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Netizens Mainstream
Anhand einiger Artikel zum Jugendmedienstaatsvertrag sieht man sehr gut, wie der Fokus vieler Netizens sehr einseitig ausgerichtet ist. Wie z.B. Swen Wackers Rant im Landesblog.
Fakt ist, dass der derzeitige Entwurf wohl noch unausgegoren ist. Aber was ist daran besonders? In Deutschland ist auch defakto das Asylrecht abgeschafft, aber es kümmert wenige. Die Vereinigungsfreiheit/Koalitionsfreiheit sollte abgeschafft werden und es hat auch kaum jemand interessiert außer linksradikale Gewerkschafter.
Aber wenns drum geht, dass einige Blogs vielleicht irgendwie ihre Inhalte kennzeichnen sollen wird der Weltuntergang beschworen. Oder wenns mal wieder ums Urheberrecht geht und die Enquetekommission im Bundestag. Das Gleiche. Zweierlei Maß. Gegen Zensur: Klar.
Mittlerweile werden meine Kommentare und Artikel auf immer mehr Blogs gesperrt/zensiert. Und das gerade au Blogs in denen mit wehenden Fahnen gegen Zensur gewettert wird. Auch hier: Zweierlei Maß.
Unter dem Strich betrachtet sind viele Netizens derart in ihrem eigenen Mainstream gefangen und in dem Glauben an die Gerechtigkeit ihrer eigenen Sache, dass sie ohne weiteres mit den Mitteln ihrer Gegner arbeiten und argumentieren, nur um Recht zu behalten.
Bei den Piraten z.B. gibt es viele, die die Emanzipation der Frau am liebsten zurückdrehen würden, weil sie ihnen zu weit geht. Damit aber verhalten sie sich fundamental antiemanzipatorisch und gegen die Grundrechte. Dennoch meinen sie sich als Vorkämpfer der Grundrechte etablieren zu können.
Grundrechte, Demokratie. Das sind alles nur Schlagwörter, die jeder nach Belieben verwendet. So mancher glaubt, wenn er IRGENDEINE Partei wählt bei einer Wahl, mit seiner Stimme die Demokratie zu stärken. Mehr jedenfalls, als jemand der sagt “NONE OF THE ABOVE“. Das aber wiederum ist in vielerlei Hinsicht eine unsinnige Auffassung. das ist so, als wenn man sagt man müsse aus einer Auswahl von fünf schlechten Autos immer EINES wählen, weil man nur dadurch die Qualität von Autos steigern würde. Das Gegenteil erscheint aber sinnvoller: Wenn wir uns beim Kaufen oder bei Wahlen zurückhalten sind wir anspruchsvoll und fordern mehr als das, was geboten wird. Und letztendlich sind Wahlen nicht das einzige Mitteln um politisch aktiv zu werden. Im Gegenteil. Wahlen sind einfach. Stimme abgeben, nach Hause gehen. Das DAS demokratische Kultur ist, wird uns seit Jahrzehnten von den Mainstreammedien eingeredet. Genau so wie es angeblich von besonderer Kultur zeugt, wenn man in irgendeiner der Mainstream-Parteien eintritt. Auch egal welche.
Wem alles so egal ist – Hautpsache man wählt oder Hauptsache man ist Mitglied einer etablierten Partei, der muss sich nicht wundern, wenn am Ende IRGEND WAS rauskommt.
Siehe auch GRÜNE, Hamburg-Moorburg, Kohlekraftwerk Moorburg. Jemand der Mitglied der GRÜNEN ist und diese auch wählt wegen ihrer Energiepolitik und dann das mitträgt, trägt für die Politik der Hamburger GRÜNEN Mitverantwortung. Denn er hat ihnen seine Stimme gegeben. Ihnen Vertrauen geschenkt.
Politik ist immer ein Kompromiss. Der Parlamentarismus treibt jedoch immer wieder seltene Blüten und ist mit einer echten Basisdemokratie unvereinbar. Wahlen sind dabei nur das Feigenblatt, dass das Bild schönt und doch hilft das Falsche zu etablieren.
Die Wikileaks-Debatte – völlig abgehoben
Die Veröffentlichungen von Wikileaks sorgen für Wind im Blätterwald und sonstigen Medien.
