Re: Israels gefährliche Iran-Drohung (ZEIT online)

Christoph Bertram schreibt in seinem Beitrag „Israels gefährliche Iran-Drohung“ über einen möglichen israelischen Präbentionsschlag Isreaels gegen den Iran. Er schreibt u.a.:

Es verlangt wenig Vorstellungskraft, sich die Folgen eines israelischen Militärschlags gegen den Iran auszumalen: Sie wären katastrophal. [...] Nicht nur in der islamischen Welt würden die USA mit dem Vorgehen Israels identifiziert, selbst wenn Washington noch so inständig jede Mitwirkung oder Billigung in Abrede stellte. [...] Wer dieses Schreckensszenarium verhindern will, muss deshalb schon jetzt der Regierung in Jerusalem klipp und klar mitteilen, dass der Westen einen israelischen Luftschlag gegen den Iran verurteilt. Mehr noch, er muss, um damit in Israel ernst genommen zu werden, glaubhaft machen, dass er Israels Sicherheit nur dann weiter stützen wird, wenn Jerusalem diesem Wunsch entspricht. [...] Aber auch die Regierung in Berlin darf es an Deutlichkeit nicht fehlen lassen. Die Existenz des jüdischen Staates ist zu Recht Teil deutscher Staatsräson. Das kann und darf jedoch nicht bedeuten, Israel durch Stillschweigen zu einer Gefährdung deutscher und westlicher Interessen geradezu zu ermutigen.

Das ist schon dreist. Man muss sich da doch auch mal die derzeitige politische Weltlage anschauen:

  1. Seit Jahren droht der Iran Israel mit der Vernichtung
  2. Die USA sind seit Jahrzehnten (und fern ihrere Heimat) im Dauerkrieg mit der Region. Derzeit vor allem im Irak und Afghanistan mit Millionen Todesopfern.
  3. Deutschland schützt die eigenen Interessen (billiges Öl, Weltmachtbestrebungen) dadurch, dass sie sich an dem Angriffskrieg in Afghanistan beteiligt. Es ist bekannt, das die NATO mehr  Opfer auf ihrem Gewissen hat, als die angeblich so schlimmen Taliban.
  4. Sollte es tatsächlich eine reale Bedrohung durch Atomwaffen für Israel geben, so wird Israel selbstversändlich wie jedes Land, das seine Interessen (in dem Fall Existenzerhalt und Schutz vor der totalen Zerstörung) vertritt dies zu verhindern suchen.

Es ist schon seltsam, das Herr Bertram sich Sorgen macht darum wie die USA bei so einem Präventivschlag schlecht dastehen könnte, bei der ganzen Vorgeschichte. Die USA könnten vor allem eines tun: Ihre eigene Politik des globalen Krieges beenden. Die USA wird kaum beschuldigt werden am israelischen Präventivschlag beteiligt zu sein, gilt  doch unter den verworrenen Weltverschwöreren sowieso das Gegenteil als Fakt – und zwar unbeleckt von jeglichen sachlichen Fakten.

Jede art von militärischem Konflikt sollte vermieden werden. Aber weder die USA, noch Deutschland, noch die EU kann man als Sachwalter des Friedens ansehen. Ganz zu schweigen davon, dass man immer noch auf die  Geschichte Deutschlands und Deutschlands Rolle in den 30er und 40er-Jahren  blicken sollte. Sind wir die Richtigen, als diejenigen, die ebenfalls versucht haben die Juden zu vernichten Juden inIsrael dafür zu kritisieren, dass sie nicht der Totalvernichtung durch Atombomben zum Opfer fallen wollen? Wohl kaum. Insbesondere auch nicht, da Deutschland in Afghanistan zu den Agressoren zählt. Man sollte auch nicht unerwähnt lassen, das Israel nicht fern der Heimat irgendwelche Machtinteressen verfolgt wie dies die USA, Deutschland und die EU tun. Wir ein Vorbild? Das ich nicht lache!

Zur Aufnahme von Guantantánamo-Häftlingen

Verstehe da die Diskussion gar nicht:

  1. Wenn die USA Guantánamo auflöst, dann ist das primär ihre Verantwortung sich um die Häftlinge zu kümmern. Warum wir bei all der ganzen Paranoia vor Terroristen uns auf einmal darum reissen sollen potentielle Terroristen aufzunehmen ist mir unbegreiflich.
  2. Sollte sich die USA NACH dem Amtsantritt von Obama nicht verantwortlich verhalten und da Häftlinge die unschudig sind keine Heimat finden dann warum nicht. Aber bisher ist weder Guantánamo weder aufgelöst noch konnte sich Obama bisher darum kümmern weil er noch kein Präsident ist.

Also bisher haben wir in DE eher das Problem das wir sowieso sehr restriktiv mit echten Flüchtlingen umgehen. Z.B. bedarf die Lage im nördlichen Afrika dringend einer Lösung und es kann nicht sein, dass nur Spanien, Italien und Griechenland Flüchtlinge von dort aufnehmen. Dafür gibts ja wohl die EU. Auch sollten wir endlich eher für Menschenrechte eintreten als für Waffenexporte. Politik wie jetzt in Somalia wird nur noch mehr Menschen vertreiben. Genau so Förderung von Staudammprojekten wie bei Ilisu. Ich verstehe nicht, warum wir ein besonders klares AMERIKANISCHES Flüchtlingsproblem aneignen sollten, während wir unsere eigenen Hausaufgaben nicht machen.

Kein Krieg in Afghanistan?

In der Berichterstattung der deutschen Medien erlebt man es immer wieder das die Tötungen der NATO als gerechtfertigt angesehen werden und die Tötungen der Taliban oder wer auch immer das dort tut – als ungerechtfertigt. Auf gut deutsch: Die Taliban sollen sich bitte anständig erschiessen lassen ohne sich zu wehren. Wo kommen wir denn dahin wenn in einem Krieg Gegner auch noch zurückschiessen?

Eigentlich sollten Taliban neben den langen Bärten noch ein T-Shirt tragen mit der Aufschrift „I am a Taliban“ – und wer das nicht trägt der könnte auch erschossen werden. Allerdings auch dann WENN er es trägt.

Also man kann da ja gerne Krieg spielen – das macht die Menschheit unter wechselnden Rechtfertigungen ja schon recht lange. Nur ist es doch ein wenig albern dem Gegner abzusprechen den Krieg auf seine art zu führen. Einen synchronen Konflikt würden die Taliban schliesslich nicht 1 Tag überleben. Die terroristische Kampfweise ist durch die technische Überlegenheit der NATO und des Westens bedingt. D.h. WEIL wir so gut sind kriegen wir Terroristen. Simple as that. Und nicht umgekehrt. Deswegen können Mehrausgaben beim Militär wohl kaum eine Reduzierung des Terrorismus bewirken, denn sie BEDINGEN ihn.

Veröffentlicht in: on Juli 9, 2007 at 1:50 Kommentar schreiben
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