Re: Israels gefährliche Iran-Drohung (ZEIT online)

Christoph Bertram schreibt in seinem Beitrag „Israels gefährliche Iran-Drohung“ über einen möglichen israelischen Präbentionsschlag Isreaels gegen den Iran. Er schreibt u.a.:

Es verlangt wenig Vorstellungskraft, sich die Folgen eines israelischen Militärschlags gegen den Iran auszumalen: Sie wären katastrophal. [...] Nicht nur in der islamischen Welt würden die USA mit dem Vorgehen Israels identifiziert, selbst wenn Washington noch so inständig jede Mitwirkung oder Billigung in Abrede stellte. [...] Wer dieses Schreckensszenarium verhindern will, muss deshalb schon jetzt der Regierung in Jerusalem klipp und klar mitteilen, dass der Westen einen israelischen Luftschlag gegen den Iran verurteilt. Mehr noch, er muss, um damit in Israel ernst genommen zu werden, glaubhaft machen, dass er Israels Sicherheit nur dann weiter stützen wird, wenn Jerusalem diesem Wunsch entspricht. [...] Aber auch die Regierung in Berlin darf es an Deutlichkeit nicht fehlen lassen. Die Existenz des jüdischen Staates ist zu Recht Teil deutscher Staatsräson. Das kann und darf jedoch nicht bedeuten, Israel durch Stillschweigen zu einer Gefährdung deutscher und westlicher Interessen geradezu zu ermutigen.

Das ist schon dreist. Man muss sich da doch auch mal die derzeitige politische Weltlage anschauen:

  1. Seit Jahren droht der Iran Israel mit der Vernichtung
  2. Die USA sind seit Jahrzehnten (und fern ihrere Heimat) im Dauerkrieg mit der Region. Derzeit vor allem im Irak und Afghanistan mit Millionen Todesopfern.
  3. Deutschland schützt die eigenen Interessen (billiges Öl, Weltmachtbestrebungen) dadurch, dass sie sich an dem Angriffskrieg in Afghanistan beteiligt. Es ist bekannt, das die NATO mehr  Opfer auf ihrem Gewissen hat, als die angeblich so schlimmen Taliban.
  4. Sollte es tatsächlich eine reale Bedrohung durch Atomwaffen für Israel geben, so wird Israel selbstversändlich wie jedes Land, das seine Interessen (in dem Fall Existenzerhalt und Schutz vor der totalen Zerstörung) vertritt dies zu verhindern suchen.

Es ist schon seltsam, das Herr Bertram sich Sorgen macht darum wie die USA bei so einem Präventivschlag schlecht dastehen könnte, bei der ganzen Vorgeschichte. Die USA könnten vor allem eines tun: Ihre eigene Politik des globalen Krieges beenden. Die USA wird kaum beschuldigt werden am israelischen Präventivschlag beteiligt zu sein, gilt  doch unter den verworrenen Weltverschwöreren sowieso das Gegenteil als Fakt – und zwar unbeleckt von jeglichen sachlichen Fakten.

Jede art von militärischem Konflikt sollte vermieden werden. Aber weder die USA, noch Deutschland, noch die EU kann man als Sachwalter des Friedens ansehen. Ganz zu schweigen davon, dass man immer noch auf die  Geschichte Deutschlands und Deutschlands Rolle in den 30er und 40er-Jahren  blicken sollte. Sind wir die Richtigen, als diejenigen, die ebenfalls versucht haben die Juden zu vernichten Juden inIsrael dafür zu kritisieren, dass sie nicht der Totalvernichtung durch Atombomben zum Opfer fallen wollen? Wohl kaum. Insbesondere auch nicht, da Deutschland in Afghanistan zu den Agressoren zählt. Man sollte auch nicht unerwähnt lassen, das Israel nicht fern der Heimat irgendwelche Machtinteressen verfolgt wie dies die USA, Deutschland und die EU tun. Wir ein Vorbild? Das ich nicht lache!

Professionalisierung von Social Events

Cem Basman schreibt in seinem Blog unter Web-Events: Zwang zu mehr Professionalität , dass er meint so etwas wie BarCamps oder Unkonferenz müssten professioneller werden weil der „Mainstream“ das fordere. Er habe verstanden.

