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Posts Tagged ‘rechtsradikalismus’

Behörden wissen nicht, was Rechtsradikalismus ist?

Es scheint so zu sein, als wenn es zwei Möglichkeiten gibt:

 

  1. Entweder wissen die Behörden wissen nicht, was Rechtsradikalismus ist oder
  2. Sie wollen es nicht wissen

 

Wenn es eine Lehre gibt, die man aus der NSU ziehen kann, so ist es die, dass die NSU sich aus einem rechtsradikalen Umfeld gebildet hat. Worüber die NSU hinwegtäuscht ist die Tatsache, das rechtsradikale Gewalt nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist. Wenn Herr Friedrich sagt:

Der Innenminister hatte betont, er glaube nicht an eine Wiederholung der NSU-Taten: “Nachahmer, die wahllos Leute erschießen und davon nichts verlautbaren, erwarte ich nicht. Aber dass es im rechtsextremistischen Milieu immer wieder fließende Übergänge zu terroristischen Strömungen geben kann, halte ich für möglich.”

so verschließt er die Augen vor hunderten von Attentaten und Übergriffen, die insbesondere seit den 90er Jahren die Republik plagen und prägen. So sehr, wie man im linksradikalen Milieu bemüht ist, die Nadel im Heuhaufen zu finden – irgendeinen Hinweis auf gewaltbereite Linke – so sehr bemüht man sich wegzuschauen bei dem was täglich passiert. Da werden Zahlen bewußt uminterpretiert, bloß damit Gewaltakte nicht als Rechtsradikal gewertet werden können. Die Vertuschung ist nicht die Ausnahme, sondern Regierungsprogramm. Von den Kommunen bis hinaus zur Bundeskanzlerin. Die NSU bedeutete, dass man über einige Taten nicht mehr ganz hinwegschauen kann. Wobei auffällig ist, dass man inzwischen mehr bemüht ist, der Aufklärung dessen, was passierte die Schuld zuzuweisen und Geheimdienste und Polizei reinzuwaschen.

110, wahrscheinlich viel mehr Rechtsradikale im Untergrund – und niemand war vorher der Überzeugung, es wäre wert uns das mitzuteilen. Das für sich genommen ist schon ein Skandal – ohne NSU. Der Auftritt von Klaus-Dieter Fritsche hat bewiesen, warum der Verfassungsschutz zerschlagen werden muss. Er ist weniger Schutz als Bedrohung für die Demokratie. Die Geheimdienste sind den PolitikerInnen längst über den Kopf gewachsen. Man traut sich bereits massenhaft Akten zu vernichten und entschuldigt das ganze mit Angst und Datenschutz. Das muss das erste mal sein, dass Sicherheitsbehörden den Datenschutz für wichtiger nehmen,  als die Strafverfolgung. Die letzten Jahre konnte man immer glauben der Datenschutz zählt für sie gar nichts. Erst wenn Rechtsradikale enttarnt werden, fällt ihnen auf, dass sie hunderte Akten schnell vernichten müssen.  Natürlich, na klar. Für wie blöd hält man uns? Oder sind diese dummen Antworten nur Ausdruck von Arroganz und der Selbstsicherheit, dass Geheimdienste und Rechtsradikale die Republik  bereits fest in der Hand haben?

NSU – Mainstream – Propaganda

September 18, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Nach all dem, was bekannt geworden ist, liest man folgendes oft:

 Ignoranz, Inkompetenz, Verharmlosung, Vertuschung und Versagen

Aus meiner Sicht ist es eine unglaubliche Naivität nach so vielen “Zufällen”, dass man endlich einmal akzeptieren muss, dass in Deutschland Geheimdienste eine eigene Agenda haben und diese nicht davor zurückschreckt Rechtsradikale in ihrem Kampf gegen alles, was linksradikal ist einzusetzen. Und dabei auch mit Mördern zu kooperiere oder den Tod von Menschen in kauf zu nehmen.

