Rechtsrutsch bei Readers Edition

Offenbar haben sich einige Rechtsradikale zusammengerottet um gemeinsam für einen Rechtsrutsch in dem Online-Blog „Readers Edition“ zu sorgen. Unter der Tarnung eines Interviews veröffentlichte Martin Böcker z.B. einen Artikel „Rechts der CDU – Nitzsche und “Arbeit, Familie, Vaterland”„.

In diesem Interview mit einem Herrn Henry Nitzsche wird keine einzige kritische Frage gestellt zu der neuen Partei „Arbeit, Familie, Vaterland“, sondern es werden distanzlos Stichworte geliefert, die es Herrn Nitzsche erlauben seine eigene Partei und sich selbst darzustellen. Ein Auszug:

Was möchten Sie besser machen, um nicht wie die Republikaner oder die DSU in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden?
Ob mich das gleiche Schicksal wie die Republikaner oder die DSU ereilen wird, kann ich nicht sagen. Ich werde mich aber bemühen, nicht die gleichen Fehler machen….

Die Strategie der Neuen Rechten ist dahingegend neue Territorien in der Publizistik zu erobern – stehs  bemüht das noch mehr gesagt werden darf was Antisemitismus, Rassismus und andere Widerwertigkeiten betrifft. Dabei wird auf dem aufgebaut was etablierte Politiker in die „Volksmeinung“ eingebracht haben um es der Politik zu erleichtern das Volk zu unterdrücken. Dazu meint man das es gut sei (auch seitens der SPD und CDU), wenn das Volk patriotisch sei. Das Patriotismus noch kein einziges Problem gelöst hat, interessiert dabei nicht.

Dabei wird genre eine stumpfe Deutschtümelei, verbunden mit einer seltsamen, romantischen Opferlyrik verwendet. Auffällig dabei ist, das die Neue Rechte (in den Kommentaren zum o.g. Artikel z.B.) dabei selten offen Stellung nimmt zu einem Thema – stets beschränkt sie sich darauf zu provozieren und sich sofort schildkrötenartig in die Opferrolle zurückzuziehen, sobald eine Antwort erfolgt. Es ist bei einem Diskurs mit den Neorechten nie wirklich möglich ein Thema zu diskutieren, weil sie dazu gar nicht bereit sind. Sie wollen einfach nur ihre  Provokationen ablassen und ihre Marken in der Öffentlichkeit hinterlassen. Sie haben keine Antworten und sie wollen auch nicht wirklich ihre eigene Position infrage stellen. Bezeichnend ist darüber hinaus für solche Diskurse, das sie ständig das Thema wechseln und jedes noch so absurde Zitat hervorkramen um zu begründen das die Erde eine Scheibe und Krieg das gleiche ist wie Frieden. Dabei bleiben sie selbst auffällig indifferent – behaupten sie in einem Satz noch das eine, widersprechen sie sich selbst bereits im Nächsten.

Der Wahlspruch „Arbeit, Familie, Vaterland“ ist laut Wikipedia der selbe wie auch im faschistischen Vichy-Regime. Dass das kein Zufall ist, ist unzweifelhaft.

Solchen Leuten darf ein Medium wie die „Readers Edition“ kein Forum bieten! Es ist schlimm genug, das man deren Ausdünstungen hier und dort im Internet findet – mit kritischen Artikeln oder gar Journalismus hat das alles nichts mehr zu tun. Es ist schockierend zu sehen, welche Art Artikel der Readers Edition-Redaktion oftmals durchschlüpfen. Es ist auch klar, das das auch der Neuen Rechten nicht entgeht und sie jede Möglichkeit nutzen ein neutrales und populäres Medium umzudrehen und für ihre Zwecke zu nutzen. Erstaunlich aber auch, wie wenig öffentlichen Widerpruch das bis heute erhielt.

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