Gümbels Vorschlag

Na da überschlagen sich die Kommentatoren ja geradezu. Allgemeine Zeitung Mainz: „Thorsten Schäfer-Gümbels Vorstoß einer Zwangsanleihe für Reiche als Mittel gegen die drohende Rezession bedient Klassenkampfklischees, wie sie neidgetränkter und realitätsfremder kaum sein könnten.
FAZ: So viele Fliegen mit einer Klappe schafft sonst nur das tapfere Schneiderlein. Das sollte Schäfer-Gümbel stutzig machen: In der wirklichen Welt setzt auch eine Wirtschaftskrise nicht alle Marktmechanismen außer Acht.

Süß. Das sind die Besserwisser, die alle die Krise nicht kommen sahen und stattdessen eher die beschimpften, die wagten die Weisheit des Kapitals zu hinterfragen. Nur das alles was da geschrieben wird totaler Unsinn ist. Es wird dort tatsächlich eine Zwangsanleihe als Enteignung bezeichnet, während Vorschläge wie eine Erbschaftssteuererhöhung toleriert werden. Nur das es bei jeder Steuer NIE etwas zurück gibt.

Meine Prognose ist die, das wir den Vorschlag noch wiedersehen werden. ja, ich weiss, Verfassungsgericht hat gesagt das geht nicht – aber das ist eine Frage der Präzisierung, ggf. auch Gesetzesänderung. Hätte mir gewünscht es hätte so einen Aufschrei gegeben bei dem Vorschlag Hartz-IV-Empfänger zur Rattenjagd zwangszuverpflichten. Aber hier gilt wohl eher das die eine Krähe der anderen kein Auge aushakt. man trifft sich zu gerne bei Anläßen wie dem Bundespresseball. Journalisten und Politiker sitzen in einem Boot – eine Interessengemeinschaft gegen die Verlierer in der Gesellschaft.

ich finde eine Zwnagsnanleihe eigentlich von der Idee her sehr überzeugend – dabei bekommen die Verpflichteten sogar mehr zurück – machen also sogar Gewinn. Aber für die Journalisten ist das Enteignung. Wenn dem so ist, ist meine Bank auch eine Bande, weil sie mein Geld aufhebt. uuups.

Die Journalisten verstehen gar nicht wie weit Zumutungen am unteren gesellschaftlichen Rand schon konzentriert wurden und im Gegenzug oben eher ein Zuwachs von Wohlstand zu Verzeichnen war. Ich will hier keine Neiddiskussion aufmachen – aber Fakt ist, das Ungerechtigkeit in Deutschland eines der Hauptprobleme ist, z.B. auch bei den Bildungschancen. Und die Krise ist etwas SEHR SEHR aussergewöhnliches. Wer hier bei etwas was in der Vergangenheit und der Gegenwart schon mehrfach praktiziert wurde ein Absolutes Nein ausstößt, während man bei Billionen die verschenkt werden schweigt macht sich verdächtig nicht neutral zu urteilen.

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