Wer heute noch behauptet, es wäre nur eine Häufung von Zufällen, dass fast alle Geheimdienste nicht nur über die NSU bescheid wußten oder sie beoabachteten, sondern auch fast alle dabei waren Akten in großem Stil zu vernichten auch noch bs zum heutigen Tage.

Diese Fakten lassen eigentlich nur den Schluß zu, dass das Ende der möglichen Zufälle seit Monaten erreicht ist. Der Mainstream der Medien scheint auf dem Punkt, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. PUNKT.

Ich vermisse da die kritischen Fragen, die darüber hinaus gehen bei dem NSU-Ausschuß auf einen neuerlichen, täglichen “Skandal” zu warten und lediglich diese Inhalte zu transportieren.

Sicher ist es zu früh genau zu sagen, wie groß die Sache ist. Aber diese  ganzen Ereignisse einfach nur unter “Unfähigkeit” zu subsumieren ist viel zu bequem und deutet eher an, dass man die Wahrheit gar nicht wahrhaben will.

 

Unwissende Ermittlungsbehörden? 2+2=3?

Bei dem, was da alles im Zusammenhang mit der NSU passiert ist, wundert es doch sehr, welche Verteidigung man da so hört. Bei jedem kleinen Verbrechen wären die Indizien so erdrückend, dass es sofort zu einer Verurteilung – in dem Fall z.B. gegen den Verfassungsschutz kommen müsste.

Was aber muss man lesen? Es wären nur Stumpfe Routine, Inkompetenz und Ignoranz, die dazu geführt hätten. Auf deutsch also: “2+2=3″ ?

Dabei liegt z.B. der Verfassungsschutz/Verfassungsrecht  historisch gesehen schon immer rechtsradikalem Gedankengut sehr nahe, wie bei Theodor Maunz oder Wolfgang Schäuble.

Solange die Öffentlichkeit bestimmte Antworten nicht sehen und hören will, bleibt ihr die Wahrheit verborgen. Aber genau dies ist der Grund, warum die NSU so lange ungehemmt morden konnte. Und eben nicht nur die NSU. Von den insgesamt 149 Todesopfern spricht man lieber nachwievor nicht. So kann man auch die NSU weiter als Ausnahme sehen, die ja nun beendet ist. Aber wenn man so ab und zu in die Rubrik “Deutsches Haus” in der Jungle World reinschaut – die ganzen Sachen, die nicht hochgekocht werden,  dann sieht der Zusammenhang ganz anders aus. Dann ist rechtsradikaler Terror in Deutschland die Normalität, der nur durch Patriotismus ein Mäntelchen umgehängt bekommt.  Es macht es schwerer rechtes Gedankengut  klar abzugrenzen, denn viel rechtes wird in der Öffentlichkeit, als das eigentlich normale dargestellt – und derjenige, der dem nicht folgt, ist derjenige mit einem Problem. Und die ganzen rechtsradikalen Übergriffe sollen wir so sehen, wie Naturkatastrophen, die aus heiterem Himmel passieren. Komischerweise ja immer gerade zu sportlichen Großereignissen im nationalen Taumel stärker als zu anderen Zeiten.

Der wahre Grund ist,  dass man mit “vaterlandslosen Gesellen”, wie es Linksradikale nun mal sind keinen verlässlichen Staat auf bauen und in den Krieg ziehen kann. Daher ist dem Staat der Rechtsradikale aus so lieb und wird von ihm finanziert und aufgepäppelt. Flippt der aus und mordet mal wieder, wird mal auf die Finger gehauen, mehr aber auch nicht. Und solange  das so gesehen wird, wird auch das Morden und der tägliche Terror weitergehen.

Als Lehre aus dem Dritten Reich zog der moderne deutsche Staat, das Wegschauen eine Tugend ist. Nichts könnte eine falschere Lehre aus der Vergangenheit  sein. Ein solches Denken ruft gerade zu eine Wiederholung der Geschichte herbei. Insbesondere unter der kommenden Wirtschaftskrise, wenn die Autoabsätze in den Keller gehen.

