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Uns schavante Böses?
Den Posten ist sie los, die lustige Bildungsministerin. Manche Kommentatoren schreiben, das wäre jetzt aber ein schnelle Entscheidung gewesen. Wie bitte ?
33 Jahre lang trug sie einen falschen Doktortitel. Das Urteil des Düsseldorfer Fakultätsrates: Die Auffälligkeiten sind so häufig und so auffällig – das kann kein Versehen sein.
Für alle, die sich die Arbeit durchsahen – z.B. in Artikeln der SZ, die Arbeit und die Quellen direkt geenüber stellte war klar: Diese Arbeit erfüllt auf gar keinen Fall wissenschaftliche Standards.
Nun stellen sich Angy & Anny vor die Mikrofone und Kameras und sind ganz ein Herz und eine Seele. Mitleid, Verschwörung raunt es durch den Saal. Die armen beiden Frauen als Opfer von Hackern und anonymen Vowürfen. Feige Kritiker aus dem Hintergrund – sozusagen Heckenschützen haben Anny zur Strecke gebracht. Kommentatoren stellen klar: Wenn Anny keine Bildungsministerin wäre, hätte sie ihren Titel noch! Voll unfair! Das sie vielleicht nur wegen ihres Titels Bildungsministerin wurde, wird dabei meist geflissentlich übergangen.
Und überhaupt: Alle anderen sind schuld an diesem Skandal – am allerwenigsten Anny. Sie hatte ja nur die Arbeit geschrieben. Schuld am Auffliegen sind die Anonymistas und so bescheuerte Einrichtungen wie der Fakultätsrat. Der hätte ja “auch zu einem gegenteiligen Urteil kommen können”. Früher wardie Erde doch auch eine Scheibe. Das schlechte Wetter kommt nur von diesen dumme Metereologen, die behaupten die Erde wäre eine Scheibe. Früher war halt alles besser.
Damals durften Schavans noch Doktorarbeiten fälschen und die Erde war eine Scheibe. Schöne Karnevalszeit!
ARD & die US-Wahlen: Vollkommen inkompetent
Dort wird immer noch primär die “popular vote” als Ausgangsbasis genommen – und obwohl ziemlich klar ist, dass Obama der Gewinner der Wahl ist (Nate Silver. 92% Wahrscheinlichkeit) tut man so, als wenn es bis in die frühen Morgenstunden dauern könnte.
Herr Schönenborn behauptet dann auch, dass in ALLEN Staaten “The Winner takes it all” gilt. Das ist definitiv nicht so (z.B. nicht in Maine und Nebraska).
Und wieder wird behauptet, dass es ein total knappes Ergebnis wird. Ich würde dagegen sagen, dass man spätestens mit dem Ergebnis von Florida (2 Uhr nachts) eine definitive Aussage wird treffen können, insbesondere in wie weit Vorhersagen zu den Ostküstenstaaten zugetroffen haben. Ich kann zu den derzeitigen Prognosen nur immer wieder Nate Silver empfehlen mit seinem Fivethirtyeight-Blog. Er hat bei der Wahl 2008 die beste Schätzung abgegeben. Er bezieht verschiedene Daten mit ein wie die Arbeitslosenquote, Parteiigkeit von Umfragen, Wirtschaftssituation,… . Und er geht davon aus, dass Obama mit 92% Wahrscheinlichkeit wiedergewählt wird. Natürlich kann es sein, dass es anders kommt, wenn es zu massiven Wahlmanipulationen durch die Republikaner kommt. Aber selbst dann wird wohl an einen Wahlsieg Obamas nichts vorbeiführen.
Aus meiner Sicht jedenfalls hängt die ARD ganz schön hinterher bei der Beurteilung der politischen Lage. Vielleicht liegts an der mangelnden Ausbildung von Herrn Schönenborn, denn der ist Journalist und eben kein Statistiker.
Nun offiziell: Ziele von Liquid Feedback unvereinbar mit Datenschutz
In einem Offenen Brief hatten die Entwickler von Liquid Feedback im April 2011 argumentiert: “Unvereinbar mit der Notwendigkeit politischer Transparenz finden wir jedoch den Wunsch, den Parteimitgliedern, die sich lediglich anonym beteiligen wollen de facto ein Mitentscheidungsrecht einzuräumen“.
