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Posts Tagged ‘Männerbewegung’

taz zur neuen Männerbewegung

Sehr schöner Artikel:

Zitat:

Die Diskutanten sind überwiegend keine Neonazis, allerdings ergeben sich immer wieder Überschneidungen mit und Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen und Publikationen. So versorgt der Buchautor Arne Hoffmann, Betreiber des Blogs Genderama, die antifeministische Seite “Wie viel Gleichberechtigung verträgt das Land” (wgvld.com) regelmäßig mit Artikeln aus der Jungen Freiheit. Das Forum wgvdl.com wiederum ist mit der Seite de.altermedia.info verlinkt. Deren homophobe Betreiber riefen 2009 zu “nationalen Protesten” gegen den Christopher Street Day in München auf und unterstellten Oberbürgermeister Christian Ude, schwul zu sein.

Zensur und Piratenmänner

November 9, 2009 4 Kommentare

Die Unterwanderung der Piratenpartei durch die Männerbewegung schreitet fort. Statt ein gemeinsames Forum für die vom Vorstand eingesetzte AG Gender einzurichten, wurde NACH dem Antrag der AG GENDER schneller noch ein Forum mit mehreren Unterforen(!) für eine dubiose AG 2G gegründet. Diese enthält AUSSCHLIESSLICH LESEGESCHÜTZTE Foren.

Das ist das Ende jeglicher transparenter parteiinterner Diskussion. Die Männer haben den Frauen verweigert ein einziges Unterforumzu haben, wo nur sie schreiben dürfen. Dafür haben sie es geschafft außer Konkurrenz eine ganze AG mit Unterforen zu errichten, die zum Großteil lesegeschützt sind für alle Piraten!!

Damit wird deutlich, dass meine bisherigen Vermutung des Versuches der Unterwanderung zutreffen. Leider sind einige Frauen so dämlich sich da als Alibi-Frauen missbrauchen zu lassen und somit dieser chauvinistischen AG noch einen gewissen Neutralitätsanstrich zu verpassen.

Das ist der soundsovielte Hinweis auf diverse Sachen, die bei den Piraten falsch laufen. Bisher ist die Partei mit wenigen Ausnahmen gar nicht bis nur sehr zaghaft diesen bedenklichen Tendenzen begegnet.

Man kann daher nur allen progressiven Kräften raten, sich von dieser dubiosen und chauvinistischen Partei fernzuhalten und ihr die Leigitimisierung nicht zu geben. für eine Trendumkehr hat die PP ganz offenbar keine Kraft mehr – das einzige was noch hilft ist die gesellschaftliche Isolation dieser Spinner.

Es gibt sicher auch immer noch vernünftige Leute in der PP – aber die werden auch bald merken, was gespielt wird. Bisher jedenfalls sehe ich da kein Aufstehen der progressiven Kräfte. Leider.

Zeit für eine Piratinnenpartei?

Oktober 30, 2009 21 Kommentare

Wenn ich sowas lese, bestätigt das meine Vermutungen, die ich seit vielen Monaten hege – und die der Bundesvorstand der Piraten bisher immer wieder zerstreuen konnte. Es gibt in den Piraten Männerbünde (zum Teil unterstützt durch einzelne Frauen), die knallhart eine Interessenspolitik für Themen der Männerbewegung durchsetzen wollen. Ein besonderer Spezi dabei ist der  Moderator Arvid, der zwar nicht direkt zu den Scharfmachern gehört, aber mit seinen Verwarnungen und Aktionen eine extrem einseitige Position vertritt, um im Internet die Partei ebenso einseitig auszurichten. Einer seiner neuesten Vorstöße ist dabei die Gründung einer neuen AG 2G.

Zur Erklärung: Am Anfang war die AG Männer (17.September), daraufhin folgten de AG Gender/Gleichberechtigung und AG Frauen. Der Bundesvorstand nahm dazu am 24. September wie folgt Stellung:

Der Bundesvorstand ruft bei der Bildung von Arbeitsgruppen mit Themen zu Genderaspekten dazu auf, die inhaltliche Arbeit in einer gemeinsamen AG zu führen. Diese übergeordnete AG soll Aspekte und Arbeiten zu allen genderspezifischen Bereichen aus den AGs in einem gleichberechtigten Diskurs für die Partei zusammenfassen und gegebenenfalls Anträge an die Partei formuliert.

Jemand schrieb der AG Gender ins Stammbuch “Sehr wichtig ist es, nicht in endlose MiniAGs zu zersplittern. Im Forum, auf MLs und in Landesverbänden wird über “AG Männer”, “AG Gleichberechtigung”, “AG Frauen” und vieles Andere diskutiert; es wäre von großem Vorteil, alle Beteiligten auf diese AG aufmerksam zu machen und sie zur Mitarbeit aufzurufen. ” Wie wahr!