Piratenpartei: Ungerechtfertigte Medienkritik

Langsam macht sich ein Muster bemerkbar im Umgang der Medien mit der Piratenpartei. Leider sticht die Kritik nicht so richtig. Auch wenn die Piraten eine großartige Zielscheibe abgeben – denn fast jeder Angriff trifft – so gibt es da doch festzustellen, dass die Piraten oft gerade für ihre schlechtesten Seiten gelobt oder ihre besten Seiten kritisiert werden.

Gleiches gilt für die Piraten selbst: Oft sehen sie dort die Notwendigkeit zur größten Reform, wo sie eine ihrer wenige Stärken haben und dagegen beharren sie dort auf ihre Positionen, wo sie am schwachsinnigsten sind.

Leider wegen Unzulänglichkeit als Kritik zu verwerfen ist z.B. das aktuelle Interview mit Samuel Salzborn auf tagesschau.de:

Problematisch hierbei vor allem, dass er zum einen konstatiert, dass die Piraten am rechten Rand fischen, meint aber dennoch, dass sie weniger inhaltlich diffus werden müssen. Wahr ist, dass die Piraten bewusst eine inhaltliche Offenheit gegenüber Rechts pflegen, um auch in dem Lager Wähler anzusprechen. Und genau das hilft ihnen doch gerade zuzulegen.

Solange Piraten, die in der NPD waren wohlwollend aufgenommen werden kann man zu Recht sagen, dass der Fisch vom Kopf her stinkt.

 „Wenn es um den Beitritt ehemaliger NPD-Mitglieder geht, dann muss man sich den Einzelfall anschauen. Wenn es jemand ist, der sich begründet und nachvollziehbar von seiner Vergangenheit gelöst hat, dann sehe ich keinen Grund, ihn nicht aufzunehmen”, sagte Sebastian Nerz der „Stuttgarter Zeitung”.

Aus lauter Geilheit auf Mitgliedermasse schaut man nicht so genau hin. Und wundert sich dann, wenn sich Ex-NPDler pudelwohl in der Partei fühlen. So eine Haltung wie oben ist doch eine Einladung an alle Rechtsradikalen.

Und eben das ist mein Haupt-Vorwurf an die Piraten – oder eine offene Frage: Warum fühlen sich so viele Rechtsradikale gut aufgehoben in eurer Partei?

Und Warum gibt es da parteiintern so viel Toleranz?

Verstehen kann man die PP nur, wenn man weiß, dass sie sich stark auf das “Freedom of Speech” in den USA bezieht. Da würden viele Piraten liebend gerne die Rechtssprechung und die Gesetze ändern. Sie vergessen dabei, dass es hier ganz andere Erfahrungen gibt.

Viele Piraten haben mit dem Zitat “Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“. Sie meinen es wäre besonders demokratisch JEDE Meinung tolerieren – also auch Antisemitismus, Rassismus, … auch alles was quält und tötet. Es sind ja nur Worte?

Und was die Vergangenheit der Mitglieder angeht, so sehen sie das ganz pragmatisch: Jeder kann ja einen Neuanfang machen. Warum also nicht auch bei den Piraten?

Für den Mainstream ist das (noch) eine ganz wundersame Denke, die sich vor allem als besonders tabulos gibt. Das mag zum Teil auch stimmen. Erstaunlich ist allerdings auch welche Abwehrreflexe sie hingegen gegenüber bekennenden AntifaschistInnen zeigen. Für einen Piraten sind Rechtsradikale weniger schlimm, als diejenigen, die sich ihnen in den Weg stellen. Unter dem Strich passen Rechtsradikalismus und Piratenideologie halt einfach wunderbar zusammen – bis zur Machtergreifung von Faschisten natürlich. Bis dahin dienen die Piraten gerne als nützliche Idioten. Und der gemeine Pirat freut sich darüber wie tolerant er gegenüber Holocaustleugnern sein kann. Er verspürt dabei die Macht des Toleranten gegenüber dem Ausgestoßenen. Durch diese oberflächliche Toleranz und ihre Gegnerschaft gegenüber allem antifaschistischem grenzen sie sich scharf gegenüber dem Mainstream ab.

