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Archiv für die Kategorie ‘Computer’

Piraten nicht wirklich kompetent bei Transparenz

April 29, 2012 3 Kommentare

Meine These ist, dass die Piraten nicht wirklich kompetent sind bei ihren ureigensten Kernthemen. Letztes Beispiel war gestern. Die Piraten göauben wirklich, dass eine Wahl dann geheim ist, wenn das FERNSEHEN nicht dabei ist offenbar ists dann geheim wenn die Stimme jede/r Banknachbar sehen darf. Aber das Wahlen durchaus nicht-öffentlich sein darf.

Dazu ganz interessant die sehr andere Haltung des CCC. Sie habe dazu damals zur Zeiten der heissen Phase der Wahlcomputer-Einführung einuge Hinweise rausgegeben, darin:

Fotographieren ist zwar nicht verboten, es sollte aber während der Öffnungszeiten des Wahllokals vorab erfragt werden, ob Fotographieren erwünscht ist. Wähler und Wahlhelfer haben dabei stets das Recht am eigenen Bild und sollten keinesfalls ungefragt fotographiert werden.

Öffentlichkeit eines Wahlvorgangs ist in der Tat eines der Grundprinzipien einer demokratischen Wahl. Das Verweigern von Öffentlichkeit ist fast immer ein Zeichen von Wahlmanipulation. Hier die Wikipedia zu Transparenz und Öffentlichkeit:

Ein weiterer Grundsatz ist die Transparenz oder Öffentlichkeit der Wahlhandlung. Sie bedeutet, dass der Weg der Wählerstimmen von den eingeworfenen Stimmzetteln über die Auszählung bis zur Bildung von Gesamtsummen und der Berechnung einer eventuellen Sitzzuteilung vollständig nachvollziehbar ist. Das heißt auch, dass das Beobachten etwa des Weges der Wahlurne vollständig möglich ist (sodass ein Austauschen der Wahlurne gegen eine andere ausgeschlossen werden kann) und dass sich jede Summe von Wählerstimmen für eine Partei (oder einen Kandidaten) als Summe aller Untersummen ergibt, also auf der Kette der Berechnungen vom Wahllokal bis zur eventuellen Sitzzuteilung jede Teilberechnung nachvollziehbar ist, diese Kette also keine Lücken aufweist. Wahlfälschung wird gerne mittels eines fehlenden Glieds in einer solchen Kette betrieben.

In Deutschland wird diese Transparenz durch die Öffentlichkeit der Wahlhandlung hergestellt, die jedermann die Beobachtung der Wahl ermöglicht (§ 10 und § 31 BWahlG). In seinem Urteil zu Wahlcomputern wurde der bisher ungeschriebene Grundsatz der Öffentlichkeit der Wahl vom Bundesverfassungsgericht bestätigt.

Davon abgesehen ists schon lustig, dass die Piraten mit Liquid Feedback praktisch total auf das Prinzip der Geheimen Wahl verzichten, was ich in diesem Blog schon massiv kritisiert hatte.

 

Vielleicht sollten sich wirklich mehr Leute mit Demokratietheorie und Wahlrechtsgrundsätzen beschäftigen?

 

M31 – ein guter Anfang

Seit Anfang 2011 empfand ich es als besonders beschämend, dass wir in Deutschland den Auswirkungen der Krise und Austeritätsmaßnahmen in Südeuropa nur zuschauen und insbesondere als “Linke” mehr als sich zu informieren nicht hinbekommen – nicht einmal Solidaritäts-Demos waren zu sehen – am ehesten sogar eher bei der beginnenden Empörten-Bewegung in Berlin – peinlicherweise.

Man merkt natürlich, dass viele in Deutschland – ich sage auch mal insbesondere viele Studierende – keine echten Probleme haben. Aber es gibt genug Menschen, die am unteren Limit leben und in etwa verstehen, was in Südeuropa auf Leute zukommt. Dennoch fällt man in Deutschland noch relativ weich, wenn man abstürzt. Ich denke nicht, dass das ein problem sein muss. Beschämend fand ich aber die mangelnde Solidarität. Es gibt viele Veranstaltungen und viele DeuterInnen der Ereignisse. Während die einen eher  Schwarzseher sind,  sehen andere in den Widerständen positive Zeichen und das Ende des Kapitalismus.

