Ziele der Hamas

Manch naiver Politiker oder Journalist macht sich in erster Linie darum Gedanken, wie es in Palästina schnell zu enem Frieden kommen kann. Dabei wird verkannt, was das eigentliche Ziel von Terrororganisationen wie Hamas ist. Die Hamas ist Teil der Muslimbrüderschaft. Diese will den Einfluss des Westens in islamischen Ländern zurückdrängen. Dazu versuchen sie seit Jahrzehnten Umstürze in verschiedenen arabischen Ländern zu organisieren. Die Strategie ist dabei die Bevölkerung zu mobilisieren. Im Israel geht es also eher darum die Regierungen in Ägypten oder Saudi-Arabien zu stürzen. Der Angriff der Hamas kann Israel nicht gefährden. Es geht gerade darum einen Gegenreaktion zu provozieren. Daneben gibt es auch eine gewisse Konkurrenz zur Hisbollah, die ähnliche Mittel anwendet, aber größer ist und auch in Palästina an Einfluss gewinnt. Die Politik der sunnitischen Muslimbruderschaft ist in den letzten Jahrzehnten überall gescheitert. Lediglich im Iran konnte sich ein schiitischer Gottesstaat etabieren. Die Raketen auf Israel erscheinen dabei wieder als ein verzweifelter Akt mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen – und aus Ermangelung einer staatlichen Beteiligung – denn kein arabischer Staat mag sich heute noch direkt mit Israel anlegen.

Was hierbei deutlich werden sollte ist, das ein Waffenstillstand oder auch ein kurfristiger Friede nichts ändert – denn daraum geht es der Hamas gar nicht. Nichts was Israel tun kann wird etwas an der Haltung der Hamas ändern. Es ist sogar so, das Frieden mit Israel eher ein Worst Case-Szenario der Hamas wäre.

Diese Situation macht es ja auch so schwierig den Konflikt zu lösen. Auch ein eigener Palästinenserstaat würde daran nichts ändern. Vielleicht sogar die LAge verschlimmern. Denn warum sollte aus einem Palästina nicht auch wieder Raketen auf Israel abgefeuert werden?

Die Lösung läge wohl in der Frage der Kultur in vielen arabischen Staaten, wo westliche Kultur als invasives Element betrachtet wird – und deren Bekämpfung viele Opfer aus Sicht der Terroristen rechtfertigt. Die Unterstützung kommt zum einen aus den Reihen von Intellektuellen und wirtschaftlich erfolgreichen Wirtschaftsvertretern, denen der westliche Einfluss zu weit geht – und zum anderen aus einer Masse an desillusionierten, auch arbeitslosen Unterschicht in arabischen Ländern – oder aus palästinenischen Flüchtlingslagern. Der Hass auf Israel ist dabei selten sachlich begründet, sondern Mittel zum Zweck. Wenn es nicht der Israel-konflikt wäre, so würde ein andere Konflikt in den Mittelpunkt rücken.

Daher führen alle Lösungen, die sich nur auf diesen Konflikt konzentrieren zwangsläufig ins Leere. Wenn man eine Vielzahl an Faktoren und Spieler aussen vor lässt und so tut als wenn es nur um Hamas vs. Israel ginge, so stimmt das Bild nicht.

Für Israel selbst sehe ich die Lösung eher in einer Abkehr vom zionistischen Staat und zu einer Hinwendung zu einem gleiberechtigten Miteinander mit den Palästinensern und anderen Gruppen. Noch ist das nicht möglich. Dazu müssen die Ursachen für den Hass beseitigt werden. Eine Quassam-Rakete kostet bis zu 500 Euro. Viele davon wurden und werden auf Israel abgefeuert. Das selbe Geld hätte Hamas auch in die Lebensmittelversorgung der Bevökerung investieren können. man entschied sich aber stattdessen Geld rauszuschmeissen um die Reaktion zu provozieren, die man jetzt hat. Wie soll Israel mit einem Gegner verhandeln, der nicht für die Interessen der eigenen Bevölkerung steht? Der Gaza-Streifen bräuchte politische Interessenvertreter, die an einem echten Frieden interessiert wären – dann ist vielleicht eine Bewegung möglich. Im Moment gießt jede Aufwertung der Hamas nur Öl ins Feuer. Ich kann nicht glauben, das man in Deutschland mehr Probleme hat einen Christian Klar freizulassen, der seit Jahrzehnten nichts mehr getan hat – als damit eine aktive Terrororganisation als legitime Interessenvertretung anzuerkennen, die die Palästinenser benutzt um ihre politischen Ziele zu erreichen. Die Plaästinenser tun mir leid, weil sie wirklich niemanden haben, der auf ihrer Seite steht – am wenigsten ihre eigenen politischen Führer. Denn was haben diese bisher erreicht? NUR Verschlechterungen der Lage, denn eine Verschlechterung lässt sich für die politisch besser ausnutzen.

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