen. Unser Visionen bestimmen unsere Zukunft. Auch dort, wo Menschen erwarten, das Trends entstehen wird investiert und geforscht und Geld akkumuliert. Es gibt keine neutralen, realistischen Szenarien – es gibt lediglich Visionen und die Reaktion der Menschen darauf.

Der Versuch Trends zu etablieren, bedeutet immer eine bestimmte Politik durchzusetzen, die sich an diesem Trend orientiert. Häufig werden daher auch Trends etabliert, um Menschen zu bestimmten Reaktionen zu treiben. Wie z.B. bei der Lüge um die angebliche Problematik der Überalterung der Gesellschaft. Dabei ergeht man sich allzuoft auch in Allgemeinplätzen.

Fakt ist z.B., dass wenn der motorisierte Individualverkehr weiterhin so stark gefördert wird und der öffentliche Verkehr weiterhin immer teurer und unattraktiver wird, dass dann der Langzeittrend hin zum individ., motor. Verkehr anhält.  Unsere Idee von der Zukunft bestimmt unsere Zukunft mehr, als lediglich eine Verlängerung von den Faktoren von heute. Auch so etwas wie das Auto wäre vielleicht nie erfunden worden, wenn man lediglich die Nutzung von damals fortgeschrieben hätte. Bzw. war man sich damals ja einig, das die Pferdekutschen irgendwann die Städte in Pferdemist ersticken würden. Hier wie auch anderweitig haben konkrete Probleme zu neuen Lösungen geführt – und alle Szenarien, die auf einem pferdebasierten Verkehr beruht haben, haben sich als fehlerhaft erwiesen.

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