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Professionalisierung von Social Events

April 15, 2009 3 Kommentare

Cem Basman schreibt in seinem Blog unter Web-Events: Zwang zu mehr Professionalität , dass er meint so etwas wie BarCamps oder Unkonferenz müssten professioneller werden weil der “Mainstream” das fordere. Er habe verstanden.

Ich glaube aber er hat da etwas wesentliches nicht verstanden – nämlich dass diese Art Events eben bereits eine Gegenbewegung war – im wesentlichen ein “Jede ist Teil einer Veranstaltung” anstatt einer Konsumeinstellung. Gerade dass war ja das ermüdende. Das was mich nachwievor stört ist, wenn auf Webmontagen zum einen die Teilnehmerinnen nicht richtig partizipieren oder viel eher noch diejenigen die einen Vortrag halten, den ewig lang ausdehnen hochspezifisch und am Ende bleibt doch vieles unerwähnt und Fragen offen.

Ich habe mir angewöhnt meine Kurzvorträge so zu halten, dass sie für Interventionen offen sind – und das gelingt mir auch zunehmen besser. Bereits während des Vortrages kommt es da zu Kritik und Nachfragen und die Rollen von Zuhörern und Vortragenden weichen sich auf.

Ich glaube  das da viele Leute noch eine Menge zu lernen haben. Die Erwartungshaltung an sich selbst und die Vortragenden ist sehr hoch – viele Leute möchten immer noch gerne erschlagen werden von einem brillianten Redner, der es einfach WEISS oder DRAUF HAT. Und genau das schreckt auch vor der Partizipation ab. Das Wesentliche ist das Ablösen von Erwartungshaltung im Publikum und auf der Bühne – bzw. idealerweise ist da gar keine Bühne.

Ich habe noch kein BarCamp besucht – aber was ich so via Video konsumieren konnte, sieht zumindest in Deutschland immer nach dem Gegenteil der Grundidee aus – nach dem Schlechtesten aus beiden Ideen: Einerseits weniger Sprecher – zum anderen aber immer noch lange Vorträge mit geringem Neuigkeitsgehalt und wenig anregend zu Kritik, Nachfragen oder Beteiligung.

In den USA scheint es da offenere Situationen zu geben.

Die Forderung nach Professionalisierung von BarCamps würde bedeuten den negativen und falschen Ansatz, den die Dinger in Deutschland eh schon haben zu verstärken. Ich denke was passiert ist, ist das BarCamps von vielen Leuten überlaufen wurden und von Firmen vereinnahmt, die den anderen Ansatz nicht einmal ansatzweise verstanden haben.

Wer aus der Idee einer Selbstorganisation ein bezahltes Event macht, kehrt die Idee auf den Kopf. Dann wird es wieder zu einem Foo Camp. Die gab es wohl in Deutschland nicht so. Bzw. eben normale Konferenzen, die einige Unkonferenz-Techniken adaptieren. Typisch für Deutschland ist dabei, dass in der deutschsprachigen Wikipedia jeder Ansatz eines Artikels zu Unkonferenzen immer gelöscht wurde.

Aus meiner Sicht sieht es so aus, dass man sich bislang geweigert hat sich nur annährend mit den Ideen zu beschäftigen. Die Hauptschuld tragen dabei die Veranstalter und Vortragenden, die es nicht verstanden haben die Besucher zu aktivieren und stattdessen sich mehr darum gekümmert haben die Events aktiv zu bewerben – eben aus ihrer üblichen Denke heraus. Das die Situation wie heute eintreten würde war absehbar. Einfach nur zu sagen das man ein BarCamp veranstaltet, aber im  Wesentlichen dann nur anders zu machen dass man weniger Eintritt nimmt und jeder Idiot einen langen Vortrag hält kann es nicht sein. Auf eineme chten BarCamp überleben Idioten keine 2 Minuten. Auf deutschen BarCamps scheinen sie sich dagegen zu vermehren.

Und dann am Ende wenn man alles falsch gemacht hat zu meinen das mehr vom Falschen zum Richtigen führen könnte ist ja wohl der größte Witz!

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