Und was bestimmte Piraten angeht, die selbst antifaschistisch unterwegs sind, so stellen die für mich eher die Ausnahme von der Regel dar – und erfüllen eine Feigenblattfunktion. In der Basis jedenfalls werden immer wieder Rechtsradikale in Spitzenämter gewählt.

Daher gibts nach wie vor nur eins: Sag Nein zu Piraten!

Piraten: Nazis versalzen Suppe

Seit vielen Jahren kritisierten Kritiker wie ich und andere die Piratenpartei wegen eben der Probleme, die ihr jetzt in Wahlkampfzeiten auf den Fuß fallen: Mangelnde Abgrenzung gegen Rechts (bzw. Toleranz gegenüber rechtsradikalen Positionen und Antifeminismus).

Ich betrachte mir das Schauspiel und denke mir nur so: Das hättet ihr euch alles ersparen können, wenn ihr auf eure KritikerInnen gehört hättet. Aber stattdessen hat man nach innen die Reihen geschlossen und die KritikerInnen zum Problem erklärt, statt Kritik ernst zu nehmen.

Adriaan Brouwer Der bittere Trank (Quelle: Wikipedia)

Damit hat sich nun die Problematik verfestigt – und ist auf der Vorstandsebene genau so etabliert wie in der Basis. Damit ist die Piratenpartei im wesentlichen zu einer rechtsradikalen Partei geworden. Denn eine Partei, die rechtsradikale Meinungen als vollwertig ansieht und zulässt muss zwangsläufig diese Meinungen auch nach außen hin repräsentieren. Wie innen so außen!

Die Idee, dass man ein Konglomerat an vielfältigen Meinungen in einen großen Parteientopf wirft und dabei nicht zwischendurch abschmeckt,muss sich nicht wundern, wenn die Suppe hinterher versalzen ist!

Der Staat und die Rechten

November 17, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Die Tagesschau titelt in einem Artikel “Das Problem mit den V-Leuten” . Und tatsächlich erscheint es mir doch folgendes Problem/Dilemma zu geben:

Der Staat meint ohne V-Leute nicht auszukommen, um Organisationen, die er als extremistisch einstuft, beobachten zu können. Aber WEIL es die V-Leute gibt, wird er Organisationen mit V-Leuten auch nicht verbieten?

Dann müsste ja jede illegale Organisation HOFFEN, dass sie von V-Leuten unterwandert ist, weil sie nur die effektiv vor Strafverfolgung schützen!?

Es ist doch absurd. Und auch sonst die Argumentation gegen ein Verbotsverfahren gegen die NPD. Mag ja sein, dass das zur Zeit unrealistisch ist. Dann aber sollen sie halt alle ihre V-Leute abschalten. Wenn die rechte Szene sich primär vom Staat finanziert und total unterwandert ist, weiss ja schon niemand mehr welchen Zulauf oder Gehalt diese Organisationen ohne staatliche Zuwendungen hätten?

Damit aber wurde der Staat selbst zum Förderer dessen, was er zu bekämpfen vorgab. Naiv, wer dabei an einen Zufall glaubt.

Rechtsradikalismus – na was ganz neues

November 13, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Ich kann sagen, was da an Fehlern passiert ist: Man will in Deutschland seit Jahrzehnten von Rechtsradikalismus als Problem nichts wissen.

Stattdessen richtet man Aussteigerhotlines für angeblichen Linksextremismus ein. Die ganzen Sackgassen, die die Polizei gegangen ist liegen an dem Vorurteil,  das wohl gute Deutsche keine Ausländer umbringen würden. Woher diese dämliche Annahme kommt? Keine Ahnung, vielleicht weil man meint, mit dem Dritten Reich wäre bereits alles Schreckliche schon passiert. Da verweise ich aber auf alte Zahlen wie aus dem September 2010: Dort wurde  seit 1990 von 137 Toten durch rechte Gewalt ausgegangen.

Fakt ist, dass die Politik viel mehr gegen muslimische oder linke Gewalt unternimmt, die aber beide relativ unbedeutend sind.

Magdeburg: Nazis auf die Pelle rücken! Deutsche Zustände angreifen!

