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OpenLeaks
Was ist von Openleaks zu halten? Mir gefällt das, was der Daniel so erzählt. Transparenz ist tatsächlich wichtig!
Es gibt da ein Interview, dass schon ein paar Wochen alt ist, aber dennoch informativ ist:
Teil1:
Teil2:
Er hat auf dem 27c3 einen Vortrag gehalten. Und darauf basierend u.a. einen Artikel bei Heise. Dezentralisierung, Organisationsentwicklung. Das klingt alles sehr gut und sehr richtig.
Pressemitteilung der FAI: (Italienische Anarchistische Föderation)
Offenbar will man die ehrwürdige FAI-IAA mit der dubiosen Terrorgruppe, die vermutlich vom italienischen Staate zu eben diesem Zwecke gegründet wurde in einen Topf werfen. Daher finde ich es wichtige diese Pressemitteilung der richtigen FAI zu verbreiten (s.a. Indymedia)
Bei Bologna fällt einem ja auch der Bombenanschlagauf den Bahnhof von Bologna durch Gladio vor über 30 Jahren ein.
Die Info-Kommission der Italienischen Anarchistischen Föderation (FAI – Federazione Anarchica Italiana) nimmt hiermit Stellung zum Auftauchen eines Phantoms namens “Informelle Anarchistischen Föderation” (FAI – Federazione Anarchica Informale“, welches für die Explosionen in der Via Gerusalemme in Bologna die Verantwortung übernommen hat:
- Wir prangern die schwerwiegende und schändliche Vorgehensweise an, dieser Art von Vorfällen Initialen zuzuweisen, die jedenfalls eine
Anspielung auf die FAI (Italienische Anarchistische Föderation) darstellt. Wer eine Gruppe von Genossinnen der Repression ausliefert, ist ein Agent oder Kollaborateur der Polizei.- Wir sehen uns in historischer Erbfolge der anarchistischen Organisation, wie sie ausgehend vom Kongress in Saint-Imier 1872 bis hin zur Gründung der Italienischen Anarchistischen Union (UAI – Unione Anarchica Italiana) 1920 und der Italienischen Anarchistischen Föderation (FAI – Federazione Anarchica Italiana) 1945 Gestalt angenommen hat: EINE ORGANISATION, DIE IN KEINER WEISE EINE INFORMELLE IST, weil Transparenz und Kollegialität eine Garantie für eine libertäre und egalitäre Methode, Beschlüsse zu fassen,
darstellen. – Mit Nachdruck bekräftigen wir die Verurteilung, Bomben, Briefbomben und Sprengsätze, die wahllos zuschlagen können, zu verwenden, Mittel, die jedenfalls besser als alle anderen zu einem Zeitpunkt, da Anarchistinnen zu den Protagonistinnen in den sozialen Kämpfen, von Streiks, bis zu Antikriegsaktionen, gehören, zur Logik der Provokation und Kriminalisierung abweichender Meinungen durch die Medien zu passen scheinen.- Wir bekräftigen, dass die Mittel des Kampfes der föderierten
Anarchistinnen sich auf der Straße, im Sozialbereich, im
selbstverwalteten, basisdemokratischen Syndikalismus, in Bewegungen, in Dutzenden von Städten, in denen wir öffentlich zugängliche Zirkel haben, verbreiten, um in offener Opposition zur Logik von Herrschaft und Staatsterrorismus eine Gesellschaft von Freien und Gleichen aufzubauen.Reggio Emilia, 28.12.2003
Info-Kommission der Italienischen Anarchistischen Föderation (FAI)
http://www.federazioneanarchica.org/
Übersetzung von
http://www.ainfos.ca/it/ainfos03354.html
Todesstrafen zu Einwohnern
Ich bin der Meinung, dass die absolute Zahl an Todesstrafen in einem Land wenig aussagt. Es kommt doch immer darauf an wie viele Menschen in einem Land leben!