Viele politische Menschen stehen vor den Ereignissen wütend aber ratlos, weil ihnen jegliche praktische Bezug zu dem fehlt, was da passiert. Sie wollen verstehen und über das Verstehen die Ereignisse für sich ordnen. Allerdings scheinen die vielen Fakten oft eher die Köpfe zu verwirren und führen zu verschiedensten Ansätzen und Deutungsmustern, die sich auch widersprechen. Fast allen gemein ist aber, dass sie keinen Ausweg anbieten.

Lösungsvorschläge gibt es natürlich: Bedingungslose Grundeinkommen, Robin-Hood-Steuer, Kontrolle der Finanzmärkte. Doch alle diese Vorschläge umgehen auf erstaunliche weise eine viel grundsätzlichere Hinterfragung unseres Systems. Und sie weisen allesamt auf eine zentrale Steuerung dieser Maßnahmen und sehen keine Rolle für uns BürgerInnen vor. Wir sollen wälen ehen und die Rolle der PolitikerInnen ist es, Gesetze zu verabschieden und Kontrollen zu veranlassen. Wir selber aber für unsere Rechte eintreten, das wollen die meisten Organisationen nicht!

Für Parteien wie die Linkspartei ist eine Selbstermächtigung eher bedrohlich, da sie sich in der Krise eher erhoffen ihre Wahlchancen zu verbessern. In Schleswig-Holstein haben sie aber bereits an Popularität eingebüßt und werden vermutlich nicht in den Landtag einziehen.

Aber auf was warten wir? Für mich sind die Ansätze von M31, der am morgigen Samstag in Frankfurt und in vielen europäischen Städten vorangeht überzeugend. Wir sollten MINDESTENS europaweit zusammenstehen und gemeinsam gegen das kämpfen, was uns seitens der Politikerklasse angetan werden soll. An manchem Ort früher – anderswo später. Unser gemeinsames Interesse muss es sein, die derzeitigen Pläne effektiv zu durchkreuzen. Dabei ist meines Erachtens der beste Weg dort anzufangen, wo wir selber sind – oder dort, wo wir, wie es die Occupy-Leute gerne sagen “Empören”. Dazu gesagt aber gleich, dass ich auch denke, dass Empören nicht reicht. Es geht nicht darum seiner Empörung Ausdruck zu verleihen. Wir müssen uns überlegen, wie wir Dinge ändern können. Plätze besetzen und demonstrieren können Räume öffnen und sind daher ein möglicher Weg. Aber so lange Menschen immer nur irgendwo hin gehen, um andere zu treffen, nur um sich zu unterhalten und die Aufregung des Neuen genießen wollen, wird sich nichts ändern.

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Meine Soziale Netzwerk Bilanz

Im Internet sind verschiedene Soziale Netzwerke in Konkurrenz zueinander. Namentlich nennen ich Twitter, Identi.ca,Facebook und Google+ .

Für mein ganz persönliches Arbeiten habe ich mich inzwischen ganz auf Twitter eingeschossen. Der Hautpgrund ist die geringe Komplexität un Überschaubarkeit des Dienstes. Identi.ca hat in verschiedener Hinsicht verloren: Sicher ist es der richtige Weg solche Netzwerke verteilt aufzubauen und Monopolen entgegenzuwirken. Allerdings bringt es auch nichts in einem Netzwerk unterwegs zu sein, dass dauerhaft weniger User hat. Ich hatte am Ende identi.ca nur noch als Proxy für Twitter benutzt. Am Tag als identi.ca mir dann den Zugang sperrte, weil in den USA ein Gesetz verabschiedet werden sollte, nach dem identi.ca selbst auch immer wieder an mangelnder Stabilität litt, beschloss ich, es nie wieder zu nutzen.  Nein und ich will mir auch keinen eigenen identi.ca-Server aufsetzen.

Zu Facebook folgendes: Die datenschutzrechtlichen Implikationen einer Nutzung sind überhaupt nicht mehr überschaubar. Facebook macht mir Angst. Damit meine ich vor allem den Umgang der Leute damit. Das blinde Vertrauen in Facebook und die Selbstverständlichkeit wie hier irrwitzige Nutzungen passieren. Ich kann Facebook nicht unterstützen. Ich habe zwar einen Account. Den nutze ich aber nicht richtig. Und ich will mich darüber auch nicht mit Freunden vernetzen – schon gar nicht unter einem realen Namen! Aus meiner Sicht fällt es daher weg, weil es indiskutabel ist. Dazu kommt die Komplexität des Netzwerkes Facebook als solches – und das hat es mit Google+ gemein. Ich habe keine Lust eine Botschaft in mehrere Netze zu verteilen. Und ich will auch keine Diskussionen online führen. Facebook und Google+ entwickeln sich ja langsam zu einem Ersatz für Foren und Kommentare.