Nun bestätigt der Berliner Datenschützer die Kritiker*innen in einer Antwort an die Berliner Piraten. U.a.:
…Auch der demokratische Grundsatz parteiinterner Öffentlichkeit spricht nicht für die Erforderlichkeit des Klarnamenprinzips. Der demokratische Willensbildungsprozess einer Partei setzt verfassungsrechtlich nämlich keineswegs eine generelle Kenntnis des Abstimmungsverhaltens der Mitglieder voraus; im Gegenteil ist gerade die Möglichkeit geheimer Abstimmungen eine Minderheiten schützende demokratische Vorkehrung. Wenn durch das Klarnamenprinzip im LQFB also Abstimmungen generell namentlich nachvollziehbar werden sollen, läuft das den verfassungsrechtlichen Vorgaben einer demokratischen Parteistruktur zuwider….
Hab’ ich ja auch schon gesagt… . Aber da sieht man mal wieder, dass die Piraten nur sehr wenig Ahnung von Demokratie haben.
Weder Henne noch Ei: Liquid Democracy
Heute gibts auf tagesschau.de ein Interview zu LD. Ich sehe das ja sehr kritisch, weil es m.E. vollkommen am falschen Punkt ansetzt: Eine technokratische Lösung für fundamentale Demokratieprobleme. Aus den Antworten auf tagesschau.de ergibt sich folgendes:
Zitate:
- “Liquid Democracy steht für die Idee, dass die Grenze zwischen repräsentativer und direkter Demokratie fließend ist.”
- “tagesschau.de:Soll die repräsentative Demokratie dadurch abgeschafft werden?” - Nein. Uns geht es nicht darum, die repräsentative Demokratie überflüssig zu machen oder zu ersetzen. Uns geht es darum, Schnittstellen in die bestehenden Parlamente zu schaffen und die bisherigen Verfahren zu ergänzen.
Nun ist LD nicht das gleiche wie die Politik der Piraten. Aber wenn wir das mal als neues Politikmodell begreifen, dann sehen wir hier schon, dass LD nicht zur Direkten Demokratie führt. Hier geht es um Repräsentative Demokratie 2.0. . Das Individuum soll mehr beteiligt werden und das Gefühl haben mitzuwirken. Ähnlich wie bei Bürgerhaushalten oder anderen Beteiligungsverfahren.
Mitreden dürfen ist aber nicht gleichzusetzen mit direkter Beteiligung an Entscheidungen. Dazu ist z.B. ein nicht ganz unwesentlicher Punkt, dass die entscheiden sollen, die auch tatsächlich betroffen sind. Sprich: Ein atomares Endlager wird nicht dadurch besser, dass die Mehrheit via LD bestimmt, dass es in einer Gemeinde errichtet wird.
In einer Direkten Demokratie sollte das gar nicht möglich sein: Natürlich dürfen nur die Bürger vor Ort entscheiden, was sie sich zumuten wollen.
Dann betont die Frau Paetsch auch ”Wir sind da noch am Anfang“. D.h. die Entwickler sind sich selbst gar nicht bewusst, wohin die Reise geht. Meine Verutung dazu ist, dass LD Probleme löst, die es gar nicht gibt. Ein typisches Symptom. Und ein Garant dafür, dass LD mehr Probleme schafft, als es löst. Jedes demokratische Werkzeug muss eigentlich eine klare Zielvorstellung haben, weil sonst die Gefahr besteht, dass es an ganz anderen Stellung Wirkungen zeigt, die gar nicht gewünscht sind.
Und vor allem: Wenn LD nicht die Repräsentative Demokratie in frage stellt, so spricht das eine deutliche Sprache, was von der Ernsthaftigkeit eines direktdemokratischen Ansatzes über dieses Werkzeug bei den Piraten zu halten ist. Gleiches gilt natürlich auch für Vollversammlungen, denen nur eine Auswahl an Piraten beiwohnen kann – und die somit das Gegenteil von Basisdemokratie darstellen.
Von den Grundlagen der Demokratie
Jetzt wollen mir die Piraten schon weismachen, dass Wahlen von Personen nicht-öffentlich sind:
Personenwahlen MÜSSEN geheim sein. #Parteiengesetz RT @ritinardo: geil #Piraten denken das Wahlen nichtöffentlich sein sollten. #bpt12 #FAIL—
Gerald A. (@Eubuleus) April 28, 2012
Noch mal zur Klarstellung: Öffentlichkeit und Transparenz einer Wahl sind wesentlich. Es gibt da im übrigen keinen Unterschied zwischen Personen-Parteien oder Inhalts-Wahl. Wieso auch sollte es nicht-geheim sein, welche Partei ich wähle oder wie ich mich inhaltlich positioniere?