Daher habe ich mal die Zahlen einiger bekannter Länder grafisch in Relation gesetzt.
Hier eine Grafik, die das Verhältnis darstellt:
Ich habe das ganze auf diesen Zahlen aus Wikipedia basiert:
| Land | China | Irak | Iran | Saudiarabien | USA | Japan | Yemen |
| Todesstrafen | 1700 | 120 | 388 | 69 | 52 | 7 | 30 |
| Einwohner | 1.300.000.000 | 28.946.000 | 74.196.000 | 27.019.731 | 310.955.497 | 127.360.000 | 23.580.000 |
Damit sieht man das Ganze etwas deutlicher: Iran ist damit das Land, dass am häufigsten seine Einwohner umbringt relativ zur Einwohnerzahl. und China erst auf Platz 4, weil es so groß ist.
FAZke Sarrazin
Da durfte er noch mal in der FAZ schreiben – und es wurde wieder peinlich:
Die von mir genannten Statistiken und Fakten hat keiner bestritten, mit der von mir zitierten Literatur hat sich, von wenigen Ausnahmen wie etwa dieser Zeitung abgesehen, kaum einer auseinandergesetzt, meine Sprache ist gemäßigt, beleidigt habe ich niemanden.
Zum Wahrheitsgehalt dieser Aussage alleine:
- Niemand 1: tz-online.de Faktencheck
- Niemand 2: Der SPIEGEL Faktencheck
- Niemand 3: Die ZEIT Fact Check
Es ist unwahrscheinlich, dass Sarrazin keine Gegenargumente im Blätterwald mitbekommen hat. Dass KEINER ist somit eine glatte, wissentliche Lüge. In keinem Faktencheck werden Sarrazins Thesen zu hundert Prozent übernommen. Bestenfalls bleibt ein: “kann man so sehen” bei manchen Punkten.
Dieser Satz alleine reicht aus Sarrazins Ansatz zu klassifizieren: So wie er mit Kritik umgeht , ging er auch mit Statistiken und Fakten um. Er hat gelogen bis sich die Balken bogen. Aber meist hat er einfach nur nicht wirklich die Wahrheit wiedergegeben.
Sarrazin hat einige Thesen und sucht dafür INDIZIEN. Alles was dagegen sprach wurde weggelassen. Das ist nicht nur unwissenschaftlich. Den Anspruch muß er auch gar nicht erfüllen. Aber wenn man gegen Volksgruppen hetzt wie die FAZ und Sarrazin, dann sollten die Fakten wenigsten stimmen. Wenn aber die Fakten, wie bei ihm, nicht stimmen, dann kann auch sein Fazit nicht stimmen.
Und er macht einen entscheidenden Fehler: Er behauptet zwar, niemand hätte seine Fakten bezweifeln, berichtet aber doch davon: “Gleichwohl hat die beispiellose Medienkampagne mit ihren verleumderischen Zügen einen Rufschaden bei einem Teil jener Zeitgenossen produziert, die sich für das Buch und seine Inhalte nicht weiter interessierten.“
Seine Behauptung ist also:
- Jeder unterstützt seine Fakten
- “Die Medien” haben eine Kampagne gefahren ohne Rücksicht auf die Fakten.
Dabei versucht er zu vertuschen, dass die Kritik sich hauptsächlich gegen seine unhaltbaren Fakten richtete, wie z.B. der Vererbung von Intelligenz oder seinen Aussagen, auch außerhalb des Buches, dass es eine Juden-Gen gäbe.
Für viele wurde deutlich, dass weder seine Fakten stimmen, noch sein Fazit. Es wurde deutlich, dass nur der Name Sarrazin und seine ehemaligen Pöstchen davor bewahrten in einen Topf geworfen zu werden mit einem NPD-Vorsitzenden.
