Archiv

Posts Tagged ‘Thilo Sarrazin’

FAZke Sarrazin

Dezember 26, 2010 1 Kommentar

Da durfte er noch mal in der FAZ schreiben – und es wurde wieder peinlich:

Die von mir genannten Statistiken und Fakten hat keiner bestritten, mit der von mir zitierten Literatur hat sich, von wenigen Ausnahmen wie etwa dieser Zeitung abgesehen, kaum einer auseinandergesetzt, meine Sprache ist gemäßigt, beleidigt habe ich niemanden.

Zum Wahrheitsgehalt dieser Aussage alleine:

Es ist unwahrscheinlich, dass Sarrazin keine Gegenargumente im Blätterwald mitbekommen hat. Dass KEINER ist somit eine glatte, wissentliche Lüge. In keinem Faktencheck werden Sarrazins Thesen zu hundert Prozent übernommen. Bestenfalls bleibt ein: “kann man so sehen” bei manchen Punkten.

Dieser Satz alleine reicht aus Sarrazins Ansatz zu klassifizieren: So wie er mit Kritik umgeht , ging er auch mit Statistiken und Fakten um. Er hat gelogen bis sich die Balken bogen. Aber meist hat er einfach nur nicht wirklich die Wahrheit wiedergegeben.

Sarrazin hat einige Thesen und sucht dafür INDIZIEN. Alles was dagegen sprach wurde weggelassen. Das ist nicht nur unwissenschaftlich. Den Anspruch muß er auch gar nicht erfüllen. Aber wenn man gegen Volksgruppen hetzt wie die FAZ und Sarrazin, dann sollten die Fakten wenigsten stimmen. Wenn aber die Fakten, wie bei ihm, nicht stimmen, dann kann auch sein Fazit nicht stimmen.

Und er macht einen entscheidenden Fehler: Er behauptet zwar, niemand hätte seine Fakten bezweifeln, berichtet aber doch davon: “Gleichwohl hat die beispiellose Medienkampagne mit ihren verleumderischen Zügen einen Rufschaden bei einem Teil jener Zeitgenossen produziert, die sich für das Buch und seine Inhalte nicht weiter interessierten.

Seine Behauptung ist also:

  1. Jeder unterstützt seine Fakten
  2. “Die Medien” haben eine Kampagne gefahren ohne Rücksicht auf die Fakten.

Dabei versucht er zu vertuschen, dass die Kritik sich hauptsächlich gegen seine unhaltbaren Fakten richtete, wie z.B. der Vererbung von Intelligenz oder seinen Aussagen, auch außerhalb des Buches, dass es eine Juden-Gen gäbe.

Für viele wurde deutlich, dass weder seine Fakten stimmen, noch sein Fazit. Es wurde deutlich, dass nur der Name Sarrazin und seine ehemaligen Pöstchen davor bewahrten in einen Topf geworfen zu werden mit einem NPD-Vorsitzenden.

Sarrazin hat provoziert und provoziert nach wie vor. Davon lebt er. Er lebt auch davon, dass Leute wie ich Artikel darüber schreiben. Sein Artikel zum Jahresende wirkt denn auch eher so, dass er noch mal an sich erinnern möchte. Und die FAZ stimmt zu. Sie meint auch, dass wir noch zu wenig Rassismus haben in Deutschland. Das wir dringend mehr Anschläge auf Andersartige brauchen. Und deswegen hofiert sie Sarrazin.

Sarrazin greift in seinem Artikel auch immer wieder nach Goethe-Zitaten. Der kann sich noch weniger wehren, als die von ihm im Buch Diffamierten. Goethe wäre also wie Sarrazin, würde er heute leben. Wer glaubt das schon?