Ich glaube aber er hat da etwas wesentliches nicht verstanden – nämlich dass diese Art Events eben bereits eine Gegenbewegung war – im wesentlichen ein „Jede ist Teil einer Veranstaltung“ anstatt einer Konsumeinstellung. Gerade dass war ja das ermüdende. Das was mich nachwievor stört ist, wenn auf Webmontagen zum einen die Teilnehmerinnen nicht richtig partizipieren oder viel eher noch diejenigen die einen Vortrag halten, den ewig lang ausdehnen hochspezifisch und am Ende bleibt doch vieles unerwähnt und Fragen offen.

Ich habe mir angewöhnt meine Kurzvorträge so zu halten, dass sie für Interventionen offen sind – und das gelingt mir auch zunehmen besser. Bereits während des Vortrages kommt es da zu Kritik und Nachfragen und die Rollen von Zuhörern und Vortragenden weichen sich auf.

Ich glaube  das da viele Leute noch eine Menge zu lernen haben. Die Erwartungshaltung an sich selbst und die Vortragenden ist sehr hoch – viele Leute möchten immer noch gerne erschlagen werden von einem brillianten Redner, der es einfach WEISS oder DRAUF HAT. Und genau das schreckt auch vor der Partizipation ab. Das Wesentliche ist das Ablösen von Erwartungshaltung im Publikum und auf der Bühne – bzw. idealerweise ist da gar keine Bühne.

Ich habe noch kein BarCamp besucht – aber was ich so via Video konsumieren konnte, sieht zumindest in Deutschland immer nach dem Gegenteil der Grundidee aus – nach dem Schlechtesten aus beiden Ideen: Einerseits weniger Sprecher – zum anderen aber immer noch lange Vorträge mit geringem Neuigkeitsgehalt und wenig anregend zu Kritik, Nachfragen oder Beteiligung.

In den USA scheint es da offenere Situationen zu geben.

Die Forderung nach Professionalisierung von BarCamps würde bedeuten den negativen und falschen Ansatz, den die Dinger in Deutschland eh schon haben zu verstärken. Ich denke was passiert ist, ist das BarCamps von vielen Leuten überlaufen wurden und von Firmen vereinnahmt, die den anderen Ansatz nicht einmal ansatzweise verstanden haben.

Wer aus der Idee einer Selbstorganisation ein bezahltes Event macht, kehrt die Idee auf den Kopf. Dann wird es wieder zu einem Foo Camp. Die gab es wohl in Deutschland nicht so. Bzw. eben normale Konferenzen, die einige Unkonferenz-Techniken adaptieren. Typisch für Deutschland ist dabei, dass in der deutschsprachigen Wikipedia jeder Ansatz eines Artikels zu Unkonferenzen immer gelöscht wurde.

Aus meiner Sicht sieht es so aus, dass man sich bislang geweigert hat sich nur annährend mit den Ideen zu beschäftigen. Die Hauptschuld tragen dabei die Veranstalter und Vortragenden, die es nicht verstanden haben die Besucher zu aktivieren und stattdessen sich mehr darum gekümmert haben die Events aktiv zu bewerben – eben aus ihrer üblichen Denke heraus. Das die Situation wie heute eintreten würde war absehbar. Einfach nur zu sagen das man ein BarCamp veranstaltet, aber im  Wesentlichen dann nur anders zu machen dass man weniger Eintritt nimmt und jeder Idiot einen langen Vortrag hält kann es nicht sein. Auf eineme chten BarCamp überleben Idioten keine 2 Minuten. Auf deutschen BarCamps scheinen sie sich dagegen zu vermehren.

Und dann am Ende wenn man alles falsch gemacht hat zu meinen das mehr vom Falschen zum Richtigen führen könnte ist ja wohl der größte Witz!

Oh doch… we can

Der Spiegel schreibt „doch viele Deutsche verstehen nicht mehr, wieso die Schweizer so blindwütig um sich schlagen, weshalb Finanzminister Steinbrück derartige Emotionen weckt. Haben die Schweizer jedes Maß verloren?

Was mich betrifft kann ich nur sagen: Doch, doch ich kann die Schweizer gut verstehen. Was der Herr Steinbrück da abliefert ist unverschämt. Die deutsche Wirtschaft ist protektionistisch und enorm expansiv – ein Land wie die Schweiz hat viel weniger Möglichkeiten – und nun stellt sich ein deutscher Finanzminister hin, bei der Vergangenheit Deutschlands und übt sich in derartig drohender Sprache. Dabei ist dieser Vergleich im besten Falle missverständlich.

