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Streiks in Ägypten halten an

Nicht erst seit den Umsturz Mubaraks, sondern seit 2005. Euronews berichtete vor 3 Tagen zu den anhaltenden Streiks:

Faszinierend scheint mir bei dem Beitrag aber auch vor allem, dass man iM Deutschen was ganz anderes erzählt, als z.B. am Ende in der englischsprachigen Version. Im Deutschen wird nur erzählt, dass die EU-Außenbeauftragte Ashton Anfang nächster Woche Kairo reisen wird. Hier die Englische Variante:

Ups? Simple Zensur? Dürfen wir in Deutschland nicht erfahren, dass da mal eben 12.000 Arbeiter aus einer Fabrik weggegangen sind? Zusätzlich zu anderen Bereichen.

Streiks als wahre Gründe für Mubaraks Rücktritt?

Im Fernsehen sah man immer die Bilder der demonstrierenden Massen. Was weniger Beachtung fand, weil es keine guten Bilder hergab war die massiven Streiks, die es vermehrt seit 2005 gab.

Dazu empfehle ich z.B. die Literatur dieses Artikels von 2007. Dort kann man für 2007 bereits lesen “The longest and strongest wave of worker protest since the end of World War II is rolling through Egypt.”. Oder aktueller von FOXNews am 9. Februar diesen Jahres.

Mubarak verwies in seiner letzten Ansprache vor seinem Rücktritt ausdrücklich auf die wirtschaftlichen Folgen der Proteste hin. Auch das ein Hinweis darauf, dass es der wirtschaftliche Druck der Streiks war, der ihn letztendlich vom Thron stürzte. Kein Regime kann auf Dauer bestehen, wenn die Menschen die Arbeit verweigern.

Interessant daran ist daran, dass hier die Waffe der Menschen in Ägypten deckungsgleich mit den Methoden des Anarchosyndikalismus sind. Die Methoden schon, aber wohl nicht die Ziele. Es zeigt aber sehr gut, wie mit friedlichen Mitteln, aber mit wirtschaftlichem Druck mithilfe von Streiks bzw. Generalstreiks Änderungen herbeigeführt werden können. Diese Methoden sind zeitlos. Denn produziert werden, muss immer.

Unsere Medien sind zum Großteil gar nicht in der Lage, dass zu erfassen. Bewusst oder unbewusst. Die Proteste auf der Straße waren sicher auch nicht unwichtig, drückten sie doch eine breite Unterstützung und Solidarität der Ägypter mit den Zielen der Streikenden aus. Aber letztendlich kann ein Regime es gut ertragen, wenn 10.000 Menschen auf einem Platz rumsteht und nichts tut. Wenn hingegen die Fließbänder stillstehen, muss darauf reagiert werden. In Spanien wurden die Fluglotsen dann mit Waffengewalt dazu gezwungen weiterzuarbeiten. Im Umgang mit Streiks zeigt sich oft, wie weit das demokratische Verständnis von Staaten geht.

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