Archiv

Posts Tagged ‘Bombenkrieg’

Naziaufmarsch in Magdeburg: Die Politik hat versagt

Januar 16, 2011 9 Kommentare

Es sollte ein Zeichen für Demokratie werden. 6000 Menschen hätten sich an Aktionen rund um die “Meile der Demokratie” beteiligt.

In Wirlichkeit ist dies aber ein Armutszeugnis für Landes- und Lokalpolitiker. Anders als in Dresden hat man den Bürgern den Rücken gekehrt, die sich das einzig richtige tun wollten: Sich den Nazis in den Weg stellen. Denn was die 6000 Magdeburger gemacht haben ist folgendes: Sie haben den Nazis die Straße überlassen. Und so sah diese Vergnügungsmeile (Update: 2010) aus:

Da behauptet der Oberbürgermeister doch ganz dreist, man könne einen erfolgreichen Durchmarsch nicht verhindern. Wieso schickt ihr dann Polizei auf die Straßen, die genau das beweisen wollen, dass in Magdeburg das gleiche möglich sein könnte wie in Dresden:

  • Ein breites Bündnis gegen Nazis in dem auch Blockierer Platz haben!?

Ein Großteil der Magdeburger verschließt seine Augen vor der Realität, vergnügt sich auf einer Meile, zählt die Zuschauer als Demonstranten und meint damit “irgendein” Zeichen gesetzt zu haben. Das habt ihr vielleicht auch: Das es euch egal ist, wenn ihr die Stadt den Nazis überlasst, die sich doch nur über eure komische Meile totlachen und sich freuen, dass nur 300 Demonstrantinnen versucht haben sie zu stoppen. Mit 6300 wäre das vermutlich kein Problem. Dann dürfte der OB auch sagen, dass sie es verhindert haben – was angeblich unmöglich war. Unmöglich offenbar nur in Städten wie Magdeburg, wo echte Demokraten kriminalisiert werden, während falsche Demokraten sich selbst feiern.

Typisch für die Magdeburger Sichtweise wohl diese Videos und die Kommentare der Filmer:

Oder er hier:

Und sowas kommt dann dabei heraus:

Und wenn die Nazis euren Landtag besetzen wollen, räumt ihr den dann auch? Wäre ja logisch. Dann könnt ihr ja wieder auf eurer Demokratiemeile spielen gehen.

Nix gerlent aus der Geschichte…. Nehmt euch mal ein Beispiel an anderen Städten! Nächstes Jahr! Kritik an dieser Stelle aber auch an der bundesweiten Antifa, die zwar zu Dresden mobilisiert wie nix gutes, aber Magdeburg fast gänzlich unerwähnt lässt. Dazu möchte ich mich selbst von Twittern zitieren:

Korrektur: Füßte->Füße

Naziaufmarsch in Magdeburg stoppen!

Da es letztes Jahr nicht so erfolgreich war wie in Dresden möchte ich dieses Jahr, wenn ich denn schon nicht selber hinfahre, etwas dazu beitragen, dass dieses Jahr in Magdeburg erfolgreich und effektiv blockiert wird. Dazu bedarf es vor allem auch Masse an Menschen. Magdeburg gilt als WarmUp für die Nazis. Das heisst, dass man in MD schon Zeichen setzen kann. Ich zitiere mal aus dem Blog (www.blockierenmd.tk):

Am 16. Januar jährt sich die Bombardierung Magdeburgs durch Alliierten im 2. Weltkrieg. Wie bereits in den vergangenen Jahren, rufen Neonazis am 15. Januar 2011 zu einem Trauermarsch auf, um ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten. Dies gilt es zu verhindern! Antifaschistische Zusammenhänge mobilisieren zu verschiedenen Aktionen am 15. Januar nach Magdeburg. Das Ziel ist die Blockade des Naziaufmarsches durch direkte Aktionen und zivilen Ungehorsam.

Es gibt sogar ein Mobi-Video:

Ich sehe das so, dass Dresden recht gut organisiert und medial präsent ist, aber Magdeburg noch gar nicht. Daher möchte ich alle die das lesen aufrufen auch mal was zu dem Naziaufmarsch in Magdeburg zu Bloggen, Twittern, Weitersagen und vielleicht überlegen dort auch oder statt nach Dresden dorthin zu fahren!

NO PASARAN! {1}

Der Medien Dresden-Dilemma

Februar 13, 2010 6 Kommentare

Nun wurde der Marsch der Nazis verhindert. Aber nicht nur Gebete oder Händchenhalten (Menschenketten) an Orten an denen gar keine Nazis waren, sondern konkret vor Ort im Widerstand von eher linken Gruppen und Sympathisanten. Die Tagesschau schafft es nicht es realistisch darzustellen.

Man hatte sich in Dresden entschlossen den Weg der Provokation einzuschlagen in dem man die Route der Nazis durch den  eher linksalternativen Stadtteil Neustadt leitete. Nun hätte man zugeben müssen, das weder Polizei noch die bürgerliche Mitte die Nazis aufhalten wollten und konnten, sondern dass dies nur durch die Bewegung gelang die vorher so stark kriminalisiert wurde. Die jetzige Berichterstattung hat fast demagogische Qualitäten. Von Journalismus überhaupt keine Spur.

Das Dresden-Dilemma bezeichne ich als das: Man will sich gerne als Politik und Gesellschaft die Verhinderung des Nazi-Aufmarsches auf die Fahnen schreiben, aber man kann nicht die Wahrheit sagen. Denn das hieße ja, dass man sich geirrt hätte. Wie toll wäre das mal, wenn die Tagesschau zur Blockade aufrufen würde. Dann kämen vielleicht auch mal 100.000 Gegendemonstranten?

Na egal, hat ja auch so geklappt. Nur das wir leider immer wieder erleben, dass sobald Nazis auflaufen eine Schönfärberei besonderen Ausmaßes zu hören und zu sehen ist.  Genau wie 2005 hier in Kiel.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 118 Followern an