Die Gründung der AG 2G  ist der direkte Versuch, den Beschluss des Vorstandes zu umgehen. Hintergrund ist, dass man ein Schwinden des Einflusses befürchtet, wenn dort wirklich mal Konsens entstehen müsste. Ein Forum hat die AG Gender nicht, obwohl sie eigentlich das Zentrum der Diskussion bilden sollte. Die AG 2G setzt die Zersplitterung fort, die durch die AG Männer begonnen wurde und vor der einige User bereits zum Zeitpunkt der Gründung der Ag Gender gewarnt haben.

Interessant ist dabei z.B., wie die AG 2G vorgehen will:

  • Arbeitsstruktur – Zitat:
    • “Die Akzeptanz dieser Arbeitsweise ist Voraussetzung für die aktive Mitarbeit in der AG und wird durch eine formlose Einverständniserklärung des Mitgliedes dokumentiert.
    • Um ergebnisorientiert arbeiten zu können, werden gemischtgeschlechtliche Teams gebildet, die im Rahmen einer Diskussion, eine Position der AG zu einem bestimmten Unterthema erarbeiten. Zwischenstände, Zwischenergebnisse, Lösungsvorschläge und Endergebnisse werden im Unterforum veröffentlicht. Die Endergebnisse werden zur allgemeinen Diskussion gestellt.
    • Für anstehende Themenbereiche bewerben sich die AG-Mitglieder. Die Koordinatoren der AG, die zuvor aus der AG gewählt wurden, stellen die Teams entsprechend ihrer Bewerbung und/oder erfolgten Abstimmungen zusammen.

Was bedeutet das? Das alle, die mitarbeiten wollen die Arbeitsweise akzeptieren müssen, die die Gründer festgelegt haben (nicht der Budnesvorstand) – wer Kritik hat, darf nicht mitarbeiten. Darüberhinaus können die Koordinatoren auswählen, wer in welchen Teams mitarbeiten darf. Damit können sie nach belieben missliebige Positionen und Personen herausfiltern. Sprich es handelt sich hier um ein autokratisches System, das auf Willkür basiert. Und diese sog. “Arbeitsweise” soll dann einen Konsens bilden. Doch Konsens aus was? Konsens aus den Positionen derjenigen, die die Arbeitsweise akzeptieren und darüber hinaus durch den Filter der Koordinatoren gelaufen sind. Also kein Konsens aller Piraten und Piratinnen – sondern ein Konsens unter einer neuen Führungssschicht an Teilnehmern. Privilegierten.

Die Installation einer solche AG ist der fortgesetzte Versuch, die Piraten von basisdemokratischen Ansätzen zu befreien. Statt einer offenen Diskussion auf breiter Basis, soll es kontrollierte Diskussion ausgewählter Piraten geben, die dann aber wieder für alle einen Konsens ausarbeiten. Darüberhinaus würde damit eben die AG Gender ausgehebelt, die angetreten war eben an diesem Konsens zu arbeiten – und zwar ALLEN offen steht.

In den letzten Wochen hat die Diskussion aus meiner Sicht große Fortschritte gemacht, in dem vielfach aufgezeigt wurde, wo Argumente fadenscheinig sind. Man muss eben die Spreu vom Weizen trennen. Dies passt aber vielen Männerbewegten aber offensichtlich nicht. Sie füchten, dass in einer gemeinsamen AG Gender ihre Forderungen verwässert würden. Sie wollen nicht wirklich diskutieren und an einem Konsens arbeiten, sondern am liebsten ihre Forderungen 1:1 an den Vorstand durchreichen – durch die AG 2G dann geadelt als DER KOMPROMISS. Aus meiner Sicht ist das ein ganz, ganz schlimmer Versuch der Manipulation – und zudem dazu auch noch allzu duchsichtig und dumm. Erstaunlicherweise scheinen viele Piraten allerdings wieder einmal nicht zu verstehen, was hier passiert. Die AG Männer könnte auch durch ihr eigenes Fehlverhalten und dem Stoppen ihrer Radikalforderungen derzeit keine Ergebnisse so einfach 1:1 beim Vorstand durchsetzen. Deswegen braucht man eine Konkurrenz-AG zur AG Gender, die namentlich Neutralität signalisiert. Die Initiatoren handeln damit wider dem ausdrücklichen Willen des Vorstandes und insgesamt extrem parteischädigend. Ich kann nur hoffen, das der AG Rat, bzw. der Vorstand genug Verstand besitzt dies zu erkennen und dem Treiben ein Ende setzt.

Es war m.E. ein Fehler frühzeitig genderzentrierte Foren einzurichten ud gleichzeitig der neutralen, gemeinsamen AG selbiges zu verweigern. Da hat irgendjemand nicht aufgepasst. Dies hat der Männerbewegung Gelegenheit gegeben die PP für ihre Zwecke zu missbrauchen. Im Moment scheint mir der BV etwas überfordert, die ganzen Entwicklungen zu überblicken und im Griff zu behalten, so weit, dass Dinge nicht aus dem Ruder geraten.

Die Frage ist, ob die PP noch zu retten ist? Oder ist es chon Zeit für eine Piratinnenpartei? Müssen sich die progressiven Kräfte in der PP abspalten, bevor die Idioten das Schiff endgültig versenken?