In Anne Wills Talkshow gab es wieder eine dieser überflüssigen Diskussionen:
Was mich besonders nervt, sind die Protagonisten der Verkündigung einer neuen Zeitenwende. Sicher werden immer mehr Daten preisgegeben je einfacher es ist Daten zu kopieren und je mehr Daten digital verfügbar sein werden.
Eine neue Welt wird es aber nicht geben. Es in der Web 2.0 einen zunehmenden Trend, die Veröffentlichung von Daten als selbstverständlich und unvermeidbar zu bezeichnen.
In Wirklichkeit muss man eine Abwägung treffen und auch für bestimmte Rechte eintreten. Niebel hat recht, wenn er meint, dass es egal ist, welche Daten veröffentlicht werden bezüglich auf Datenschutz und Datensparsamkeit.
Das Beispiel Wikileaks macht deutlich, dass nur die Daten die nicht gespeichert sind, wirklich sicher sind. Das ist die eigentliche Lehre. Was nicht sein kann ist, dass man jetzt zuerst die moralische Komponente diskutiert und dabei die Datenschutzproblematik ausklammert oder wie Lobo unterschiedlich bewertet je nach Inhalt. Denn bewerten tun die Relevanz und Schädlichkeit sicher Unternehmen, Regierungen oder Nichtregierungs-Organisationen sehr verschieden. Der Schutz von Daten im allgemeinen ist wesentlich für den Erhalt einer Demokratie. Denn auch der Schutz an Informationen schützt nicht nur die Pressefreiheit, sondern auch unsere Privatsphäre und somit unsere ureigensten Rechte.
Man kann da nicht wirklich zwischen gutem und bösem Informationsleck unterscheiden. Wichtig ist, dass überall Datensparsamkeit und Datensicherheit praktiziert wird. Auch wenn das bedeutet, dass Journalisten nicht mehr so einfach an Originaldokumente herankommen. Das Pferd von hinten aufzuzäumen und von dem Effekt einer Veröffentlichung auszugehen und daraufhin das Datenleck zu bewerten wäre fatal und würde folgerichtig dazu führen müssen, dass man bewusst Datenlecks herstellt.
Der andere Aspekt ist die Informationsfreiheit. Natürlich sollten auch mehr von den Daten, die gesammelt werden, veröffentlicht werden. Das muss aber auch in sorgfältiger Abwägung der Verfahren und der möglichen Folgen passieren. Die Protagonisten des total freien Internets und total freien Informationsflusses ignorieren dabei welche Kollateralschäden durch das unbegrenzte Veröffentlichen angerichtet werden würde.
s.a. Kaffeeringe USA reden schlecht über die Welt.
Zum Eierwurf gegen verpixelte Häuser
Wenn ich das lese: Google Street View: Eierwurf gegen verpixelte Häuser – Golem.de, denke ich da haben einige wirklich ihr Hirn beim Hochfahren des Computers abgegeben.
Was ich mich allerdings frage ist, wer eigentlich über eine Verpixelung entscheidet. Also folgende Fälle:
- Der Vermieter will verpixeln (Datenschutz), die Mieter eines Ladengeschäftes aber nicht (Werbeeffekt)
- Der Vermieter will nicht verpixeln (Werbeeffekt), aber der Mieter der Erdgeschosswohnung will es (Datenschutz).
Wie werden da die Interessen abgewogen. Zählt da nur die Meinung des Eigentümers, oder auch die der Besitzer, bzw. Betroffenen?
Spannende Fragen die da auftauchen. Meine Meiung zu Google Streetview ist, dass es schon cool ist. z.B. wenn ich mal wieder das Forum Romanum in Rom virtuell besuchen kann.
Auf der anderen Seite respektiere ich esm wenn Betroffene ihre Privatsphäre geschützt sehen wollen. Da braucht es einen fairen Ausgleich der Interessen. Das Thema eignet sich wirklich schlecht für Kampagnen. Hier ist aber auch vor allem Google gefragt praktikable Lösungen anzubieten – und auch bei möglichen Regelungen mitzuwirken. Sie können sich hierbei nicht einfach darauf zurückziehen, dass sie ja nur ein Unternehmen sind.