GoogleBooks in der Kritik

Roland Reuß schreibt in der Frankfurter Rundschau eine bissige Kritik gegen GoogleBooks.

Einige Zitate:

Nun ist durch das Internet und seine scheinbar grenzenlose Verfügbarmachung von Informationen (und die in ihr zu konstatierende bedingungslose Gier, sich solche Informationen zu verschaffen) eine Situation eingetreten, die, will man nicht jeden Gedanken an die Produktion von neuem Kulturgut ad acta legen, eine politische Regelung auf höchster Ebene an sich zwingend notwendig macht.

Wieder einmal wird der Tot der Kultur beschworen im Blick auf ein neues Medium. Wie dies schon bei dem Film geschah. Das Buch vernichtete eine großartige Kultur der mündlichen Überlieferung. Es gibt keine Kreativität ohne Zerstörung. Der Moment der Schöpfung zerstört bestehende Kultur.

Inzwischen sind auch nahezu alle anderen Bücher des Verlags, in dem unsere Kafka- und unsere Kleist-Ausgabe erscheint, erkennungsdienstlich von GoogleBooks behandelt (sie sind mit OCR – Software recherchierbar gemacht und schnipselweise anzeigbar). Es handelt sich dabei nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um einen eklatanten Rechtsbruch.“

Hier wird der Prozess den Google anwendet um Bücher auffindbar und auch teilweise lesbar zu machen als Kapitalverbrechen bewertet. Nicht beachtet wird dabei ob nicht die Gefahr, das Bücher ständig ganz aus dieser Welt verschwinden und nie wieder nachgedruckt werden größer ist und ein größeres Verbrechen, als die Bewahrung und das Kopieren von Werken. Fakt ist, das Kopieren einfacher geworden ist, als je zuvor. Wir haben die Möglichkeit Werkez zu bewahren, aber es wird quasi nicht gemacht. Unter Bewahren verstehe ich dabei auch die Verfügbarmachung. Ob ein Buch unter irgendwelchen Umständen noch irgendwo auffindbar ist, ist dabei eher sekundär. So eine archivierte Ausgabe kann einerseits immer verloren gehen, und der Zugriff darauf ist oft mit erheblichen Hürden verbunden, wenn man dies jederman gestatten will.

Wir brauchen, analog zur Weltbank, eine Weltdatenbank, die demokratisch legitimiert und überwacht wird und die universelle Verwertung von allem und jedem zu billigem Geld nicht als Geschäftsgrundlage hat.

Hier kriegt er etwas die Kurve. Denn GoogleBooks ist nur ein Symptom. Ein Symptom für ein überbordendes Urheberrecht und der Tatsache, das es die Bibliotheken bisher nicht verstanden haben, eben so etwas wie eine Weltdatenbank aufzubauen. Sie wollten es nicht, sie haben sich geweigert. Erst jetzt, wo sich ein Großkonzern anschickt für ein drängendes Problem eine Lösung aufzuoktruyieren und vorangeht regt sich Widerstand. Wohlgemerkt Widerstand und nicht ein ernstzunehmendes Engagement für eine Alternative.

Ich wäre froh, wenn viele Bücher für jedermann frei verfügbar und kopierbar wären. Der Tod der Kultur wird dadurch nicht eintreten, genau so wenig wie es jemals der Fall war. Und heute werden die Zerstörertechnologien vergangener Jahrhunderte als die Bewahrer unserer Kultur angesehen. Man braucht nicht viel Phantasie um zu sehen, das sich in diesem Punkt Geschichte wiederholen wird – auch wenn manche verborte Kleingeister lieber zurück ins Mittelalter wollen.