Sarrazin hat provoziert und provoziert nach wie vor. Davon lebt er. Er lebt auch davon, dass Leute wie ich Artikel darüber schreiben. Sein Artikel zum Jahresende wirkt denn auch eher so, dass er noch mal an sich erinnern möchte. Und die FAZ stimmt zu. Sie meint auch, dass wir noch zu wenig Rassismus haben in Deutschland. Das wir dringend mehr Anschläge auf Andersartige brauchen. Und deswegen hofiert sie Sarrazin.
Sarrazin greift in seinem Artikel auch immer wieder nach Goethe-Zitaten. Der kann sich noch weniger wehren, als die von ihm im Buch Diffamierten. Goethe wäre also wie Sarrazin, würde er heute leben. Wer glaubt das schon?
Und dann kann er auch eine handvoll derjenigen aufzählen, die ihm zustimmten auf der Straße, wie:
Der deutsche Taxifahrer, der mich in Duisburg zum Bahnhof fuhr. Er erzählte: „Die meisten Taxikonzessionen in Duisburg gehen mittlerweile an Türken, die bieten die höchsten Preise. Und im Duisburger Taxifunk wünscht man den Taxifahrern mittlerweile alles Gute zum Opferfest, anstatt zu den Weihnachtstagen.“
Ja wirklich schlimm wenn im deutschen Taxifunk auch mal andere Religionen erwähnt werden. Wo wir doch hier eine Staatsreligion haben. Oder was? Gerade diese Zitate beweisen, wen seine Thesen ansprachen und welche dumpfen Vorurteile er genährt hat.
Vergessen wir diesen FAZke.
Heiße Luft aus JMSTV ist raus
Blogs wurden schon vom Netz genommen – es wurde als größte politische Frage aller Zeiten hochstillisiert. Aber nun ist es da gelandet, wo es absehbar landen würde: Es gibt keinen Konsens für die derzeitige Gesetzesvorlage.
Wie gesagt: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und das JMSTV war nie wirklich gefährlich. Es war nur ein Hype. Ein Kampfschauplatz zwischen Teilen der Internetcommunity und der etablierten Politik.
Die Gefahr war, dass evt. einige Blogs ihre Angebote kennzeichnen hätten müssen. Wie stark das tatsächlich gefordert worden wäre ist dabei sehr umstritten, u.a. beim lawblog.
Faktisch funktioniert bereits heute eine Teilsperrung des Netzes. Komischer weise gab es dazu von den jetzt aktiven oft sehr wenig. Denn die Jugendschutzprogramme laufen bereits in vielen Schulen und filtern seit Jahren (s.a. mein Artikel zum Sperren von Gulli). Für Schulen wird daher das JMSTV kaum einen Unterschied machen. Vielleicht sogar würde eine verbreitetere Kennzeichung sogar mehr Blogs von Sperrlisten holen. Die Sichtweise, dass Jugendschutz ganz anders gemacht werden müsste im Internet halte ich auch für Schwachsinn. Es kann ja nicht sein, dass es vom Sendemedium abhängt ob ein Inhalt abrufbar ist oder nicht – weil dann natürlich immer das Internet zum Umgehen genutzt würde.
Damit das nicht missverstanden wird: Ich bin auch gegen dieses neue Gesetz – aber das Haupt-Problem besteht seit Jahren – und die meisten Blogger hats bisher nicht gestört. Es braucht keine Gesetze um Inhalte zu sperren. Es ist Alltag.
Daher bezog sich das Aufheulen wohl eher auf die Gefahr verklagt zu werden bei falscher oder fehlender Deklarierung der eigenen Beiträge. Das aber ist eben nachwievor weit entfernt, bzw. zu erwarten, dass es kaum jemanden tangieren würde – auch nach dem aktuellen Entwurf.
Also außer heißer Luft nicht viel gewesen
OpenBSD Backdoors und Sicherheit
Angeblich hat das FBI Softwareentwickler dafür bezahlt Hintertüren in den Network-Stack des OpenBSD-Projektes einzubauen.
