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Rezensionen kann man auch selber schreiben…

Oktober 18, 2010 21 Kommentare

Durch einen Link wurde ich darauf aufmerksam, dass Roberto DeLapuente auch mal ein Buch (“Unzugehörig”) geschrieben hat. Bei Amazon fand ich eine Rezension. Der User hieß “abc” und schrieb nur diese eine Rezension.

Beim Lesen des Textes dachte ich: Das klingt verdammt wie DeLapuente selbst. Dann viel mir das neue FAZ-Werkzeug ein und ich verglich die Rezension mit einem seiner neuen aber ähnlich klingenden Texte. Ergebnis: Die FAZ-Maschine sagt zu beiden Texten das gleiche (wie ich erwartet hatte). In dem Fall wie: “Georg Wilhelm Friedrich Hegel”. Ein Zufall? Vielleicht. Andere Texte führen durchaus zu anderen Ergebnissen. Aber etwas anderes fällt dort auch auf: Es gibt ganze 2 Kommentare – der eine fordert kritisch zur Lektüre des Blogs auf und wurde downgevotet, so dass er nicht angezeigt wird. Der andere fordert zum Kauf des Buches auf und wurde als allgemein hilfreich gevotet.

Weiterhin auffällig ist in der Rezension dieser Satz “Alle Texte wurde für die Buchausgabe nochmals sorgfältigst überarbeitet und ergänzt, so dass sich ein Kauf allemal lohnt.” Das deutet darauf hin, dass der Rezensent darüber bescheid weiss, wie das Buch vorbereitet wurde. Das können nur der Verlag selbst, der Autor oder Freunde wissen, sofern dieses Faktum nicht vorher veröffentlicht wurde. Auf binsenbrenner.de rezensierte Christian Klotz das Buch inklusive Link zu Amazon und verwies zusätzlich auf eine weitere wohlmeinende Rezension von Frank Benedikt auf spiegelfechter.de (dort sind auch die Kommentare vielsagend). Da ist die Männerclique also mal wieder zusammen – wie es so oft unter Bloggern läuft – man stützt sich gegenseitig – von kritischer Distanz bei den Rezensionen ist weit und breit nichts zu lesen. Ist man im wirklichen Leben noch so bedeutungslos und die eigenen Ergüsse noch so belanglos – hier bestätigen sich Webfreunde gegenseitig wie toll sie sind. Auch Margareth Gorges als Web-Freundin von DeLapuente sekundiert mit einer positiven Rezension im Freitag(Zitat: “Roberto J. de Lapuente mit seinem Blog ad sinistram ist der Aufklärer des neuen Jahrtausend”) . Dann noch Markus Vollack (“epikur”) von Zeigeistlos, der hier einen Co-Blogger auf ihrem Blog rezensiert /Zuvor ein Interview in zeitgeistlos mit DeLapuente). Und noch Stefan Sasse, der übrigens auf im Spiegelfechter schreibt(Zitat: “Oftmals spürt man die Anleihen beim Stil großer Autoren wie Camus, Marcuse, Orwell und Sartre.”(die würden sich im Grabe umdrehen!). Über die Motivation der Herren und der Dame sagt dieses Zitat von Benedikt in den Kommentaren so einiges:

So steht es auch bei mir drüben im Blog geschrieben, aber da Jens “Affiliate” ist und für all die Arbeit auch was (sind eh nur Kleinbeträge) verdienen soll, steht hier halt der Amazon-Link drin. Kuck mal, das ist simple Interessenabwägung – Jens muß was verdienen, damit er vor allem auch hier weiter hochqualitative Artikel schreiben kann, Roberto muß was dazu verdienen, damit er weiter so wuchtige Sachen schreiben kann und Jork, der Verleger, muß was verdienen, damit er sich weiter den “Luxus” leisten kann, eigenwillige und non-konforme Autoren verlegen zu können. Das ist das leidige Lied vom Geld, und wenn alle solidarisch spenden würden für derlei Arbeit(!), wären wir nicht gezwungen, gelegentlich auch was zu verkaufen oder Werbung zu schalten.

Wer sich im übrigen die Blogroll der Herren anschaut findet weitere Indizien dafür, dass man von den Rezensionen und Aktivitäten nicht viel kritische Distanz erwarten kann. Es handelt sich dabei wohl eher im eine Meinungs-Seilschaft?

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