Sachsen-Anhalt als Hochburg rechter Gewalt

In Spiegel-Online vom 05.08.2011 wird Sachsen-Anhalt als Hochburg des Rechtsextremismus beschrieben. Im neuesten Verfassungsschutzbericht heißt es, dass Sachsen-Anhalt bei „politisch rechts motivierten Gewalttaten mit extremistischem Hintergrund“ bezogen auf die Einwohnerzahl an erster Stelle liegt. Seit die rechtsextreme NPD bei den Landtagswahlen im März an der Fünfprozenthürde scheiterte, dominieren militante Neonazi-Kameradschaften die Szene. „Sie sind jetzt der aktivistische Kern“, sagt der Magdeburger David Begrich von Miteinander e.V., dem Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit. Im Bericht des Landesverfassungsschutzes Sachsen-Anhalt heißt es, dass den Kameradschaften „ein vom historischen Nationalsozialismus geprägtes Weltbild eigen“ sei. „Wenn es ein Beispiel dafür gibt, wie Rechtspopulisten in die Mitte der Gesellschaft drängen, dann ist es Lutz Battke“, sagte Rüdiger Erben, Staatssekretär im Magdeburger Innenministerium im Februar. Jahrelang trainierte Battke in dem kleinen Ort Laucha an der Unstrut den Fußballnachwuchs des Vereins BSC 99. Viele Eltern hatten offenbar kein Problem damit, dass Battke den Jugendlichen seine rechtsextremen Überzeugungen vorlebte. Bei der Wahl zum Bürgermeister erhielt er als Kandidat der NPD 24,2 Prozent der Stimmen. Der BSC 99 hat Battke inzwischen suspendiert. Einer seiner Jugendfußballer hatte im April 2010 einen 17-jährigen Israeli zusammengeschlagen und als „Judensau“ beschimpft. Rechte Politik liefert Feindbilder und bietet die vermeintliche Legitimation zur Gewalt gegen Migranten und linksalternative Jugendliche und zeigt darin sein besonders hässliches Gesicht.

Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg ist zudem die unsicherste Stadt in den ostdeutschen Bundesländern. Der Magdeburger Stadtteil Reform ist bekannt für rassistisch motivierte Gewalt und Überfälle von Neonazis auf Linke und Migranten. Das Kinder- und Jugendhaus (KJH) „Banane“ im Quittenweg wird von einer Gruppe als ihr Club bezeichnet, die sich „Reformer Jungs“ nennen. Die Reformer Clique dominiert ihr Viertel und den ansässigen Jugendclub „Banane“. Das KJH „Banane“ ist eine kommunale Einrichtung und wird vom Jugendamt Magdeburg finanziert. Eine Anfrage beim Jugendamt Magdeburg zur politischen Ausrichtung der Besucher der „Banane“ ergab, dass es im Stadtgebiet ca. 40 „Reformer Jungs“ im Alter von 11-28 Jahren geben soll. Eine Organisierung der „Reformer Jungs“ ist den Mitarbeitern der „Banane“ nicht bekannt, zudem wären die Jungs und jungen Männer „nicht politisch interessiert“.

Das Kinder- und Jugendhaus „Banane“ und die „Reformer Jungs“

Bei Überfällen auf Linke und Migranten tragen „Reformer Jungs“ provokant den Namen der Clique auf T-Shirts und Jacken. Hausbesuche bei linksalternativen Jugendlichen in Reform gehören zu den Tätigkeitsfeldern der „Reformer Jungs“. Auch sonst sind sie immer für eine „gelungene“ Aktion zu haben. So sind Mitglieder der „Reformer Jungs“ zusammen mit den rechten FCM-Fans, die sich selbst als Sportgruppe bezeichnen und „Adrenalin“ nennen, verantwortlich für den Übergriff auf eine Gruppe Linker am 12.09.10 an der Reformer Endhaltestelle. Auch ein weiterer Übergriff an diesem Tag auf eine andere Gruppe Linker scheint ihr Werk gewesen zu sein. Im Frühjahr 2011 wurde eine Antifademo angegriffen und aus dem Stadtviertel gejagt. Das ist allerdings nicht alles, denn auch der „Funpark“ in Reform wird von „Reformer Jungs“ als ihr Revier markiert.