Piratenpartei (doch nicht) Mens only

Oktober 22, 2009 3 Kommentare

Dank der Initiative einer Frau wurde bei den Piraten nun ein Antrag direkt an den Bundesvorstand eingebracht, der die Partei einseitig auf Männerinteressen ausrichten wird. Der Antrag lautet:

Der Vorstand möge beschließen, eine Diskussion zum Thema “Geschlechtergerechtigkeit” eine Diskussion in der Partei zu initiieren. Diese soll zum Ziel haben, dass Kernprogramm der Piratenpartei um Aspekte zu erweiterten, die zur echten Geschlechtergerechtigkeit führen.

Begründung:
1. Diese Programmerweiterung betrifft die Stammwählerschaft der Piraten, da viele der heute gültigen Gesetze, vor allen junge Männer benachteiligen.
2. Es ist elementarer Grundsatz der Piratenpartei, sich für die
unterschiedslose Anwendung von Rechten und Pflichten einzusetzen.

Belege:

Um die historische Benachteiligung von Frauen systematisch abzubauen, wurden ihre Rechte in den zurückliegenden Jahrzehnten gestärkt. Dabei entstanden Ungerechtigkeiten gegenüber Männern, gegen die sich inzwischen eine breite Bewegung von Menschen unterschiedlichster Stellung, Geschlecht und Herkunft richtet. Diese Bewegung zieht sich durch alle politische Lager, hat aber keine politische Anbindung.

Es entspricht sowohl der primären Zielgruppe, als auch der Programmatik der Piratenpartei, diese Defizite aufzuzeigen und Konzepte für deren Abbau zu erarbeiten, ohne in eine Männer-gegen-Frauen-Rhetorik zu verfallen. Die Piraten täten gut daran, sich dieser Problematik anzunehmen. Es betrifft ihre Wählerschaft. Diese Bewegung formiert sich
derzeit und sucht politische Unterstützung. Darum ist das Thema
Geschlechtergerechtigkeit ein sehr geeignetes Kernthema für die Piraten.

Die Nachteile der Männer betreffen vor allem diese Themen:
Bildung, Gesundheit, Scheidungsrecht, Väterrechte, verpflichtender Dienst.

Wenn das so durchgeht, ist das ein Sieg für die Männerbewegung, der es primär um ein Zurückdrehen der Errungenschaften des Feminismus und somit gegen etablierte Bürgerrechte geht. Statt auf einen Dialog zu setzen und der Formulierung neutraler Ziele einer Geschlechtergerechtigkeit wird hier plötzlliche den Männern einseitig neue rechte zugestanden, während diese Frauen pauschal verweigert werden.

Peinlicherweise kam dieser Vorstoß als Nacht- und Nebelaktion ausgerechnet von einer Frau, die somit beweisen wollte, dass sie sich mit bestimmten Themen beschäftigt hat. Dieser Antrag, wird er denn umgesetzt, wirft die Piratenpartei Wochen zurück bei denen es gelungen war die Pattsituation klarer herauszuarbeiten und auch die Interessen gewisser Antifeministen zu identifizieren. Der logische nächste Schritt wäre es gewesen eventuell tatsächlich geschlechtsneutrale Positionen zu entwerfen, gegen das man sich bei diesem Antrag aber klar entschieden hat.

Ich hatte dazu folgenden Gegenentwurf formuliert:

Die Piratenpartei steht zu dem Grundrecht der Gleichberechtigung. Die Piratenpartei lehnt bestehende Diskriminierung in jeglicher Form ab. Die Piratenpartei tritt für die Beseitigung existierender Diskriminierungen ein. Dabei soll folgendes berücksichtigt werden:

* Maßnahmen sollen nach Möglichkeit keine anderweitige Diskriminierung bewirken.
* Maßnahmen sollen eine begrenzte Gültigkeit haben
* Bestehende Gesetze sollen auf ihre diskriminierenden Wirkung überprüft werden.

Hintergrund:
Die Frauenbewegung hat in den letzten Jahrhunderten wichtige Verbesserungen für Frauen erreicht. Doch noch immer bestehen Benachteiligungen aufgrund des Geschlechtes oder der sexuellen Orientierung. Die Piratenpartei strebt eine Gesellschaft an, in der die Sexualität nicht die Chancen und Rechte eines Kindes im späteren Leben vorbestimmt. Jeder Mensch ist daher mit den gleichen Rechten ausgestattet zu deren Durchsetzung wir uns verpflichtet fühlen.

Ich bin zwar der Meinung, dass man die Benachteiligung von Frauen klarer herausarbeiten könnte. Aber dies war mit den Piraten nicht machbar.

Update:

Dieser o.g. Antrag wäre  der Schlussstrich unter einer wochenlangen Debatte zur Geschlechtergerichigkeit. Hiermit hatte sich der Graben zwischen Männern und Frauen potentiell geweitet.

Immerhin hat der Bundesvorstand diesen Antrag EINSTIMMIG abgelehnt! Bravo!

Noch ist nicht alles verloren.

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