Ziele der Hamas

Manch naiver Politiker oder Journalist macht sich in erster Linie darum Gedanken, wie es in Palästina schnell zu enem Frieden kommen kann. Dabei wird verkannt, was das eigentliche Ziel von Terrororganisationen wie Hamas ist. Die Hamas ist Teil der Muslimbrüderschaft. Diese will den Einfluss des Westens in islamischen Ländern zurückdrängen. Dazu versuchen sie seit Jahrzehnten Umstürze in verschiedenen arabischen Ländern zu organisieren. Die Strategie ist dabei die Bevölkerung zu mobilisieren. Im Israel geht es also eher darum die Regierungen in Ägypten oder Saudi-Arabien zu stürzen. Der Angriff der Hamas kann Israel nicht gefährden. Es geht gerade darum einen Gegenreaktion zu provozieren. Daneben gibt es auch eine gewisse Konkurrenz zur Hisbollah, die ähnliche Mittel anwendet, aber größer ist und auch in Palästina an Einfluss gewinnt. Die Politik der sunnitischen Muslimbruderschaft ist in den letzten Jahrzehnten überall gescheitert. Lediglich im Iran konnte sich ein schiitischer Gottesstaat etabieren. Die Raketen auf Israel erscheinen dabei wieder als ein verzweifelter Akt mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen – und aus Ermangelung einer staatlichen Beteiligung – denn kein arabischer Staat mag sich heute noch direkt mit Israel anlegen.

Was hierbei deutlich werden sollte ist, das ein Waffenstillstand oder auch ein kurfristiger Friede nichts ändert – denn daraum geht es der Hamas gar nicht. Nichts was Israel tun kann wird etwas an der Haltung der Hamas ändern. Es ist sogar so, das Frieden mit Israel eher ein Worst Case-Szenario der Hamas wäre.

Diese Situation macht es ja auch so schwierig den Konflikt zu lösen. Auch ein eigener Palästinenserstaat würde daran nichts ändern. Vielleicht sogar die LAge verschlimmern. Denn warum sollte aus einem Palästina nicht auch wieder Raketen auf Israel abgefeuert werden?

Die Lösung läge wohl in der Frage der Kultur in vielen arabischen Staaten, wo westliche Kultur als invasives Element betrachtet wird – und deren Bekämpfung viele Opfer aus Sicht der Terroristen rechtfertigt. Die Unterstützung kommt zum einen aus den Reihen von Intellektuellen und wirtschaftlich erfolgreichen Wirtschaftsvertretern, denen der westliche Einfluss zu weit geht – und zum anderen aus einer Masse an desillusionierten, auch arbeitslosen Unterschicht in arabischen Ländern – oder aus palästinenischen Flüchtlingslagern. Der Hass auf Israel ist dabei selten sachlich begründet, sondern Mittel zum Zweck. Wenn es nicht der Israel-konflikt wäre, so würde ein andere Konflikt in den Mittelpunkt rücken.

Daher führen alle Lösungen, die sich nur auf diesen Konflikt konzentrieren zwangsläufig ins Leere. Wenn man eine Vielzahl an Faktoren und Spieler aussen vor lässt und so tut als wenn es nur um Hamas vs. Israel ginge, so stimmt das Bild nicht.

Für Israel selbst sehe ich die Lösung eher in einer Abkehr vom zionistischen Staat und zu einer Hinwendung zu einem gleiberechtigten Miteinander mit den Palästinensern und anderen Gruppen. Noch ist das nicht möglich. Dazu müssen die Ursachen für den Hass beseitigt werden. Eine Quassam-Rakete kostet bis zu 500 Euro. Viele davon wurden und werden auf Israel abgefeuert. Das selbe Geld hätte Hamas auch in die Lebensmittelversorgung der Bevökerung investieren können. man entschied sich aber stattdessen Geld rauszuschmeissen um die Reaktion zu provozieren, die man jetzt hat. Wie soll Israel mit einem Gegner verhandeln, der nicht für die Interessen der eigenen Bevölkerung steht? Der Gaza-Streifen bräuchte politische Interessenvertreter, die an einem echten Frieden interessiert wären – dann ist vielleicht eine Bewegung möglich. Im Moment gießt jede Aufwertung der Hamas nur Öl ins Feuer. Ich kann nicht glauben, das man in Deutschland mehr Probleme hat einen Christian Klar freizulassen, der seit Jahrzehnten nichts mehr getan hat – als damit eine aktive Terrororganisation als legitime Interessenvertretung anzuerkennen, die die Palästinenser benutzt um ihre politischen Ziele zu erreichen. Die Plaästinenser tun mir leid, weil sie wirklich niemanden haben, der auf ihrer Seite steht – am wenigsten ihre eigenen politischen Führer. Denn was haben diese bisher erreicht? NUR Verschlechterungen der Lage, denn eine Verschlechterung lässt sich für die politisch besser ausnutzen.