Nun muß das erst einmal überprüft werden. Bekannt wurde dies durch eine Mail eines ehemaligen Entwicklers, bei dem angeblich sein NDA gegenüber dem FBI auslief.
Wenn die Behauptungen zutreffen ist dies schon ein schwerer Ansehensschaden für OpenBSD – noch mehr aber fürs FBI, da natürlich solche Hintertüren von jedem benutzt werden könnten. Es kann gut sein, dass das FBI so zu Datendiebstahl beigetragen hat, oder dazu, dass Websites kompromittiert wurden.
Das würde schon so einer gewissen Regierungs-Denke entsprechen, die glauben, dass Hintertüren natürlich immer nur zu den besten Zwecken und von den Richtigen(TM) genutzt werden. Aber hat Diebe suchen und finden immer Hintertüren. Solches Vorgehen des FBI wäre natürlich im höchsten Maße kriminell. Aber wundern sollte es uns nicht.
Man muß jetzt mal abwarten ob es die Sicherheitslücken überhaupt noch gibt. Diejenigen die jetzt schon jubilieren, weil es das sichere OpenBSD getroffen hat, sollten sich nicht zu früh freuen. Code von OpenBSD läuft auf fast allen Linuxbetriebssystemen, dem Mac OS und Windows. Und wenn da irgendwas gefixt wird, dann sicher als erstes bei OpenBSD. Das zeigt auch ganz gut, wie offen die Leute da mit Informationen umgehen, auch wenn in dem Fall natürlich die Privatheit einer Email gebrochen wurde. Schlimmer wäre aber wohl de Raadt hätte die Fakten für sich behalten. Spätestens dann, wenn er sie Entwicklern weitergegeben hätte, wären weitere Gerüchte herumgetragen worden. Andere Betriebssysteme funktionieren da anders. Und das sage ich auch als jemand er auch schon persönlich von de Raadt angeflamet wurde.
Auf meinen Servern nutzte ich fast nur OpenBSD. Die Entwicklungsstrategie von OpenBSD ist genial. Lange vor Debian, Ubuntu oder Fedora haben die einen sechsmonatlichen Veröffentlichunsgzyklus eingeführt. Da können sich noch immer viele Open Source Projekte eine Scheibe von abschneiden:
Einziger Wehrmutstropfe ist, dass OpenBSD nach dem Prinzip des Benevolent Dictatorship funktioniert. Aber vielleicht ist es damit trotzdem demokratischer als Ubuntu oder Fedora, wo ja doch Red Hat und Canonical als Firmen immer noch mehr zu sagen haben.
Also noch mal: Erst mal schauen, was an den Vorwürfen dran ist und dann ob der Code tatsächlich heute noch tangiert ist. Und wenn ja, dann wird er mit Sicherheit gefixt und der Code Review sicher noch mal verschärft. Kein anderes Betriebssystem hat einen derartigen Code Review. Und ich denke das es daher auch nicht verwunderlich wäre, dass:
- OpenBSD Ziel einer FBI-Attacke wird
- Bei OpenBSD diese Attacke als erstes bekannt würde.
Küchenmythen: Kartoffeln werden an der Luft braun
Man sagte mir das man Kartoffeln ins kalte Wasser werfen soll, weil sie sonst braun werden. ich habe allerdings selbst in meinem Kochleben noch keine an der Luft braunwerdende Kartoffel gesehen. Also machte ich heute mal den Test und schnitt eine kleine Kartoffel liegen und ließ sie liegen, ganze 3 ½ Stunden. Und am Ende habe ich keinen einzigen braunen Fleck gesehen:
Nun will ich gar nicht ausschließen, dass Kartoffeln nicht auch oxidieren, aber normalerweise lasse ich Kartoffeln eh kaum länger als 20 Minuten liegen. Bedenkenswerter finde ich dabei:
- Kartoffeln enthalten Stärke und die ist wasserlöslich. Wenn man die Kartoffeln ins Wasser schmeißt wird die Stärke ausgeschwemmt.