Ich denke sie wollen darauf hinaus, dass im Gegensatz zu einfachen Handzeichen bei inhaltlichen Abstimmungen, die Piraten Personen per Stimmzettel wählen. Damit ist eine genauere Abstimmung möglich. Und: Ja es ist geheimer als das Heben einer Hand. Dennoch ist es in keinster Weise geheim, wenn ich meinen Zettel in einem Saal mit tausenden Menschen öffentlich ausfülle.
Öffentlichkeit, so scheint es, fängt nach Piraten-Lesart aber erst mit Fernsehkameras und Liveübertragung an. Hier zeigt sich mal wieder wie wenig im heute viele Piratenmitglieder tatsächlich sind. Gelten sie doch fälschlicher weise als fortschrittlich und transparent. So langsam merken das auch die Massenmedien. Obwohl die immer noch auf die Basisdemokratie-Masche reinfallen, auf die auch Isi und die Linksjugend Magdeburg hinwiesen.
Der Verzicht auf ein Delegiertensystem oder Urabstimmungen ist nicht MEHR Basisdemokratie, sondern weniger. Weil statt allen Mitgliedern dann nur die mitbestimmen können, die es an einem Wochenende alle nach Neumünster schaffen. Das waren dann wohl hauptsächlich Männer mit genug Zeit. Und damit dann ja auch klar, in welche Richtung Abstimmung gehen. Aber sie schaffens tatsöchlich, dass die Massenmedien ein WENIGER an Mitbestimmung als MEHR an Mitbestimmung akzeptieren.
Aber was Wunder – die schlucken ja noch ganz andere “Fakten” der etablierten Parteien.
Der neue Chef Bernd Schlömer der Piraten warf dann in Interviews schon hübsche Floskeln durch die Luft, wie man sie von allen anderen Parteien bereits kennt.
Und was können wir an anderer Politik erwarten von Leuten, die genau so reden wie alle anderen? Exakt, nichts anders. Problematisch an den Piraten finde ich, dass sie nur den Eindruck der Andersartigkeit. Insbesondere dann nicht, wenn der neue Chef Teil des Systems ist, als Regierungsdirektor im Bundesverteidigungsministeriums.
Piratenpartei: Ungerechtfertigte Medienkritik
Langsam macht sich ein Muster bemerkbar im Umgang der Medien mit der Piratenpartei. Leider sticht die Kritik nicht so richtig. Auch wenn die Piraten eine großartige Zielscheibe abgeben – denn fast jeder Angriff trifft – so gibt es da doch festzustellen, dass die Piraten oft gerade für ihre schlechtesten Seiten gelobt oder ihre besten Seiten kritisiert werden.
Gleiches gilt für die Piraten selbst: Oft sehen sie dort die Notwendigkeit zur größten Reform, wo sie eine ihrer wenige Stärken haben und dagegen beharren sie dort auf ihre Positionen, wo sie am schwachsinnigsten sind.
Leider wegen Unzulänglichkeit als Kritik zu verwerfen ist z.B. das aktuelle Interview mit Samuel Salzborn auf tagesschau.de:
Problematisch hierbei vor allem, dass er zum einen konstatiert, dass die Piraten am rechten Rand fischen, meint aber dennoch, dass sie weniger inhaltlich diffus werden müssen. Wahr ist, dass die Piraten bewusst eine inhaltliche Offenheit gegenüber Rechts pflegen, um auch in dem Lager Wähler anzusprechen. Und genau das hilft ihnen doch gerade zuzulegen.
Solange Piraten, die in der NPD waren wohlwollend aufgenommen werden kann man zu Recht sagen, dass der Fisch vom Kopf her stinkt.
„Wenn es um den Beitritt ehemaliger NPD-Mitglieder geht, dann muss man sich den Einzelfall anschauen. Wenn es jemand ist, der sich begründet und nachvollziehbar von seiner Vergangenheit gelöst hat, dann sehe ich keinen Grund, ihn nicht aufzunehmen”, sagte Sebastian Nerz der „Stuttgarter Zeitung”.
Aus lauter Geilheit auf Mitgliedermasse schaut man nicht so genau hin. Und wundert sich dann, wenn sich Ex-NPDler pudelwohl in der Partei fühlen. So eine Haltung wie oben ist doch eine Einladung an alle Rechtsradikalen.
