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Nachlese M31

April 2, 2012 2 Kommentare

Der Nebel hat sich ja noch nicht ganz gelichtet. Es gibt viele Videos bei Youtube. Ich will mir gar nicht die Mühe machen die im Detail zu analysieren. Nur soviel:

  1. Ziel der Demo (March31.net) war die Blockade der EZB-Baustelle und keine Randale bevor man das Ziel erreicht. Insofern, war das, was da passierte nicht geplant und bedeutete, dass das eigentliche Ziel nicht erreicht wurde.
  2. Wenn einzelne Leute da Steine werfen oder sonst irgendwas machen, dann tun sie das in Eigenverantwortung. Ansonsten könnte man ja jeder Demo jeden Fehltritt eines Einzelnen andichten.
  3. Es ist unnötig sich insgesamt von allem zu distanzieren, was da nicht so lief, wie man sich das selber erhoffte.

Meine persönliche Meinung ist die, dass es furchtbar ist, wenn man sich überlegen muss, ob Aktionen nun von übereifrigen DemoteilnehmerInnen kamen oder von agents provocateurs. Das darf eigentlich keine Frage werden! Wenn nicht klar ist, obs die “eigenen” Leute waren oder die Gegner, dann stimmt eigentlich was grundsätzliches nicht an denjenigen, die mit laufen. Da muss es dann eher eine inhaltliche Distanzierung geben, weil die, die gegen die Ziele der Demo sind, gehören nicht auf die Demo. Denn ihr Ziel ist es dann, den Ziele der Demo zu schaden und somit sind sie eher politischer Gegner als UnterstützerInnen.

Die Debatte läuft aber oft so nicht. Demos finden statt und man toleriert jede Art der Interpretation des Konzeptes. Solidarität ist was schönes, aber wenn einzelne oder einzelne Gruppen einseitig die Solidarität anzukündigen zu können, dann muss es auch irgendwo ein Ende der Solidarität geben. Das muss nicht bedeuten, dass man mediale Distanzierungsrituale mitmacht, wie sie oft als Unterwerfungsgeste eingefordert werden. Aber es sollte bedeuten, dass man sich klar abgrenzt von bestimmten Aktionen und Einzelpersonen, denen der Gesamtzusammenhang oder die Gesundheit anderer auch scheißegal ist. Zu oft ist man in Deutschland gewohnt unter Linksradikalen uneingeschränkte Solidarität zu üben auch im Inhaltlichen. Das führt dazu, dass man sich inhaltlich nicht weiterentwickelt und in der selben Soße schwimmt – und niemals eine breitere Basis erreichen wird.

Letzteres ist aber z.B. Ziel der FAU, der Freien Arbeiter- und Arbeiterinnen Union, die u.a. zum M31 aufgerufen hatte. Eine Demo, die insgesamt abschreckend wird oder in deren Verlauf auch PassantInnen zu schaden kommen verschreckt mehr, als dass sie einlädt. Zudem widersprechen die Aktionsformen der Konfrontation denen der Direkten Aktion. Gegen die Staatsmacht ist eh kein Blumentopf zu gewinnen bei einer direkten Konfrontation. Dies geht nur marginal im Schutze einer größeren Masse Unbeteiligter. Und genau das ist zum Teil am Samstag passiert. Zudem gehen viele Inhalte im Trubel unter und alles wird darauf reduziert. Brennende Tonnen, Feuerwerkskörper. Alles spannende Bilder, aber ohne jegliche Relevanz für einen echten gesellschaftlichen Wandel!

 

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