- Wenn man Kartoffeln braten will, möchte man möglichst wenig Wasser an die Kartoffel lassen wegen der Reaktion mit heissem Fett.
Ich glaube nicht, dass das Wässern den Kartoffeln wirklich schadet kurzfristig, aber ich denke schon, dass sie so auch Vitamine und Mineralien verlieren. Insbesondere dann, wenn das Wasser in dem sie liegen hinterher weggekippt wird?
PS: Keine Angst, dass wird hier kein Koch-Blog
Assange-Festnahme inszeniert?
Ich dachte gerade:
Assange wird ausgerechnet in Großbritannien verhaftet, dass sich besonders schwer tut mit Auslieferungen. Dann wird er verhaftet, weil er auf die Polizeiwache geht, um den Haftbefehl einzusehen(?).
Ich glaube Assange/Wikileaks wollte ein Exempel statuieren, was den Europäischen Haftbefehl betrifft, den man ja durchaus kritische betrachten kann.
Vieles von dem, was Wikileaks tut erscheint als Provokation – ausgerechnet US-Dokumente veröffentlichen – jetzt die Angriffe auf Mastercard und Visa. Natürlich muss Wikileaks mittlerweile als echte Bedrohung für Staaten wahrgenommen werden – und es wird sicher nicht an einer Gegenreaktion mangeln. Im Moment scheint mit diese noch sehr konstruiert – nach dem Motto “Catch Me If You Can“. Da sehe ich schon in 10 Jahren oder früher einen Film über die Geschichte von Wikileaks und Assange.
Allerdings hat Assange m.E. die Karten die er hat überreizt. Zudem hat sich gezeigt, dass die Veröffentlichungen bereits dazu geführt haben, dass Quellen offengelegt wurden, anstatt sie zu schützen. Mit Whistleblowing hat das wenig zu tun. Whistleblowing ist das Gegenteil von dem was Wikileaks macht. WB bedeutet, dass Quellen geschützt werden, die Hinweise auf Rechtsbrüche geben. Wikileaks dagegen veröffentlicht Material von Quellen ungefiltert und gibt damit eine Vielzahl an Daten preis, auch unbenommen von Implikationen für die Betroffenen. Datenschutz Fehlanzeige. Und die Piratenpartei, die sich angeblich so stark macht für Datenschutz versagt erneut in dem sie einfach diese Daten übernimmt.
Wikileaks ist schon spannend. Mal Einblick nehmen zu können in geheimgehalten Dokumente – so wie bei den Mautverträgen.Doch Wikileaks geht nicht verantwortlich um mit den entstandenen Daten. Das einzige was man sagen kann ist, dass man froh wäre, wenn viele der Daten gar nicht entstanden wären. Ich habe keine Lust, dass Datensätze, die sich auf mich beziehen, veröffentlicht werden. Doch das Konzept von Wikileaks sieht genau so etwas vor: raus damit, scheißegal. Zudem entzieht sich Wikileaks vorgeblich jeglicher Jurisdiktion – das heisst ich habe gar keine Möglichkeit einer Freigabe zu widersprechen. Wikileaks entscheidet über meine Privatsphäre. Doch wer steht dahinter? Wo ist die demokratische Kontrolle? Wer garantiert mir, dass Wikileaks ihre Daten nicht auch verkauft? Oder auch ihre Dienstleistungen des Datenklaus.