Was Facebook angeht so erwarte ich da bald einen großen Crash – einen Datengau unendlichen Ausmaßes und katastrophalen Folgen. Das ist doch alles auf Sand gebaut. Die Macher haben doch selber gar keinen Überblick mehr darüber, was da alles passiert. Aber alles ist in einer Hand. Ich kann daher die Begeisterung für fb nicht verstehen. Mir macht das einfach nur noch Angst.

Zudem schätze ich die Kürze von Twitter. Netzwerke pflegen ist überschaubar. Dabei muss ich nicht jeden als Freund bezeichnen oder “liken”.  Diese ganzen Etiketten werden gerade bei Facebook so inflationär gebraucht, dass sie eh gar keinen Wert mehr haben. Mit “Freund” meint man oft nur noch, dass man irgendwen irgendwie kennt – nicht persönlich – nur den Namen z.B. .

Wohin sich das ganze entwickelt ist unklar. Erst kürzlich wiesen der ULD in Schleswig-Holstein und der Datenschutzbeauftragte von Hamburg darauf hin, dass bei Facebook erneut die Rechte der User reduziert wurden.

Es gibt bei Sozialen Netzwerken erheblichen Nachholbedarf, um sie wirklich zuverlässig zu machen und für jeden einfach nutzbar – ohne erhebliche Risiken einzugehen. Leider stürzen sich zu viele, auch Organisationen, PolitikerInnen, … auf Facebook ohne es zu verstehen oder mit einer beneidenswerten Portion Gottvertrauen. Warnende Stimme wie der ULD in Kiel werden da oft als Spielverderber angefeindet. Na mal sehen was passiert, wenn der große Crash kommt. Denke in den nächste 1-2 Jahren wird er kommen.

 

web’n'walk Stick Fusion II Linux Debian (Huawei E1750)

Ich kann berichten, dass der USB-Stick  “web’n'walk Stick Fusion II” auf Linux (genauer Debian 6.0.) einwandfrei läuft. In der Anleitung steht sogar, wie man Treiber auf Linux installieren soll (auf dem USB-Stick vorhanden). Allerdings lief es bei mir auch gleich mit dem NetworkManager auch ohne weitere Treiberinstallation. Allerdings bislang nur GPRS und kein UMTS/3G. Da UMTS mit Linux aber immer noch eine unsichere Sache ist, ist es ja erfreulich, wenn ein Hersteller die Unterstützung direkt angibt, wie hier  die Telekom. Der Stick ist ein Huawei E1750. Bei weiteren Erfahrungen aktualisiere ich diesen Post.

Space-Datenschutz 2011

Juni 3, 2011 1 Kommentar

Es gibt in der Netzwelt  eine Auseinandersetzung um Sinn und Unsinn von Datenschutz. “Post-Privacy” ist hier das Stichwort. Dies suggeriert, dass die Zeiten von Datenschutz und Privatsphäre vorbei sind und sowieso alles öffentlich. Einige, wie Kris Köhntopp sagen noch, dass man dann seine Daten selber schützen müsse. Andere gehen nicht weiter und meinen man dürfe Daten gar nicht schützen, weil es eh nicht möglich sei – und irgendwie auch unmoralisch.

Weiterlesen…

Ganz schön peinlich: 100 linke Accounts gehackt

Januar 25, 2011 2 Kommentare

Das ist schon krass:

100 linke Accounts gehackt | linksunten.indymedia.org.

Insbesondere unter “Was fiel uns in die Hände?” hier:

Neben Protokollen von regionalen und überregionalen klandestinen Treffen konnten wir viele persönlichen Hintergrundinformationen erfahren, auch solchen, mit der sich Menschen erpressbar machen. Komplexe Recherchen über faschistische Gruppierungen mit Hinweisen auf die recherchierenden Menschen und deren Vorgehensweise waren ebenso zu finden, wie Informationen über die Planung von politischen Aktionen.

Es gibt ernsthaft immer noch antifaschistische Gruppen, die solche Inhalte unverschlüsselt durchs Netz schicken? Anfänger!