Ultimatum an TerroristInnen und Regierung
Liebe Regierung, liebe TerroristInnen,
seid nunmehr mindestens neun Jahren geht ihr mir mit vorgetäuschten Anschlägen mächtig auf den Senkel. Solltet ihr bis zum 1.12.2010 es wieder nicht hinbekommen einen glaubwürdigen Anschlag in Deutschland hinzubekommen (Unterhose und Schuh anzünden zählt nicht), drohe ich euch mit massivem Glaubwürdigkeitsentzug!
Und warum, liebe Regierung habt ihr das Terrorwerkzeug Nr. 1 – das Handy – nicht weiterhin aus Flugzegen verbannt? Tonerkartuschen haben sich auch nicht als explosiv genug erwiesen. Wer zum Teufel bildet diese Luschen aus?
Tonerkartuschen, Schuhe und Unterhosen bedrohen die Welt? Wow!
Oder ganz anders gefragt: Aus welchem billigen Hollywooddrehbuch wurde da abgeschrieben von TerroristInnen und ihren Freunden der westlichen Regierungen. Ihr wollt beide profitieren, also schreibt bitte glaubhaftere Drehbücher. Und jetzt sagt nicht Sauerland-Bande, sonst werde ich richtig stinkig.
Ach ja, mehr Videoüberwachung wollt ihr – und mehr Vorratsdatenspeicherung. Was habt ihr denn im Gegenzug zu bieten. Sicherheit kanns ja nicht sein. Ach, ein Überraschungspaket? Laßt mich raten? Eine Ausgabe von 1984 für jeden Bundesbürger? oder doch “Brave New World”? Es muss auf jeden Fall irgendein abgegriffener Schinken sein. Fahrenheit 451? Und bei jeder neuen Anschlagsdrohung öffnet sich ein neues Terrortürchen.
“Advent, Advent, die Verfassung brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei dann vier. Keine Grundrechte gehören mehr Dir!”
Irland: Na gut, wir nehmen Euer Geld….
Jetzt wollen Sie es endlich, die Iren. Das Geld der EU. Man hat sie ja wirklich auf Knien gebeten es zu nehmen!
Das ZDF sagte, dass der Ministerpräsident sich dem UNVERMEIDLICHEN fügt.
Schäuble sagte “Ich glaube es ist jedenfalls eine richtige Entscheidung, dass Irland [...] sich dieser Situation stellt”.
Diese Umkehr der Argumentation ist schon lustig. Den Empfängern am unteren Rand wird immer gesagt, man habe einfach kein Geld für sie. Das könne man sich nicht leisten. Niemand sagt da: “Ach komm bitte, nimm Hartz IV – du schadest sonst der Wirtschaft” Im Gegenteil. Aber hier – da wird geklotzt und nicht gekleckert!
Da werden sich die Hände gerieben. denn Irland hat bisher eine sehr niedrige Körperschaftssteuer. Der Rest der EU erhofft sich von abwandernden Unternehmen zu profitieren.
Da steigt auch der deutsche Börsen-DAX vor Freude auf Jahreshoch. Es ist also keine Entscheidung, die die Finanzmärkte zittern lässt, weil eventuell Staatshaushalte leerer werden aufgrund der Hilfe an Irland.
Yeah, Finanzkrise – weiter gehts. die Wirtschaft hofft, dass es noch mehr Finanzspritzen an dümpelte Finanzmärkte geben wird. Was den Abschaum angeht, die oft nicht wissen, wie sie ihr Leben finanzieren sollen? Irrelevant! Nach der Logik der Finanzmarktspolitiker könnten die Leute auch auf den Straßen verrecken – solange der Rubel rollt interessiert das doch keinen. Und wenn wir ehrlich sind: So läufts doch seit Jahrzehnten bereits global! Arme Länder werden zu ähnlichen Reformen gezwungen wie jetzt Irland. Die Wirtschaft, die Wirtschaft – kürzt die Haushalte und gebt der Wirtschaft Milliarden – das ist das einzige, um was es noch geht.