Und eben das ist mein Haupt-Vorwurf an die Piraten – oder eine offene Frage: Warum fühlen sich so viele Rechtsradikale gut aufgehoben in eurer Partei?
Und Warum gibt es da parteiintern so viel Toleranz?
Verstehen kann man die PP nur, wenn man weiß, dass sie sich stark auf das “Freedom of Speech” in den USA bezieht. Da würden viele Piraten liebend gerne die Rechtssprechung und die Gesetze ändern. Sie vergessen dabei, dass es hier ganz andere Erfahrungen gibt.
Viele Piraten haben mit dem Zitat “Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“. Sie meinen es wäre besonders demokratisch JEDE Meinung tolerieren – also auch Antisemitismus, Rassismus, … auch alles was quält und tötet. Es sind ja nur Worte?
Und was die Vergangenheit der Mitglieder angeht, so sehen sie das ganz pragmatisch: Jeder kann ja einen Neuanfang machen. Warum also nicht auch bei den Piraten?
Für den Mainstream ist das (noch) eine ganz wundersame Denke, die sich vor allem als besonders tabulos gibt. Das mag zum Teil auch stimmen. Erstaunlich ist allerdings auch welche Abwehrreflexe sie hingegen gegenüber bekennenden AntifaschistInnen zeigen. Für einen Piraten sind Rechtsradikale weniger schlimm, als diejenigen, die sich ihnen in den Weg stellen. Unter dem Strich passen Rechtsradikalismus und Piratenideologie halt einfach wunderbar zusammen – bis zur Machtergreifung von Faschisten natürlich. Bis dahin dienen die Piraten gerne als nützliche Idioten. Und der gemeine Pirat freut sich darüber wie tolerant er gegenüber Holocaustleugnern sein kann. Er verspürt dabei die Macht des Toleranten gegenüber dem Ausgestoßenen. Durch diese oberflächliche Toleranz und ihre Gegnerschaft gegenüber allem antifaschistischem grenzen sie sich scharf gegenüber dem Mainstream ab.
Und was bestimmte Piraten angeht, die selbst antifaschistisch unterwegs sind, so stellen die für mich eher die Ausnahme von der Regel dar – und erfüllen eine Feigenblattfunktion. In der Basis jedenfalls werden immer wieder Rechtsradikale in Spitzenämter gewählt.
Daher gibts nach wie vor nur eins: Sag Nein zu Piraten!
Wie funktioniert eigentlich Direkte Demokratie?
Mit den Piraten hält eine seltsame und naive Vorstellung von Direkter Demokratie Einzug.
Kurz gesagt denken Piraten, dass Direkte Demokratie bedeutet, dass jedes Mitglied oder jeder Mensch zu jeder Zeit direkt mitentscheiden kann, was in einem Organisationszusammenhang passiert. Deswegen haben sie kein Delegiertensystem und deswegen ist jede Versammlung bei ihnen eine Vollversammlung.
Nun sind Vollversammlungen etwas feines – das Problem ist aber, dass sie nicht gut skalierbar sind über beliebig viele Menschen hinweg.
Die Lösung ist ganz einfach, wird aber von offenbar keinem der Piraten gesehen:
- Man bricht eine große Versammlung in viele kleine auf.
- Man braucht auch Delegiert und ein Imperatives Mandat.
Das Imperative Mandat sichert z.B. einem Kreisverband zu, dass nur Entscheidungen, die vor Ort mehrheitlich entschieden wurden auch bei einer Delegiertenversammlung genau so abgestimmt werden. Oder dem Delegierten wird ein Handlungsspielraum gelassen.
Ich denke der Piraten Problem ist, dass sie Direkte Demokratie mit einer Vergötterung des individuellen Willens verwechseln: vernünftige direkte Demokratie setzt auch darauf, dass in einer Gruppe diskutiert wird und Entscheidungen getroffen werden, die dann auch die Stimmung in einer Gruppe reflektieren. Ich muss als Einzelmitglied gar nicht zu jeder Zeit meinen Willen weitergeben. Es geht bei Direkter Demokratie einzelnen Mitgliedern ein spezifisches Mandat zu erteilen, dass eine Gruppenmeinung repräsentiert. Damit wird dem/der Delegierten keine Macht gegeben über das hinaus, was mehrheitlich entschieden wurde. Dies setzt auch voraus, dass bestimmte Punkte vor Ort gut diskutiert wurden.