Veröffentlicht in: on Januar 1, 2009 at 5:32 Kommentar schreiben
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„Gefährlicher Auftrag“ zeigt ganze Unsinnigkeit des Bundeswehreinsatzes

Wer den Artikel „Deutsche Marine besteht Feuertaufe im Anti-Piraten-Einsatz“ liest kann daraus vor allem dies lesen:

  • Der angeblich so gefährliche Einsatz war deswegen gefährlich für die Bundeswehr weil…? Weil es keinen einzigen Schusswechsel gegeben hat zwischen Bundeswehr und Piraten?
  • Es gab einen Schusswechsel zwischen Manschaft des Frachters und Piraten. Das ist eher ungewöhnlich. Ich vermute das die Nähe der Bundeswehr die Mannschaft zum Wiederstand ermuntert hat. D.h. im Endeffekt ist die Schussverletzung der Anwesenheit der Bundeswehr anzulasten. Mögliche weitere Folgen wären denkbar.

Ich vermute mal,das die Hubschrauber mit einem M3M oder ähnlichem Maschinengewehr ausgestattet sind. Damit aber gibt es keine Verhandlungen.Es gibt da eigentlich  nur zwei Möglichkeiten beim Eingreifen dieser Hubschrauber:

  1. Piraten ziehen sich zurück.
  2. Piraten werden umgebracht.

Wie aber soll das vereinbar sein mit einer „Verhältnismäßigkeit der Mittel“? Dadurch das Schiffsentführungen fast immer unblutig ausgehen scheint es zweifelhaft ob diese Mittel bisher als verhältnismäßig angesehen werden können.
Was den konkreten Vorfall betrifft sei hier noch mal darauf hingewiesen das die Piraten, die den Frachter angriffen nicht verhaftet wurden, sondern nach wievor voll bewaffnet rumfahren. Die Bundeswehr wird sicher auch nur zögerlich angreifen. Nur wird hier auch wieder deutlich wo der Unterschied zu einer möglichen polizeilichen Taktik besteht: Die Bundeswehr setzt massiv auf Abschreckung und ihr bleibt nicht viel Spielraum – sie hat auch weder Absicht noch Mittel um die Aktionen der Piraten zu verfolgen. Auch findet keine Ursachenanalyse statt. Die Bundeswehr hat keinen Auftrag und den will sie erfüllen.Wasnatürlich passieren kann ist das Piraten auch irgendwann Hubschrauber als Ziel nehmen. Diese sind relativ verwundbar und an sich auch gar nicht für eine direkte Konfrontation ausgerüstet. Zudem gibt es auf See auch keine Deckung. Bislang setzt Piraten ja m.W. keine Stinger oder MANPADS ein. Aber da esumihr Überleben geht und um viel Geld werden sie sich solche Dinger besorgen. Das heisst der erste abgeschossene Hubschrauber wird irgendwann kommen, sofern die NATO-Strategie einen Effekt haben wird. Es sage dann nur keiner man hätte das ja nicht ahnen können. Und man sage dann auch nicht die Eskalation sei von den Piraten ausgegangen. Die versuchen nämlich einfach nur zu überleben. Wenn die Bundeswehr was sinnvolles tun will dann sollte sie den örtlichen Fischern helfen ihre Fischgründe zu sichern – dann müssten sie nämlich keine Piraten mehr sein.

Update: Da alle Artikel, die ich gelesen habe NICHT erwähnten, das das Schiff der Piraten gekapert wurde, bin ich auch davon ausgegangen, das es nicht der Fall war. Dazu ist denke ich einerseits eine Kritik an allen Medien fällig, das so ein entscheidender Punkt ausgelassen wurde – zum anderen habe ich vielleicht zu früh gedacht das das, was mehrere Tageszeitungen berichten auch so vorgefallen sein müsste. Dennoch schreibt FOCUS hier „Die Entscheidung, die Täter trotz Überfalls und eines Opfers mit Schussverletzung laufen zu lassen, sei auf Vorschlag des Kommandanten der „Karlsruhe“ getroffen worden, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam. Nach der Anfrage von Fregattenkapitän Joachim Kufahl hätten das Führungskommando und das Verteidigungsministerium auf Festnahme und weitere Strafverfolgung verzichtet. Ausschlaggebend dafür sei gewesen, dass der „Akt der Piraterie“ verhindert, aber keine deutschen Rechtsgüter verletzt worden seien: „Es ist ein deutsches Mandat.“