Heiliger Assange
Ich wollte eigentlich nichts schreiben, bis sich der Nebel nicht weiter gelichtet hat. Aber da alle möglichen Blogger (und da vor allem Männer), jetzt grade wieder telepolis es nicht lassen können ihrem Helden beiseite zu springen möchte ich auf einige Aspekte eingehen:
Zu gutem Sex gehört auch das gegenseitige Einverständnis der beiden Geschlechtspartner. Gesetzlich und gesellschaftlich wurde das lange Jahre anders gesehen. Vergewaltigung in der Ehe war in Deutschland nicht strafbar und noch immer glauben viele ein Mann könne sich beim Sex alles erlauben, sofern die Frau denn erst mal grundsätzlich eingewilligt hat. Dass sie dann aber ihre Meinung ändern könnte oder nicht jeden Scheiss akzeptiert – und dass dann die Mißachtung ihrer Grenzen als sexueller Mißbrauch oder Vergewaltigung zu interpretieren ist, sollte eigentlich klar sein.
Viele können es nicht lassen ihren Schmutz auf die beiden Frauen abzuladen. Und dahinter steht für mich eher ein Denken wie: „Assange ist ein Mann und der Held der Geschichte, es kann einfach nicht sein, dass er gefehlt hat!“ – Wir waren alle nicht dabei. Ich muss da auch nicht jedes Detail wissen.
Offenbar lebt Assange in den Augen vieler Blogger/Hacker den modernen Männertraum (Florian Rötzer auf telepolis):
Liest man, was die Daily Mail aus den Polizeiberichten
erzählt, dann wird die ganze Angelegenheit noch konfuser und zu amourösen Liebschaften, die sich ergeben, wenn hübsche, Prominenz bewundernde Frauen auf einen jungen Mann treffen, der Weltruhm genießt und sich entsprechend wichtig nimmt – und sexuell attraktiv. Und dann auch noch, dass Assange nicht nur zwischen den Frauen wechselte, sondern auch den Computer als wichtiger betrachtete als die Frauen.
… und ist insofern unfehlbarer als der Papst.
Für mich siehts so aus, dass ich es für eher unwahrscheinlich halte, dass sich Frauen solche Geschichten ausdenken und sich freiwillig in das Kreuzfeuer der Medien begeben. Ausschließen kann man ja nix – aber die Bloggerkollegen schließen jetzt schon eines aus: Das Assange hier in irgendeiner weise einen Fehler gemacht hat. Im Gegenteil – sie bewundern ihn jetzt schon dafür, wie scheisse er sich den Frauen gegenüber verhalten hat. Man kennt das ja auch vom Fall Kachelmann. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung aber die Frauen die die Anzeige erstatten sind von Anfang an schuldig ? Komisches Verständnis und leider allzu durchschaubar sexistisch.
Ansätze zur Diktatur in Spanien?
Die Beendigung des Fluglotsenstreiks in Spanien zeigt, wie demokratische Staaten handeln, wenn ihnen Beschäftigte auf der Nase rumtanzen. Die Fluglotsen protestierten mit dem Streik gegen ungerechtfertigte Kürzungen ihrer Gehälter. Heute die Fluglotsen, morgen die Müllmänner und übermorgen DEIN Arbeitsplatz. Wer glaubt bei Fluglotsen handele es sich nur um ein Jammern auf hohem Niveau verkennt, dass das Muster, was hier angewendet in Spanien genau so gegen jede Berufstätige angewendet werden kann.
Es zeigt wozu demokratische, westeuropäische Staaten im Stande sind bei einer eher nichtigen Angelegenheit: Ausfall von Flugverkehr in einer Jahreszeit, wo das witterungsbedingt sowieso oft passiert.
Was in Spanien geschieht ist ein Angriff auf die Menschenrechte. Militär gegen Bevölkerung nur wegen eines einfachen Streiks? Was passiert dann, wenn da mal wirklich harter Widerstand passiert?
Spaniens Fluglotsen brauchen unsere Solidarität. Diese Art Militärherrschaft darf sich nicht als Arbeitskampfmaßnahme der Regierung durchsetzen. Denn sonst haben wir wirklich bald in ganz Europa eine Militärdiktatur.




