Zum Kommentar in der FAZ zu Michael Jacksons Tot

Das ist schon lustig gedacht:

Es war, als hörte man noch einmal die fernen Echos rassistischer Unterdrückung, gegen die schon Ray Charles und Nina Simone angesungen hatten. In dieser Hinsicht hatte seine an sich strikt unpolitisch gehaltene, oft aber von einem infantilen Weltverbesserungsdrang beseelte Musik vielleicht nicht weniger Emanzipations- und sogar Utopiepotential als die der großen Soulsänger der fünfziger und sechziger Jahre.

Zum einen ist es wahnwitzig in der totalen Anpassung Michael Jacksons in einer rassistischen Gesellschaft, sein totaler Drang nach Anerkennung über alle Grenzen hinaus, gerade als emanzipatorischen Akt und als utopischen Akt zu interpretieren. War es doch gerade das Gegenteil von dem Genannten. Zum anderen wirft dies ein komisches Schlaglicht auf Künstler wie Marvin Gaye oder Nina Simone.

Das muss wahre Mythenbildung sein, wenn man die Zerstörung der eigenen Merkmale hin zu einem „kaukasischen“ Typ nicht etwa als Verleugnung der eigenen Identität sieht, sondern als das Gegenteil.

Michael Jackson war sowohl großer Künstler als auch tragische Gestalt. Mit zunehmenden Alter immer tragischer und bedenklicher in seinen Verhandlungsweisen. Und so hatte sein Gesicht am Ende nach unzähligen Operationen auch nichts menschliches mehr.

Wie ich in dem FAZ-Artikel folgenden Absatz interpretieren soll, ist mir auch nicht ganz klar:

ichael Jackson war kein Rocker, aber er sah sich, wie Elvis, damit konfrontiert, dass das spezifisch Triebhafte der Popmusik seit deren Anfängen mit der schwarzen Hautfarbe in Verbindung gebracht wird.

Schwarze Musik wurde von Afroamerikanern in die USA gebracht, ja. Die Popularität verdackte sie vielleicht der Tatsache, das die Musik der Weissen zu dem Zeitpunkt mit einigen Ausnahmen doch oft eher blutleer und langweilig wirkte. Popmusik ist die vermarktete Variante, die hautfarbenagnostisch ist, was im wesentlichen heisst, das sie „gebleicht“ wurde. Triebhaftigkeit hat man von Weissen gerne immer wieder Schwarzen in rassistischer Manier unterstellt. Dies ist weder ein musikalischer noch ein wirtschaftlicher Begriff. vWenn damit gewisse sexuelle Anspielungen gemeint sind, so sind die alles andere als spezifisch für Popmusik, sondern ein freierer Umgang mit sexuellen Motiven gehört sei jeher zur afrikanischen Kultur. In der Popmusik wurde das zu einem reinen „sex sells“. Erklären tut dieser Absatz nichts, ausser das er selbst rassistische Andeutung beinhaltet. Weisse wussten ja auch schon immer am besten, was Schwarze Musiker waren. Vor allem nach dem Tod. Man erinnere sich da auch nur an manche unwürdigen Nachrufe zu Miles Davis.

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