Der „Funpark“ in Magdeburg erlangt 2007 bundesweite Bekanntheit durch den Mord an Rick Langenstein. Der bereits vorbestrafte Reformer Bastian O. schlug den 21- jährigen Kunststudenten nach einem Funparkbesuch tot. Als Grund gab der bekennende Faschist O. an, Rick hätte ihn als Nazi beschimpft und eine Zigarette verweigert. Bekennende Nazis der „Reformer Jungs“ und „Adrenaliner“ sind im Funpark wie auch in Reform regelmäßig anzutreffen.

Reform als Spielwiese der Magdeburger Naziszene

Im „Döner Royal“ am Reformer Marktplatz sind in zwei Jahren siebenmal die Scheiben zu Bruch gegangen. Der Dönerimbiss an der Endhaltestelle der Straßenbahn ist nach einem Brandanschlag komplett zerstört. Auf Grund der Schmiereien an beiden Objekten sind rassistische Motive wahrscheinlich. Schülerinnen des Geschwister-Scholl-Gymnasium in der Apollostraße werden auf dem Nachhauseweg rassistisch und sexistisch beleidigt und misshandelt. Auch der Verein Child abuse fight ist im Quittenweg in Reform ansässig. Der Verein schreibt sich den ‚Kampf gegen Kinderschänder‘ auf die Fahnen. Die politische Forderung des Vereins ist eindeutig: Todesstrafe für ‚Kinderschänder‘. Die Forderung zur Wiedereinführung der Todesstrafe für Sexualstraftaten und Missbrauchsvergehen an Kindern bietet beste Anschlussfähigkeit für neonazistische Ideologie, findet sie sich doch ebenso im NPD-Parteiprogramm und auf etlichen Transparenten bei Naziaufmärschen. Child Abuse Fight ist keine reine neonazistische Initiative, überschneidet sich aber sowohl inhaltlich als auch personell mit der Magdeburger Naziszene.

Die „Reformer Jungs“ setzen sich aus „nicht politisch interessierten” Jungs und jungen Männern, organisierten Nazis und FCM-Hooligans /”Adrenalin“ zusammen und pflegen sehr gute Kontakte zur organisierten Nazi- und rechten Hooliganszene. Ca. 15 „Reformer Jungs” der auf 40 Mann geschätzten Gruppe besuchen unregelmäßig das KJH „Banane”. Weitere Treffpunkte sind der Park am Reformer Marktplatz und der Parkplatz am „Netto”. Für Aktionen bieten die „Reformer Jungs” Unterstützung auch in andere nahe gelegene Stadtteile an, wie zBsp. Sudenburg, Ottersleben, Buckau und Salbke und greifen ebenfalls auf Kameraden der dortigen Szene zurück. Auch die Nazisprüherei am Libertären Zentrum in Salbke sind diesem Personenkreis zuzuordnen. Die „Reformer Jungs” sind formal keine Organisation, aber sie sind sich einig, wenn es heißt, „Linke zu klatschen“. Um fündig zu werden, fahren sie mit Autos durch Reform, machen Kiez-Spaziergänge und verteilen Propaganda in Massen. Sie ziehen klebend in Gruppen durch Reform und sprühen rechte Propaganda wie z.B. „Rudolf Hess, das war Mord“, malen Hakenkreuze und beteiligen sich an Überfällen auf Linke und Antifaschisten.

Deutsche Zustände angreifen – Männerbünde auflösen!

