7 Thesen zu Wahlen

  1. Was Du wählst kommt nicht bei raus:
    • Egal was du wählst, dies führt am Ende nicht unbedingt dazu, dass die Partei mehr Einfluss hat, die Du gewählt hast. Im Zweifelsfall hilfst Du damit sogar einer entgegengesetzten Partei. Aber wenn Deine Stimme nicht eindeutig ist, wozu sie dann vergeben?
  2. Wahlergebnisse: Wer hat DIE eigentlich gewählt?
    • Wenn man sich anschaut wie viele der Wahlberechtigten tatsächlich diejenigen gewählt haben, die dann für ALLE Entscheidungen treffen, dann ist das immer eine Minderheit. Deine Stimme ist eine Stimme für ein System, das einer Minderheit die Herrschaftsgewalt über eine Mehrheit verleiht, die dieses System ablehnt. Dabei noch von Mehrheiten zu sprechen ist abwegig.
  3. Wer nicht wählen geht, darf hinterher nicht meckern?
    • Aber wenn ich wählen gehe und die Partei meiner Wahl baut Mist, dann bin ich mitverantwortlich. Man sollte nur dann etwas wählen, wenn man auch Vertrauen dazu hat, oder? Auch wenn die eigene Partei keine Mehrheit hat, sondern nur Mehrheitsbeschaffer ist, oder dazu führt, dass sich andere Koalitionen bilden, weil mit Deiner Partei keiner koalieren will: Dann bis Du mit schuldig an Koalitionen, die Deine Partei verhindern wollen!
  4. Herrschaft braucht Legitimation
    • Jede Form von Herrschaft sucht eine Legitimation, auf deren Basis sie agieren kann. Ob nun von Gott hergeleitet, vom Blut/Abstammung her, oder durch Wahlen. Deine Stimme rechtfertigt, dass Entscheidungen für uns alle getroffen werden, die Du inhaltlich vielleicht sogar ablehnst. Wenn viele Leute diese Art der Legitimation verweigern würden, so würden diese Entscheidungen auch nicht legitimiert werden.
  5. Was ändert es, zu Wählen?
    • Wenn Wahlen etwas ändern würden, warum sind sie dann erlaubt? Oder anders gefragt: Wenn man in die Vergangenheit schaut: Wo haben Stimmen wirklich eine Veränderung gebracht? Vor der Wahl 1998 verkündeten SPD und GRÜNE, das sie Tempo 100 auf Autobahnen einführen wollten. Trotzt Mehrheiten wurde dies nicht umgesetzt. Wir haben dazu bis heute keine Regelungen. D.h. Papier ist geduldig – zu glauben, dass irgend etwas von dem umgesetzt werden müsse, was in Parteiprogrammen steht ist bestenfalls naiv. Ergo: Du weißt nie, was mit Deiner Stimme passieren wird. Warum sollte man etwas wählen, wenn dies also keine Wahl darstellt?
  6. Aber man muss doch etwas tun? Oder sollen wir immer nur zuschauen?
    • Dies ist kein Aufruf zum Nichtstun! Man kann in der Tat sehr viel bewegen. Aber ein Kreuzchen kann jede/r machen. Aber: Können wir nicht viel mehr? Warum lässt man uns nur einfache Wahlen? Warum ist es so schwer als einfacher Bürger gehört zu werden, wenn es mal wirklich um was geht? Warum hat man gegen die Mehrheitsmeinung eine Wiederaufrüstung der Bundesrepublik, die Stationierung von Mittelstreckenraketen oder auch den Ausbau der Kernenergie betrieben?
  7. Also was soll dann die Alternative sein?
      Direktes Engagement. Anarchie statt Herrschaft von oben. Wir wissen selbst am besten, was für uns gut ist. Es besteht eine gewisse Notwendigkeit diese Interessen zu koordinieren oder auch auszufechten. Die herrschende Demokratie tut dies aber, in dem sie dem einzelnen Macht wegnimmt unter Zurhilfenahme demokratischer Werkzeuge also Macht von Unten nach Oben verlagert. Entscheidungen werden weniger von Leuten vor Ort oder von Betroffenen getroffen, sondern in erster Linie für sie und über ihre Köpfe hinweg. Volksabstimmungen sind kein probates Mittel der Bürgerbeteiligung – denn auch hier herrscht ein relatives Mehrheitsprinzip vor. Eine relative Mehrheit mag eine bestimmte Entscheidung mit ihrer Stimme unterstützen. Aber vielleicht überstimmen sie damit lediglich eine Minorität die als einzige betroffen ist. Dies ist weder klug noch fair. Es muss also darum gehen, dem Einzelnen mehr Kompetenz einzuräumen – und es sollte auch ein solidarisches Prinzip unterstützt werden. Es kann nicht darum gehen Entscheidungen zu treffen, die einzelne gesellschaftliche Gruppen noch weiter stärken. Gesellschaftliche Gruppen stärken in erster Linie die eigenen Interessen, sozusagen für ihre eigene Klasse. Diese sind in modernen Demokratien zwar teilweise durchlässig, ein gesellschaftlicher Aufstieg ist möglich, aber immer nur zulasten derjenigen, die zurück bleiben. Wir brauchen aber mehr Miteinander und weniger Gegeneinander. Weil im gesellschaftlichen Konflikt immer der Stärkere über den Schwächeren dominieren wird. Die Last der Folgen aber tragen alle. Es gibt keinen goldenen Weg für eine bessere Zukunft – und es gibt auch kein einfaches Kreuz, das alleine ausreichen würde, um Änderungen herbeizuführen. In dem Sinne stellen Wahlen eher eine Scheinbeteiligung dar, die anstelle ECHTER Beteiligung propagiert wird, WEIL sie überschaubar ist und für diejenigen, die vom bisherigen System profitieren, das geringere Übel darstellt: Man weiss, das Regierungen wechseln, aber man weiss auch, das keine Wahl wirklich etwas WESENTLICHES an den Verhältnissen ändern wird. Der Wähler geht zur Urne und somit seine Stimme ab an seine Repräsentanten, die damit dann tun und lassen können, was sie wollen!
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