Der Hack ist nicht das Problem lieber Gruppen. Ihr könnt davon ausgehen, dass Leute vom Verfassungs- und Staatsschutz seit Jahren genau diese Infos abgreifen!  Und natürlich auch die Faschisten. Wie bescheuert kann man sein…

Nur untersrreichen kann man da diesen Absatz:

Alle, die nicht wissen wie Computer und Internet funktionieren, sollten Computer und Internet aus ihrer politischen Arbeit fernhalten oder sich das Wissen aneignen. Diese Lehrgänge müsst ihr schon selbst organisieren. Trotzdem wollen wir euch ein paar grundlegende Tipps geben.

 

 

Kategorien:Computer, Deutschland, Internet Schlagworte: ,

Oh diese iPad-Fans (Werbesendung auf Dradio Wissen)

Neulich auf Dradio haben sich, so mein Dafürhalten, eine Reihe iPad-Fans getroffen unter dem Titel “Der PC ist tot – es lebe das Tablet” „moderiert“ von Phillip Banse, als Gäste  diskutierten Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur der c’t, Christof Dernbach, Chefredakteur dpa Infocom und Macher von  Mr. Gadget, sowie der Blogger Don Dahlmann.

Mein Problem mit dem Talk fängt schon mit dem Titel an. Da steht kein Fragezeichen. Es ist eine Aussage. Der PC ist tot. In der Einleitung sagt Banse dann auch, dass das iPad einen “Marktanteil von 80%” habe. 80% von was fragt man sich? Sicher nicht von PCs und auch nicht bei mobilen Endgeräten.

Interessant auch die erneute Geschichtsklitterung: “1 ½ Jahre nach Tablets auf dem Markt”. Wieder wird Bill Gates vergessen, ein zwar viel gehasster Mann, aber dennoch die wichtigste Figur im PC-Geschäft bei der Einführung von Table-PCs. Man darf sagen, dass Microsoft die Tablet-PCs nciht zum Erfolg geführt hat, aber wer Gates und Microsoft ausblendet verfälscht entweder bewusst die Geschichte oder hat absolut keine Ahnung. Man sollte auch das Dynabook-Konzept von 1968 nicht vergessen.

Oder schaut mal die Präsentation des Penpoint OS von GO Corporation von 1991:

Das erste moderne Tablet PC war wohl das PaceBlade (2002).

Apple schafft es immer wieder Gehirne zu schaffen, aber wir halten fest: 1½ Jahre Tablet PCs ist eine glatte Lüge – und die selbsternannten Computerexperten wissen das.

Ich gebe Apple gerne den Erfolg den ersten Tablet PC geschaffen zu haben, der vom Massenmarkt akzeptiert wurde – und das das ein großer und innovativer Schritt war und den Markt der Tablet PCs revolutionierte. Nicht weniger, aber auch nicht mehr!

Erstaunlich an dem Talk, dass zwar einige Nachteile des iPad genannt werden – darunter eigentlich die Feststellung, dass es zum Arbeiten mit (längeren) Texten. Es wird dort behauptet, dass man damit besser im Internet unterwegs sein kann. Da frage ich mich aber z.B. wie man das machen kann ohne Flash? Flash ist Voraussetzung bei vielen Websites. Ohne Flash bleiben einem viele Inhalte völlig verborgen. Aus meiner Sicht fehlt daher dem iPad eine Grundvoraussetzung für die Nutzung des Internets.

7,5 Millionen Stück sollen bisher verkauft worden sein. Das ist schon beeindruckend. Die Zahlen in der deutschen Wikipedia zu Netbooks lassen mit 2,2 Millionen  allerdings fälschlicher weise vermuten, dass diese unbedeutend wären: Denn neuere Zahlen belegen, dass mit 30 Millionen immer noch doppelt so viele Netbooks wie iPads verkauft werden. Auf das kommt nicht rüber in dem Talk.

Zu guter letzt wird zwar rumgesponnen, dass Flugzeiugingenieure mobile Devices wie ein iPad bräuchten um im Flugzeug mit Computer rumzukriechen. Allerdngs behauptet man auch, dass die Firma Nokia vollkommen unbedeutend wäre.