Früher konnten die EU-Staaten selber Bedingungen diktieren. Nun sind sie selbst nur noch ausführende Organe eines Weltwirtschaftssytems, dass sich Kapitalismus nennt. Und in dessen Logik die Krise bereits eingebaut ist. Denn in der Krise werden oftmals die besten Gewinne gemacht. Verluste können sozialisiert werden. Einbahnstraßensozialismus sozusagen. Geld ja, Kontrolle nein. Saubere Geschäfte!
Wunderbar diese Gehirnwäsche!
Inszenierter Terror?
Als ich die Tagesschau vom 17.11. sah musste ich sehr lachen. Über die Dreistigkeit, die Manipulation, die Lüge. Dieser Bericht.
Die Bilder, die Worte. Gibt es noch irgendwelche Zweifel, dass das alles inszeniert ist?
Wieder mal Apple fail
Angeblich sind die Macs ja immer unschlagbar einfach. Ich kann nur folgendes erzählen – und das ist eine Erfahrung die ich wiederholt gemacht habe. Der aktuelle Fall ist ein kleiner Mac Laptop als Besucher in einem WEP-Netzwerk:
- Erste Verbindung ging soweit ganz ok. Netzwerk wurde angezeigt und nach Eingabe des Schlüssels stand die Verbindung. (so weit so gut!)
- Der Versuch auf dem Netzwerkdrucker (IPP/CUPS) zu drucken scheiterte. Der Netzwerkdrucker wurde nicht auf dem Mac angezeigt. Auch die Eingabe von Hand führte zu keinem Ergebnis. Er sagte zwar der Drucker wäre betriebsbereit, aber jeder Druckversuch scheiterte. Am entfernten Drucker kam auch nie etwas an.
- Dann einen Tag später nach einem Neustart vergisst Laptop Wireless-Verbindung und auch nach Stunden der Versuche scheint es nicht einfach möglich zu sein, die Verbindung erneut zu konfigurieren.
So weit also zum angeblich einfachen Funktionieren der Macs. Ich hatte vor ein paar Jahren im Haus auch einen Nachbarn, der als einziger einen Mac hatte – und keiner hatte so viele Probleme wie er. Das lustige ist – diese Mac-User können noch so viele Probleme haben als einzige. Schuld ist irgendwie immer alles andere – oder “das ist eben so”. Da sind Windows-User oft eher technikkritisch. Sagen oft sie würden gerne was anderes nutzen, z.B. Linux oder Mac. Von Mac rate ich natürlich auch oft ab.
Sicher hat Linux auch seine Schwächen. Aber ich finde so ein teures Betriebssystem mit dem Ruf das einfachste zu sein, sollte nicht an so vielen Punkten versagen, wie es das Mac OS derzeit oft tut. Wenn Mac OS einfacher ist, warum fällt es mir dann mit Windows und Linux leichter?
Über die Bedeutung von Sexismus und Feminismus
Nach den Ereignissen der letzten Tage und natürlich auch schon davor hat sich bei mir noch einmal der Bedarf eingestellt zu Sexismus und Feminismus zu reflektieren.
Was ich immer wieder feststelle ist, dass Antisexismus oder auch Feminismus in vielen Augen, gerade natürlich der meiner Geschlechtsgenossen, als nicht wichtig dargestellt wird. Vor einiger Zeit hatte ich ja zu dem Thema schon einige Auseinandersetzungen mit Mitgliedern der Piratenpartei. Aber was nicht erstaunt: Sexismus ist überall!
Zunächst einmal möchte ich feststellen, dass Sexismus als solches nicht geringfügiger einzustufen ist als Rassismus. Allerdings findet man in so manchem pseudolinken Blog zwar eine scharfe Distanzierung von Rassismus – nur beim Sexismus wird oft und gerne mal die Sau rausgelassen. Wie z.B. Hartmut Finkeldey:
Veranlasst wurde ich von Roberto de Lapuente, also Isis Haßobjekt Nummer eins (die will ja, dass ich ihr n Kind mach: Wird nix, Isi. Biste zu häßlich für! Zu dumm sowieso). Der hats würdig beantwortet. Auch ich stelle klar: Mit Frustinetten-Linken, die abfrusten, weil ihr Lebensplan nicht aufging und sie nicht die Traute haben, offen gegen die untragbaren Zustände hier vorzugehen, die deswegen als Internet-Anonymas Gift spritzen nicht gegen Rechts, sondern gegen die eigenen Genossinnen und Genossen, mit solchen setze ich mich nicht mehr auseinander. Zumal, wenn ich zufällig genau weiß, wie angepasst – zum Teil staatlich gefördert – die ihr Geld verdienen.