Und dann kann er auch eine handvoll derjenigen aufzählen, die ihm zustimmten auf der Straße, wie:

Der deutsche Taxifahrer, der mich in Duisburg zum Bahnhof fuhr. Er erzählte: „Die meisten Taxikonzessionen in Duisburg gehen mittlerweile an Türken, die bieten die höchsten Preise. Und im Duisburger Taxifunk wünscht man den Taxifahrern mittlerweile alles Gute zum Opferfest, anstatt zu den Weihnachtstagen.“

Ja wirklich schlimm wenn im deutschen Taxifunk auch mal andere Religionen erwähnt werden. Wo wir doch hier eine Staatsreligion haben. Oder was? Gerade diese Zitate beweisen, wen seine Thesen ansprachen und welche dumpfen Vorurteile er genährt hat.

Vergessen wir diesen FAZke.

Seehofer Kritik. Wo ist das Problem?

Wieso ist jetzt eigentlich Seehofer das Schwarze Schaf? Es gab sogar Fernsehsender – ich glaube fast alle – die sogar einen Sarrazin einluden. Seehofer sagt doch genau das, was ALLE Politiker im Grunde sagen? Spinn’ ich jetzt? Wieso wird Seehofer mehr kritisiert als Sarrazin? Nicht das ich ihm zustimmen würde, aber es gibt sogar Politiker wie Torsten Albig, die Zwangsmaßnahmen für angeblich nicht-einbürgerungswürdige Mitbürgerinnen fordern. Ist das nicht ein vielfaches krasser?

Thilo Sarrazin zu Piraten übergetreten

September 5, 2010 4 Kommentare

Er hat viel Kritik bekommen für seine Äußerungen in seinem neuen Buch – auch aus den eigenen Reihen der SPD. Wie es aussieht hat Sarrazin nun Konsequenzen gezogen und die Partei gewechselt:

Thilo Sarrazin

Thilo Sarrazin

Sarrazin sagte dazu in einem Interview mit BLÖD am Samstag abend “In einer Partei, die meinen Freund Tauss so freundlich aufgenommen hatte, werde ich mich auch ganz zu hause fühlen!”.  Die Piratenpartei sei noch jungfreulich und offen für jede Art von Meinungsäußerung.

Da sieht mans mal wieder. Da werden ja in Berlin mal wieder die Sektkorken knallen!



Flattr this

Fall Sarazin: Politiker dokumentieren ihre Unwissenheit

September 3, 2010 1 Kommentar

Nun gut, jetzt wird er entlassen. Das war auch das Mindeste. Allerdings ist erschreckend, was im Zuge dieser Debatte offen zu Tage getreten ist:

  1. Viele Umfragen belegen, dass Rassismus und Xenophobie in der Mitte der Bevölkerung weit verbreitet ist. Das ist nicht die Schuld Sarrazins. Er hat es nur befeuert. s.a. “Wulff gibt Sarrazin ein kleines bisschen Recht“. Ist Wulff auch ein kleines bisschen rassistisch?
  2. Diesen Spinner als Anlaß zu nehmen über Integration reden zu wollen. Mit welcher Begründung? Wir haben da einen großen Rassisten in Deutschland – dem wollen wir ein Forum bieten?
  3. Integration ist ein veralteter Begriff, den man in der Soziologie schon seit langem nicht mehr verwendet. Wer den Begriff verwendet dokumentiert damit nur, dass er entweder total unwissend ist oder bewusst aus populistischen Gründen einen veralteten Begriff verwendet. Heute spricht man von Inklusion. Integration ist also keine Lösung – und daher jede Debatte darübe von vorne herein zum Scheitern verurteilt.
  4. Die wichtigste Debatte, die man führen müsste wäre die über den Extremismusbegriff zu diskutieren. Die Theorie, dass bedenkliche Tendenzen niemals aus der Mitte und immer nur von den Rändern kommen ist einfach so falsch, falscher könnte es gar nicht sein. Leist dazu auch “Andi ist ein Idiot
  5. Hat eigentlich schon jemand Sarrazin wegen Volksverhetzung angezeigt? (Anstatt ihn in jede Talksendung einzuladen)


Flattr this

Bundesbank eine antisemitische Einrichtung?