Nokia? Nokia ist Marktführer bei Handys mit rund 441 Millionen verkaufter Handys. Da mobile Endgeräte heute fast vollwertige Computer sind und Größe immer weniger bedeutet, dass man Leistungseinbußen hinnehmen muss, insbesondere bei vernetzen Rechnern, ist Größe oftmals schon entscheidend. Den Weltmarktführer für Handys, der weit vor Apple ist (die sind erst auf dem siebten Platz!) als unbedeutend darzustellen und dabei einen Nischenmarkt als allein maßgebend zu bezeichnen ist unseriös und spricht für eine typische Apple-Blindheit. Mir fehlte bei dem Talk auf jeden Fall das Wort einen entschiedenen Gegner des iPad oder zumindest eine deutliche Kritik zu hören.

Und wie ihr oben sieht entbehrt die dort vertretene Sichtweise jeglicher Realität, sowohl bei den Verkaufszahlen, bei der das iPad nicht einmal die Netbooks verdrängen konnte als auch was die Geschichte angeht.  Denn der moderne Tablet PC ist 10 Jahre alt – und nicht 1½ Jahre.

Ich kann diese Apple-Fanboys nicht mehr hören!!

Too much chaos

I habe ja auch ab und zu eine Sendung vom Chaosradio oder Chaosradio Express genossen. Aber seit einiger Zeit mag ichs immer weniger.  Heute dann mal dazu gekommen CRE1565 zur Privatsphäre zu hören.

Ich finds gruselig. Da wird mit Begriffen um sich geworfen und durchmischt bis es keinen Sinn mehr ergibt. Da werden im Laufe der Sendung mehrfach Widersprüche erzeugt, die nicht aufgelöst werden.

Es wurde zwar immer wieder auch mal erwähnt, das Datenschutz seine Vorteile hat, dann aber oft und immer wieder zerpflückt. Und bei der Kritik am CRE kommt jetzt auch ein anderes Problem zum Vorschein, dass der CRE aus meiner Sicht hat: Zu lang und zu unstrukturiert. D.h. es fällt mir schwer mich auf etwas konkretes zu beziehen. Ich greife jetzt zufällige Stellen heraus. Ohne schriftlichen Text ist sowas aber schwierig.

Viel Unsinn in der Sendung stammt von Christian Heller (plomlompom). Bedenklich finde ich einen Trend, die man zunehmend beobachten kann bei einem Teil der Netizens, insbesondere im Umfeld der Piraten, aber auch des CCC die zum Teil fundamentale Prinzipien des Datenschutzes angreifen. Begründet wird dieser neue Trend meines Erachtens aus einer zunehmenden Verwirrung aufgrund neuer Vernetzungsmöglichkeiten. Will man auf der einen Seite seitens der klassischen Politik oft gar nicht diese neuen Möglichkeiten akzeptieren, so wollen einige Netizens am liebsten vor der Anzahl und Größe der Möglichkeiten und des Netzes kapitulieren. Alles ist möglich, nichts sollte geregelt werden. Und parallel zur Negierung des Datenschutzes als meine ich sogar essentielles Menschenrecht wird Meinungsfreiheit, Freiheit und absolute Transparenz als Popanz vor sich hergetragen. Es wird nicht wirklich differenziert oder Öffentliche Interessen und Menschenrechte abgewogen, sondern einseitig alles was Datenschutz und Privatsphäre betrifft abwertet, weil sie dem Wunsch nach Öffentlichkeit und Transparenz im Wege steht.

Das ist eben die alte Haltung von Scott McNealy “You have zero privacy anyway. Get over it.” (1999). Und jetzt wird uns das ganze als was brandneues verkauft. Aus meiner Sicht ist das ganze aber eher eine Denkfaulheit. man greift lieber zu neuen Modellen, verkündet eine neue Zeit – und befreit sich somit von einigen Grundrechten. Das sind durchaus Leute, die intelligent sind. Aber sie nutzen diese Intelligenz dazu statt eine Abwägung der verschiedenen Interessen zu wagen einen Teil auszublenden.

