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Zur Tarifautonomie und dem GDL-Streik

In einem hervorragenden Artikel gibt uns Winfried Rust  in der Jungle World einen Einblick in die Hintergründe der Lokomotivführerstreiks.

Kurz zur Erläuterung: Die Gewerkschaft EVG ist 2010 aus einem Zusammenschluss von GDBA und Transnet entstanden.

Ich zitiere mal ein paar interessante Stellen:

[...] Allerdings bedeutet der neue Tarifvertrag für die meisten Zugführer Einbußen – und ist deshalb für die GDL inakzeptabel. Die »querbeet aufgestellte Großgewerkschaft« sei nicht kompetent für die »fachlich richtige Interessenbedienung«, kommentierte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky die Probleme der EVG mit den Lokführern schroff. Der neue Tarifvertrag bringe den Lokführern 6,25 Prozent weniger Lohn und unzureichende Regelungen bei zahlreichen, teilweise wichtigen Details. Bei der Arbeitszeit gibt es beispielsweise unzureichende Berechnungen von Bereitschaftszeiten oder Arbeitsunterbrechungen, gelten soll die 40-Stunden-Woche. [...]

[...] llerdings wird die DGB-Gewerkschaft EVG als Liebling der Bahn AG verspottet und gilt kaum als konfliktfähig. Den immensen Personalabbau bei der DB seit 1994 hat sie ebenso untätig begleitet wie die Privatisierungspolitik. Als der Transnet-Vorsitzende Norbert Hansen vom Gewerkschaftsvorsitz direkt in den Vorstand der DB wechselte, geriet Transnet in eine Krise. [...]

[...] Wäre das Gesetz bereits in Kraft, hätte die GDL kein Streikrecht für ihren BuRa-LfTV.  [...]

[...] Skandalös ist die derzeitige Kampagne der EVG, die versucht, die Verhandlungen der GDL zu delegitimieren, ein Vorgehen, das sich unter Gewerkschaften während Streiks eigentlich verbietet. Der Vorsitzende der EVG, Alexander Kirchner, klagte während der Warnstreiks, diese seien für andere Eisenbahner »nicht hinnehmbar«. Die GDL habe sich mit ihren Forderungen »verzockt und kriegt nun keinen Fuß mehr auf den Boden«. [...]

Aus meiner Sicht sollte man statt einer Neiddebatte  lieber anfangen die Lokomotivführer als Vorbilder zu sehen, für eine konsequentere Gewerkschaftspolitik. Die Kritik des Egoismus ist teilweise berechtigt. Es fehlt aber eben auch der Gegenpart. Die GDL schafft wenigstens etwas für ihre Mitglieder. Während die EVG ihnen Lohnkürzungen aufbrummen will und die Tarifverhandlungen konterkariert. Die EVG erscheint somit nicht gegnerfrei und soimit auch nach deutschen Gesetzen nicht tariffähig.

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