Gut, das das ein Problem ist wusste man vorher. Wieder einmal wird deutlich das hier Steuergelder verschwendet werden. Aber auch wenn die Bundesregierung hier irgendwann anders vorgehen würde bliebe die offene Frage ob ein Prozess in Deutschland nicht gegen Völkerrecht verstößt. Das selbe gilt natürlich auch für alle anderen Optionen.

Veröffentlicht in: on Dezember 25, 2008 at 8:55 Kommentar schreiben
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Zur Aufnahme von Guantantánamo-Häftlingen

Verstehe da die Diskussion gar nicht:

  1. Wenn die USA Guantánamo auflöst, dann ist das primär ihre Verantwortung sich um die Häftlinge zu kümmern. Warum wir bei all der ganzen Paranoia vor Terroristen uns auf einmal darum reissen sollen potentielle Terroristen aufzunehmen ist mir unbegreiflich.
  2. Sollte sich die USA NACH dem Amtsantritt von Obama nicht verantwortlich verhalten und da Häftlinge die unschudig sind keine Heimat finden dann warum nicht. Aber bisher ist weder Guantánamo weder aufgelöst noch konnte sich Obama bisher darum kümmern weil er noch kein Präsident ist.

Also bisher haben wir in DE eher das Problem das wir sowieso sehr restriktiv mit echten Flüchtlingen umgehen. Z.B. bedarf die Lage im nördlichen Afrika dringend einer Lösung und es kann nicht sein, dass nur Spanien, Italien und Griechenland Flüchtlinge von dort aufnehmen. Dafür gibts ja wohl die EU. Auch sollten wir endlich eher für Menschenrechte eintreten als für Waffenexporte. Politik wie jetzt in Somalia wird nur noch mehr Menschen vertreiben. Genau so Förderung von Staudammprojekten wie bei Ilisu. Ich verstehe nicht, warum wir ein besonders klares AMERIKANISCHES Flüchtlingsproblem aneignen sollten, während wir unsere eigenen Hausaufgaben nicht machen.

Ticker #9 zur Finanzmarktkrise

In den gestrigen Tagesthemen wurde berichtet das die EU beschlossen hat das keine Großbank bankrott gehen soll. Aha – also die Brandstifter werden beschützt während kleiner Banken, die Opfer der Politik der Großbanken werden aufgekauft werden sollen. Dann sah sich Merkel dazu berufen den Staat als zentrale Kontrollinstanz hochzuloben. Komisch, warum hat man dann immer das Gegenteil getan? Dann will man die Gehälter der Banker angeschlagener Banken, die die Hilfe der Bundesregierung in Anspruch nehmen auf 500.000 EURO jährlich beschränken. Da wird einfach wieder an der Neiddiskussion gebastelt. Auf der anderen Seite will man aber nichts an der Wurzel der Probleme tun – Augenwischerei. Der Börsenexperte der Tagesthemen behauptete, das es ein Gesetz der Marktwirtschaft sei, das ein Staat der Anteil an Unternehkmen kauft auch die Regeln bestimmt. Aha – Marktwirtschaft ist also wenn der Staat Anteilseigentümer an Unternehmen hat und zentralistisch Regeln aufstellt. Ich dachte immer das wäre die Definition von Sozialismus?

Also Sozialismus= Marktwirtschaft, Dann ist wahrscheinlich Sozialismus= zügellöser Kapitalismus?

Und dann war da noch der Herr Joachim Wagner, der in einem Kommentar gleich klarstellte, das das derzeitige Paket der Bundesregierung „alternativlos“ sei. Ich habe gelernt das man das das Tina-Prinzip nennt. Auf deutsch: Man darf die ganzen Maßnahmen nicht infrage stellen – es ging nur so und nicht anders – das gilt wohl auch für die ganzen anderen Regierungen die alle unterschiedlich auf die Krise reagierten.