In diesem Klima aus Sexismus, Rassismus und Gewaltverherrlichung gibt es genug Entfaltungsmöglichkeiten für gewaltbereite Cliquen und ihre Exzesse. Reform steht mittlerweile im Ruf eine NoGo-Area für Linke und Migranten zu sein. Ein sozialer Brennpunkt ist das destruktive Umfeld für frustrierte junge Männer, um sich in Gewalt und „Männlichkeit“ zu flüchten. Immer wieder werden auch unpolitische junge Männer angesprochen, welche durch regelmäßige Gewaltexzesse in Magdeburger Kneipen auffallen. Sie werden aufgefordert, sich an „Aktionen“ zu beteiligen und ihre „Kräfte zu messen“. Die Verknüpfung von idealisierter Männlichkeit und Gewaltpotential, und die bewusste Ausgrenzung von Mädchen und Frauen bilden den Rahmen für die Politisierung der Reformer Jungendlichen. Klar ist, die Aktivitäten im Bereich der „Nachwuchsförderung“ ist erfolgreich. So werden Überfälle auf Linke auch als „Mutprobe“ für die Neumitglieder angesehen, als „Training“, bei dem sie sich beweisen müssen, um akzeptiert zu werden und um das Gewaltpotential weiter auszubauen. Mit aggressiven Gruppenerlebnissen wird auch der Schulterschluss mit regionalen Hooligangruppen vorangetrieben.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die besondere Bedeutung des Magdeburger Stadtteils Reform für die Magdeburger Neonaziszene und die Ignoranz der Sozialarbeiter in der KJH „Banane“ gegen die Politiken und sonstigen Aktivitäten der „Reformer Jungs“ in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken und rufen zur Demo am 22.10.2011 in Magdeburg mit Themenschwerpunkt „Nazis auf die Pelle rücken!“ auf.

Quelle: http://aarmd.blogsport.de/

Rechtsaußen-Initiative linkstrend-stoppen.de

Juni 7, 2010 7 Kommentare

Die Initiative Linkstrend Stoppen wurde vom ehemaligen Bundesrichter Friedrich Wilhelm Siebeke gegründet. Es scheint der Versuch sich an die medial teilweise erfolgreiche “Tea Party”-Initiative in den USA anzulehnen. Das sieht man auch an der kruden Zusammenwürfelung der “befreundeten Webseiten” Unter denen findet man neben einer Tea Party-Seite

auch das berüchtigte Studienzentrum Weikersheim. Aktive Politiker der CDU unterstützen das Manifest gegen den Linkstrend. Dieses Manifest enthält sehr krude Positionen wie z.B. wendet es sich gegen gesetzliche Regelungen gegen Diskriminierung oder es möchte gleichgeschlechtlichen Paaren gleiche Rechte aberkennen. Es schimpft auf “gescheiterte Multi-Kulti-Integrationspolitik”, es fordet ein Festhalten am gegliederten Schulsystem, es betont die Opferrolle des deutschen Volkes, es setzt Abtreibung mit  Mord gleich und es fordert dazu auf das christliche Erben gegenüber dem Islam zu verteidigen.

In meiner Heimatstadt Kiel hat z.B. Herr Thorsten Albrecht (RCDS, CDU) das Manifest unterschrieben, der damit wie auch andere seine rechte Gesinnung unterstreicht. Als Erstunterzeichner z.B. auch Ferdinand Fürst von Bismarck, Rechtsanwalt, CDU-Mitglied, Chef des Hauses Bismarck und Urenkel des “Eisernen Kanzlers” Otto von Bismarck. Und ganz nebenbei laut Spiegel Online auch einige aktive NPD-Mitglieder. Ist das noch normal?

taz zur neuen Männerbewegung

Sehr schöner Artikel:

Zitat:

Die Diskutanten sind überwiegend keine Neonazis, allerdings ergeben sich immer wieder Überschneidungen mit und Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen und Publikationen. So versorgt der Buchautor Arne Hoffmann, Betreiber des Blogs Genderama, die antifeministische Seite “Wie viel Gleichberechtigung verträgt das Land” (wgvld.com) regelmäßig mit Artikeln aus der Jungen Freiheit. Das Forum wgvdl.com wiederum ist mit der Seite de.altermedia.info verlinkt. Deren homophobe Betreiber riefen 2009 zu “nationalen Protesten” gegen den Christopher Street Day in München auf und unterstellten Oberbürgermeister Christian Ude, schwul zu sein.

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