Große, bundesweite Treffen als Vollversammlungen haben vor allem den Nachteil, dass sehr viel weniger Mitglieder anreisen, mitentscheiden und mitdiskutieren können. Das ist das Gegenteil von direkt. Damit wird all denen die Macht verliehen, die am schnellsten in der Halle waren,bevor sie wegen Überfüllung geschlossen wurde.
Piraten haben eine kindliche Vorstellung von Direkter Demokratie, aber keine erprobte. Sie fangen bei null an und machen alle Fehler – und am Ende werden sie wohl sagen, dass Direkte Demokratie nicht funktioniert. Nur weil sie zu dämlich dazu waren sie richtig umzusetzen. Es gibt Organisationen, die seit Jahrzehnten Direkte Demokratie praktizieren und mit guten Erfahrungen.
Piraten: Nazis versalzen Suppe
Seit vielen Jahren kritisierten Kritiker wie ich und andere die Piratenpartei wegen eben der Probleme, die ihr jetzt in Wahlkampfzeiten auf den Fuß fallen: Mangelnde Abgrenzung gegen Rechts (bzw. Toleranz gegenüber rechtsradikalen Positionen und Antifeminismus).
Ich betrachte mir das Schauspiel und denke mir nur so: Das hättet ihr euch alles ersparen können, wenn ihr auf eure KritikerInnen gehört hättet. Aber stattdessen hat man nach innen die Reihen geschlossen und die KritikerInnen zum Problem erklärt, statt Kritik ernst zu nehmen.
Damit hat sich nun die Problematik verfestigt – und ist auf der Vorstandsebene genau so etabliert wie in der Basis. Damit ist die Piratenpartei im wesentlichen zu einer rechtsradikalen Partei geworden. Denn eine Partei, die rechtsradikale Meinungen als vollwertig ansieht und zulässt muss zwangsläufig diese Meinungen auch nach außen hin repräsentieren. Wie innen so außen!
Die Idee, dass man ein Konglomerat an vielfältigen Meinungen in einen großen Parteientopf wirft und dabei nicht zwischendurch abschmeckt,muss sich nicht wundern, wenn die Suppe hinterher versalzen ist!
Causa Bodo Thiesen – und mehr Latein
„Ne bis in idem“ . Darauf zieht sich das Bundesschiedgericht bei ihrem Urteil zum Verbleib des Holocaust-Leugners Bodo Thiesen zurück. Damit meinen sie, dass Bodo ja schon genug bestraft wurde. Dabei negieren sie aber zum einen die Tatsache, dass es sich hierbei nicht um Strafprozesse handelt, die auf Bodo angewendet wurden.
Entscheidend ist die Frage, ob die Leugnung des Holocaust (und davon hat sich Bodo nie distanziert) mit einer Mitgliedschaft in der Piratenpartei vereinbar ist. Dabei fällt bei der Bundessatzung besonders auf, dass sie im Gegensatz zu anderen Parteisatzung eigentlich keinen wesentlichen Grundkonsens enthält. Also nicht so wie bei den GRÜNEN, die so etwas eingebaut haben. Altbekanntes Problem.
Die Frage, die sich Wähler stellen müssen ist, ob sie einer Partei ihre Stimmen können, die Antisemiten in ihren Reihen hält und sich nicht klar dagegen in ihrer Satzung positioniert.
- Sag Nein zu Piraten!
Sexismus-Vorwürfe gegen Piraten bei Tagesschau angekommen
Schon lustig, wenn man vor Jahren mal eine Sexismus-Diskussion (Juli 2009) angestoßen hat und dann nach drei Jahren sieht, wie sie in der Tagesschau ankommt:
Dabei fing ich gerade wieder an sie sympathisch zu finden durch die ganzen bescheuerten Angriffe von anderen Parteien. Die greifen nämlich ausgerechnet die einzig guten Elemente der Piraten an, während sie deren Normalität und negativen Tendenzen als gewöhnlich gar nicht beachten.
Ausgerechnet bei der Urheberrechtsfrage könnte ich ja fast 100% d’accord gehen.
Früher waren die Piraten ja mal meine Lieblingsfeinde, sind aber zunehmend langweilig geworden. Naja mal sehen was jetzt abgeht. Auf jeden Fall ein guter Zeitpunkt der JuPis das Thema aufzubringen, das bringt bestimmt einige Minus-Prozentpunkte