Bei anderen Bloggern ist es subtiler und durch Auslassungen sichtbar, wie bei binsenbrenner.de “Der Tenor ist stets derselbe – wir haben, mit Verlaub, die Schnauze voll von Krieg, Rassismus und Sozialabbau und wir werden dem nicht weiter tatenlos zusehen.” Der Autor Markus Weber fordert dabei eher die natürliche Unterwürfigkeit der Frau, die sich nicht männlich benehmen soll. So etwas von Männern zu fordern wäre aus solcher Männer Sicht sicher ungehörig. Denn Männer wussten es ja immer schon besser als Frauen, was für die gut ist.
Und so erntet man beim Sexismus-Vorwurf oftmals Unverständnis und Ablehnung. Das ist im übrigen bei anderen Feldern genau so. Niemand bezeichnet sich selbst gerne als Rassist oder Antisemit. Da heisst es dann: “Man wird ja noch Israel kritisieren dürfen” oder “Ich habe nichts gegen Ausländer, aber das geht alles zu weit, da hat Sarrazin recht”. Auch Rassisten fordern Unterwerfung.
Rassismus und Sexismus gemein sind die immanenten Herrschaftsprinzipien. Nur das Geringwertigere ist gut unterdrückbar. Es ist nur einer gewissen political correctness geschuldet, dass so wenige Menschen sich klar zu ihren -Ismen bekennen. Denn die Anerkennung dessen bedeutet (noch) auch ein gesellschaftliches Abseits aus dem man sich natürlich so schnell wie möglich herausbewegen will.
Es sind nicht immer die direkten Attacken, die körperliche Gewalt, die die Verhältnisse schaft, die ich beklage, sondern oft liegt es einige Etagen tiefer: Sexismus ist ganz tief in uns allen verwurzelt. Da macht niemand eine Ausnahme. Und man legt das nicht ab wie einen Mantel.
Die feinere Art des aktiven Sexismus kann man an der Leugnung der Problematik erkennen und am Angriff auf den Feminismus. Sexismus wird in der Öffentlichkeit oftmals immer noch als nicht-existent deklariert. Dabei umgibt er uns alltäglich. In der Werbung, in der Sprache, in den Medien im allgemeinen. Es geht hier immer um Abwertung und Kontrolle. Um Fremdbestimmung und dem Schutz der bestehenden Verhältnisse.
Zieht man da einmal die Decke weg, so wirds oft mal hässlich. weil der schöne Schein in Gefahr ist. Daher wird meist nicht nüchtern geantwortet, sondern sehr emotional. So hat mir Frank Benedikt per Mail erklärt ich hätte mir jetzt einen Krieg aufgehalst und würde mächtig Prügel beziehen. Der Bloggerin Isi schrieb er, dass er ihr bitter rausgeben werde.
Ein anderes wiederkehrendes Element vieler dieser männerdominierter Blogs ist, dass es oft auf einen digitalen Schwanzlängenvergleich hinausläuft. In meinem Blog kommentierte Benedikt z.B. “Da meine Position die des materiell wie idealistisch deutlich Stärkeren ist, bin ich weiter bereit, eine Hand auszustrecken und eine ruhige Diskussion zu suchen, denn die Linke muß vorankommen.” Auch an anderen Stellen im Internet findet man eine derartige Überheblichkeit. Offenbar sind da manchen Herren ihre Klickraten zu Kopf gestiegen. Doch Hochmut kommt vor dem Fall! Auch die Piraten haben sich in ihrem Erfolg gesonnt und gemeint meine Kritik ignorieren zu können, weil ich weniger als 1000 Follower habe. Die feiern sich sogar heute noch als Partei des größten Twitter-Zuwachses unter den Piratenparteien. Ich denke da oft seufzend “Männer!” – leider ists nicht weit her mit meinen Geschlechtsgenossen und ihrer Kritikfähigkeit. Nach den Piraten kräht mittlerweile kein Hahn mehr. Und ihr eigener Oberbürgermeisterkandidaten-Hahn in Flensburg hat es in der ersten Runde geschafft mit 0,9% als letzter durchs Ziel zu kommen.
