Archiv
OpenLeaks
Was ist von Openleaks zu halten? Mir gefällt das, was der Daniel so erzählt. Transparenz ist tatsächlich wichtig!
Es gibt da ein Interview, dass schon ein paar Wochen alt ist, aber dennoch informativ ist:
Teil1:
Teil2:
Er hat auf dem 27c3 einen Vortrag gehalten. Und darauf basierend u.a. einen Artikel bei Heise. Dezentralisierung, Organisationsentwicklung. Das klingt alles sehr gut und sehr richtig.
Assange-Festnahme inszeniert?
Ich dachte gerade:
Assange wird ausgerechnet in Großbritannien verhaftet, dass sich besonders schwer tut mit Auslieferungen. Dann wird er verhaftet, weil er auf die Polizeiwache geht, um den Haftbefehl einzusehen(?).
Ich glaube Assange/Wikileaks wollte ein Exempel statuieren, was den Europäischen Haftbefehl betrifft, den man ja durchaus kritische betrachten kann.
Vieles von dem, was Wikileaks tut erscheint als Provokation – ausgerechnet US-Dokumente veröffentlichen – jetzt die Angriffe auf Mastercard und Visa. Natürlich muss Wikileaks mittlerweile als echte Bedrohung für Staaten wahrgenommen werden – und es wird sicher nicht an einer Gegenreaktion mangeln. Im Moment scheint mit diese noch sehr konstruiert – nach dem Motto “Catch Me If You Can“. Da sehe ich schon in 10 Jahren oder früher einen Film über die Geschichte von Wikileaks und Assange.
Allerdings hat Assange m.E. die Karten die er hat überreizt. Zudem hat sich gezeigt, dass die Veröffentlichungen bereits dazu geführt haben, dass Quellen offengelegt wurden, anstatt sie zu schützen. Mit Whistleblowing hat das wenig zu tun. Whistleblowing ist das Gegenteil von dem was Wikileaks macht. WB bedeutet, dass Quellen geschützt werden, die Hinweise auf Rechtsbrüche geben. Wikileaks dagegen veröffentlicht Material von Quellen ungefiltert und gibt damit eine Vielzahl an Daten preis, auch unbenommen von Implikationen für die Betroffenen. Datenschutz Fehlanzeige. Und die Piratenpartei, die sich angeblich so stark macht für Datenschutz versagt erneut in dem sie einfach diese Daten übernimmt.
Wikileaks ist schon spannend. Mal Einblick nehmen zu können in geheimgehalten Dokumente – so wie bei den Mautverträgen.Doch Wikileaks geht nicht verantwortlich um mit den entstandenen Daten. Das einzige was man sagen kann ist, dass man froh wäre, wenn viele der Daten gar nicht entstanden wären. Ich habe keine Lust, dass Datensätze, die sich auf mich beziehen, veröffentlicht werden. Doch das Konzept von Wikileaks sieht genau so etwas vor: raus damit, scheißegal. Zudem entzieht sich Wikileaks vorgeblich jeglicher Jurisdiktion – das heisst ich habe gar keine Möglichkeit einer Freigabe zu widersprechen. Wikileaks entscheidet über meine Privatsphäre. Doch wer steht dahinter? Wo ist die demokratische Kontrolle? Wer garantiert mir, dass Wikileaks ihre Daten nicht auch verkauft? Oder auch ihre Dienstleistungen des Datenklaus.
Die Wikileaks-Debatte – völlig abgehoben
Die Veröffentlichungen von Wikileaks sorgen für Wind im Blätterwald und sonstigen Medien.
In Anne Wills Talkshow gab es wieder eine dieser überflüssigen Diskussionen:
Was mich besonders nervt, sind die Protagonisten der Verkündigung einer neuen Zeitenwende. Sicher werden immer mehr Daten preisgegeben je einfacher es ist Daten zu kopieren und je mehr Daten digital verfügbar sein werden.
Eine neue Welt wird es aber nicht geben. Es in der Web 2.0 einen zunehmenden Trend, die Veröffentlichung von Daten als selbstverständlich und unvermeidbar zu bezeichnen.
In Wirklichkeit muss man eine Abwägung treffen und auch für bestimmte Rechte eintreten. Niebel hat recht, wenn er meint, dass es egal ist, welche Daten veröffentlicht werden bezüglich auf Datenschutz und Datensparsamkeit.
