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Die “Digitale Gesellschaft” im Disput

FIXMBR schrieb diesen Beitrag:

Darin dieses sehr treffende Zitat:

Die «Digitale Gesellschaft» spricht für einen sehr kleinen Personenkreis, eben für Beckedahl und seine paar Mitstreiter. Die «Digitale Gesellschaft» spricht nicht für die Netizens, nicht für die deutschen Twitterer und auch nicht für die deutsche Blogosphäre. Sie sprechen einzig und allein für sich selbst. 15–20 Leute haben eine Webseite ins Internet gesellt und krakeelen rum, sie seien die digitale Gesellschaft. Ich habe gestern ein Telefonat geführt, indem mir von einer Person gesagt wurde, die selbst nicht bloggt oder twittert, «Ihr habt ja jetzt einen Klassensprecher.» Dagegen muss man sich wehren und sich mit aller Entschiedenheit von der «Digitalen Gesellschaft» distanzieren.

Bei aller berechtigter  Kritik an Beckedahl und seiner neuen Gesellschaft, muss man doch auch mal sagen, das weder der CCC noch der AK vorrat wirklich basisdemokratische Organisationen sind. Beim CCC bestimmen doch primär eine handvoll Leute die Inhalte und die anderen lassen sie gewähren, weil die es wohl schon richtig machen werden. Aber immerhin ists ein Verein.

Beim AK Vorrat fehlt jede demokratische Leigitimation. Abstimmungen werden oer allgemein öffentlicher Mailingliste vorgenommen. D.h. wenn ein Mensch in Deutschland die Politik nicht passt, kann er da ALLES blockieren. Das ist nicht demokratisch, sondern einfach nur dämlich. Am Ende läufts da ähnlich wie beim CCC. Eine handvoll Leute sind eingearbeitet und treten auch als Verteter der digitalen Gesellschaft auf in Bundestagsausschüssen und in den Medien.

Ich habe mich ja mal eine zeitlang bemüht, dass man aus dem AK Vorrat heraus eine neue, basisdemokratische Organisation gründet. Aber nur eine handvoll Leute waren auch der Meinung, dass das eine gute Idee sei.

Nun schaut euch Sascha Lobos Vortrag an und die Gründung dieses Vereins. Es passiert jetzt, was absehbar war: Es gibt einen Bedarf für eine organisierte Vertretung von Interessen der Netizens – oder wie ich eher sagen würde der erweiterten Bürgerrechte der heutigen Zeit. Aus der Community selbst war ein basisdemokratischer Ansatz nicht zu organisieren. Ich glaube weil die Leute, die sowas gerne wollen würden vielleicht den AK Vorrat schon aufgegegeben haben – und die anderen können mit der derzeitigen Politik gut leben: Keine Basis redet ihnen rein und sie können einfach MACHEN.

Ich möchte in diesem Artikel vor allem den Aspekt betonen, dass fehlende kritisch-demokratische Kultur eher bezeichnend ist für Netizens. Obs nun Leute die sich bei den Piraten sind engagieren oder sonstwo. Da gibts mehr eine “Hoppla jetzt kommen wir”-Einstellung – als eine Community der gemeinsamen Überzeugungen.

Machen wir uns nichts vor: Es sind oft nur wenige die in Organisationen Macher sind. Das liegt vielleicht auch in der Natur des Menschen begründet? Aber in Organisationen kann man auch die Eingriffsmöglichkeiten, die Partizipation so regeln, dass Mitglieder mitbestimmen können. Und das ist zumindest offenbar weder im AK Vorrat noch in “Digitale Gesellschaft” gegeben.  Datalae Konstruktionsfehler. denn wer Demokratiedefizite anprangert muss selber gerade da demokratisch genug sein.

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