Das es sich dabei um Grundrechte handelt, geht dabei unter. Es gibt viele Leute, die für diese Grundrechte gestritten haben. Und ich prophezeie – aber dazu muss man kein Prophet sein – das sich die Netz-Szene genau an diesem Punkt immer weiter spalten wird. Bisher war die Spaltung eher von einer zur nächsten Generation. Und tendenziell sind auch die Vertreter der neuen Linie des “Privacy is Dead” offenbar jünger. Doch wie mein Zitat zeigt ist das eine Haltung die durchaus älter ist – und auch von vielen Wirtschaftsunternehmen vertreten wird. Denn man will mit Daten handeln. Dabei partizipiert die Gesellschaft nicht wirklich an den Gewinnen. Bei einem Fortschreiten dieses Weges wird es einseitige Gewinner geben – und der Verlierer ist das Individuum – und irgendwann dann eben sogar auch die Meinungsfreiheit.  Denn wer die Privatsphäre abschaffen will, will auch die Möglichkeit der Anonymität abschaffen. Damit aber passiert eben das, was wir dem Überwachungsstaat seit Jahren vorwerfen: Die Menschen verhalten sich anders, sie werden bestimmte Dinge nicht mehr sagen. Und das wird wiederum direkte Auswirkungen auf unsere Demokratie haben und der Weg für einen neuen Faschismus wird geöffnet, wo sich jeder ständig rechtfertigen muss, weil er total transparent ist.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Privatsphäre unabdingbar ist, wenn man Mensch bleiben will. Die Umsetzung ist nicht einfach. Aber es ist nötig – und technisch durchaus machbar, sofern man diesen Weg einschlagen will. Dazu denke ich auch, dass die grundsätzliche Idee eines “digitalen Radiergummi” zwar albern klingt, aber nicht so absurd ist. Heute ist sowas denke ich noch nicht praktikabel. Es muss dazu die Software und das Internet einen Charakter verändern und deN Datenschutz eingebaut haben.

In der Sendung wird wenn ich es richtig mitbekommen habe OpenData und OpenGovernment gar nicht erwähnt. Das ist bezeichnend. Denn da gehts genau darum Daten gezielt, unter Abwägung mit dem Datenschutz, öffentlich zu machen. Das ist m.E. ein moderner Ansatz. Nicht einfach, aber man kann sich diese ganzen Gedanken nicht sparen.

OpenBSD Backdoors und Sicherheit

Dezember 15, 2010 Hinterlasse einen Kommentar

Angeblich hat das FBI Softwareentwickler dafür bezahlt Hintertüren in den Network-Stack des OpenBSD-Projektes einzubauen.

Nun muß das erst einmal überprüft werden. Bekannt wurde dies durch eine Mail eines ehemaligen Entwicklers, bei dem angeblich sein NDA gegenüber dem FBI auslief.

Wenn die Behauptungen zutreffen ist dies schon ein schwerer Ansehensschaden für OpenBSD – noch mehr aber fürs FBI, da natürlich solche Hintertüren von jedem benutzt werden könnten. Es kann gut sein, dass das FBI so zu Datendiebstahl beigetragen hat, oder dazu, dass Websites kompromittiert wurden.

Das würde schon so einer gewissen Regierungs-Denke entsprechen, die glauben, dass Hintertüren natürlich immer nur zu den besten Zwecken und von den Richtigen(TM) genutzt werden. Aber hat Diebe suchen und finden immer Hintertüren. Solches Vorgehen des FBI wäre natürlich im höchsten Maße kriminell. Aber wundern sollte es uns nicht.

Man muß jetzt mal abwarten ob es die Sicherheitslücken überhaupt noch gibt. Diejenigen die jetzt schon jubilieren, weil es das sichere OpenBSD getroffen hat, sollten sich nicht zu früh freuen. Code von OpenBSD läuft auf fast allen Linuxbetriebssystemen, dem Mac OS und Windows. Und wenn da irgendwas gefixt wird, dann sicher als erstes bei OpenBSD. Das zeigt auch ganz gut, wie offen die Leute da mit Informationen umgehen, auch wenn in dem Fall natürlich die Privatheit einer Email gebrochen wurde. Schlimmer wäre aber wohl de Raadt hätte die Fakten für sich behalten. Spätestens dann, wenn er sie Entwicklern weitergegeben hätte, wären weitere Gerüchte herumgetragen worden. Andere Betriebssysteme funktionieren da anders. Und das sage ich auch als jemand er auch schon persönlich von de Raadt angeflamet wurde. ;-)

Auf meinen Servern nutzte ich fast nur OpenBSD. Die Entwicklungsstrategie von OpenBSD ist genial. Lange vor Debian, Ubuntu oder Fedora haben die einen sechsmonatlichen Veröffentlichunsgzyklus eingeführt. Da können sich noch immer viele Open Source Projekte eine Scheibe von abschneiden:

Einziger Wehrmutstropfe ist, dass OpenBSD nach dem Prinzip des Benevolent Dictatorship funktioniert. Aber vielleicht ist es damit trotzdem demokratischer als Ubuntu oder Fedora, wo ja doch Red Hat und Canonical als Firmen immer noch mehr zu sagen haben.