Demokratie ist also wenn keine Fragen gestellt werden dürfen. Es gibt eine zentrale Meinung und die darf nicht hinterfragt werden. Denn wir haben ja Krise. Nun seid schon still – ihr dürft uns dann ja nächstes Jahr wieder wählen.

Da halte ichs doch lieber mit den Iren und sage NEIN.

Und das mag die Tagesthemen gar nicht. Man pickte sich einen der EU-Vertragsgegner heraus, unterlegte einige Fakten mit Psycho-Musik und stellte das NEIN der Iren als Werk der USA dar. Oh ja die Weltverschwörung. Diese Iren waren also alle nur bezahlt. Wenn Nachrichten mit Psycho-Musik arbeiten schrillen bei mir allerdings immer die Alarmglocken. Manipulation live!

Hört bitte auf uns zu verarschen! Untersucht mal bitte die Beziehungen zwischen den Politikern und  den Banken, die zu retten sie versprochen haben!

Herr Steinmeier: Das ist Ihr Krieg!

Am nächsten Dienstag findet eine Beratung im Bundestag zur Weiterführung des Krieges in Afghanistan statt. (Quelle: DW) Herr Steinmeier muss sich fragen lasse, wofür er einerseits die Leben deutscher Soldaten gefährdet, zivile Opfer in kauf nimmt und weitere Ausgaben in einem klammen Haushalt, wo man uns mitteilt das eigentlich für gar nichts Geld da ist. 3,54 Milliarden Euro soll der Einsatz Deutschland bisher gekostet haben – und für was? Der Oberkommandierende General der Briten: Mark Carleton-Smith sagte dazu der Sunday Times „Wir werden diesen Krieg nicht gewinnen„. Die Soldaten absolvieren in Afghanisatan zwar ihre Pflichten – sie selbst definieren aber keine Kriegsziele. Diese werden mit jedem Monat auch immer unklarer, während auch die Zahl der getöteten Zivilisten und Soldaten weiter ansteigt – und von einer Befriedung ist Afghanistan weiter entfernt denn je – nicht zuletzt eben WEGEN des Einsatz der Alliierten und auch Deutschlands. Denn die Afghanen verteidigen sich gegen eine hemmungslose Kriegsmaschinerie. Ja, es gibt auc Aufbauarbeit – aber was immer gefehlt hat war eine realistische Strategie für ein Ende der Kriegshandlungen. Weiteren Widerstand zu provozieren fördert eher die Radikalen als das es sie schwächt. Warum waren denn die Mudschahedin unter anderem so stark? Nicht zuletzt weil sie sich jahrelang gegen die Sowjetunion gewehrt hatten. Europa muss einsehen, das Krieg niemals Frieden bringt und das sie selber den größten Anteil am Elend haben, den Kriege wie im Irak und Afghanistan über die Menschen bringen.

Hatte Schröder sich noch damit geziert gegen den Irak-Krieg zu sein dürfen Merkel und Steinmeier sich jetzt das Scheitern der Afghanistan-Mission an die Brust heften. Viel Spaß damit bei der Bundestagswahl!

Internationale Truppen nach Gaza?

Wie kann man nur auf so eine blöde Idee kommen „internationale Truppen“ nach Gaza zu schicken? Für mich sieht es zur Zeit so aus, das sich die Situationen im Irak, Libanon und Gaza chaotisisieren mit verschiedenen politischen Interessensgruppen, bei dem Syrien, Al Kaida, Iran usw. Einfluss nehmen, neben der USA und den Europäern. Was Libanon betrifft so muss man konstatieren das die einseitige Waffenruhe Israels 2006 nicht eine Lösung der Problematik bewirkt hat – wie auch. Welche Truppen sollen denn jetzt nach Gaza? Die Amerikaner? No was. Truppen aus arabischen Ländern? Sehe ich nicht. Franzosen und Briten? No way! Was hier doch passiert ist das radikale Islamisten einen ebenso radikalen Kampf ausfechten gegen alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Es geht hier nicht mehr nur um Palästina. Wer da reingeht muss auch drin bleiben – und wer drin bleibt wird auch von Hamas und anderen radikalen Gruppen attackiert werden. Welches Konzept soll denn hier eine internationale Intervention verfolgen? Ein drittes oder viertes Afghanistan bzw. Irak zu etablieren?

Veröffentlicht in: Allgemeines on Juni 14, 2007 at 12:18 Kommentar schreiben
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