Das Beispiel Wikileaks macht deutlich, dass nur die Daten die nicht gespeichert sind, wirklich sicher sind. Das ist die eigentliche Lehre. Was nicht sein kann ist, dass man jetzt zuerst die moralische Komponente diskutiert und dabei die Datenschutzproblematik ausklammert oder wie Lobo unterschiedlich bewertet je nach Inhalt. Denn bewerten tun die Relevanz und Schädlichkeit sicher Unternehmen, Regierungen oder Nichtregierungs-Organisationen sehr verschieden. Der Schutz von Daten im allgemeinen ist wesentlich für den Erhalt einer Demokratie. Denn auch der Schutz an Informationen schützt nicht nur die Pressefreiheit, sondern auch unsere Privatsphäre und somit unsere ureigensten Rechte.
Man kann da nicht wirklich zwischen gutem und bösem Informationsleck unterscheiden. Wichtig ist, dass überall Datensparsamkeit und Datensicherheit praktiziert wird. Auch wenn das bedeutet, dass Journalisten nicht mehr so einfach an Originaldokumente herankommen. Das Pferd von hinten aufzuzäumen und von dem Effekt einer Veröffentlichung auszugehen und daraufhin das Datenleck zu bewerten wäre fatal und würde folgerichtig dazu führen müssen, dass man bewusst Datenlecks herstellt.
Der andere Aspekt ist die Informationsfreiheit. Natürlich sollten auch mehr von den Daten, die gesammelt werden, veröffentlicht werden. Das muss aber auch in sorgfältiger Abwägung der Verfahren und der möglichen Folgen passieren. Die Protagonisten des total freien Internets und total freien Informationsflusses ignorieren dabei welche Kollateralschäden durch das unbegrenzte Veröffentlichen angerichtet werden würde.
s.a. Kaffeeringe USA reden schlecht über die Welt.
Wikileaks-Video zu US-Attacke auf Reuters-Journalisten
Einige werde es schon gehört haben. Ich möchte dieses Video auch hier verbreiten. Es gab 2007 eine Angriff von Apache-Helikoptern auf die beiden Reuters-Journalisten Cmagh und Noor-Eldeen. Bitte lest mehr zu der Sache bei der englischspr. Wikipedia. Naja, jedenfalls hat wikileaks das Video freigegeben, dass sie über milit. Whistleblower erhalten haben (Also Leute in der US-Armee, denen die Sache auch stinkt). Hätten Tagesschau und mehr Medien dies bereits berichtet hätte ich mir diesen Post so vielleicht gespart, aber diese Art Zensur wird immer unerträglicher. Da ist mir Fefe gerade mal sympathisch wie er sich aufregt. Hier das Video
- Frühzeitig berichtet hat darüber das Handelsblatt. Das HB als Verteidiger der Pressefreiheit? Das ich das noch erleben darf…
- Und natürlich kleiner Websites wie Gulli und Netzpolitik.
- Auffälliger weise enthält sich aber z.B Heise bisher dazu.
- In den USA berichtet ein MSNBC (wenngleich nicht als Titelstory) natürlich darüber, CNN mittlerweile auf der Website auch.
- Reuters eigener Bericht.
Ja, es ist bedrohlich wie sich hier massenweise Journalisten selber zensieren. Erleben wir hier schon die Schere im Kopf VOR der Wieder-Einführung der staatlichen Zensur seitens der EU?
Das dies immer stattfindet, ist uns ja allen klar. Natürlich berichten die Medien nicht über große, antifaschistische Demonstrationen mit mehreren tausend Demonstranten – aber wenn in irgendeinem Wald ein paar hundert Menschen gegen einen Starkstrommasten demonstrieren bekommt das im Prinzip den gleichen Raum wie die Freiheit statt Angst Demo. Wozu also noch hunderttausende mobilisieren, wenn 100 schon ausreichen? Aber nein, manche Themen sind eben gleicher als andere Themen.
Sowas wie die Tagesschau ist ein Witz. Das hat mit Journalismus nur noch wenig gemein. Man kann sie nur dazu nutzen um zu sehen, wie sehr ein Thema in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