Also noch mal: Erst mal schauen, was an den Vorwürfen dran ist und dann ob der Code tatsächlich heute noch tangiert ist. Und wenn ja, dann wird er mit Sicherheit gefixt und der Code Review sicher noch mal verschärft. Kein anderes Betriebssystem hat einen derartigen Code Review. Und ich denke das es daher auch nicht verwunderlich wäre, dass:

  1. OpenBSD Ziel einer FBI-Attacke wird
  2. Bei OpenBSD diese Attacke als erstes bekannt würde.

Piratenweib – Frei wie Anne Bonny

Oktober 16, 2010 28 Kommentare

Piratenweib musste in den letzten Wochen – naja eigentlich schon Monate zuvor – einen sogenannten Shitstorm über sich ergehen lassen. Der Hauptgrund ist wohl, dass sie eien Frau ist – zumindest sehe ich das so. Andere beziehen ihre Aktionen vor allem auf die letzten Wochen, wo Piratenweib Seiten abgemahnt hat, die einen Text von ihr nicht gemäß der Creative Commons-Lizenzen eingesetzt haben. Sie beschriebt das hier:

Ich bin wahrlich kein Fan von Abmahnungen. Aber Lizenzen, gerade die freien, sollte man schon beachten. Denn die dienen dazu, die Freiheit des Inhalts zu erhalten. Einige Neunmalkluge haben den Sinn freier Lizenzen offenbar nicht verstanden. Wer sich über Piratenweib aufregt dem sei die Lektüre von gpl-violations.org empfohlen. Harald Welte klagt da seit Jahren gegen Firmen, die gegen die GPL verstoßen.

Hier werden Gerichte als Waffe benutzt um Freie Inhalte oder Freie Software zu schützen. Gerade im Umfeld der Piraten sind aber viele zu bräsig um Freie Kultur zu verstehen. Wer denkt dass eine Missachtung von Personen und ihren Werken total ok ist in einer möglichen Freien Kultur, der ist total auf dem Holzweg. Im Gegenteil: Dieser Respekt vor den Inhalten ist Grundvoraussetzung dass Freie Lizenzen funktionieren können.

Eine handvoll Piraten wollen nun den Ausschluss von Piratenweib erkämpfen. Begründet wird das mit einem angeblichen Verstoß gegen die Grundgedanken der Piraten. Und die wären? Verstoß gegen CC-Lizenzbedingungen zu fördern? Frauen zu diskriminieren und zu bedrohen?

Ich finde das mit den Abmahnungen nicht so wichtig. Klar kann man sich darüber streiten wie sinnvoll das ist. Es ist aber vollkommen legitim und gerechtfertigt, Hier verstehen einige nicht, dass man Freie Kultur erstreiten und verteidigen muss.

Und wie gesagt ist meine Analyse, dass es hier vor allem wieder gegen “Frau” geht, weil die Leute eben offen oder versteckt frauenfeindlich eingestellt sind. Da sind die Abmahnungen nur ein weiterer Anlass. Piratenweib hat ja bereits länger Ärger mit den Piraten und anderen Gruppierungen – lange bevor sie irgend etwas abgemahnt hat. Ergo kann der letzte Schritt von ihr nicht Ursache sein.

Für mich beweist das wieder einmal wie wenig Ahnung Piraten von den Dingen haben, die sie sich auf die Fahnen schreiben. Teile von ihnen sind sogar  bereit Leute auszuschliessen, die für diese Ziele eintreten. Und das zu einem Zeitpunkt wo ein Bodo Thiesen noch immer Teil der Partei ist – und noch einige andere Idioten. Die Piratenpartei ist eine Partei der Dilletanten. Da gab es eine Menge Leute die schnell aufgestiegen sind – und wahnsinnig viele Mitläufer mit teilweise gruseligen Positionen. Und sie stellten sich hin und wollten uns allen erzählen wie es angeblich läuft. Dabei fehlt es vorne und hinten an einem demokratischen Grundverständnis auf der einen und einer Skepsis gegenüber dem Mainstream auf der anderen Seite.

Und daher wieder mal:

Sag Nein zu Piraten! (Austreten jetzt!)

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