Da gibt es viele Parallelen. Selbstherrlichkeit, Selbstüberschätzung und mangelnde Sensibilität. Der Übergang zu offen antiemanzipatorischer Politik ist da dann fließend.
Das kommt dann, wenn man bestimmte Grundrechte nicht anerkennt. Wenn man z.B. den Feminismus nicht als wichtige Befreiungsbewegung anerkennt und insgeheim von einer Rückkehr zur guten alten Zeit der Männerherrschaft träumt.
Das Internet führt dabei Meinungen zusammen, die sich sonst eher aus dem Weg gehen. Was dabei total irre ist, ist die Argumentation, dass man die ganzen Differenzen am besten unter den Teppich kehrt und damit dann eine vereinte linke “Volksfront” schaffen könnte.
Anarchosyndikalisten gehen weniger davon aus, dass die Lösung in dem Folgen hinter einer gemeinsamen größeren Leitidee liegt, sondern darin, dass sich die Unterdrückten selbst organisieren und mit Direkten Aktionen Tatsachen schaffen. Bündnisse dienen dabei allzu oft der Verwässerung der eigenen Interesse – und Stellvertreter unser Interessen dienen auch und vor allem sich selbst. Wer meine dem größeren Ganzen zu dienen und u.a. meine Interessen zu vertreten, dem schlägt meine ganze Skepsis ins Gesicht. Allzu oft ist das Abgeben oder Unterlassen der Kritik der erste Schritt zu politischen Fehlentwicklungen gewesen. Es ist meine feste Überzeugung, dass der einzige Weg der ist, bei seinen eigenen Interessen anzufangen und sich dann mit anderen zu organisieren – nicht zuallererst in strömungsübergreifenden Bündnissen, sondern dort wo einem der eigene Schuh drückt – und abseits zentralistischer Organisationen. Wir brauchen keine Blog-Kasper, die uns vormachen wie wir zu denken haben. So ist denn auch mein eigenes Blog nichts anderes als Ausdruck meiner selbst und keine Anleitung zum Denken, wie sich viele andere Blogs verstehen.
Mich interessiert eine vereinte Linke herzlich wenig. Mich interessiert welche Ziele Menschen tatsächlich verfolgen. Und welche Folgen ihr Treiben in der Realität hat. Blogs die Sexismus beheimaten gehören in meinen Augen jedenfalls nicht zu einem linken Spektrum, was ich tolerieren müsste. Wer hier anfängt zu tolerieren verrät in Wirklichkeit wesentliche linke Kritik!
s.a. “sorry ladies“
Deutsche Medien und US-Wahlen
Da kommt man sich vor wie in zwei unterschiedlichen Welten. Auf MSNBC (Rachel Maddown Show und Countdown) hört man wie die Umfragen kippen zu lasten der Republikaner. Und der bekannte Vorhersageprofi Nate Silver, der sehr korrekt prognostiziert hat bei der Wahl von Obama prohezeit heute Republicans Are Clear Underdogs to Flip Senate Er prognostiziert aktuell mit 93% das die Demokraten mehr als 50 Sitze halten werden, und damit die Mehrheit im mächtigen Senat halten. Lediglich im House prognostiziert auch er einen deutlichen Umschwung zu den Republikanern. Diese Prognosen sind dieses mal aber mit einer höheren Unsicherheit verbunden. Es kommt ganz darauf an, wiestrk die Demokraten ihre Wähler jetzt noch motivieren können. In Deutschlands Medien sieht das Bild genau umgekehrt aus. Bei tagesschau.de und anderswo klingt es so, als wenn die Republikaner beide Kammern jetzt schon sicher übernehmen werden.
Davon abgesehen verliert die regierende Partei eigentlich immer bei den Midterms.