Wenn man den Artikel zu Sarrazin auf tagesschau.de liest, fragt man sich wie die Bundesbank sagen kann:

“Es bleibt dabei, dass die Ansichten von Herrn Sarrazin seine persönliche Meinung sind, die in keinem Zusammenhang stehen mit seiner Tätigkeit als Bundesbankvorstandsmitglied.”

Damit ist jetzt nicht mehr Sarrazin das Problem – ich hatte ehrlich gesagt gedacht, der wäre schon längst auf dem Abstellgleis, sonder es ist die Frage warumd ie Bundesbank ganz bewusst offenen Antisemitismus und Rassismus duldet. Mit Privatmeinung ist das nicht mehr zu entschuldigen. Jemand wie Sarrazin ist als öffentliche Person nicht duldbar. Wer ihn beschäftigt unterstützt verdeckt eben diese Thesen. Es sind schon Leute wegen geringfügiger Sachen gegangen worden.

Inzwischen ist auch die Frage wie die Bundesregierung ihre Verantwortung im Fall Sarrazin sieht. Der wird alle mit sich reissen, die sich nicht früh genug von ihm distanzieren. Es ist bei ihm weder mit einer Entschuldigung noch mit der Versicherung getan, dass er etwas ähnliches nicht wiederholen würde.

Das es da sogar Personen gibt, die öffentlich seine Meinungen unterstützen zeugt nur wie normal bei uns inzwischen der Hass auf alles Fremde wieder geworden ist.

Das wäre auch mal ein Zeitpunkt für einen Bundespräsidenten zu zeigen, dass es ihn noch gibt!? Von dem habe ich seit seiner Wahl noch nichts gehört. Wahrscheinlich ist er zu feige sich unbeliebt zu machen! Der kann ihn sogar entlassen! Mach es einfach…

Sarrazin beweist, dass die Extremismus-Theorie nicht stimmt.

August 27, 2010 1 Kommentar

Sarrazin ist nicht zu einem Rechtspopulisten geworden. Sarrazin ist ein Rassist, dessen Äußerungen aus der angeblich so reinen Mitte kommen:

Man lann natürlich den ganzen Rassismus, der von CDU, FDP, Grünen und FDP kommt versuchen als rechtsextrem einzuordnen, sobald er eine bestimmte Grenze überschreitet. Wahrer ist jededoch, dass Rassismus in erster Linie rassistisch ist – egal welchem politischen Lager sich jemand selbst zuordnet – oder wie weit jemand in der Mitte verankert ist.

Sarrazin beweist als Ex-Finanz-Senator wunderbar, dass die Extremismus-Theorie uns nicht weiterhilft. Einige meinen den Kritikern dieser Theorie dem entgegnen zu müssen, dass Deutschland sich ja verändert hätte. Aber darum gehst doch gar nicht. Sarrazin ist ein Rassist – und daran ist nichts zu deuteln. Er passt aber nicht in das Schema eines klassischen Links- oder Rechtsextremisten. Weil diese Kategorisiereung eben frei erfunden wurde um einzelne Gruppen, insbesondere scharfe Kritiker unseres Systems von “links” zu diffamieren und vom Verfassungsschutz beobachten lassen zu können.

Um das rechtfertigen zu können muss man einen gleichwertigen Gegner von rechts aufbauen – auch wenn es keine Beziehung zwischen rechts und links gibt. Und auch wenn es Rassisten in jedem politischen Lager gibt.

Die Extremismus-Theorie dient lediglich dazu alltäglichen Rassismus zu rechtfertigen. Denn ein Sarrazin ist ja kein Rechtsextremist – also  kann er ja schreiben was er will und ist als Mann der Mitte per Definition ernst zu nehmen.

Und  da liegt auch eines der Probleme: Kaum ein anderer Rassist wird so gerne mit seinen Thesen in der Medienöffentlichkeit präsentiert, wie Sarrazin.  Es ist Zeit ihn als das zu bezeichnen und so zu behandeln, was und wie er ist! Ich will seine Hasspropaganda nicht mehr zu bester Sendezeit ungekürzt hören müssen

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 122 Followern an